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Die Apokalyptischen Reiter
 
Die Apokalyptischen ReiterWelche Platte zählt bei euch zum Highlight 2007? Bei mir ist es neben der Neuen von Jon Oliva die Neue von den Apokalyptischen Reiter. RIDERS ON THE STORM, so der Name des Silberlings, knallt ohne Ende und besitzt Texte, die ihresgleichen suchen. Nachdem ich mich dieses Jahr an zwei Open Airs auch live-technisch von diesen Hämmern überzeugen konnte, war ich überglücklich die Chance zu erhalten, deren Urhebern das Mikrofon unter die Nase zu halten. Erfahrt also mehr über diese elenden Weltverbesserer der Apokalypse. Möchtet ihr nicht nur Texte lesen, sondern auch noch Musik hören? Dann schaltet am besten am 9. und 14. Januar auf www.rockstation.ch ein, denn da wird das ganze ab 22.00 Uhr ausgestrahlt.

Datum:
 R.W., 06.12.2006

Wir fragten...
 Ihr spielt heute euer viertes Konzert in diesem Jahr in der Schweiz. Euch scheintís hier zu gefallen...

Volk-Man: Ja klar. Wir hatten ziemlich gute Reaktionen in der Schweiz. Wir waren jetzt in Bern und in Winterthur und vorher auf einem Open-Air in Pratteln (Metal-Dayz im Z7). Wir kommen immer gerne wieder und freuen uns auf die Show heute Abend und schauen mal, was passiert.


Was auffällt ist, dass ihr eher in ein, zwei kleinen Clubs spielt, anstatt ein einziges Konzert als Headliner im Z7. Ist das Absicht?

Fuchs: Ja. Weil jeder in den Genuss einer Reiter-Show kommen können sollte. Und kleine Clubs sind einfach das, was wir gerne mögen, was wir gerne machen. Und es macht einfach unglaublich viel Spaß unterwegs zu sein. Wie viele Leute würden uns wohl verpassen, wenn wir nur im Z7 (DEM Metalpalast der Schweiz in der Nähe von Basel) spielen würden? Mal ganz davon abgesehen sind wir im April im Z7.


Stimmt, das habe ich heute gesehen, da spielt ihr mit Finntroll zusammen.

Volk-Man: Also die Schweiz ist ja nicht nur Pratteln, was man, wenn man auf gewisse Tourpläne schaut, meinen könnte. Und in Zürich wollen wir eigentlich schon seit Jahren mal spielen, was bisher noch nicht geklappt hat. Heute ist das erste Mal. Und es gibt auch andere Orte, wo wir noch gern spielen würden. Zum Beispiel in Genf oder so. Das sind Orte, wo wir mal hinmüssen. Die Reaktionen aus der Schweiz sind sehr gut und ich denke für die Leute, die halt nicht so weit fahren wollen, werden wir sicher mal auch in deren Nähe spielen. Ja, In Chur waren wir sogar einmal (lacht). Genau, in Chur waren wir auch schon mal, fällt mir gerade ein. Aber das war ein ganz kleiner Club.


Heißt das, dass ihr die Schweizer Alpen schon mal gesehen habt? Weil viele Bands sagen dann: "Ja, das Z7 ist cool, aber ich möchte mal die Schweizer Alpen sehen."

Volk-Man: Ja, die Schweizer-Alpen kennen wir auch schon ohne, dass wir mit den Reitern unterwegs gewesen sind. Aber das ist wirklich erstaunlich, dass es in der Nordschweiz noch gar keine Berge hat. Da ist man echt geschockt am Anfang, dass die erst so ab der Hälfte anfangen. (lacht)


Den ersten Teil eurer Tour habt ihr bereits absolviert und seit jetzt mit neuen Vorgruppen erneut unterwegs. Was sind sonst die großen Unterschiede zwischen den beiden Touren?

