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Alestorm
 
Alestorm - Dani EvansUm als Band eine Fanschar aufzubauen, ist es vor allem wichtig, möglichst oft auf Tour zu sein. Die schottischen Freibeuter von Alestorm haben scheinbar von dieser Philosophie ganze Bierfässer getrunken. Denn neben einer ausgiebigen Festival-Enterung beehrten die trinkfesten Piraten das europäische Binnenland mit dem Paganfest in diesem Jahr bereits zum dritten Mal. Und damit nicht genug, werden doch bis Ende Jahr noch zwei weitere Eroberungsfahrten anstehen. Unterwegs zu sein muss also Spaß machen. Und so verwunderte es nicht, dass mir im Z7 ein äußerst entspannter Melodie-Führer oder Gitarrist in Form des Freibeuters Dani Evans gegenüber saß. Dieser wurde zwar ab und zu durch des Schiffskapitän Christopher Bowes Faxen abgelenkt, beantworte die Fragen aber heiter, nüchtern, und garantiert ohne johlen.

Datum:
 R.W., 23.10.2009

Wir fragten...
 Willkommen auf eurem Tourstopp hier in der Schweiz. Wie geht’s dir?

Dani: Sehr gut. Ich freue mich, wieder im Z7 und in der Schweiz zu sein. Wir hatten hier bisher immer viel Spaß.


Wie läuft die Tour bisher?

Es läuft bisher sehr gut. Das Paganfest war bisher sehr cool. Heute werden wir die zwölfte Show spielen. Das Publikum war bisher großartig. Wir haben coole Leute getroffen und zusammen mit tollen Bands gespielt und mit diesen Bands sehr viel Alkohol getrunken. Es ist bis jetzt eine große Party und jeder auf Tour ist extrem nett, wir kommen alle gut aus miteinander. Es ist einfach toll auf einer Tour zu sein, wo alle so gut zusammenarbeiten.

Bedeutet die Tour auch harte Arbeit, oder ist es mehr Spaß als Arbeit?

Es gibt viel harte Arbeit auf dieser Tour. Aber wir haben auch viel Zeit um uns zu entspannen, Bier zu trinken und in der Sonne zu sitzen. Meist gilt das für den Tag. Und wenn es Abend wird, dürfen wir auf die Bühne unsere Songs spielen und die Fans treffen. Ich würde es eigentlich nicht als Arbeit bezeichnen, obwohl es auch davon etwas gibt.


Habt ihr denn genug Bier für alle Bands dabei?

Manchmal. Das Bier ist uns auf dieser Tour schon ein paar mal ausgegangen. Also vor allem an diesen wirklich großen Trinkabenden. Aber das Bier ist uns eigentlich noch nicht so oft ausgegangen, als dass wir zu klagen hätten (lacht).


Gibt es eine spezielle Biersorte oder Marke, die du besonders gerne hast?

Ich nehme einfach das, was es vor Ort gibt. Wir sind da opportunistisch. Wir nehmen einfach, was wir kriegen. So lange wir ein trinkbares Bier kriegen, geht das in Ordnung.


Was ist denn ein hässliches Bier?

Ich weis nicht mehr, wie es heißt. Aber es kommt aus Holland und ist nur in sehr kleinen Dosen erhältlich. Das gibt dir die schlimmsten Kopfschmerzen, die du je gehabt hast. Das ist wirklich schlimmes Zeug.


Mit auf Tour sind sechs Bands. Geht das gut, oder sind dir sechs Bands zu viel?

Also mit sechs Bands kann es sehr toll sein. Besonders wenn diese 6 Bands alle verschiedene Metal-Stile spielen. Und als Festival-On-Tour-Veranstaltung macht es Sinn. Zudem können so viel mehr Leute viel mehr verschiedene Musik pro Nacht hören. Das macht es spannend für alle beteiligten Bands. Also sowohl für den Opener wie auch für den Headliner. Weil dich so verschiedene Leute hören. Leute, die vielleicht zuvor noch nie was von Alestorm, Ex Deo oder Unleashed gehört haben. Es bringt also sehr verschiedene Leute und Fans zusammen.


Und wie ich sehe, teilt ihr euch sogar die Kleider. Du trägst ein Unleashed-T-Shirt.

Das ist, weil ich seit langer, langer Zeit ein großer Fan von Unleashed bin. Ich habe mich darum sehr auf die Tour mit ihnen gefreut. Ich trage also mein Unleashed-T-Shirt mit Stolz.


Mit auf Tour ist noch eine andere Piratenband namens Swashbuckle. Segelt ihr zusammen oder gegeneinander?

Wir segeln zusammen. Wir ergänzen uns jeweils bei den Shows gegenseitig. Wenn du eine Swashbuckle oder eine Alestorm-Show siehst, wirst du merken, dass wir viel Zeit zusammen auf der Bühne verbringen (Bei Alestorm kam für eine Zeile der Swashbuckle-Sänger auf die Bühne). Swahbuckle sind nette Leute und wir haben viel Spaß zusammen. Sie sind eine tolle Band und wir freuen uns, mit ihnen auf Tour zu sein. Wir waren vorher schon befreundet und es ist einfach nett mit ihnen zusammen auf Tour zu sein, und viel mit ihnen zu trinken.


