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Review: Body22
 
TIME

Album:
 TIME, 2006, Eigenvertrieb

Stil:
 Nu Metal

Tendenz:
 Da merkt man doch immer gleich dass Profis am Werk sind, die auch in ihrem Anspruchsdenken klotzen statt kleckern. Hier kann etwas Großes heranwachsen, falls die genialen Ideen auch zur Füllung eines Albums reichen. J.G., 19.01.2007

Review:
 Wenn man sich in der US-amerikanischen Nu Metal-Landschaft etwas genauer umsieht, fallen sofort Größen wie Disturbed ins Auge, die mittlerweile leider ihre Fannähe schon gegen eine gewisse Arroganz eingetauscht haben. Tja, nicht jeder kann mit Erfolg umgehen. Musikalisch nahm die Qualität glücklicherweise nur geringfügig ab, betrachtet man das letzte Werk der Jungs.
Und was hat das alles mit Body22 zu tun?
Eine berechtigte Frage, die jeder schnell selbst beantworten kann, wenn er oder sie die fünf Track durchhört.
Die Einflüsse sind stellenweise sehr prägnant, ohne dabei aber als weiterer Klon zu gelten. So einfach haben es sich die Dortmunder Jungs von Body22 nun auch nicht gemacht.

Sänger Marc22 und ex-Axxis Drummer Teffe haben ihre Liebe zu modernem Metal in geschickter Art und Weise mit traditionellen Ideen der 80er kombiniert. Tatkräftige Unterstützung leistet hierbei auch Gitarrist Mike-Z, der es prima versteht seinen Frontmann stimmlich mehr Geltung zu verschaffen, indem es seine Gitarre nicht permanent in die maximale Verzerrung treibt. Fehlt nur noch der treibende groovende Beat, den die Rhythmusfraktion mit Bassist Sven G. und Profi Teffe am Schlagwerk liefern, egal welche Geschwindigkeit gerade verlangt wird und wie oft das Tempo innerhalb eines Songs wechseln mag.

Nicht jedes Album muss mit einem ohrenbetäubenden Paukenschlag eröffnet werden, das dachten sich bestimmt auch die Jungs von Body22, als sie ihren Opener "I'm a Liar" ins Rennen schicken. Die Gitarre noch gerade so vor der Verzerrung beginnt mit einem soulartigen Blubbern und kloppft mithilfe der Rhythmusfraktion die grundlegenden Riffs in die Gehörgänge, bevor auch Sänger Marc22 seinen Einsatzbefehl bekommt. Weichgespülte Dutzendware? Mit nichten! Diesmal ist es der Refrain, der nun auch mit gewohnt verzerrter Gitarrenhärte und forcierter Geschwindigkeit in die Vollen geht. Die Übergänge sind dabei so flüssig, wie man es gerne auch bei manchen Großverdienern hören möchte. Ein Auftakt nach Maß.
Wer Disturbed kennt, wird besonders mit "Your War" gewisse Deja Vus erfahren. Aber keine Angst, auch wenn einiges an die US-Amerikaner erinnern mag, so verstehen es die Dortmunder in der Menge düsterer Hooklines durchaus eigene Akzente zu setzen und seien es nur die riffbetonten Tempowechsel unter Beibehaltung einer tierisch groovenden Basslinie.
"Fading" beginnt mit deutlich kopflastigen Gitarren Riffs in bester Nu Metal Manier. Auch die kleinen genre-typischen Filler dürfen nicht fehlen und runden das hervorragende Gesamtbild mit einem wahren melodischen Ohrwurm-Refrain ab.
Für den Titel-Song "Time" hat man sich was besonderes einfallen lassen. Beginnt die ganze Sache ziemlich forsch, jedoch instrumentell dünn, so folgt ein etwas langsameres Riff, aber dafür mit fetten voll verzerrten Gitarren. Anschließend gibt es einen kurzen Zwischenspurt, bevor dann erst nach fast zwei Minuten der Gesang einsetzt. Marc bekommt dabei seinen gewohnten Freiraum, indem die Gitarren nur noch in kurzen stakkatoartigen Salven abgefeuert werden. Nach vier Minuten gönnt man sich sogar ein souliges neues Thema ganz einfach durch Varianz der Gitarren und leicht verändertem Rhythmus. Wer Abwechslung mag und es gerne hat, dass man mit seinen Emotionen spielt, wir den Song schnell lieben lernen.
Auch der letzte Titel "Ready for the Day" vermag es mit astreiner Gesangs- und druckvoller Instrumental-Leistung auf der ganzen Linie zu überzeugen. Etwas schneller als die Vorgänger, sind es besonders der dominante taktbetonte Bass und die scharfen Gitarren-Riffs, verantwortlich die für nötigen Ecken und Kanten. Klar, dass der Refrain melodisch ins Gesamtbild eingefügt wurde und auch wieder einige interessante Ideen verbraten wurden.
Welche? Na hört euch die Sache doch selbst an!

Fazit: Es wurde mir in letzter Zeit bei Demos nicht leicht gemacht, die Repeat-Taste zu drücken. Bei manchen Alben brauchte es sogar mehrere Anläufe überhaupt alle Titel zu ertragen.
Hier bin ich mehr als enttäuscht, dass der Spaß schon nach fünf Titeln endet und mein Finger findet fast von selbst die richtige Taste auf der Fernbedienung. Da kann ich nur hoffen, dass man schon mit Hochdruck an einem Album bastelt und ich nicht noch jahrelang auf's Debüt warten muss. Also ran halten - und weiter so.

Titel-Liste:
 
  1. I'm a Liar
  2. Your War
  3. Fading
  4. Time
  5. Ready for the Day

Laufzeit:
 24:39 Min.

Band-Infos:
 
  • www.body22.de 
  •  
     
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