Fuchs: Na, wie du es schon angesprochen hast. Die Vorbands sind natürlich völlig anders gelagert. Also das sind jetzt wirklich Death-Metal und Grindcore-Bands. Und mit Tyr und Hämaton gestaltete sich die Sache anders, und die Tour ging ausschließlich durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Und das jetzt ist sozusagen der Versuch, das ganze auf eine internationale Ebene zu bringen. Wir kommen jetzt gerade aus Holland und aus Belgien, letzte Woche waren wir in Italien und es läuft bisher ganz gut.


Wählt ihr die Vorgruppen denn selber aus?

Volk-Man: Also im heutigen Fall handelt es sich um eine Kooperation. Die haben uns kontaktiert und wir haben Gigs getauscht. Die haben uns Konzerte im Ausland besorgt, wir haben denen Gigs in Deutschland, Österreich und der Schweiz besorgt. Und das ist so eine Art Joint-Venture gewesen.


Heißt das, dass ihr in den anderen Ländern die Vorgruppe seid?

Volk-Man: Nein, nein. Wir sind überall Headliner. Aber nichtsdestotrotz haben wir dort zusammen die Shows gebucht, weil wir dort keine Agentur haben, noch nicht, und deswegen ist das ganze im Moment so eine Self-Made-Geschichte.


Aber ihr hattet Ferien zwischen diesen beiden Touren?

Volk-Man: Ja, ja. Wir hatten eine Pause (lacht). Das stimmt. Das liegt uns auch immer ganz gut. Dass wir zwischen den Touren auch immer eine Pause machen.


Was bei euch auffällt ist, dass ihr als mehrheitlich auf Deutsch singende Band, jetzt auch vermehrt im nicht Deutschsprachigen Raum auftretet. War das eine Entwicklung oder war das von Anfang an so?

Volk-Man: Das passiert eher im Moment so ein Bisschen mehr. Wir haben früher auf 10 Shows vielleicht eine im Ausland gespielt. Und das ist in den letzten Jahren auch nicht groß anders gewesen. Und wir haben halt erst mal im deutschsprachigen Raum Gas gegeben mit den Platten. Und es gab in den letzten Jahren auch keine Gelegenheit im Ausland zu touren. Aber das wollen wir jetzt ändern. Weil wir super Feedbacks von Fans und Presse aus Italien, Frankreich, Großbritannien und so bekommen haben. Bloß nur vom zu Hause rum sitzen passiert ja auch nichts und so ist es ganz nett, sich in dieses Ländern ein ganz anderes Publikum zu erspielen. Du gehst dann auf die Bühne mit dem Wissen, dass du dir die Leute einfach erkämpfen musst. Das ist genauso wie es war, als wir 1996 in Deutschland angefangen haben, umher zu reisen.


Ich habe gesehen, dass ein Gig in St. Petersburg ansteht. Wart ihr vorher bereits schon mal in Russland?

Fuchs: Also nur Privat und nicht mit der Band. Das wir eine kleine Tour, in der wir in Kiew, St. Petersburg und Moskau spielen mit anschliessendem kleinem Urlaub. Also ich freue mich einfach auf dieses unglaubliche Abendteuer. Und wenn ich an die Geschichte glauben darf, die andere Kollegen (Musiker) erzählen, muss es da einfach unglaublich sein.


Habt ihr diese Reise denn bewusst geplant oder habt ihr schlicht die Anfrage dafür erhalten?

Fuchs: Wir hatten viele Anfragen aus Russland. Gerade auch aus der Ukraine, ich möchte das jetzt nicht verwechseln. Aber bisher ist es immer an der Organisation gescheitert. Sprich, die russische Agentur hat das Geld für die Flüge nicht überwiesen oder nicht gebucht. Sie waren dann halt einfach irgendwie verschwunden und waren bisher sehr unseriös. Aber die Geschichte ist jetzt in Sack und Tüten.


Kommen wir zum neuen Album RIDERS ON THE STORM. Es ist zwar wieder ernster geworden, verkörpert für mich persönlich aber die Reiter am deutlichsten. Wie seht ihr das?

