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Christian Tolle Project
 
Christian Tolle ProjectFrisch erholt von einem kurzen Urlaub in den U.S.A. sprach Christian Tolle mit unserem Redakteur Marc S. über das neue C.T.P.-Album THE HIGHER THEY CLIMB, über seine Erlebnisse mit Toto-Gitarrist Steve Lukather, den trinkfesten Schotten Nazareth, ex-Accept-Sänger David Reece und berichtet auch davon, dass es in ganz Los Angeles nur noch einen Plattenladen gibt. Neugierig geworden? Dann lest weiter.

Datum:
 M.A., 16.05.2012

Wir fragten...
 Guten Abend Christian! Gratulation zu THE HIGHER THEY CLIMB, einer aufrichtigen Verbeugung vor dem Melodic-Rock amerikanischer Prägung.
Du bist erst vor einigen Tagen aus den U.S.A. zurückgekehrt! Hast Du dort Urlaub gemacht oder ging es ums Business?


Christian: Ich habe da Urlaub gemacht. Ein guter Freund von mir, der auch mein Trauzeuge ist, ist Amerikaner und lebt dort. Den habe ich mal wieder besucht. Der hat zwar auch mit Musik zu tun, aber eigentlich ging es darum die Freundschaft zu pflegen. Ich habe dort musikmäßig nichts gemacht. Ich konnte da mal komplett abschalten.


Dein Name ist den meisten Rockmusik-Fans wahrscheinlich bislang nur in Verbindung mit David Reece oder Cooper Inc. ein Begriff. Magst Du unseren Lesern ein paar biographische Eckdaten mitteilen?

Ich bin 41 Jahre alt und komme gebürtig aus Leverkusen. Seitdem ich 13 Jahre alt bin spiele ich Gitarre. Mit 19 habe ich bei der Kölner Band Underdog gespielt nachdem deren dritte LP OUT IN THE NIGHT herausgekommen war. Das war ’ne interessante Erfahrung für mich, da die übrigen Bandmitglieder eine ganze Ecke älter waren, ich kam da als Youngster rein. Der Bassist von Underdog, Tom Kintgen, spielt jetzt übrigens bei Gun Barrel. Von daher hat der ein oder andere schon seinen Weg gemacht.
Danach habe ich mit früheren Musikern von Wiseman, die Mitte der Achtziger Jahre mal eine Platte raus gebracht hatten, unter dem Namen Black Rose gespielt. Das war auch eine gute Band, aber über Demos sind wir leider nicht hinausgekommen. Zeitgleich habe ich etwa 1992 begonnen auch als Musikjournalist unter anderem für das Fachblatt Musikmagazin zu arbeiten. Auf diesem Wege habe ich auch Kontakt zu der L.A.-Musikszene bekommen. Irgendwann habe ich dann beschlossen, diese Kontakte auch mal für meine eigene Musik zu nutzen. Das war der Startschuss für das "Christian Tolle Project".


Du hast ja auch eine Zeit lang beim Westdeutschen Rundfunk gearbeitet, was genau hast du dort gemacht?

Ich war bei Volkmar Kramarz, bei der Sendung "Scream", die kennst Du vielleicht noch. Das war eine lehrreiche und tolle Zeit. Ich habe auch ein paar Sendungen moderiert und jede Menge Beiträge verfasst. Dummerweise wurde dann aus WDR1 EINSLIVE und die Sendung ist dem hiesigen Formatradio-Konzept zum Opfer gefallen, was dazu führte, dass Volkmar den WDR verlassen hat und für mich die Türen dort auch nicht mehr weiter aufgingen. Da war das Thema dann erledigt.


Glaube ich, da hast Du doch sicherlich interessante Leute kennengelernt, oder?

