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Review: Nekromantic
 
187

Album:
 187, 2007, Eigenproduktion

Stil:
 Black Metal, Death Metal

Tendenz:
 Die 2005 gegründete Warsteiner Band Nekromantic um Frontmann und Sänger Sascha Bigge präsentiert deutschsprachigen Black und Death Metal. Auf ihre erste Demo 187 bringen sie für ihre Fans sage und schreibe 11 Songs unter, deren Spiellänge mehr als eine Stunde füllt. Auch an Live-Erfahrung fehlt es der noch relativ jungen Band nicht. So standen sie bereits u.a. mit Delirious auf der Bühne oder feierten den vierten Platz beim Finale des Bandcontest im Soester Sonic.  M.W., 05.10.2007

Review:
 Eingeleitet wird 187 von "Schwarze Träne", beginnend mit klarem Sprechgesang und Synthesizern von Keyboards. Mehr oder weniger wird ein Gedicht vorgetragen.
Mit "187" legen die Jungs dann richtig los. Der verzerrten Gitarre folgt ein hämmerndes Schlagzeug. Schon fast bedrohlich wirkt dann Sascha Bigges Gesang. Der Bass ist leider schlecht rauszuhören, dafür kommt Drummer Matthias Becker schon gut auf Touren. Die relativ gleich bleibend gespielte Gitarre kennzeichnet dabei den Leitfaden durch das Stück.
Auch "Sag mir, dass..." startet mit verzerrten Riffs, allerdings mit ein wenig ruhigerem Tempo. Teilweise erinnert der Galoppähnliche Rhythmus an Metallica Songs. Der Gesang steht erstaunlich deutlich im Vordergrund und ist zumindest in den Strophen gut zu verstehen. Das Gitarrensolo am Ende ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern.
"Wolf" steigert sich dann vom Tempo um einiges, wirkt aber anfangs von der instrumentellen Seite etwas unkoordiniert. Es dominiert diesmal das recht dumpfe Schlagzeug. Sowohl Gitarre als auch Bass stehen mir zu sehr im Hintergrund. Von der Schnelligkeit ist hier zwar eine Steigerung zu verzeichnen, von der Qualität, sacken die Jungs aus Warstein allerdings ein wenig ab, auch wenn das Gitarrensolo das wieder etwas hebt. Roland "Knuddel" Höttecke am Saiteninstrument beherrscht die Kunst der Gitarre, könnte sie aber besser präsentieren.
Leise und sehr verhalten steigen wir in "Das Blut der Christen" ein. Die flüsternde Stimme von Sascha verleiht einem das Gefühl, in einer Geisterbahn zu sitzen. Leicht Gänsehaut kommt auf. Auch die Instrumente sind auf minimalen Einsatz beschränkt, was sich aber nach etwa 1:30 Min ändert. Die Heuchelei im Christentum wird hier an den Pranger gestellt.
"Das Testament vom Sensenmann" kommt mit ruhigen Gitarrenmelodien daher. Auch das langsam einfließende Schlagzeug ist sehr zurückhaltend gespielt. Ein Klimax wird ca. 1:40 Min aufgebaut, bis er in schnellen Gitarren, geprügelten Drums und wieder schlecht vernehmbaren Bass "explodiert": Der Gesang lässt allerdings noch eine Weile auf sich warten. Die Lyrics gefallen mir sehr gut, auch die Art und Weise wie sie vorgetragen werden.
Track #7 haben die 4 Warsteiner nach ihrem Bandnamen benannt, "Nekromantic". Es ist mit fast zehn Minuten Spiellänge auch der längste Song auf der Demo. Auch er setzt wieder gemäßigt ein und steigert sich im Laufe der Zeit. Letztere ist bei zehn Minuten ja auch reichlich vorhanden. Das Stück ist aber doch sehr monoton, was die enorme Spiellänge nicht unbedingt rechtfertigt. Außerdem wirkt er an einigen Stellen wirklich stupide. Einer der schlechteren Beiträge auf der Platte für mich.
Song acht kann mit einem etwas ungewöhnlichen Rhythmus auf jeden Fall schon einmal zu Beginn Punkte sammeln. "Kindergrab" besticht durch sehr eigenwillige Melodieparts, bei denen es zu Anfang schwer ist, eine Struktur zu erkennen. Die Lyrics sind aber - soweit sie verständlich sind - gut gelungen.
Es schließt sich "Heilige Kriege" an. Am Anfang rechnet man nicht damit, dass dieser Song von einer Black bzw. Death Metal Band stammt, sondern erwartet durch die ruhige Gitarre erstmal eine Ballade. Dem ist aber selbstverständlich nicht so. Trotzdem ist dieser Song etwas ruhiger. Auch die Gitarrensoli dürfen mal wieder nicht fehlen, die auf jeden Fall eine Bereicherung für die Band bieten und die gewünschte Abwechslung in den Songs liefern.
"Schönheit" besticht durch ein Intro, dass ausschließlich aus einem hämmernden Schlagzeug besteht, mit einer sehr im Hintergrund agierenden Gitarre. Insgesamt wirkt der Track ein wenig wie Kaugummi, das man versucht 2 m auseinander zu ziehen. Ab und an hat man auch das Gefühl, dass Teile der Bandmitglieder Probleme haben, den Takt halten zu können. Auf den Gesang muss man über zwei Minuten warten. Und wie unerwartet gibt es noch ein Gitarrensolo. Wie wär's denn mal mit einem Bass- oder Schlagzeugsolo? Wäre auf jeden Fall mal was Neues. Alles in allem ist dies der schlechteste Beitrag auf der Scheibe.
Das Outro nennt sich "Schwarzes Kleid" und besteht aus denselben Synthesizern wie das Intro, ebenfalls mit Sprechgesang vorgetragen. So bilden Intro und Outro den Rahmen der Scheibe und beziehen sich auch textlich aufeinander. Gute Idee!

Fazit: Dafür, dass 187 die Debütdemo von Nekromantic ist, hat die Platte durchaus Qualität. Leider leidet sie darunter, dass sie nicht in einem professionellen Studio aufgenommen werden konnte. Daher sind wohl auch in einigen Teilen Bass und Gitarre schlecht zu hören. Viele Lieder haben durchaus Potenzial, leider gibt es aber auch zwei, die ich als totale Absacker bezeichnen würde, was das Qualitätsniveau angeht. Auch, dass beinahe in jedem Song ein Gitarrensolo vorkommt, ist zwar nicht schlecht gemacht, wirkt aber teils zu vorhersehbar. Besonderes Los geht an dieser Stelle mal an Gitarrist "Knuddel", der sein Handwerk auf alle Fälle besonders gut zu präsentieren weiß, aber auch die anderen drei Mitglieder haben was drauf. Trotz einiger Kritikpunkte sollte man sich die Scheibe als Black und Death Metal-Fan ruhig mal reinziehen.

Titel-Liste:
 
  1. Schwarze Träne (Intro)
  2. 187
  3. Sag mir, dass...
  4. Wolf
  5. Das Blut der Christen
  6. Das Testament vom Sensenmann
  7. Nekromantic
  8. Kindergrab
  9. Heilige Kriege
  10. Schönheit
  11. Schwarzes Kleid (Outro)

Laufzeit:
 60:15 Min.

Band-Infos:
 
  • www.nekromantic.de 
  •  
     
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