Musiker: Fuchs. Was heißt hier am deutlichsten? Die Reiter sind die Reiter und jede Platte steht für eine bestimmte Zeit. Wie so eine Art Tagebuch. Der Vorteil bei dem Album ist einfach, dass man es versteht. Also jeder Text ist ja in Deutsch, bis auf ein paar kleine Sachen. Und jaÖ es ist natürlich schön das zu hören. Es ist ein Kompliment, wenn Leute etwas damit anfangen können. Wenn sie sich da für ihr Leben was rausziehen können.


Gerade in ĄSoldaten dieser Erdeď habe ich mich wieder gefunden. Weil ich auf ähnliche Gedanken gekommen bin, lange bevor ich das Album kannte. Und oft an Kollegen appelliert, sie sollen die Augen öffnen. Wie bist du auf den Text gekommen?

Fuchs: Na, dann gingís mir vielleicht wie dir oder wie vielen andern. Es passiert einfach durch die Medien. Oder beim Reisen ist es ja bei mir oft so, dass ich an irgendeinen Ort komme und denke: "Oh Gott, die Menschen denken so! Und bei uns zu Hause denken sie anders. Und jeder denkt, dass er unbedingt Recht hat. Jeder glaubt, dass er befähigt ist, denn andern zu befreien oder vorzuschreiben, was jetzt die Wahrheit ist." Um was es speziell in diesem Text geht, ist eigentlich, dass es mich einfach wahnsinnig aufregt, dass, ich sage jetzt die "ungebildeten" oder die "armen" dieser Welt, immer sofort bereits sind, sich für die so genannte Freiheit zu opfern. Oder gern in den Krieg ziehen für z.B. Öl, für Geld, für Macht. Was aber natürlich bei den Leuten nicht hängen bleibt. Das ist natürlich auch nur eine einseitige Sicht der Dinge, weil ein Soldat, der unmittelbar in den Krieg zieht, dies wahrscheinlich anders sieht. Er sieht eben seine Chance so wie es auch im Text beschrieben ist, also auf Gemeinschaft, auf ein gewisses Auskommen, auf einen gewissen sozialen Status. Aber das was dahinter steht ist das Wichtige. Dass es eben um Geld geht, um Macht und um Einfluss und darum seinen Einfluss auszudehnen.


Wie groß seht ihr euren Einfluss? Weil eueren Song "Warum?" vom "Have A Nice Trip"-Album habe ich manchem mir zu extrem denkenden Kollegen vorgespielt. Nur die haben es nicht verstanden. Wie sehr ihr das, könnt ihr mit solchen Songs etwas bewegen?

Fuchs: Ich denke man hat als Künstler auf jeden Fall die Möglichkeit ein kleines Bisschen am Rad des Bewußtseins zu drehen. Und ich denke dass wir diese Chance einfach wahrnehmen. Wie weit das natürlich strahlt, das ist dann wieder eine andere Geschichte. Es ist aber wichtig den Versuch zu unternehmen. Jemand anders hat mal gesagt: "Wer nicht versucht die Welt zu ändern, ist kein Künstler!" Vielleicht könnte man es auch so sagen.


Volk-Man, wie siehst du dabei deine Rolle? Unterstützt du Fuchs schlicht mit dem Bass, um seine Botschaft rüber zubringen?

Volk-Man: Das ist von Platte zu Platte unterschiedlich. Es gab auch Platten, wo ich ein paar Texte beigesteuert habe. Aber es ist einfach so, dass man manchmal keine zündende Idee hat. Und man muss nicht auf Krampf unbedingt einen Text raus hauen. Ich bringe mich eher musikalisch ein. Also wenn mir ein gutes Riff einfällt oder so. Ich kann mir auch vorstellen, dass es schwierig für einen Sänger ist, einen Gedankengang von jemand anderem zu interpretieren. Weil es auch auf der anderen Seite so ist. Also wenn du ein Bassriff bekommst mit dem Auftrag es genau so und so zu spielen, denkt man auch wo denn seine persönliche Note dabei ist. Ich weiß nicht wieso, aber es funktioniert bei uns einfach auf die Art und Weise dass Fuchs viel vorbereitet, was dann im Proberaum zusammenkommt. Es passiert aber immer einen interaktiven Austausch mit allen Bandmitgliedern. Und das ist schlussendlich das Kreative, dass das im Proberaum einen großen Faktor darstellt.