Früher wart ihr große Fans von Korpiklaani und habt deren Song „Journey Man“ gecovert. Weißt du, was sie von diesem Song halten?

Das war ein Cover auf einer unserer Demo-CDs. Sie klingt also nicht sehr gut. Aber Korpiklaani wussten damals, dass wir sie covern. Sie mochten unsere Version ziemlich. Korpiklaani sind nette Leute und es ist alles sehr entspannt und gibt keine Probleme. Aber scheinbar mochten sie unsere Version und fanden das cool. Und sie spielen diesen Song auch auf dieser Tour. Für uns ist es sehr spannend, den Song nun auch live hören zu können.


Gibt es Pläne, den Song zusammen auf der Bühne zu spielen?

Ich denke nicht. Vielleicht später einmal. Aber sicher nicht während dem Paganfest.


Vielleicht an der letzten Show?

Man kann nie genau sagen, was in der letzten Show passiert. Viele Dinge können da passieren.


Kommen wir zum neuen Album „Black Sails At Midnight“. Ihr hattet ja im Vorfeld dazu einige Personenwechsel.

Ja, da wechselten wir zwei, dreimal. Leider verlies uns unser Leadgitarrist. Gavin konnte nicht mehr jede Show mit uns spielen. Aber wir haben immer noch ein sehr starkes beständiges Line-Up. Also drei Personen mit einem neuen Bassisten. Das ist eigentlich die einzige Veränderung.


Also war es nicht hart, aufgrund der Veränderungen das Album zu schreiben?

Nein, gar nicht. Christopher (Sänger) ist unser Hauptsongwriter. Und er hat viele Song zusammengestellt. Und so war es für uns sehr einfach, das Album zu produzieren. Das Taten wir sofort nach der Tour.


Im Instrumental habt ihr Teile vom The Rock-Soundtrack. Seid ihr große Fans von Sean Connery?

Die Filmmusik stammt eigentlich von Pirates Of The Caribbean. Es wurde von Hans Badelt geschrieben. Wir hatten den Song bereits auf einem unserer Demos gecovert. Wir wollten ihn für das Album ein wenig anpassen, haben uns dann aber dagegen entschieden. Schließlich fügten wir das Teil in das Instrumental ein. Das war eine persönliche Entscheidung von uns, weil wir dieses Stück sehr mögen.


Es gibt dem Instrumental einen epischen Anstrich.

Das war auch der Hauptgrund, wieso wir das Stück rein genommen haben. Und irgendwie war es auch das einzige, was genau in der Stelle gepasst hätte.


Ein anderes gecovertes Stück ist Wolves Of The Sea. Ihr spielt es ebenfalls live.

Ja, wir machen das. Es ist ein tolles Stück und macht Spaß zu spielen. Viele Leute kennen die Lyrics und singen ihn mit. Es ist ein toller Live-Song, und macht sehr viel Spaß.


Habt ihr den entsprechenden Eurovision-Contest gesehen?

Ja wir haben uns das angekuckt. Wir fanden das Original ein wenig doof. Also hat ihn Christopher umgeschrieben und es kam unsere Version von Wolves Of The Sea raus, wie wir ihn kennen.


Also seid ihr große Schlager-Fans?

(lacht) Nicht wirklich. Aber wir mögen Spaß und das ist eigentlich der Grund, wieso wir es getan haben.


Ja, und es passt perfekt zu euch.

ES ist ein großaritger Song und macht sehr viel Spaß. Er passt gut aufs neue Album und zu unserer Musik generell.


Ihr habt die meisten Songs auf Tour geschrieben.

Ja, die meisten Songs sind auf Tour im letzten Oktober entstanden. Wir sind dann im November ins Studio gegangen. Viele Sachen haben wir auch schon vor unserer ersten Europa-Tour geschrieben. Wir haben die Freizeit auf der Tour genutzt, um Songs zu schreiben.


Schreibt ihr auch auf dieser Tour?

Ja, wir haben soeben damit begonnen. Aber ich weiß noch nicht, wann wir genau ins Studio gehen werden. Das wird wohl erst in ein paar Monaten sein. Weil wir momentan sehr oft auf Tour sind. Ich denke, wir werden darum frühestens im Frühjahr im nächsten Jahr im Studio sein.


Es scheint so, als ob ihr eigentlich ständig auf Tour seid.

Ja, wir verbringen sehr viel Zeit auf Tour. Ich selber liebe es unterwegs zu sein und Konzerte zu spielen. Das ist das Beste, was es gibt. Solange ich also touren kann, werde ich es auch tun. Es ist das Beste, was du mit einer Band tun kannst. Rausgehen, die Welt zu betouren und Konzerte spielen. Das ist ein toller Lebensstil.


Ihr habt dieses Jahr am Bang Your Head gespielt, und zwar ziemlich früh am Morgen. War das nicht etwas zu früh für euch?