Yoah! Das sind ja mitunter auch Live-Interviews nach 22:00 Uhr gewesen. An einem Abend waren mal Nazareth live in der Sendung. Die haben unplugged performt und in dem Moment als die Studiotür aufging roch’s direkt nach Kneipe, das kannst Du Dir nicht vorstellen, ha ha. Die waren sturzbetrunken, haben mir aber trotzdem mit ihrem härtesten schottischen Akzent irgendetwas erzählt. Ich habe es kaum verstanden, musste den Hörern aber in dem Moment auch immer wieder etwas übersetzen. Das war schon eine Herausforderung… die konnten aber noch astrein Spielen und sind auch aufrecht wieder raus gelaufen.


Der kürzeste Musiker-Witz der Welt: Gehen zwei Musiker an einer Kneipe vorbei.

Klar, das Funkhaus Wallraffplatz ist ja ganz in der Nähe von der Altstadt (Köln, Anm. d. Red.). Da kann man sich als Schotte schon mal verlaufen.


Du bist in einer sehr musikalischen Familie groß geworden?

Ja, mein Vater hat eine klassische Gesangsausbildung absolviert, hat aber überhaupt nie die Stones oder so etwas gehört. Also keiner von meinen Eltern hat irgendwie einen Bezug zu Rock- oder Popmusik gehabt. Sie sind bis heute Anhänger klassischer Musik. Was sie mir jedoch vermittelt haben, war die Leidenschaft für Musik. Und sie haben mich an der Stelle auch gefördert als sie merkten, dass ich nicht unbedingt Klassik machen wollte. „Dann macht der Junge halt etwas anderes.“ Mein Vater hatte immer Verständnis dafür, dass man sich für so etwas wie Musik total begeistern kann. Er selbst singt, obwohl er schon über 70 Jahre alt ist, immer noch in diversen Chören. Er kann zwar mit der Rockmusik nichts anfangen, findet aber gut, mit welcher Energie man dabei vorwärts geht.
Ein guter Freund von mir, eigentlich mein ältester Freund, mit dem ich schon im Kindergarten war, hatte einen älteren Bruder. Und der ältere Bruder hatte eine gigantische Plattensammlung. Wenn der dann mal gut drauf war, ließ er seinen kleinen Bruder Kassetten von seinen Platten ziehen. Da bin ich dann relativ schnell im Alter von 11, 12 Jahren bei Bands wie Pink Floyd, Golden Earring etc. gelandet. 1983, daran kann ich mich noch erinnern, lief dann dieses legendäre "Rock/Pop in Concert" auf dem ZDF. Mit Michael Schenker, Judas Priest, Quiet Riot usw. Das habe ich gesehen und danach war mir klar: "Das isses!". Parallel dazu hatte ein Schulkumpel mir die TOTO IV in die Hand gedrückt. Das waren so die massivsten Einflüsse, die mich dann zur Gitarre und Rock gebracht haben.


Perfektes Stichwort: Du hast gemeinsam mit Cooper Inc. Toto bereits auf mehreren Deutschland-Tourneen supported. Wie kam der Kontakt zustande und wie habt Ihr Euch mit den Jungs von Toto verstanden?

Steve Lukather kenne ich schon fast 20 Jahre. Kennengelernt habe ich ihn über meine musikjournalistische Tätigkeit beim Fachblatt. Wir haben uns gut verstanden und auch angefreundet. 1998 habe ich ihn dann gefragt, ob er auf meiner ersten Platte mitspielen will. Da hat er auch sofort ja gesagt. Auf diesem Wege haben wir den Kontakt dann intensiviert, ich sehe ihn auch immer, wenn er in Deutschland ist. Als ich dann hörte, dass Toto wieder nach Deutschland kommen und ich mit Cooper Inc. auch eine Band am Start hatte, habe ich ihn gefragt, ob wir den Support machen könnten. Er meinte, dass das kein Problem sei, er mit seinem Management sprechen und das auch unterstützen würde. Der damalige Manager von Toto, Martin Cole, den ich auch schon sehr lange kenne, sagte ebenfalls: "Klar, kein Problem, macht das."
Die haben dafür kein Geld oder irgendetwas verlangt . Die haben dann auch den Kontakt zu den deutschen Konzertveranstaltern hergestellt, nach dem Motto: "Das ist unsere Vorband, macht das einfach klar." Toto haben uns perfekt behandelt, das war wie bei Freunden oder Familie. Die Jungs haben uns keinerlei Steine in den Weg gelegt. Ich weiß noch, dass unser Drummer irgendwann einmal seine Felle kaputt gespielt hatte. Da hat ihm Simon Phillips neue Felle geschenkt, damit wir unseren Gig machen konnten, also wirklich sensationell. Ich kann nur in den höchsten Tönen von den Jungs schwärmen!


