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Review: In Case Of Fyr
 
REAP WHAT YOU SOW

Album:
 REAP WHAT YOU SOW, 2007, Eigenvertrieb

Stil:
 Screamo / Metalcore

Tendenz:
 In Case Of Fyr stammen aus dem niedersächsischen Hannover und legen mit REAP WHAT YOU SOW eine amtlich produzierte EP auf den Tisch. Auch ansonsten hat die Band schon einiges erreicht, so wurden schon u.a. Waterdown oder Die Krupps supportet, und man erreichte das Niedersachsen-Finale vom Emergenza. Nicht übel. Auch der Web-Auftritt der Band kommt professionell daher. Ob die Musik der fünf Jungs ebenso überzeugen kann? M.K., 09.04.2007

Review:
 Der Spaß beginnt mit "Bitter and betrayed", und es wird zu Beginn im Fahrwasser von Bands wie AsI Lay Dying geschwommen, bis dann auch vermehrt klarer Gesang benutzt wird. Der Refrain überzeugt durch eben jene klare Gesangspassagen, auch musikalisch weiss die junge Band geschickt das Tempo zu wechseln. Leider wirken die Strophen teilweise etwas stumpf, gerade vom Shouting her. Insgesamt bleibt jedoch ein positiver Eindruck vom Opener, vor allem durch die doppelläufigen Leads von Jay und Kay an den Sechssaitigen. Und auch das Gitarrensolo kann vollends überzeugen.
"Unbreakable Love" folgt, und ein weiteres Mal überzeugen die Riffs auf Anhieb. Wie auch im Opener, wird auch hier die Double Bass von Drummer Zappo mit den Riffs kombiniert, kennt man von Bands wie Fear Factory. Kommt immer wieder gut an. Einmal mehr erklingt im Refrain klarer Gesang, der generell in diesem Song mehr zu melden hat als das Shouting. Trotzdem kann man hier nicht von Genres wie Emo reden. Screamo passt da schon besser. Erinnert teilweise an Caliban, was die Jungs hier abliefern. Guter Song mit einem äußerst gefühlvollem Gitarrensolo am Ende, welches man so gar nicht erwartet hat.
Der dritte Song nennt sich "Abso(fucking)lutely" und läd zum Kopfnicken ein. Teilweise grooven In Case Of Fyr hier richtig schön vor sich hin, bedingt durch das gut passende Riffing. Für kurze Passagen wird auch das Tempo ordentlich angezogen, jedoch fühlt sich die Band im Mid-Tempo wohler. Gesangstechnisch halten sich hier Shouting und klarer Gesang die Waage. Frontmann Cookie fühlt sich in beiden Bereichen beheimatet und hat auch mit langgezogenen Tönen keine Probleme. Habe ich von so einigen, auch größeren Bands, schon schlechter gehört.
Nun folgt ein Cover eines Songs, den eigentlich jeder kennt: "Dancing with Tears in my Eyes" von Ultrafox wird hier im Metal-Gewand neu präsentiert. Hat auf jeden Fall was spezielles an sich. Im Verlauf des Songs wird die Band schneller und brutaler, jedoch bezieht sich der "brutale" Teile auf die letzten paar Sekunden. Schade eigentlich, den kompletten Song im deftigeren Metalcore-Stil hätte ich mir auch gut vorstellen können. So bleibt eine relativ unspektakuläre Version zurück.
Der letzte Song von REAP WHAT YOU SOW ist die sogenannte "Hate Version" von "Bitter and betrayed". Gastmusiker ist hier Burkhard Schmitt, seines Zeichens Sänger von Hate Squad, ebenfalls in Hannover beheimatet. Dieser teilt sich die Vocals in den geshouteten Strophen mit Cookie. Das ist dann auch der einzige Unterschied zum Opener.

Fazit: Der Metalcore- oder auch Screamo-Sektor wird momentan aufgrund des grassierenden Hypes von vielen neuen und jungen Bands überschwemmt. Die meisten dieser Bands verschwinden dann nach 1-2 Veröffentlichungen wieder in der Versenkung und lösen sich irgendwann auf. In Case Of Fyr jedoch haben deutlich mehr Potential. Nicht umsonst erreichte man das Finale des niedersächsischen Emergenza-Wettbewerbs.
Musikalisch bieten die fünf Jungs auf REAP WHAT YOU SOW drei Eigenkompositionen, die im großen und ganzen eher im Screamo- als im Metalcore-Sektor einzuordnen sind. Das Shouten begrenzt sich in den meisten Fällen auf die Strophen, während im Refrain der klare Gesang von Frontmann Cookie klar überzeugen kann. Kennt man von Bands wie 36 Crazyfists. Musikalisch und produktionstechnisch gibt es hier nichts zu beanstanden, mit "Dancing with Tears in my Eyes" sowie der "Hate Version" des Openers gibt es auch noch zwei schöne, zusätzliche Songs. Insgesamt kann man nur sagen: Daumen hoch, weiter so!

Titel-Liste:
 
  1. Bitter and betrayed
  2. Unbreakable Love
  3. Abso(fucking)lutely
  4. Dancing with Tears in my Eyes
  5. Bitter and betrayed (Hate Version, feat. Burkhard Schmitt von Hate Squad)

Laufzeit:
 18:42 Min.

Band-Infos:
 
  • www.incaseoffyr.com 
  •  
     
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