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Interview: Ezperanza |
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| v.l.n.r. A.C. Caruso (Bass), Pötter (Gitarre), Jacek (Vocals), Dennis La Brea (Drums) |
Ezperanza haben nun vor Kurzem ihr Debüt-Album KILT THE KONVENTION veröffentlicht und da trifft es sich ganz gut, einige Dinge zu hinterfragen. Drummer und Haupt-Songwriter Dennis La Brea war gerne bereit uns etwas über Hintergründe und Absichten des Albums zu erzählen. Aber auch Pläne für die Zukunft blieben nicht außen vor. |
Datum:
Wir fragten...
| | Hallo Ezperanza, hallo Dennis, danke, dass Du etwas Zeit für uns übrig hast. Ohne lang herumzureden, fange ich gleich mal an und stelle meine erste dumme Frage. Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten mir bei eurem Bandnamen vorzustellen, welche Musikrichtung ihr eigentlich verfolgt. Gibt es zu eurem Bandnamen eine kleine Geschichte zu erzählen?
Dennis: Es ist immer schwierig, den richtigen Namen zu finden und irgendwann ist mir Ezperanza eingefallen. Es ist eine Wortvariation vom spanischen "Hoffnung". Außerdem klingt's cool und nicht so typisch Metal.
Wenn wir schon das mit dem Bandnamen geklärt haben, dann wäre da noch die Sache mit eurem Art-Work. Ich gebe zu, eure Lady mit dem verführerischen Apfel ist ein richtiger Eye-Catcher. Aber die Verpackung lässt kaum Rückschlüsse auf den Inhalt zu. War das eure Idee mit dem Art-Work oder hat das eine Bewandtnis?
Das ist die moderne Eva, die vom Baum der Erkenntnis nascht. Sie verkörpert Ästhetik. Das Motto der CD lautet: "Iss die verbotene Frucht und erschaffe etwas Neues. Nur wer Konventionen hinter sich lässt, kann wirklich etwas verändern!"
Neugierig wie ich nun mal bin, nahm ich das Booklet heraus und sehe vier gestandene Männer im Wasser stehen. Und da erinnere ich mich, dass ihr ja aus Köln seid. War das doch nicht der Rhein, oder? Wenn ja, wolltet ihr eure Hosen chemisch reinigen?
Das ist so eine Art Abhärtungsritual. Siegfried der Nibelungen hat seinerzeit noch in Drachenblut gebadet. Wir baden halt im Rhein, man muss mit der Zeit gehen.
Apropos Wasser, Köln und Rhein. Hattet ihr eigentlich schon einmal Schwierigkeiten mit einem Gig oder beim Proben wegen Hochwasser? Ich hoffe doch, ihr habt eueren Proberaum außerhalb des üblichen Überschwemmungsbereichs...
Ich glaube, dem einzigen, dem im Moment hier in Köln das Wasser bis zum Hals steht, ist der FC.
Genug Äußerlichkeiten, jetzt mal zum Inhalt. Ich lese da sehr häufig Dennis La Brea. Bist Du Dennis, der maßgebliche Ideenproduzent? Wie darf man sich das bei euch vorstellen? Macht ihr z.B. öfter mal eine Jam-Session, wo jeder seine Ideen vorstellt?
Wenn ich einen Song komponiert habe, versuche ich, Pötter zu erklären, was er spielen soll. Gerade bei abgefahrenen Songs wie "Shake it" ist das echt bizarr. Anfangs versteht mich niemand und alle halten mich für total bekloppt, aber nach einer Weile bekommt das Ganze dann Strukturen und am Ende kommt auch das heraus, was herauskommen sollte :- )
Ich denke als Band wird man allzu oft verglichen und hat kaum Chancen tatsächlich absolute Eigenständigkeit zu beweisen. Darum kein Vergleich, sondern Deine persönlichen Vorbilder oder Favoriten. Wen hast Du als Vorbild und was für Musik hörst Du persönlich?
Musikalisch bin ich sehr flexibel und liege irgendwo zwischen Lindsay Lohan und Slayer, das heißt natürlich nicht, dass ich so klingen will. Was unsere eigene Musik betrifft liebe ich es zu experimentieren. Es gibt viele Musiker, die ich bewundere, Vorbilder habe ich allerdings keine. Ich orientiere mich bei meinen Songs an dem, was ich für richtig und authentisch halte.
Wenn ihr gefragt werden würdet, welche Art Musik ihr so spielt, wo würdet ihr euch selbst einordnen?
Wir nennen es Metropolitan Metal bzw. Metro Metal. Das bedeutet, moderne Einflüsse, sowohl musikalisch, als auch textlich, in unsere Musik einfließen zu lassen. Wir leben nicht in einem Mikrokosmos und blenden nicht aus, was um uns herum passiert. Texte und Musik müssen einen Zeitbezug haben. Dazu gehört natürlich auch, nicht alles so tierisch ernst zu nehmen und richtig Party zu machen!