Was ist das für ein Gefühl, mit Superstars wie Steve Lukather oder Simon Phillips einen Klassiker wie "Hold the Line" zum besten zu geben?

Das nehme ich mit ins Grab! Das haben wir ja zweimal gemacht, einmal in Leverkusen, einmal in Dortmund. In Leverkusen, meiner Heimatstadt, habe ich Luke gesagt, dass ich es supergeil fände, wenn ich bei "Hold the Line" mitspielen könnte. Die Antwort war: "Klar, kein Problem, ich wink dich hoch. Stöpsel Dich bei Tony Spinner in den Amp und dann geht's los!" So war's dann auch, zweimal. Das war echt total unkompliziert und gerade diese Jungs sind total entspannt.


Auf der Seite von Cooper Inc. als auch auf Deiner Seite kann man sich das Video vom gemeinsamen Auftritt ansehen. Da sieht man auch, dass Lukather auf der Bühne die ganze Zeit Mätzchen macht.

Ja klar, er hat ja auch eine ordentliche Portion Humor. Das ist für die ja auch alles normal. Da gibt es ja immer wieder mal Freunde und Gäste, die mitjammen. Die haben ja alle schon unzählige Platten- und Live-Aufnahmen gemacht, so dass so etwas dann auch kein Problem ist.


Steve Lukather gilt ja auch als sehr partyfest! Konntest Du da mithalten?

Das hat sich seither aber auch sehr geändert. Aber was heißt konnte ich da mithalten? Wollte ich gar nicht, ha ha. Das ist halt der Unterschied: Wenn TOTO auf Tour gehen haben die einen Fahrer, wir fahren dann noch selbst, ha ha! Von daher war da nicht dran zu denken, wobei der After-Show Spaß trotzdem bei uns nicht zu kurz kam.


Nun kommen wir endlich mal auf THE HIGHER THEY CLIMB zu sprechen. Du bist Songwriter, Co-Produzent, Gitarrist, Bassist und Namensgeber des Projektes. Verliert man nicht irgendwann die notwendige Objektivität zu seiner Musik, wenn man derart in den Arbeitsprozess involviert ist?

Objektivität hat man ja nie, ich bin ja immer subjektiv. Deswegen habe ich mir mit dem Michael Voss (u.a. Casanova, Mad Max, Anm. d. Red.) noch jemanden dazu geholt, der mich ein wenig coacht und hier und da seine eigenen Ideen einbringt. Das war auch ganz hilfreich. Ja, ich brauche manchmal jemanden, wenn es um meine eigene Musik geht, der auch Input gibt und das war halt in diesem Fall der Michael Voss. Ich kannte ihn ja bereits von Cooper Inc. und wusste, wie er arbeitet und dass er einen Superjob macht und wir musikalisch auf der gleichen Wellenfrequenz funken. Ich gebe Dir recht, immer alles selber zu machen, ist nicht so ganz einfach. Witzigerweise produziere ich z.B. momentan für Frédéric Slama von AOR, wo ich quasi die Rolle habe, dessen Sparringspartner zu sein. Es kommt immer darauf an, in welcher Konfiguration man arbeitet. Aber wie gesagt, objektiv ist man nie, kann man ja nicht sein. Die Ideen, die man entwickelt, sind halt immer subjektiv. Es gibt aber gute Möglichkeiten, sich mit anderen auszutauschen.


