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Review: Raskolnikow |
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Album:
| | NO SKILLS, 2006, Eigenvertrieb |
Stil:
Tendenz:
| | Ideen sind genügend vorhanden und der selbst propagierte Stilmix bildet stets eine eigenständige Einheit dargeboten von Musikern, die spielerisch eine gute Figur abgeben. | | J.G., 05.02.2007 |
Review:
| | Liest man den Bandnamen Raskolnikow, vermutet man wohl kaum eine Rockband sondern allenfalls einen russischen Männergesangsverein mit Fellmütze auf dem Kopf und Melancholie in der Stimme. Für alle, die sich weder mit der russischen Sprache noch deren Dichter und Denker auskennen, liefern die Jungs eine Erklärung frei Haus.
Übersetzt man Raskolnikow wörtlich, so heißt dies der Gespaltene. Es ist außerdem der Name einer Romanfigur in Fjodor Dostojewskis Schuld und Sühne. Aha, wieder etwas gelernt.
Aus Begeisterung für diesen Roman hat sich das Quartett aus Hessen schließlich auf den Namen Raskolnikow geeinigt.
Sie selbst beschreiben ihren Stil mit freeRock und das trifft es eigentlich ziemlich genau. Schon der erste Song "Tower" vereint jede Menge Ideen in sich. Hier variieren die Gitarren von Mute bis Feedback und auch die Rhythmusabteilung hat einiges zu leisten, will sie den funky Riffs zu Beginn genauso folgen, wie rockigen Intermezzos und einen jazzigen Sprint am Ende. Francescos Stimme passt dabei recht gut ins Konzept und bekommt auch genügend Freiraum zur Entfaltung. Wird's mal etwas enger, weiß er sich durchaus mit seinem "Instrument" zur Wehr zu setzen.
"Overload" präsentiert sich etwas flotter und geradliniger, wobei auch hier mit Abwechslung nicht gegeizt wird. Slap-Gitarre und -Bass sind eindeutig die dominanten Elemente, wobei auch die Rock-Gitarre dazwischen sägen darf.
Slow-Rock Start bei "Sun Revolver", dass sich jedoch nicht mit dem Balladenanstrich begnügt. Hier schlägt die Stunde Francescos, der mit seinem leidenschaftlichen Engagement dem Song einen besonders emotionalen Touch verpasst. Die Instrumente halten sich überwiegend bedeckt und bieten nur gegen Ende dem Gesangspart Paroli.
Der Titel-Song "No Skills" forciert das Tempo und erscheint von Anfang an aggressiver mit einigen progressiven Anleihen. Das Thema selbst ist jedoch durchaus harmonisch mit dem gewissen Ohrenschmeichel-Touch. Wer bisher nur kreischende und sägende Gitarren-Soli gewohnt war, wird hier wohl zunächst etwas erstaunt reagieren, was eine E-Gitarre noch so alles für Programme drauf hat - und den nötigen Nachdruck liefert der Langsaiter.
Stand da nicht irgendwo noch etwas von psychedelischen Parts? Richtig, und bei "Thomas" verschaffen sie sich auch etwas mehr Gehör, als bisher. Da es mir kaum möglich war, schon beim ersten Durchlauf alle Feinheiten zu entdecken, genehmige ich mir erst einmal einen Neustart.
Fazit: Eigentlich haben sie alles richtig gemacht. Von Anfang an ein konsequente Weigerung sich in irgend eine Schublade stecken zu lassen, steht immer dann gut zu Gesicht, wenn man weiß, was man will und auch das nötige Handwerkszeug so sicher beherrscht, dass der Wechsel in die unterschiedlichsten Metiers fließend erfolgt. Hier kann ich durchaus die volle Punktzahl vergeben, aber... es wäre gut gewesen, hätte man dem Drummer noch ein paar Kessel mehr spendiert. Das ständige Dreschen auf's gleiche Fell (oder vielleicht passt die Abmischung nicht) hat meine Nerven doch etwas strapaziert. Wohlgemerkt geht es hier nicht um das technische Können des Mannes hinter der Schießbude, denn seinen Job meistert Christoph prima, sondern um seine etwas spärliche Kesselauswahl. |
Titel-Liste:
| | - Tower
- Overload
- Sun Revolver
- No Skills
- Thomas
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.raskolnikow.com
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