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Delain die Zweite! Was vor sieben gegründet und vor drei Jahren mit dem ersten Album als Projekt begann, ist nun mit dem zweiten Werk eine richtige Band geworden. Keyboarder und Delain-Gründer Martijn Westerholt hat sich scheinbar von seinem Pfeiffer-Drüsenfieber erholt, wegen dessen er Within Temptation, die Band seines Bruders Robert damals verlassen hatte. Herausgekommen ist ein Album, welches im Vergleich zum Erstwerk nicht mehr auf unzählige Gastmusiker zurückgreift, sondern diese nur noch für einzelne Farbtupfer einsetzt. Und wem das ganze immer noch zu sehr nach Within Temptation klingt, dem sei gesagt, dass Martjin in den Anfangstagen auch im Songwriting der Holländer involviert war, und so den Stil entscheidend mitgeprägt hat. Im Z7 erzählte der gut gelaunte Holländer über das Touren mit Kamelot, das neue Album, und was sie auf Bühne noch alles geplant haben. |
Datum:
Wir fragten...
| | Hallo Martijn. Wie war die Tour bisher?
Martijn: Gut. Es war okay. Wir haben bis jetzt zwei Konzerte mit Kamelot gespielt. Das war in Köln und irgendwo in Holland. Und das war ziemlich cool. Kamelot sind sehr nette Menschen und es ist sehr angenehm, mit ihrer Crew zusammen zu arbeiten. Ich genieße es sehr. Und ich freue mich auf die heutige Show.
Was ist denn mit Serenity passiert? Die spielen ja heute nicht.
Ich hörte, dass der Sänger Hals-Probleme hatte. Er hatte eine Grippe oder so, was wirklich schade ist. Also werden heute nur zwei Bands spielen.
Wie waren den die Reaktionen auf euch bisher auf dieser Tour?
Bis jetzt ging es ziemlich gut. Ich denke das Publikum von Kamelot ist eine große Chance für uns. Es ist für uns wichtig, neue Leute zu erreichen. Ich denke es ist eine wirklich gute Chance dazu. Heute ist es ein wenig schräg, die Stimmung ist okay, aber unser Gitarrist hat die Grippe. Er bekam zwar Antibiotika und dank eurem hervorragenden Gesundheitssystem haben wir es geschafft, dass es ihm ein wenig besser geht. Wir werden sehen, wie gut es heute für ihn geht.
Ihr werdet also trotzdem das Konzert spielen?
Ja, natürlich. Wir freuen uns darauf. Wir haben vorher noch nie in der Schweiz gespielt, was uns zusätzlich anspornt. Dasselbe gilt für Ronald, der die Grippe hat. Er freut sich auf das Konzert. Und ich denke er wird sich einfach einen Barhocker zur Hilfe nehmen. Aber wir werden trotzdem eine Party auf der Bühne haben.
Wie seid ihr denn auf diese Tour gekommen?
Wir wurden von Kamelot gefragt. Und für uns war das Timing sehr gut, weil unser neues Album "April Rain" gerade gestern in der Schweiz und in Deutschland erschienen ist. Das Timing passt also perfekt. Und so sagten wir natürlich "Ja".
Also haben euch Kamelot ausgesucht?
Ja. Meistens ist es ja so, dass die Hauptband eine Vorband für ihre Konzerte sucht. Und wenn du das tun willst, kannst du sie das wissen lassen. Und dann liegt es an ihnen. Die werden es dir dann sagen, ob sie mit dir touren wollen oder nicht. Und glücklicherweise haben sie sich für uns entschieden.
Aber ihr spielt nicht alle Europa-Tour-Daten von Kamelot?
Nein. Wir sind bei den Konzerten in Frankreich und Spanien dabei, und natürlich hier in Pratteln und für das eine in Köln. Aber wir machen nicht bei der ganzen Tour mit, weil die bereits früher gestartet und sie ebenfalls Konzerte in Großbritannien gespielt haben. Wir verkaufen bis jetzt unsere CDs nicht in Großbritannien, weshalb es für uns auch keinen Sinn gemacht hätte, dort zu spielen. Sobald unsere CDs aber dort erhältlich sind, können wir auch dort spielen.
"April Rain" ist euer zweites Album. Was sind für dich die größten Unterschiede zwischen den ersten beiden Alben?
Das erste Album war ein Projekt, bei dem sehr viele Gäste mitgewirkt hatten. Also z.B. Marco Hietala von Nightwish, Sharon den Adel von Within Temptation oder Liv Kristine von Leaves' Eyes, um nur einige zu nennen. Nachdem wir dieses Album als Projekt gemacht hatten, entwickelte sich das ganze zu einer Band. Das zweite Album ist jetzt ein richtiges Band-Album geworden. Wir haben das zusammen gemacht. Und es ist ein wenig anders. Auch von der Produktionsseite her. Die Gitarren stehen jetzt mehr im Vordergrund. Die Produktion hat jetzt mehr Eier. Es unterscheidet sich also auf verschiedene Weisen.
Marco Hietala von Nightwish hört man ebenfalls auf "April Rain".