Die geballte Sänger-Kompetenz, die auf THE HIGHER THEY CLIMB zu hören ist, kann man nur als beeindruckend bezeichnen. Wohl dem, der solche Freunde hat. Ich stelle mir die Arbeit mit gestandenen Profis wie David Reece oder Paul Shortino, um nur zwei zu nennen, aufgrund ihrer großen Erfahrung eigentlich recht unkompliziert vor. Liege ich mit dieser Einschätzung richtig oder steckt in dem ein oder anderen Sänger doch eine kleine Diva?

He he, gute Frage! Das sind natürlich alles Profis, weil die das schon ewig und drei Tage machen, d.h. die wissen, wie sie singen oder phrasieren müssen. Bei David Reece z.B., den ich bei mir im Studio aufgenommen habe, geht es eigentlich nur darum, den motiviert zu halten. Dem muss man nicht sagen, wie er etwas singen soll, das weiß er selbst am besten. Es geht nur darum, aus ihm eine gute Performance rauszuholen. Ich würde nicht so weit gehen, Sänger mit Diven gleichzusetzen, aber ich würde sagen, dass man die Sänger einfach motivieren muss. Wenn der Sänger 6 Stunden im Studio ist, sind 2 Stunden davon super, die restlichen 4 Stunden nimmst du halt nur so auf. Die sind aber im Ergebnis nix. Es geht darum diese 2 Stunden, die man dann hat, auch aufs Band oder auf die Festplatte zu kriegen und den Sänger dazu zu bringen an sein Limit zu kommen. Das geht eigentlich nur durch Motivation und durch Interaktion.


Waren die Songs bereits fertig komponiert, als die Jungs das Studio betraten, um die jeweiligen Nummern einzusingen oder entwickelten sich die Ideen beim Jammen im Studio?

Ich habe mit David Reece ja nicht nur die Songs für meine Platte geschrieben, sondern mit ihm zusammen einen recht großen Songpool aufgebaut. Wir haben schon Monate vorher jede Menge Demos gemacht. Als es dann um die Recordings ging, stand schon alles fest. Bei den Demos war das hier und da noch offen. In der Demophase 2010 haben wir hier bei mir im Hochsommer bei 35 °C geschwitzt wie die Schweine und Songs und Ideen hin- und hergetauscht. Er hat dann bei sich zuhause ein bisschen vorgearbeitet, Texte geändert usw. Als dann aber die Aufnahmen für die Platte anstanden, war schon klar wie es laufen soll.


Hattet Ihr beim Komponieren der Songs bereits eine Idee davon, zu welchem Sänger das jeweilige Stück passen würde oder haben die Gastsänger Streichhölzer gezogenJ?

Grob, ganz grob. David Reece und Paul Shortino klingen ähnlich, da konnte man variieren. Die Sachen die ich für Michael Voss vorgesehen hatte, sind schon etwas anders, ein wenig melodiöser, nicht ganz so rau. Ich glaube Paul Shortino, Leon Goewie und David Reece sind ähnliche Kaliber, die könnte man wahrscheinlich auch auf unterschiedliche Songs setzen. Ich hatte den David auf einigen Nummern schon drauf, da waren halt die anderen noch offen. Ich habe dann gemeinsam mit Michael überlegt, wen man noch fragen könnte. Da kamen wir relativ schnell auf Leon Geowie und Paul Shortino. Das sind beides Sänger, die ich immer schon Weltklasse fand und mir auch gut vorstellen konnte, dass die darauf passen. Die beiden waren auch verfügbar und es hat dann auch super geklappt. Also die Liste an Sängern, die mir in den Kopf kommen und die man in Zukunft nehmen könnte, ist relativ lang. David, Leon, Paul und Michael sind eine Super-Auswahl, muss aber in Zukunft nicht das letzte Wort sein.


Das will ich hoffen;-) Warum gibt es auf THE HIGHER THEY CLIMB keine Balladen?