Wird dann auch über gewisse Texte diskutiert oder gibt es Bandmitglieder, die zum Teil anderer Meinung sind und dann trotzdem diese Lieder spielen?

Volk-Man: Nein. Also ich hoffe nicht. Ich hoffe dass jeder sagt, wenn ihm etwas nicht passt und dass er es so nicht machen würde. Ich denke mal, dass wenn bei uns ein Song in die Vorproduktion geht und dann fertig aufgenommen wird, dann sollte die dann zu dem Zeitpunkt auf den Tisch, falls es noch irgendwelche Weh-Wechen gibt. Und wenn nicht dann geht man davon aus, dass es jedem so gefällt. Es wird auch immer rege über gewisse Sachen diskutiert. Viele Songs sind dadurch auch mehrmals umgeschrieben worden, es sind Kleinigkeiten verändert worden. Aber dass ist es halt, was den Song schlussendlich besonders macht. Weil du dann sagen kannst, dass der jetzt wirklich rund ist und Spaß macht zu hören und aufzunehmen.


Mindestens Lyrisch sehe ich bei euch auch parallelen zu den Die Ärzte. Wie findet ihr die?

Beide lachen
Fuchs: Ja, das sind vielleicht auch elende Weltverbesserer, die es nicht sein lassen können. Ich finde die Ärzte haben sicherlich ganz gute Sachen geschrieben, ganz gute Texte. Die schaffen es halt irgendwie eine Teeny-Band zu bleiben, obwohl sie selber mittlerweile im fortgeschrittenen Alter sind.
Volk-Man: Es ist irgendwie erstaunlich. Die scheinen nicht zu altern. Es ist auf alle Fälle eine sehr unterhaltsame deutschsprachige Band. Was sie machen hat schon Hand und Fuß und wenn man sich so ihre Videos anschaut oder ihre Konzerte, das ist schon großes Kino, was sie da fahren. Die Texte sind halt manchmal eher ernsthaft, manchmal aber auch so ein Bisschen Teeny-Trallala-Zeugs, immer mit einem Augenzwinkern. Das finde ich gerade gut. Dass man so durch die Blume eigentlich noch viel mehr sagt, als man letztlich oberflächlich in den Texten liest. Das ist es auch, was es spannend macht wenn es klappt. Es klappt nicht immer. Aber sie haben immer ein paar Reißer dabei, was schön ist.


Ich habe schon viel über euren Bandbus gehört, der sehr liebevoll eingerichtet zu sein soll. Was ist das für ein Bus?

Fuchs: Ja, also wir haben unseren Bandbus erstmal gewechselt, uns also einen neuen gekauft. Ansonsten gabís viele T2. Mit vielen lustigen Geschichten rundherum.


Hast du uns so eine als Beispiel?

Fuchs: Es gab einen Bus, der hatte ein Loch in der Bodenplatte. Was soviel hieß, dass man nicht mehr anhalten musste um zu pinkeln, sondern dies direkt während der Fahrt tun konnte. (lacht)
Volk-Man: Also wir haben uns erst bei VW hochgearbeitet mit dem T2 über den T4. Und dann gabís bei VW auf einmal keinen Bus mehr, der genug groß war. Darauf haben wir uns dummerweise einen Renault gekauft, der uns aber schon etliche Male im Stich gelassen hat. (lacht) Und nachdem wir jetzt schon fast alle Teile einmal ausgetauscht haben, hoffen wir mal, dass er die nächsten zwei Jahre hält. Wir haben auch festgestellt, dass es bei uns immer mehr gibt. Also wir kaufen uns einen Bus in der Hoffnung, dass wir jetzt für ein Weilchen Platz haben, aber dann ist er innerhalb von zwei Wochen schon wieder voll, weil wir so viele Ideen für Bühnendekors haben. Aber mit dem gemütlich eingerichtet, da muss ich widersprechen. Das haben wir noch nie geschafft. Das haben wir aber schon jahrelang vor. Wir wollten den Bus immer schön mit Plüsch einrichten. Beim letzten war die Innenverkleidung nicht eingekleidet, da waren nur Holzplatten. Aber es würde bestimmt schön aussehen. (lacht)


