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Lem Motlow
 
Lem Motlow
Nach dem tollen Debüt Album der bayrischen Südstaaten Rocker von Lem Motlow, wollte HardHarderHeavy einfach mehr erfahren von den jungen Musikern. Und die stellten sich dann auch prompt als gut aufgelegte Gesprächspartner mit viel Humor heraus. Und so kamen neben zahlreichen Hard Rock Themen auch so bewegende Sachen zur Sprache wie: Lieblingsgetränke mit heilender Wirkung, der bemerkenswerte Genpool des Sängers, warum Faustkämpfe ein geeignetes Mittel zur demokratischen Einigung bei musikalischen Differenzen sind und weshalb Unterhosen erste Wahl beim Verpackungsmaterial für Instrumente sein sollten.

Datum:
 U.B., 03.05.2013

Wir fragten...
 Hallo und Glückwunsch zum Debüt Album. Echt starker Southern Rock den ihr da abliefert. Doch legen wir am besten gleich mal mit den Fragen los. Ihr habt Lem Motlow als Bandnamen gewählt, den Namen eines Mannes aus der Whiskey Brenner Dynastie von Jack Daniel's. Ich vermute ihr wolltet damit zum Ausdruck bringen, dass eure Musik genau wie der Tennessee Whiskey vom alten Daniel im Deep South der USA beheimatet ist. Liege ich da einigermaßen richtig? Und wer von euch hatte die Idee zu diesem Namen?

Michi: So arg als Southern Rock haben wir uns selbst nie betrachtet, sondern uns immer in die klassische Hard-Rock-Schublade eingeordnet. Für mich persönlich waren zwei Dinge entscheidend: Erstens, der Name steht auf dem Etikett einer Whiskeyflasche. Das ist schon mal verdammt cool. Und zum Zweiten klingt er ein bisschen nach Led Zeppelin und ein bisschen nach Mötley Crüe. Auch verdammt cool.


Nun will ich mal ganz indiskret sein, ich verrate es auch niemandem weiter (es sei den dieses Interview liest jemand). Die jungen Leute von heute stehen ja mehr auf Alcopop Drinks, also so ein gepanschtes Zeug mit Limo drin, gibt es unter euch dagegen Liebhaber des genannten Whiskey?

Michi: Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich Whiskey meistens auch mit Cola und Eiswürfeln pansche. Aber prinzipiell trinken wir tatsächlich lieber Jack Daniel's als Smirnoff Ice oder Beck's Lemon.


Mir fiel auf, dass das Album bereits Ende 2011 aufgenommen wurde aber erst jetzt, 2013, erschienen ist. Warum lag dazwischen so viel Zeit? Ist das nicht sehr nervig und frustrierend wenn die Musik “im Kasten” ist und man als Musiker so lange auf das Erscheinen der CD warten muss? Geduld ist ja nicht unbedingt die Stärke von jungen Leuten, ich spreche da aus Erfahrung, auch wenn es bei mir schon lange her ist?

Jakob: Die Warterei und die Verzögerungen waren auch für uns echt hart. Das hat den Einen oder Anderen sicher den einen oder anderen Nerv gekostet. Aber so läuft's halt, wenn sich Perfektionismus und fehlende Routine paaren. Es ist die ersten richtige Platte und wir haben das Alles ohne Manager, Label oder andersartigen Kapitän gemacht, der uns die Marschrichtung vorgibt. Das ist ja auch toll, so konnten wir zu hundert Prozent unser Ding machen und auf das Resultat sich wir alle mächtig stolz. Was lange währt, wird endlich gut, sacht mein Vadder immer.


Vor eurem selbst betitelten Album habt ihr bereits eine EP aufgenommen, Titel BEER, BIKES AND BITCHES. Bei dem, ich nenne es mal “hormongesteuerten Titel”, hätte ich sofort an eine Glam Rock Band gedacht aber nicht an rauen, bluesigen Hard Rock. Okay Bier, Motorräder und gewisse Damen sind der Traum vieler junger Männer aber zu eurer Musik passt das nicht so ganz. Habt ihr zu eurer Verteidigung außer dem Stichwort “Jugendsünde” da noch was vorzubringen, haha?

Michi: Ähm ... nein, leider nicht.