Das wollte ich mit Absicht nicht. Man kann es ja nie allen recht machen. Bei Cooper Inc. haben wir häufig Prügel für Balladen bekommen, nach dem Motto: "Das passt da nicht drauf". Da habe ich gesagt, O.K., den Rat nehme ich an und bleibe jetzt mal in meinem straighten, schmutzigen Korsett und liefere einfach mal 12 Songs in eine Richtung ab. Ich habe mir gedacht "Diesmal machst du keine breite Spreizung an Stilen, du bleibst in einem relativ engen Rahmen und machst da weiter." Balladen wollte ich diesmal nicht. Wer Balladen will, muss sich meine anderen Platten kaufen, ha ha.


Gibt es Tournee-Pläne für das Projekt?

Ich würde die Nummern gerne live bringen. Aber um ehrlich zu sein, die Situation für Konzerte wird nicht besser, eigentlich kontinuierlich schwieriger. Für mich, der jetzt zwar nicht unbedingt als Newcomer daherkommt, aber als jemand mit einem weitgehend unbekannten Namen, wird es schon sehr schwierig. Ich weiß wie schwierig es schon ist, Live-Gigs zu bekommen, wenn man einen bekannten Namen hat. Live-Gigs müssen sich in Aufwand und Nutzen auch noch irgendwo lohnen. Bevor man dann nur noch draufzahlt und vor einer handvoll Leute spielt... Ist dann zwar ein schöner Abend, lohnt sich aber letztendlich nicht. An diesem Problem hapert es bei vielen Bands. Klar, wir könnten das Material live bringen. Ich könnte mit den Jungs von Cooper Inc. und dem ein oder anderen Gastsänger sofort etwas auf die Beine stellen. Aber ganz ehrlich: Es wird immer schwieriger Live-Gigs zu bekommen. Die meisten Clubs wollen Cover-Bands. Bands, von denen sie wissen, welche Musik sie spielen und kaum einer in den Clubs da draußen ist noch bereit, ein Risiko einzugehen. Das ist einfach Fakt! Ich wünschte mir, es wäre anders. Ich bin der Erste der dann parat stünde, wenn es irgendwie anders wäre. Von daher fließt meine Zeit für die Musik überwiegend in die Studioarbeit, Songwriting und Produzententätigkeit. Übrigens: Ich war ja gerade in Amerika. Dort ist es noch erschreckender als hier. In ganz Los Angeles gibt es nur einen Plattenladen!


Das gibt’s doch nicht!

Ja. Also Virgin Records gibt es nicht mehr, Tower Records ist schon vor Jahren pleite gegangen. Wenn die Leute irgendetwas haben wollen, machen sie es über Amazon oder Downloads. Wenn du durch L.A. fährst und irgendeine Radiostation suchst, wo Heavy Rock der aktuellen Zeit läuft, die gibt's da nicht. Es gibt fast nur Rock-Radiostationen die Classic Rock der 70’er und 80’er spielen. Das war's! Da wirst du kaum eine neue Platte hören. Van Halen wird da zwar gespielt, von der neuen habe ich aber auch nix gehört nur die alten Klassiker.


Die nächste Frage schließt daran an! Kannst Du Dich mit dem Gedanken anfreunden, dass in absehbarer Zeit Musik nur noch als digitaler Download erhältlich sein wird?

Wenn es so ist, dann muss man sich wohl oder übel anpassen! Der Musikkonsum hat sich ja bereits insofern verändert, als dass eine CD oder Schallplatte nicht mehr als Gesamtwerk gesehen wird, sondern die Leute sich halt einzelne Songs raus picken. Das Gesamtwerk also solches wird nicht mehr wahrgenommen. Das kann ich jetzt persönlich bedauern, weil ich aus einer anderen Zeit komme aber wenn es so ist, dann muss man auch mit der Zeit gehen. Künstler werden sich wahrscheinlich auch für Musik noch neue Vermarktungskonzepte überlegen müssen. Ich weiß aber auch noch nicht, wie die aussehen könnten, wenn ich den Stein der Weisen gefunden hätte, würde ich es schon machen. Da sind sicher neue kreative Ideen gefragt. Ich bin auch gespannt was nach der Zeit dieser großen Bands passiert, die über 20, 30 Jahre Karriere verfügen. Die Bands die jetzt im Herbst oder Winter ihrer Karriere stehen und derzeit noch touren können, weil sie halt noch Leute ziehen. Ich meine Bands wie z.B. U2. Die machen immer noch ein Stadion voll. Aber wenn diese großen Acts irgendwann nicht mehr da sind, frage ich mich, wer dann noch Stadien füllen soll. Keine Ahnung, fällt mir momentan schwer 15 Bands zu finden, die in so große Fußstapfen treten könnten, aber jüngeren Datums sind.