Jetzt kann ich mir vorstellen, dass ihr mit eurem Album-Titel KILT THE KONVENTION durchaus Kritik an der heutigen (Musik-)Kultur loswerden wolltet. Wir hören auch immer wieder, dass Veranstalter lieber Cover-Bands engagieren und auf Nummer sicher gehen, als Bands mit eigenständigem Material auftreten zu lassen. Liegen wir mit unserer Vermutung ungefähr richtig und habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Kritik an der Musikkultur eigentlich weniger, grundsätzlich eher Kritik an bestimmten Teilen der Gesellschaft. "Get down" ist beispielsweise eine Persiflage an diesen ganzen Gangster-Rap-Shit, wenn sich irgendwelche Vollidioten mit Pelzmänteln und Goldketten behängen und behaupten, die toughen Ghetto-Boyz zu sein. Dieser ganze uninspirierende Hip Hop Einheitsbrei mit diesem Assi-Slang geht einem echt tierisch auf die Nerven. Außerdem wenden sich einige Songs gegen Spießer und Bürokraten, also Menschen, die einem das Leben schwerer machen, als es ohne sie sein würde.
Ich nehme mal an, dass ihr die meisten Nummern eures Debüts auch bei Live-Gigs spielt. Mit welchen Titeln könnt ihr eigentlich immer punkten?
Das kommt auf das Wetter an. (Regnet es, kommen die ruhigen Songs besser an.)
Benutzt ihr bei Gigs auch mal eine Cover-Version oder versucht ihr komplett mit eigenen Titeln auszukommen?
Wir covern grundsätzlich nicht!
In eurer Ecke seid ihr von zahlreichen anderen Bands umgeben. Habt ihr da so eure Lieblinge, mit denen ihr öfter mal zusammen auftretet oder herrscht gnadenloser Futterneid?
Bislang sind wir mit allen Bands bestens ausgekommen. Futterneid bei Live-Acts macht keinen Sinn. Oftmals stellt man gemeinsam die Backline und hilft sich, damit die Umbaupausen nicht so lange dauern.
Wenn wir schon bei LIVE sind. Habt ihr eigentlich eine Promo-Tour für euer Album geplant oder ist das zeitlich und/oder finanziell nicht drin?
Da wir alle im Moment noch nicht von der Musik leben können, müssen wir natürlich noch arbeiten. Dennoch versuchen wir, in diesem Jahr so oft wie möglich zu spielen. Wo und wann hängt von unserem Booker hab. Ich hoffe, er ist erfolgreich :-)
Was habt ihr für Nahziele? Welche Verkaufszahlen oder Chartpositionen strebt ihr an?
Konkrete Verkaufszahlen schweben uns nicht vor. Je mehr auf uns aufmerksam werden und unsere Musik mögen, desto besser. Wir werden im Zeitraum von Mai bis Juli eine Online-Single von "Shake it" inklusive Cover auf unserer Website und über das Autona Webzine (www.autona.de ) zum kostenlosen Download anbieten. Das Coverfoto wird vom New Yorker Fotographen George du Bose, der mit den Ramones und Madonna gearbeitet hat, erstellt. Das wird eine riesige Sache.
Seid ihr bis jetzt mit den Verkaufszahlen zufrieden oder ließe sich die Sache mit z.B. mehr Werbung, mehr Auftritten, u. ä. noch deutlich ankurbeln?.
Die aktuellen Verkaufszahlen kenne ich nicht, aber es wäre natürlich hilfreich, ein großes Werbebudget zu haben. Ich habe kürzlich unsere CD für 17,99 Euro im Laden gesehen. Das ist natürlich 'ne Menge und erschwert den Absatz, zumal einem beispielsweise die neue "System of a Down" für 13,- Euro nachgeschmissen wird. Da wir sehr viele junge Fans haben, müssen sie sich die CD natürlich auch noch leisten können, deshalb bin ich prinzipiell für faire Preise.
Nun zum Abschluss. Wenn ich genauer hinsehe, habt ihr das Pickel-Gesicht-Alter schon vor einigen Jahren hinter euch gelassen. Strebt ihr denn ernsthaft an, in einigen Jahren nur von eurer Musik leben zu können? Oder wie sehen da eure Pläne aus?
Eigentlich streben wir die Weltherrschaft an, aber bitte nicht weitersagen, sonst kommen noch andere auf diesen Gedanken.
Dennis, ich danke Dir für Deine aufschlussreichen Antworten - jetzt sind wir ein bisschen schlauer. Möchtest Du noch etwas an eure Fans loswerden oder jemandem danken?
Wir wollen denjenigen danken, die unsere CD gekauft haben und es noch vorhaben. Und ich hoffe, wir sehen uns bei den Konzerten!!!
Die Redaktion wünscht euch viel Erfolg für die nächste Zukunft. |
Reviews:
Band-Infos:
| | www.ezperanza.com  |
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