Wir sind um acht Uhr morgens aufgestanden um das Konzert um halb elf am Morgen zu spielen. Es war zu früh für jeden von uns (lacht). Diese Show war… Also es war toll am Bang Your Head zu spielen. Aber es war wirklich viel zu früh am Morgen.


Ja es schien, als ob ihr noch ein wenig müde gewesen seid.

Ja ein wenig. Wir haben zum Teil noch auf der Bühne geschlafen. Es ist schwierig, am Morgen in Bewegung zu kommen. Also aufzustehen und gleich zu spielen. Es war darum auch keine großartige Show von uns, aber wir gingen da raus und haben trotzdem alles gegeben, ohne wieder einzuschlafen. Und wir haben es trotzdem genossen zu spielen. Aber ich möchte nie wieder so früh am Morgen spielen müssen. Nie mehr (lacht).


Piraten stehen ja auch nicht so gerne früh auf. Anderseits habt ihr mal gesagt, dass das Piratending euch auch ein wenig einschränkt.

Ja, so ist es sicher ein wenig. Aber es könnte weit schlimmer sein. Es gibt nach wie vor viele Sachen, die wir bisher nicht geschrieben oder gespielt haben. Uns gehen bis jetzt die Ideen nicht aus. Aber das könnte irgendwann schon mal passieren.


Wie glücklich seid ihr denn mit diesem Piraten-Image?

DE Ich denke, es macht riesig Spaß und die Leute honorieren das und finden es toll. Und das ist das wichtigste; dass dem Publikum unser Image gefällt und wir das machen können, was die Fans mögen. Wir werden es solange tun, bis wir nicht mehr können.


Kannst du dir vorstellen, eines Tages das Image zu wechseln. Vielleicht in „Ägypten- oder Pharaonen-Metal“?

Ich denke nicht, dass wir uns je so drastisch ändern werden (lacht). Aber es könnten noch verschiedene Aspekte des Piraten-Ding kommen. Das Hauptthema von Alestorm werden wohl aber immer die Piraten bleiben. Es wäre doof für uns, eines Tages das ganze Image zu wechseln. Also so nach vier oder fünf Alben das Thema zu wechseln, wäre sehr dumm.


Also werden wir euch nie als Pharaonen auf der Bühne sehen?

Nein, nicht in diesem Leben (lacht).


Im Moment habt ihr keine offizielle Homepage.

Die wurde bereits vor zwei Jahren entworfen, aber nie fertig gemacht. Unser Web-Designer hat seinen Job nie beendet, aber wir versuchen das zu lösen. Im Moment haben wir nur unsere Myspace-Adresse. Wir können im Moment keinen Web-Designer finden, der unsere Homepage gestalten möchte. Wir versuchen jemanden kompetenten zu finden, der das für uns tun wird. Aber ich hoffe, dass wir bis Ende Jahr eine offizielle Homepage aufschalten können.


Mit Myspace könnt ihr ja ebenfalls mit den Fans kommunizieren.

Es ist ein gutes Medium für uns, um in Kontakt mit den Fans zu bleiben, und um mit unserer Musik neue Leute zu erreichen.


Wir sind bereits fast am Ende. Was sind eure Pläne für dieses Jahr noch?

Wir werden jetzt das Paganfest fertig spielen. Dann haben wir zwei Wochen frei und fliegen danach mit Eluveitie nach Amerika. Und danach haben wir bis jetzt noch nichts geplant, soviel ich weiß. Bis Februar ist dann noch alles offen. Da fällt mir ein, es gibt noch eine UK-Tour im Dezember. Wir spielen dieses Jahr noch zwei weitere Tourneen und danach gehen wir in die Ferien.


Wird die US-Tour alleine mit Eluveitie sein? Oder wer kommt da sonst noch mit?

Da werden Eluvetie, Belphegor, Alestorm, und andere dabei sein.


Das wird also auch eine Art Festival werden?

Ja schon. Und es wird Heidenfest heißen.


Also werdet ihr auch weiterhin oft mit Pagan-Bands touren.

Ja schon. Wir machen das eigentlich öfters, als wir es gern hätten. Aber es ist toll, mit denen auf Tour zu sein und es macht viel Spaß.


Fühlt ihr euch denn als Pagan-Band?

Wir sehen uns nicht als Pagan-Band. Aber wir genießen trotzdem diese Tourneen, die eine wirklich coole und gute Sache für uns sind. Wir gehen da raus auf die Bühne, spielen, und erreichen hoffentlich so viele Leute wie möglich. Und einige davon werden uns hoffentlich mögen. Es ist also sehr gut für uns.


Es scheint tatsächlich so, als ob euch die Pagan-Fans mögen würden.

Ja, wir stellen das auch fest. Die Leute kommen an die Konzerte und genießen mit uns eine Band, die sich nicht zu ernst nimmt. Daneben können sie aber auch Bands wie Korpiklaani, Unleashed und so sehen. Die ganze Sache ist echt großartig.



Band-Infos:
 
  • www.alestorm.net 

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