Aber angemalt habt ihr ihn selber?

Volk-Man: Nein, auch nicht.


Andere Bands mieten den Bus ja nur. Wieso kauft ihr ihn?

Volk-Man: Nein, also in der Regel mieten wir auch einen. Okay, für Wochenendshows haben wir unseren eigenen Van. Aber für so Konzerte wie heute, das ist es ein gemieteter Nightliner. Den kann sich auch kein Mensch kaufen. Das macht auch keinen Sinn.


Etwas ganz anderes. Man hört oft von immergleichen Ritualen, die bei Bands vor dem Auftritt zum festen Programm gehören. Wie siehtís bei euch aus?

Volk-Man: Also direkt vor dem Auftritt, stellen wir uns in einem Kreis auf und halten die Hände alle zusammen, da sind dann quasi zehn Hände zusammen, sehen uns in die Augen und legen das Moto für den Abend fest. Weil wir ja jeden Abend DIE Show unseres Lebens spielen wollen, das ist ganz entscheidend. Ansonsten Rituale? Nein. Also das ist schon so das Hauptritual das bei uns losgeht. Und das zweite Ritual ist, dass wir uns nach dem Auftritt generell betrinken. (lacht)


Jedes mal? Über die ganze Tour? Über alle drei, viel Wochen?

Volk-Man: Das Augenzwinkern kann man jetzt schlecht mit aufnehmen. Nein. Also mittlerweile geht es. Mittlerweile sind wir ja auch nicht mehr die Jüngsten. Also wir sind natürlich immer noch schweinejung. 18 ist noch okay. (lacht)
Fuchs: Das vor dem Auftritt verarbeitet eigentlich jeder auf seine eigene Art. Also einer wird nervös und rennt dauernd in der Gegend rum, macht was kaputt, schreit alles zusammen...


(zu Fuchs gerichtet) Du?

Fuchs: (lacht bestätigend) Der nächste wird ganz ruhig. Der übernächste... ja der Doktor steht eigentlich nur immer in der Ecke... Volk-Man: und puppst...
Fuchs: ...ja und puppst. Ja, und macht sich dann irgendwann ein Bier auf, stimmt.
Volk-Man: Und das, obwohl er immer sagt, dass wenn er drei verschieden Getränke durcheinander trinkt, Migräne bekommt. Und dann macht erís trotzdem und am nächsten Tag hat er Migräne und schwört, nie wieder Alkohol zu trinken. Aber am übernächsten Tag, macht er es wieder.


Wenigstens macht erís nicht am nächsten Tag schon wieder.

Volk-Man: (lacht) Na, dann hat er ja Migräne.


Aber ihr seit nicht wie die Finnen, die eine ganze Tour durchsaufen können?

Musiker: Volk-Man: Nein, nein, nein. Also dafür trennt die Ostsee die Kulturen doch noch zu fest. Also bei den Finnen ist es ja so, dass deren natürlicher Feind die volle Flasche ist. Das ist bei uns nicht ganz so.
Fuchs: Wir hatten mal eine finnische Band mit auf Tour, um die Gerüchte um finnische Bands noch weiter anzutreiben. Und die sind wirklich angekommen am ersten Tag, in Österreich, sind in den Supermarkt gesteuert und haben sich jeder eine Flasche Schnaps gekauft. Die haben geschwärmt: ĄOh, itís so cheap hereď (lacht). Die saßen danach wirklich so da und haben die getrunken wie Bierflaschen. Das fand ich schon sehr erstaunlich.