Bei den Infos zum Album konnte ich lesen, Zitat: “Recorded live at Goldberg Audio Studios”. Was ist damit gemeint, live? Meist werden die Rhythmusinstrumente als erstes aufgenommen und der Rest dann nach und nach. Habe ich mir unter "live" vorzustellen, dass ihr Vocals und Instrumente gleichzeitig im Studio aufgenommen habt? Ich weiß, dass Neil Young mit seiner Band Crazy Horse das mal gemacht hat.

Michi: Genau! Die ganze Band saß im Aufnahmeraum und hat zusammen gespielt. Sogar die meisten Gesangsspuren, die auf dem fertigen Album gelandet sind, sind bei diesen Sessions entstanden. Im Nachhinein wurden dann noch einige Gitarren gedoppelt und die Soli eingespielt. Eine Platte auf diese Art aufzunehmen hat den Vorteil, dass die Produktion dadurch den Vibe einer echten Band versprüht.Es lebt und rumpelt und groovt einfach ganz anders als beim klassischen "Schichtungsprinzip". Der Nachteil war natürlich, dass wir dafür auch nahezu fehlerfreie Takes hinlegen mussten. Wir haben also jeden Tag im Studio alle Songs durchgespielt, bis von jedem eine gute Version dabei war.


In letzter Zeit sind Intros am Anfang eines Albums ganz groß in Mode. Ihr macht da keine Ausnahme. Während bei anderen Alben das Intro oft nur aus unbestimmbaren Klängen besteht mit keinen Bezug zum Album, habt ihr euch etwas Lustiges ausgedacht. Da ruft der Präsident der Vereinigten Staaten an um euch zu sagen, wie hart das Album ausgefallen ist und er die innere Sicherheit bedroht sieht. Wer von euch hat sich das einfallen lassen?

Jakob zu Michi: Was meint er wohl mit "ausgedacht"?

Michi: Keine Ahnung. Als sie die Nummer vom Weißen Haus auf dem Display gesehen hat, hat unsere Sekretärin zum Glück gleich das Aufnahmegerät eingeschaltet und diesen ungeheuerlichern Anruf mitgeschnitten. Wir wussten gleich: Das ist ein einzigartiges Tondokument, das wir unbedingt künstlerisch verarbeiten müssen. Was ist dagegen schon ein Christian Wulff, der bei der Bildzeitung anruft?


Was einem direkt ins Auge fällt, bzw. ins Ohr, ist die markante, Reibeisenstimme von Sänger Antonio Sarcinella. Der scheint stimmlich der Sohn aus einer Ehe zwischen Joe Cocker und Bonnie Tyler zu sein. Brian Johnson von AC/DC scheint da auch noch Gene vererbt zu haben. Nun scheint der Name ja eher italienisch zu sein. Was für ein Landsmann ist Antonio denn nun? Ist sein Gesangsstil nicht unheimlich stressig für die Stimmbänder? Hat er keine Probleme mit Heiserkeit?

Toni: Ab und an entstehen schon mal Probleme mit der Stimme beim Proben, was sich mit Whiskey schnell wieder beheben lässt. (Anmerkung der HHH Redakteurs: Whisky heißt im schottischen: Wasser des Lebens! Das ist sozusagen Medizin) Auf der Bühne ist das Ganze für mich wieder stressfrei, ist ja alles Playback. Kleiner Scherz. Übrigens: Das kleine süditalienische, diebische Bergdörfchen aus dem ich zur einen Hälfte abstamme, nennt sich Potenza ...! (Hmmm, so langsam wird der Redakteur neidisch) Und vermutlich ist die Symbiose mit den norditalienischen Genen für die „Reibeisenstimme“ verantwortlich.

Jakob: Wir hätten bezüglich der Erbgutsuppe noch Axl Rose, Paul Rodgers, Bon Scott oder Chris Robinson zu bieten. Wie er es geschafft hat, all diese illustren Personen zu einer Zeugung zusammenzubekommen, hat er uns auch noch nicht verraten. Bei soviel guten Genen kann die Stimme dann wohl auch einiges einstecken.