Ja, er ist sogar der einzige übrig gebliebene Gastmusiker, der auch auf dem zweiten Album zu hören ist. Wir sind schlicht sehr große Fans seiner Stimme. Wir hatten ein paar Songs, bei denen wir dachten, dass seine Stimme perfekt passen würde. Und ich bin auch ein Nightwish-Fan. Ich mag die Band sehr. Und zum Glück mag Marco auch unsere Lieder, weil es wieder sehr locker war, mit ihm zusammen zu arbeiten. Ich habe mit ihm an einem Konzert drei Stunden lang gesprochen. Und danach hatten wir bereits das Material zusammen. Es ging problem- und reibungslos mit Marco. Und so war es sehr angenehm, mit ihm zusammen zu arbeiten.
Es überrascht mich, wie sehr der Song nur durch Marcos Stimme nach Nightwish klingt.
Er hat natürlich eine sehr charakteristische Stimme. Aber ich fürchte mich auch nicht davor, zu sehr nach Nightwish zu klingen, weil wir unseren eigenen Sound und unsere eigene Produktion haben. Zum Beispiel brauchen wir sehr viele Backingvocals. Und unsere Sängerin Charlotte hat eine sehr charakteristische Stimme, die ebenfalls einen großen Wiedererkennungswert besitzt. Man kann also trotzdem den eigenen Delain-Sound hören. Und ich mache mir keine Sorgen, dass wir jetzt zu sehr nach Nightwish klingen könnten. Und falls es so wirklich wäre, mag ich die Musik trotzdem. Es könnte auch dann nicht so schlimm sein (lacht).
Ich denke, das ist nur bei dem Lied aufgrund von Marcos Stimme so.
Absolut. Das ist war. Denn seine Stimme ist unverkennbar. Und das ist auch der Grund, wieso wir diese so sehr mögen.
Ihr habt einige Ohrwürmer auf dem Album. Wie habt ihr diese geschrieben?
Hm… wie haben wir diese Ohrwürmer geschrieben? Also eigentlich genau so, wie ich seit 12 Jahren Songs schreibe. Ich habe Sachen für Within Temptation geschrieben, als ich bei denen gespielt habe. Das Songwriting war eigentlich genau gleich, wie beim ersten Delain-Album. Der einzige Unterschied zum ersten Album ist, dass ich mich an die Bandmitglieder halten und auf sie und ihre Fähigkeiten Rücksicht nehmen konnte. Das Schwierige am Arbeiten mit Gastmusikern ist, dass die Ergebnisse einem in der Regel überraschen. Dies ist weniger der Fall, wenn du mit deiner eigenen Band arbeitest. Man kennt dann die Stärken und Schwächen und kann darauf Rücksicht nehmen, was ein sehr großer Vorteil ist.
Kommen wir zurück zu den Live-Aktivitäten. Was ist für dich das wichtigste, wenn du auf der Bühne stehst?
Denn Vibe zu spüren, das ist sehr wichtig. Zu fühlen, wie das Publikum, aber auch die Band ist. Wir freuen uns zu spielen. Eigentlich freuen wir uns immer, spielen zu können. Aber manchmal geht es besser, als andere male. Man kann das zum Teil nur schlecht beeinflussen, weil das irgendwie in der Luft liegt. Aber der Vibe ist sehr wichtig, und natürlich auch, wie der Konzertort ist. Und heute muss ich sagen, freuen wir uns wirklich auf Spielen, weil es eine sehr coole Halle ist. Ich mag sie sehr.
Was sind eure nächsten Pläne? Einfach zu touren, so viel und oft es geht?
Das schon. Wir arbeiten aber auch gerade an einer Single. Wir sind mit dem Album in die holländischen Charts gekommen und werden Sachen für eine Single aufnehmen. Diese sollte dann auch im Ausland erhältlich sein. Und wie gesagt werden wir auch möglichst viel touren. Mit dem zweiten Album ist es sehr wichtig für uns, möglichst oft auch außerhalb von Holland spielen zu können. Und das ist es, was wir tun werden.
Ihr werdet Ende April für eine Headliner-Show zurück in die Schweiz kommen. Was können wir da erwarten? April-Regen?
Also… Abgesehen davon, dass du daraus einen Witz gemacht hast, denken wir tatsächlich darüber nach, Wasser auf der Bühne zu verwenden. Bei einer Headliner-Show kannst du viel mehr eigene Ideen in die Bühnenshow einbringen. Du kannst also vielmehr Einfluss aufs Licht nehmen. Wir haben auch Beamer und Leinwände. Wir möchten dann in der Schweiz einfach eine große Party feiern, sogar noch mehr, als heute. Weil wir heute ein wenig limitiert sind, da wir die Bühne mit einer anderen Band teilen müssen. Man kann also ein wenig mehr als heute von unserer Headliner-Show erwarten.
Was könnt ihr denn mit dem Wasser auf der Bühne machen?
Das wird eine Überraschung. Aber du kannst da an verschieden Sachen denken, zum Beispiel könnten wir mit Fontänen und Springbrunnen arbeiten. Oder mit Regeneffekten, oder sogar mit Seifenblasen. Aber wir werden dabei natürlich auch aufs Budget achten müssen. Aber wenn man es richtig macht, kann es sehr cool und auch originell werden. Das ist auch etwas, was für uns sehr wichtig ist. Dass wir nach neuen Dingen suchen, was natürlich sehr schwierig ist, weil bereits alles gemacht wurde.
Das klingt sehr spannend. Wir sind bereits am Ende. Was möchtest du euren Fans noch sagen?
Das wir nur dank euch so oft spielen können. Ich hoffe, dass weiterhin viele Leute kommen, um unsere Show zu sehen um mit uns zusammen eine große Party und eine gute Zeit haben werden.
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