Die Schnapsflaschen?

Fuchs: Ja, das jeder eine in der Hand hatte und nicht eine für alle. Ich weiß ja nicht wie die Tradition hier in der Schweiz ist. Oder mit Turisas letztes Jahr, das war auch sehr schön. Da haben wir dem Keyboarder von Turisas irgendwann mal eine Müllmannveste gekauft und hinten drauf geschrieben, "wenn sie mich finden, ich bin ein finnischer Musiker" und dazu eine Telefon-Nummer die man anrufen konnte. Weil der jeden Abend so zu war, dass der nicht mehr laufen konnte. Das ging bis zum Verlust der Muttersprache und war echt der Wahnsinn.


Aber angerufen hat niemand?

Fuchs: Nö, weil wir ihn immer wieder selber gefunden haben.


Was cool ist, ist dass ihr mir Tyr und Turisas gleich hinter einander zwei Pagan-Metal-Bands mit auf Tour hattet. Seid ihr selber Fans von dieser Musik-Richtung?

Fuchs: Also zu Tyr muss man sagen, dass die selbst gar nicht wussten, dass sie diese Musik spielen.


Wirklich?

Fuchs: Ja. Denn diese Bezeichnung hat die Plattenfirma denen aufgedrückt. Und die waren dann so im Stile: "Ja, alles klar, dann ist halt unsere Musik Viking, Pagan oder irgendwas." Die Musik ist eigentlich viel mehr von der Folklore dort inspiriert. Man muss sich vorstellen, dass es da eine Inselgruppe irgendwo zwischen Island und England mittendrin im Wasser gibt, die Faröer-Inseln, und da gibt es 48'000 Leute, die dieses Sprache sprechen, und die haben einfach von außen gar nicht so viel Input. Also die kennen auf die Musik bezogen die kompletten 90er Jahre nicht... Ja, Dio waren ihre Faves, Rainbow, Led Zeppelin und dann hörte es auch auf. Also mehr kannten sie einfach auch nicht.


Das ist erstaunlich.

Volk-Man: Ja. Ich habe einmal auf ihren Ipots durchgeschaut, was die so an Platten dabei hatten und das war krass. So echt altes Zeugs, aber durch die Bank altes Zeugs. Accept und Dio und Motörhead, Dokken, WASP und was weiß der Geier. Krass einfach so.


Aber sie selber klingen modern, wenn man so will.

Fuchs: Durch diese Isoliertheit ist halt etwas ganz ungewöhnliches entstanden.
Volk-Man: Also die orientieren sich Soundmäßig natürlich schon an neueren Produktionen. Die kennen das auch. Sie hatten z.B. auch System Of A Down oder so...
Fuchs: Ja, das war noch die modernste Band, die sie kannten.
Volk-Man: ...also die konnten auch alles mitsingen. Die sind übrigens alles unglaubliche Sänger. Die können alles sehr gut singen. Also auch die Chöre, die sie Live gesungen haben waren sehr schön. Und die trällern halt den ganzen lieben langen Tag und singen vor sich hin. (lacht)


Ein schönes Inselleben.

Volk-Man: Ja, ja. Genau.


Zu den Liveaktivitäten: Ich habe euch dieses Jahr sowohl am Earthshaker und an den Metaldayz im Z7 gesehen. Beides Mal habt ihr Fans auf die Bühne geholt. Wie wichtig ist euch diese Integration der Fans in die Show?