Auf dem Bandfoto im Album ist Antonio mit einer Schiebermütze zu sehen was mich wieder an Brian Johnson erinnert der trägt so was auch meistens. Zufall oder ist das (vielleicht unterschwellig) Ausdruck für die Wertschätzung die man dem Sänger von AC/DC entgegenbringt?

Toni: Die Brian-Johnson-Mütze war natürlich Grundvoraussetzung, um überhaupt als vollwertiges Mitglied in dieser Band zu werden... Spaß beiseite! Die Schiebermütze ist genauer genommen eine nordische Seemanns-Kappe und hat also recht wenig mit Brian Johnson zu tun.


Da wir gerade bei AC/DC sind, ihr nennt die als große Vorbilder für euch. Und in eurer Musik finden sich dann auch prompt einige Gemeinsamkeiten. Nicht nur die Vocals klingen ähnlich auch die sehr starken Gitarren und der betonte Rhythmus findet sich in eurer Musik. Ein Unterschied aus meiner Sicht, AC/DC klingen nicht so düster wie ihr. Wie seht ihr das?

Michi: Scharf beobachtet! Dass wir trotz allen Dicke-Hose-Riffs einen leicht düsteren Einschlag haben ist mir auch irgendwann aufgefallen - lustigerweise erst nachdem das Album im Kasten war. Keine Ahnung, woher das kommt. Eigentlich sind wir keine Kinder von Traurigkeit. Vielleicht liegt's am Unterschied zwischen dem australischen und deutschen Wetter. Wäre ein Fall für einen Tiefenpsychologen.


Wenn es am deutschen Wetter liegen würde müsstet ihr nicht düster sondern depressiv klingen, grins. Kleine Quiz Frage am Rande. Was hat Jack Daniel und AC/DC gemeinsam? Bei AC/DC ziele ich auf die beiden Young Brüder ab. Ganz kleine Hilfe....... Herkunft. Und noch eine gemeine Frage, Jack Daniel hatte noch zwei weitere Vornamen, wer kennt sie, aber nicht schummeln und googeln.

Erwin: Sowohl die Young Brüder als auch Jack Daniel stammen aus Schottland, bei den Young Brüdern wusste ich's, bei Daniel habe ich gegoogelt...


Kommen wir zu den Gitarristen Michael Wagner und Jakob Betke. Ich möchte nicht behaupten, dass eure Instrumente total dominieren aber sie stehen schon im Vordergrund und sind für den Lem Motlow Sound mit prägend. Wie stimmt ihr euch beide untereinander ab wer welches Solo spielt?

Michi: Durch regelmäßige Faustkämpfe im Proberaum. Wenn einmal niemand K.O. gehen will, spielen wir im Anschluss noch Schnick-Schnack-Schnuck ... Nein, im Ernst, wir haben da eine goldene Regel: Wer die zündende Idee zu einem Song hat, bekommt auch das Solo.


Aha, Faustkämpfe, wusste ich doch, Alkohol macht aggressiv. Haha. Ihr habt beide beim bundesweiten Robert Johnson Guitar Award schon Spitzenplätze errungen. Erzählt doch bitte etwas zum Ablauf dieses Wettbewerbs und wie ihr die tollen Resultate erreicht habt.

Michi: Der Award findet seit 2010 jedes Jahr statt. Für die Bewerbung muss man ein Video drehen und als Youtube-Link einreichen. Wenn das die Jury überzeugt, darf man mit 25 anderen Bewerbern nach Hamburg zu einem Workshop-Wochenende fahren und bekommt dort von jeder Menge bekannten Gitarristen Unterricht - etwa Marcus Deml oder Uli Jon Roth. Das allein ist es schon wert. Mit etwas Glück schafft man es dann in die finale Runde und darf in einem Live-Finale samt Band um den Pott spielen. 2010 bin ich nach der ersten Runde raus geflogen, aber 2011 hat's dann tatsächlich für den ersten Platz gereicht.

Jakob: Na ja, und dass Michi jetzt plötzlich "besonders preisgekürter" Gitarrist sein soll, konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen! Da musste ich dann ein Jahr später nachziehen. Ich bin 2012 Vierter geworden und konnte den Publikumspreis abstauben.