Leider wahr! Wie sehen Deine Pläne für die nähere Zukunft aus? Hast Du neue Projekte geplant, was wird aus Cooper Inc.?

Cooper Inc. gibt es natürlich noch, wir stehen aber derzeit alle auf Standby. Jeder macht zur Zeit sein eigenes Ding. Der Hans und der John, also Schlagzeuger und Sänger, spielen beide bei Parris und Harris. Parris ist eine Thin Lizzy Tribute-Band in Holland. Und Harris ist eine Iron Maiden Tribute-Band. Wie ich gerade schon sagte, die werden natürlich gut gebucht, weil man weiß was man kriegt und jeder die Songs kennt, die da geboten werden. Damit haben die sehr gut zu tun, spielen viel live und es macht ihnen auch Spaß. Die sagen sich natürlich auch: "Klar, wir würden auch gern mit Cooper Inc. auftreten, spielen aber lieber Cover-Songs vor 1000 Leuten und bekommen vernünftiges Geld, als vor 30 Leuten gar keines zu bekommen". Das kann ich auch total gut nachvollziehen. Deswegen sehe ich meine Zukunft derzeit in der Studioarbeit.
Was konkret ansteht: Ich habe zuletzt für Frédéric Slama’s AOR-Projekt zwei Nummern co-produziert (Anm.: Brittany und Kimberly auf The Colors Of L.A.) und eine Nummer zusätzlich eingespielt (Teach Me How To Love You Again, Anm.). Für die nächste Scheibe, die bereits fertig ist, habe ich – ich weiß gar nicht, ob ich das hier erzählen darf - auch wieder einen Song mitproduziert. Ich habe den Song arrangiert, eingespielt, gemixt und gemastert und James Christian von House of Lords hat die Vocals eingesungen. Und dann hat Frèdéric noch ein Projekt, das sich Chasing Violets nennt. Das sind zwei Geschwister, Melissa und Sarah Fontaine aus Frankreich, bei dem ich auch mitgewirkt habe. Das sind die Sachen, die momentan anstehen. Dann schreibe ich gerade noch einen Song mit Andy Susemihl für seine nächste Solo-Platte. Ich hoffe, dass er den Song auch nimmt. Und so geht es Stück für Stück weiter. Ich arbeite auch daran, meinen Songpool wieder neu zu bestücken, um auch anderen Bands Songmaterial anbieten zu können. Ich bin gerne als Songwriter für andere Bands unterwegs (Anm.: Me And You auf der neuen Vengenace, Heart Attack & Vine auf Bangalore Choir und Cadence sind Beispiele für Songs für andere Bands)


Zum Abschluss die obligatorische Frage, ob Du noch eine Message an unsere Leser loswerden möchtest?

Ja klar! Ohne Euch da draußen würde es die Musik nicht mehr geben. Von daher bin ich froh über jeden, der sich den Musikrichtungen Melodic Rock, AOR oder Heavy Rock noch verschreibt und als Fan dem Genre die Treue hält. Das finde ich super! Ohne Euch wird es uns Musikmachende irgendwann auch nicht mehr geben. Es muss ja auch einer hören und letztendlich auch ein Feedback zum eigenen Schaffen geben. Von daher danke an alle, die mal rein gehört haben!!!


Christian, ich danke Dir herzlich für das nette Interview und wünsche Dir viel Erfolg mit C.T.P sowie allen anderen Projekten und Ideen, die noch in Deinem Kopf herumschwirren. Und zum Abschluss: Bleib uns gewogen.


 
 
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