Fuchs: Das passiert oft spontan und ist meistens gar nicht so geplant. Ansonsten denke ich, dass wir ein harmonisches, fast familiäres Verhältnis zu unseren Fans haben. Wir haben einen sehr guten Fanclub und es entstehen auch immer wieder neue Fanclubs. Es gibt in Russland einen sehr aktiven, der eine sehr gute Homepage hat, auf die man übrigens auch über unsere Seite kommt (www.reitermania.de). Die haben uns z.B. ein Willkommens-Video gedreht. Oder es gibt einige Remixe von ein paar unserer Songs zuhören. Es gibt jedes Jahr ein Fanclub-Treffen, wo die Leute uns einfach mal persönlich kennen lernen dürfen, wo sie mit uns quatschen können. Wo wir ev. auch spielen. Gespielt haben wir bis jetzt einmal. Das ist eigentlich immer eine sehr schöne Sache. Das ist immer sehr herzlich.


Ihr seit soeben fürs Wacken 07 bestätigt worden. Was sind eure sonstigen Pläne fürs 07?

Volk-Man: Jetzt kommt dann im Januar die Russland-Konzert-Reise. Russland-Ukraine um genau zu sein. Dann gehtís ende März mit einiges Wochenendshows weiter. Dann die Europa-Tour mit Finntroll zusammen, viele Open-Airs im Sommer. Dann sind wir gerade am Planen ob wir vielleicht eine Süditalien-Tour Mitte/Ende September machen sollten.
Fuchs: An Veröffentlichungen haben wir uns etwas ganz besonderes überlegt. Es sollte nächsten Herbst eine DVD erscheinen, wenn wir es noch schaffen, weil das natürlich ein immenser Arbeitsaufwand ist. Darauf sollte eine komplette Reiter-Historie drauf sein, also ein richtiger Film plus zwei Konzerte, wo Songs aus der gesamten Reiter-Ära gespielt werden. Wir planen auf dem Party-San Openair nur Lieder aus den ersten drei Platten zu berücksichtigen. Und dann an Wacken wollen wir nur Songs aus den letzten drei Platten spielen. Und dazu wirdís natürlich eine fette Show geben.


Cool. Diese Sendung wird am 23. Dezember ausgestrahlt. Heute haben wir den 6. Dezember, also den St. Niklaus-Tag. Was bedeuten euch diese Feiertage?

Volk-Man: Rote Mützen, Geschenke und normalerweise auch Schnee, einen Kalender aufzumachen. Ja, halt einfach die Weihnachtszeit ist Familie, essen, faul auf dem Sofa liegen, entspannen.


Ihr feiert das also auch selber?

Fuchs: Ja, also für mich ist das so der einzige Tag im Jahr, wo die komplette Familie zusammen ist. Und ich genieße das eigentlich sehr. Ansonsten gibtís halt die verrücktesten Theorien, woher der Weihnachtsmann kommt.


Da hast du auf deinen vielen Reisen sicher viele gehört?

Fuchs: Ja das stimmt. Also der Weihnachtsmann, wie er uns heute dargeboten wird mit rotem Mantel und weißem Bart, ist eine Erfindung von Coca Cola, aber das ist ja allgemein bekannt. Aber ansonsten soll die Tradition aus Finnland kommen, noch aus heidnischer Zeit. Wo der letzte König vertrieben wurde. Ich möchte jetzt auch nicht sehr weit ausholen, weil es nur eine weitere Theorie ist. Es gibt da in Finnland aber eine so genannte Box-Saga. Da kann man auch mal im Internet nachforschen. Die behaupten ja auch, dass der Mensch aus Finnland kommt und gar nicht aus Afrika. (lacht) Jedenfalls soll der letzte König immer um die Weihnachtszeit in die Dörfer gegangen sein und Geschenke verteilt haben. Also es ist eigentlich ein heidnisches Fest.


Habt ihr noch ein paar letzte Worte an die Fans?

Volk-Man: Ja, wenn heute schon ein Tag vor Heilig-Abend ist, dann wünsche ich euch ein frohes Fest.
Fuchs: Na, ich hoffe, dass wir uns im April dann wieder sehen.


Vielen Dank, dass Du Ihr Euch Zeit für ein Interview genommen habt.


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