Starke Leistung!
Ich meine irgendwo gelesen zu haben bei den Aufnahmen zum Album wurden alte Instrumente benutzt um den Sound noch authentischer zu machen. Stimmt das und wenn ja, welche Instrumente genau kamen da zum Einsatz?


Jakob: Wir haben das unschätzbare Glück, das Herz eines Gitarrensammlers erobert zu haben, der uns für die Aufnahmen mit allerlei hochkarätigem Besteck ausgestattet hat. Bei den Aufnahmen kamen zwei Gibson Les Pauls aus den späten Fünfziger Jahren zum Einsatz, die wir ohne weitere Zwischenstopps in zwei alte Marshall-Topteile gestöpselt haben. Ein 1971er Metalfront und ein 50-Watt-Plexi aus den Sechzigern. Für die Overdubs wurden außerdem ein paar alte Fender Stratocasters verwendet.


Michael, du studierst Musik. Kann ich davon ausgehen, dass die Musik viel mehr als ein Hobby für dich ist sondern eher eine Leidenschaft? Ich hatte mal die Ehre ein Interview mit Gitarren Zauberer Michael Angelo Batio zu führen, der hat auch Musik studiert. Steckt bei dir auch der Wunsch dahinter: wenn schon dann will ich es perfekt machen?

Michi: Je mehr man über Musik lernt, desto mehr erkennt man, dass man es niemals "perfekt" hinbekommen wird. Das wäre eine infantile Vorstellung. Sobald man etwas kann, entdeckt man wieder fünf neue Dinge, die man noch lernen könnte - und das nimmt kein Ende. Deswegen ist mein Anspruch einfach der, dass die Musik einen möglichst großen Teil in meinem Leben einnehmen soll. Einfach deswegen, weil es nichts besseres gibt! Übrigens: Michael Angelo Batio habe ich mal live erlebt, der Mann ist großartig!


In Michaels E-Mail Adresse steckt das Wort „Boogie“. Den Sound von AC/DC bezeichnet man oft als Boogie Rock. Dreht sich bei dir eigentlich alles um die Musik?

Michi: Prinzipiell: ja. Worum auch sonst! "Boogie" ist für mich auch einfach ein anderer Begriff für "Swing" oder "Groove" - der integrale Bestandteil von guter Rockmusik. Warum ist AC/DC so gut? Warum kann man gar nicht anders, als mit dem Kopf zu nicken und sich ein Bier aufzumachen, wenn man "Highway To Hell" oder "Powerage" hört? Genau: Weil AC/DC swingen, grooven, den Boogie im Blut haben. Nenn es wie du willst, es geht weniger um den Wortsinn der Begriffe als um den Mojo-Faktor, den nur ganz wenige Bands haben.


Ihr habt einen Song der heißt "Girls don't like Guitars". Da liegt die Vermutung nahe, da spielen eigene Erfahrungen mit rein. Habt ihr schon viel Kritik von euren Freundinnen bekommen weil die Musik aus ihrer Sicht zu breiten Raum in eurem Leben einnimmt?

Michi: Oh ja. Vor allem dann, wenn Jakob und ich uns im Beisein unserer Freundinnen über die Vorzüge bestimmter Saiten und Plektren ausgelassen haben. Kann man eigentlich auch verstehen, dass das für Außenstehende eher uninteressant ist. Aber jedenfalls hat sich irgendwann ein richtiger Hass auf alles Gitarristische entwickelt, was unter anderem dazu geführt hat, dass ich meine Gitarre nicht mal in den Urlaub mitnehmen durfte. Hab ich natürlich trotzdem gemacht, auseinander geschraubt und in Unterhosen eingewickelt lag sie dann in der Reisetasche. (Anmerkung des Redakteurs: dann hoffe ich mal die Unterhosen waren frisch gewaschen sonst klingt die Gitarre am Ende noch....muffig) Aber aus Frust über diese irrationale Abwehrhaltung hab ich dann jedenfalls diesen Song geschrieben. Falls meine Holde das liest: Ich liebe dich sehr!


Gerade noch mal die Kurve gekriegt lieber Michi. Mir gefällt das Cover des Albums sehr gut, es ist schlicht passt aber phantastisch zu eurem Hard Rock der Siebziger und Achtziger. Wer hatte dazu die Idee?

