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Emil Bulls
 
Emil BullsKurz vor ihrer ausverkauften Show gemeinsam mit den 36 Crazyfists im Kölner Underground am 21.06.2008 machten es sich Drummer Fabian Füß und Bassist Jamie Richardson von den Emil Bulls im Biergarten der Location bequem, um einige Fragen bezüglich des neuen Albums THE BLACK PATH und die anschließenden Touraktivitäten zu beantworten.

Datum:
 M.K., 21.06.2008

Wir fragten...
 Hi, wie geht es euch?

Fabian: Mir persönlich geht's ganz gut. Ich bin zwar nicht ausgeschlafen aber guter Dinge.
Jamie: Wir hatten eine ziemlich anstrengende Fahrt, weil wir zwei Stunden im Stau standen. Aber ansonsten ist eigentlich alles ziemlich super, der Soundcheck war super und wir sind guter Dinge.


Ihr spielt heute und morgen zwei Shows mit den 36 Crazyfists. Hier in Köln ist die Show heute ausverkauft. Was erwartet ihr euch von den beiden Auftritten?

Fabian: Zum einen ist es für uns mal wieder eine neue Erfahrung, als Vorgruppe anzutreten. Das hatten wir lange nicht mehr. Dann noch vor ausverkauftem Haus, ich denke das wird auf jeden Fall nett.


Ihr habt am vierten April euer neuestes Album, THE BLACK PATH, auf den Markt gebracht. Seid ihr mit den Reaktionen seitens der Presse und der Fans zufrieden?

Jamie: Ja, voll. Die Reaktionen auf die Platte waren super und so, wie wir sie uns eigentlich erhofft haben. Wir haben ziemlich viel Arbeit und Herzblut in diese Platte gesteckt und die Leute haben es sehr gewürdigt und waren froh, dass es mal wieder in die härtere Richtung geht. Es war eigentlich perfekt.
Fabian: Und die Leute haben es bei den ersten Gigs schon gut aufgenommen und auch schon die neuen Songs mitgesungen. Man konnte schon sehen, dass das neue Material auf jeden Fall angekommen ist. Mission erfüllt (lacht).


Stilistisch ist das Album eher im Metalcore als im gewohnten Crossover beheimatet. Ist die Zusammenarbeit mit Produzent Benny Richter, der u.a. Caliban und Butterfly Coma produzierte, für den Stilwechsel verantwortlich?

Fabian: Das kann man direkt so verneinen, weil der Herr Richter erst kurz bevor wir ins Studio gingen dazu kam. Mit ihm haben wir eher noch an Harmoniegeschichten, Vocalharmonien und etwas Arrangement gearbeitet. Letztlich standen die Songs mit ihrer Härte und dem Geschrei schon ein halbes Jahr vorher so da. Wir haben da selber dran weiter gearbeitet bis klar wurde, dass wir mit Benny ins Studio gehen werden. Mit ihm war es eine gute Zusammenarbeit, er hat das Sahnehäubchen angerührt.


Was inspirierte euch sowohl musikalisch als auch lyrisch für THE BLACK PATH?

Jamie: Das ist schon schwer zu sagen, da bei uns jeder was anderes hört. Bei uns im Tourbus läuft alles hoch und runter, wirklich jede musikalische Spielart die es gibt. Ich glaube, das hat uns mehr oder weniger alles beeinflusst. Das es mehr in die härtere Richtung ging hatte damit zu tun, dass sich sehr viel Ärger in den letzten Jahren aufstaute und der ist mit THE BLACK PATH dann rausgekommen. Für die Texte war das, was wir musikalisch hingezimmert haben, das Grundgerüst. Wir waren für zwei Wochen im Allgäu und haben da fast alle Songs geschrieben.
Wir haben unten die Stube leer geräumt und alles aufgebaut, das wir gleich aufnehmen konnten. Die Songs haben wir dann aufgenommen und sind dann in den ersten Stock zu unserem Sänger, der dann seinen Gesang beigesteuert hat und auch direkt Texte dazu entwickelt hat. Ihn hat die Musik von selbst inspiriert, es brauchte keine äußeren Einflüsse.


