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Review: Attempted Arson
 
FEED THE FIRE

Album:
 FEED THE FIRE, 2007, Maldoror Musikverlag

Stil:
 Nu Metal

Tendenz:
 Der aufstrebende Maldoror Musikverlag legt nach der EP von Last Sunday nach. Attempted Arson stammen ebenfalls aus dem Norden Deutschland und arbeiten schon an ihrem Debütalbum. Doch vorher wurde mir die EP FEED THE FIRE aufgedeckt, die laut Promozettel zwischen Nu Metal und Hardcore liegt. Da bin ich mal gespannt. M.K. 14.06.2007

Review:
 "Attempted Arson" nennt sich der Opener, und man wird an die guten Zeiten des Nu Metal Ende der 90er / Anfang 2000 zurück erinnert. Rapgesang a la P.O.D. wird in den Strophen geboten, während im Refrain der Härtegrad angezogen wird. Musikalisch ein Mid-Tempo-Song mit catchy Riffs. Mit knapp unter drei Minuten der kürzeste der sechs Songs auf FEED THE FIRE. Der Song geht in Ordnung und ist abwechslungsreich, zum Ende wird klarer Gesang geboten, der sich mit Screams und einem abrupten Ende abwechselt.

Ähnlich wie der Opener, mit einem Riff, beginnt "Mean Machine". Auf eben diesem Riff baut der Song nun auf,die Sänger der Band gehen hier stimmlich härter zur Sache als im Song zuvor und präsentieren jeweils ein röhrendes Organ. In der zweiten Strophe bekommt das Wort "fuck" oftmals Aufmerksamkeit durch explizite Verwendung. Nach guten drei Minuten denkt man, es ist alle gesagt, doch die Band macht mit einem kurzen Drumsolo seitens Julian "JR" Rasmussens weiter, welches von der Gitarrenarbeit unterstützt wird. Weiter geht es kurz darauf mit einer dritten Strophe, welche Hardcore-mäßig herausgerotzt wird. Der Refrain folgt nun noch einmal, dann ist Feierabend. Ach ja: Man hört noch ein Motorrad wegfahren.

Ruhig und mit einer verträumten Gitarrenmelodie beginnt "My private Hell", welches sich als Halbballade entpuppt. Der klare Gesang in den Strophen sowie der an Chester Bennington von Linkin Park erinnernde Gesang ergänzen sich sehr gut. Der bisher beste Song der EP überzeugt durch gute Lyrics und abwechlungsreiche Gesangsstile. Auch musikalisch gibt es hier nichts zu meckern, eine ruhige Gitarrenmelodie zieht sich als roter Faden durch den Song. In der zweiten Hälfte wird die Band zwar kurzzeitig aggressiver, welches der Abwechslung zu gute kommt, dann wird ruhig und instrumental der Song beendet. Daumen hoch!

Mit etwas strangen Geräuschen und einem Nu Metal-Riff startet "Ballistic", bis nur noch Drums und Bassist Alexander Sambs über bleiben. Die Vocals setzen mit Riffunterstützung ein, der Refrain kommt unerwartet früh und weiß nicht zu überzeugen. Bleibt halt nichts hängen. Ehe man sich versieht, sind schon zwei Minuten rum, und es geht mit einem schnelleren und häftigeren Teil weiter, der kurz darauf in einen ruhigeren Part mündet, bevor es mit dem Refrain weiter geht. Mit ein paar "Motherfucker"-Rufen wird der Song dann beendet. Nichts halbes und nichts ganzes.

"Bleeding away" beginnt mit tribal-artigen Drumming und einem Basssound, der an Korn erinnert. Die Riffs erinnern auch leicht an Korn. Im Refrain geht es dann ein vielfaches schneller und härter zur Sache, kurz darauf folgt ein progressiver, an System Of A Down erinnernder Part. Es geht musikalisch gesehen wieder von vorne los. Nach dem zweiten Durchlauf folgt ein Part, der sich durch die abgehackten Riffs zum Headbangen eignet. Erinnert stark an Static-X. Ein ruhiger Teil mit verzerrten Vocals folgt darauf, bevor klarer Gesang einsetzt. Mit 5:04 Minuten der längste Song auf FEED THE FIRE. Abwechlungsreichtum kann man der Band schon zuschreiben, nur fehlt hier ein roter Faden. Es hört sich eher so an, als wenn über ProTools verschiedene Stücke zusammengefügt wurden. Schade drum.

Der letzte Song auf FEED THE FIRE nennt sich "Rising Anger" und geht von vorne rein schneller zur Sache als die Songs zuvor. Netter Groove wird hier eingebaut, während sich die Sänger Ole Böttcher und Patrick Tschackert in den Strophen abwechseln. Geschwindigkeitstechnisch gibt es einige Änderungen zur vermelden, von schnell bis langsam ist alles dabei. Der langsame Teil kommt mit Tribal-Schlagzeug und klarem Gesang daher, bis es langsam, aber sicher, wieder schneller zur Sache geht. Zum Ende hin wird der Song dann immer langsamer, bis die CD zum Stillstand kommt.

Fazit: Nun denn. Laut Promozettel machen Attempted Arson live richtig Spaß. So wurden sowohl vom Emergenza- und vom Local Heroes-Battle das Hamburg-Finale erreicht.
Dementsprechend mit dicker Hose geht die Band auch auf FEED THE FIRE ans Werk. Das Wort "Fuck" wird in sämtlichen Variationen sehr oft verwendet, um den Texten die (teils gestellt wirkende) Aggression zu verpassen.
Die Produktion ist für eine EP eines noch kleinen Labels okay, jedoch fehlt gerade den Gitarren der Druck. Und vom Hardcore oder, laut Label, "Nu-Metalcore" hört man nur Bruchteil auf FEED THE FIRE. In meinen Augen wird hier etwas aggressiverer Nu Metal geboten, mehr aber nicht.
Teils ist das Songwriting richtig gut, wie im besten Song der CD, "My private Hell". Andererseits jedoch wirkt gerade "Bleeding away" zusammengeklaut. Aber das Sextett ist ja noch jung und hat noch Zeit, eben jenes zu verbessern. Mit FEED THE FIRE wurde immerhin ein solides Fundament dafür vorgelegt.

Titel-Liste:
 
  1. Attempted Arson
  2. Mean Machine
  3. My private Hell
  4. Ballistic
  5. Bleeding away
  6. Rising Anger

Laufzeit:
 23:57 Min.

Band-Infos:
 
  • www.attempted-arson.de 


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