Jakob: Wir hatten ewige Diskussionen über den Titel und das Cover. Letztendlich sind wir zu dem Schluss gekommen, dass unsere Mucke sehr gut für sich selber steht und es keiner weiteren Bilder oder Worte bedarf, das zu umschreiben, was auf der Scheibe ist - mal davon abgesehen, dass uns auch einfach kein vernünftiger Name geschweige denn ein vernünftiges Motiv einfallen wollte. Das Covermotiv ist ein Linolschnitt. Die Idee kam von Toni. Im April vor einem Jahr haben wir eine auf 150 Stück limitierte Preview-Version des Albums mit vier Songs gemacht. Diese CDs haben wir selber gebrannt und jedes Cover einzeln bedruckt. Der Look hat uns so gut gefallen, dass wir ihn für das fertige Album übernommen haben.


Bei einigen Songs wurde der Bass nicht von eurem Bandmitglied Erwin Kulinyak sondern von Julius Betke gespielt. Wahrscheinlich ein Bruder von Gitarrist Jakob. Sind die Betkes eine besonders Musik talentierte Familie?

Jakob: Julius ist mein Bruder, ja. Bei uns war immer Musik im Haus. Fast Jeder unseres doch beachtlichen Familien-Clans spielt irgendein Instrument.


Der Bass hat auf einigen Songs einen bärenstarken Auftritt das wummert mächtig und macht den Sound noch erdiger. Wo kommt euer Gespür her für diese tolle Stimmung die mit den Songs einher geht?

Jakob: Danke für die Blumen! Wie sonst auch so häufig halten bei dieser Art von Musik Bass und Schlagzeug alles zusammen und liefern das Fundament für den ganzen Rest. Ich denke, es ist wichtig, sich über diese grundlegenden Funktionen der einzelnen Instrumente klar zu werden und Sachen auszuprobieren. Am Resultat merkt man sehr schnell, ob etwas funktioniert, also Stimmung erzeugt, oder nicht.


Euer Drummer Julian Schmitzberger wirkt auf den Fotos noch sehr jung, liefert aber einen prima Job ab. Bei der Rhythmus betonten Musik die ihr spielt ist der Drummer noch wichtiger als ohnehin schon. Kann der Julian sich gegen die anderen Bandmitglieder gut durchsetzen oder herrscht bei euch immer Einigkeit wenn es um musikalische Fragen geht?

Julian: Für das nächste Konzert sollte ich mir vielleicht einen Bart aufmalen, um nicht so aufzufallen. Zum Glück beeinflusst das den Groove nicht zu arg. Meistens ist das so, dass ich anfangs meinen Senf zum Gefrickel der Harmoniefraktion dazugebe. Wenn ein Song geschrieben wird, wird aber noch hundertmal rumprobiert, bis alle ihren Platz gefunden haben und ein dynamisches Arrangement zustande kommt. Im Streitfall regeln wir das für gewöhnlich demokratisch.


Prima Julian dann freue ich mich schon auf deinen nächsten Auftritt wenn du als Billy Gibbons von ZZ Top erscheinst.
Habt ihr alle in etwa den gleichen Musikgeschmack? Die Musik die ihr macht ist nostalgisch und hatte ihre Blütezeit noch bevor ihr überhaupt geboren wurdet. In der heutigen Zeit wo alles nach immer Neuem schreit geht ihr genau den anderen Weg. Was fasziniert euch am rauen, ehrlichen, ungeschliffenen Hard Rock?


Jakob: Dass er rau, ehrlich und ungeschliffen ist. Hehe! Spaß beiseite: Für mich ist die Essenz dieser Musik der Groove, der ihr zu Grunde liegt. Den findet man leider in der heutigen Radio- und Chartlandschaft ausgesprochen selten, zumindest nicht in dieser Form. So sah ich mich auf der Suche nach guter Musik gezwungen auf die Plattensammlung meiner Eltern zurückzugreifen. Ich denke meinen Kollegen geht es da ähnlich.


Für mich ist Musik dann besonders gut wenn sie neben dem akustischen Genuss noch Emotionen bei mir weckt. Das gelingt euch bei mir häufig, Kompliment. Wie wichtig ist es für euch dass die Stücke mehr als nur eingängige Musik sind sondern darüber hinaus noch ausgesprochen emotional daher kommen?