Manche behaupten, dass der Stilwechsel eher mit der derzeitigen Popularität des Metalcore und dem absteigenden Crossover zusammen hängt und ihr dementsprechend auf der Metalcore-Welle mitreiten würdet. Was sagt ihr dazu?

Fabian: Ja gut, diese Wellen…wenn du einem Metalcore-Vollfanaten unsere Platte vorspielst sagt der auch, dass das kein Metalcore ist. Nur, weil wir wie früher Schreielemente drin haben oder etwas schneller spielen würde ich mich selber nicht unbedingt bei Metalcore ansiedeln. Hardcorewurzeln und ähnliches fehlen uns eigentlich vollkommen.
Jamie: Ich würde auch eher sagen, dass die Platte eher an 90er-Jahre Hardcore erinnert und eher an Slayer als an die ganzen modernen Sachen wie Metalcore. Das ist eine der Sachen, die bei uns im Bus nicht läuft (lacht). Falls es so ist, dann war es ungewollt und wurde eher durch Slayer und Machine Head inspiriert als durch Caliban oder Konsorten.


Wie kamt ihr auf den Titel und was bedeutet dieser für euch?

Fabian: Es war eigentlich eine Textzeile aus einem Song, der dann letztendlich gar nicht auf dem Album gelandet ist. Es gibt leider immer wieder Ausschussware und irgendwo fällt einer hinten runter. Die Textzeile ist in einem anderen Song wieder aufgetaucht. Christoph ( von Freydorf, Sänger; Anm. der Red.) hatte von Anfang an diese Zeile im Kopf und hat es thematisch auch in andere Songs immer wieder eingebaut. Das Bild war so stark, dass es einfach geblieben ist, auch ohne den Song.


Wer hat das Cover des Albums designt?

Fabian: Da haben wir gute Freunde in München, die nennen sich KOMA Grafik. Christoph hat dann zusammen mit den KOMA Grafikmenschen Ideen zusammen geworfen. Es sollte auf jeden Fall etwas anderes sein als ein Standard-Harte Mucke-Cover mit Engeln, Wolken, Rauch und irgendwelchen düsteren Symbolen. Es sollte eher plakativ wirken.
Jamie: Propaganda.
Fabian: Genau. Es hat so ein bisschen Kommunistencharme.


Nachdem ihr die Tour zum Album abgeschlossen habt, stehen dieses Jahr noch viele Festivals für euch an. Was kommt danach?

Fabian: Wieder Tour. Bis Ende August spielen wir jetzt jedes Wochenende. Dann haben wir Anfang September wieder eine Woche Tour und im Oktober sind auch schon wieder zwei Wochen voll. Dann wollen wir dieses Jahr noch mal ins Ausland. Währenddessen muss unter der Woche ständig an neuem Material gefeilt werden, damit wir nächstes Jahr wieder schön mit einer neuen Platte aufwarten können.


Spielt ihr lieber auf den großen Festivalbühnen oder in Clubs?

Jamie: Es ist beides so verschieden, dass es genau so viel Spaß macht. Kleine Clubs sind schön intim, schwitzig und dreckig. Festivals sind zwar auch dreckig und schwitzig, aber leider nicht so intim. Aber die Sonne und die frische Luft macht das Ganze dann genau so geil. Man kann nicht sagen, dass eins besser ist. Es ist beides grandios.


Ihr habt dieses Jahr am Donnerstagabend Rock am Ring quasi eröffnet, standet aber weder auf der Homepage des Festivals noch wurde das ganze groß beworben. Was ist das für ein Gefühl, quasi nur zum inoffiziellen Teil des Festivals zu gehören während einen Tag später kleinere Bands auf den großen Bühnen vor zigtausend Leuten spielen?

Fabian: Ganz ehrlich: Mir war es zehn Mal lieber, abends als Headliner in einem Zelt vor viertausend musikhungrigen, bierseeligen, partyseeligen Verrückten zu spielen als Mittags vor verkaterten Leuten, die gerade aus dem Zelt stapfen und mal gucken, was so los ist. Es war für uns definitiv ein Highlight. Es war eine super Atmosphäre in dem Zelt, der absolute Knaller.