Michi: Musik ist Emotion! Wenn Musik keine Gefühle weckt - ganz gleich welche - dann ist sie Schrott. Aber zum Glück ist es ja so: Wenn man gefühlvoll spielt, dann weckt die Musik auch beim Hörer etwas. Deswegen ist es für uns das Wichtigste überhaupt, mit Feeling zu spielen. Viel wichtiger etwa, als ein möglichst krasses Solo mit drölfzigtausend Tönen pro Takt hinzulegen.


Eine Standard Frage die mich aber trotzdem interessiert. Wer ist hauptsächlich für das Songwriting verantwortlich? Bringt ihr alle Ideen ein die dann gemeinsam weiter entwickelt werden oder habt ihr in euren Reihen Jemanden der sich da besonders hervor tut?

Jakob: Tatsächlich bin ich sehr stolz sagen zu können, dass alle unsere Songs das Produkt der ganzen Band sind. Der Keim eines Songs ist meisten ein Riff, das nicht selten beim gemeinsamen Jammen mit der Band plötzlich im Raum steht. Dann wird im Proberaum in meistens mehreren Etappen so lange daran getüftelt, bis die vier Minuten voll sind.


Es gibt von euch ein Video da spielt ihr im MJ Guitar Laden in München mit dem Inhaber Matthias Jabs, dem Gitarristen der Scorpions. War das eine spontane Sache oder war das geplant? Erzählt doch bitte was dazu.

Erwin: Der Geschäftsführer vom MJ Guitars ist ein sehr guter Freund von mir. Er hatte mir erzählt, dass am Tag des – im Nachhinein vermeintlichen – letzten Scorpions Konzerts in München nachmittags ein kleines Ladenkonzert mit Mitgliedern der Scorpions stattfinden sollte. Da hab ich mit ihm ausgemacht, dass wir mit Lem Motlow auch ein Set zocken. Zudem kam dann die Anfrage, ob wir mit Matthias, Pawel und James ein paar Scorpions Songs spielen wollen. Gesagt, getan! Am Abend wurden wir auch noch auf das Konzert in der Olympiahalle eingeladen. War ne geile Sache! Unheimlich nette Leute, Herr Jabs und Co.


Ihr kommt aus dem schönen Bundesland Bayern, was meint ihr, wer gewinnt die Champions League? Und wagt es nicht was anderes als Bayern München zu sagen! Oder seit ihr keine Fußballfans?

Erwin: Ich glaube ich spreche im Namen der Band, wenn ich sage, dass uns Fußball gänzlich wurscht ist, aber im Sinne unseres "Südstaaten-Patriotismus" soll dann doch einfach der FC Bayern gewinnen...


Dann will ich mich auch mal als Nicht Fußballfan outen. Aber bleiben wir noch beim Ballsport. Es ist vielleicht verfrüht aber im Fußball sagt man ja auch: nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Ihr habt gerade euer neues Album draußen, ist schon an ein weiteres Album gedacht? Und schwebt euch schon ein Titel vor. Nach der EP: BEER; BIKES AND BITCHES wird das doch nicht etwa WHISKEY, WODKA, WINE AND WOMEN heißen, oder? Klingt eigentlich gar nicht schlecht, haha.

Michi: Auf jeden Fall hätte man nach Whisky, Wodka und Wein einen ziemlich miesen Morgen danach. Das wollen wir doch nicht propagieren...


Muss ja nicht immer der Alkohol sein da stand auch was von.... Women! Damit sind wir bereits am Ende des Interviews. Ich bedanke mich für eure Mitarbeit möchte aber nicht schließen ohne die alte Tradition, ihr habt das letzte Wort und könnt euren Fans noch eine Botschaft mitgeben.

Michi: Wer das Album gut findet, sollte dringend mal zu einem Gig von uns kommen. Wann die stattfinden, geben wir natürlich laufend auf Facebook bekannt. Denn egal wie schön eine Platte ist: Die Stimmung eines Rockkonzerts lässt sich nicht auf Rohlinge pressen. Außerdem geht eure Anlage daheim sicher nicht so laut wie unsere Marshall-Amps!


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