Ihr habt bei MySpace angekündigt auf dem Summer Breeze ein neues Video zu drehen. Was könnt mir dazu sagen?

Jamie: Jetzt hast du uns erwischt.
Fabian: Wir wollen beim Summer Breeze ein neues Video drehen?


Ja, das steht da!

Fabian: Es kann natürlich sein, dass wir beim Summer Breeze die Brutalität und Aggression wieder heraufbeschwören werden. Aber vielleicht rede ich jetzt auch Quatsch, ich war die letzten Wochen nicht im Internet und ihr habt da jetzt den Falschen erwischt.
Jamie: Es wird auf jeden Fall gefilmt und wenn wir Material für das, was wir wollen, haben, dann wird es auf jeden Fall noch mal was geben.


Wo wir grad bei MySpace sind: Die Single "The Most Evil Spell" steht seit einiger Zeit zum Download bereit. Bands wie Nine Inch Nails verschenken gleich komplette Alben. Was denkt ihr über diesen Vertriebsweg und könnt ihr euch das für die Emil Bulls vorstellen?

Fabian: Komplett verschenken können wir uns einfach nicht leisten. Das können andere Bands machen, für die so eine Platte ein Promotiontool ist, damit die Leute zu den Shows kommen. Für mich ist die Hauptaufgabe einer Platte immer noch, darauf aufmerksam zu machen, dass es etwas Neues gibt und dass man sich das bitte schön im nächsten Club anschauen kann. Deswegen bin ich jetzt auch nicht stinksauer wenn sich jemand das brennt oder seinem Kumpel weiter gibt, weil je mehr Leute es hören, desto besser.
Allerdings ist es bei uns immer noch so, dass wir nicht die Möglichkeit haben, eine Platte komplett selber zu bezahlen und deshalb ist ein Minimalverkauf auf jeden Fall notwendig. Deswegen rufe ich immer wieder dazu auf, dass wenn man sich die Platte leisten kann, man sie doch bitte kaufen soll weil damit gewährleistet ist, dass wir auch im nächsten Jahr wieder eine Platte machen können.


Dieses Jahr lösen sich viele Bands wie Ministry, Celtic Frost, Still Remains oder Knorkator auf. Euch gibt es nun seit 13 Jahren. Seid ihr jemals an dem Punkt gewesen wo ihr ernsthaft an eine Auflösung gedacht habt?

Jamie: Nein, nicht wirklich. Wir machen das viel zu gerne und sind harte Hunde, die das auf Biegen und Brechen versuchen wollen das so lange wie möglich zu machen. Wir sind seit dreizehn Jahren dabei und das ist unser Leben. Sein Leben gibt man nicht so einfach auf.


Was habt ihr denn noch für Pläne und Träume mit der Band?

Fabian: Ich würde gerne mehr ins Ausland fahren und zu neuen Ufern aufbrechen um noch mehr Menschen davon zu überzeugen, dass wir die Allergeilsten sind (lacht). Und dann als international gefeierter Rockheld zurück kehren und auf Händen getragen werden.
Jamie: Und dann noch die Weltherrschaft an uns reißen.


Habt ihr noch letzte Grüße oder Worte an die Leserschaft von HardHarderHeavy.de?

Fabian: Ja, ich habe ein Grußwort auszurichten: Liebe Grüße von den Emil Bulls. (lacht) Und wenn ihr euch dazu aufraffen könntet im Plattenladen eures Vertrauens oder im Internet euch unsere neue Platte zu Gemüte führen und sie dann käuflich zu erwerben wären wir euch sehr dankbar. Wenn ein Freund sie euch brennen kann, hört sie euch an. Wenn sie euch gefällt könnt ihr sie euch ja immer noch kaufen. Oder kommt auf ein Konzert, was mir noch viel lieber ist, denn auf einem Konzert können wir euch endlich mal sehen und dann werden wir gemeinsam feiern, tanzen und schwitzen und nachher noch ein Bierchen trinken.
Jamie: Dem ist nichts hinzu zu fügen.


Mario Kloschinski - Bassist Jamie Richardson - Fabian Füß
Dann besten Dank!


 
 
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