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Andreas Ole Ohlendorff
 
Andreas Ole OhlendorffKunst und Musik sind seit jeher eng miteinander verbunden. Andreas Ole Ohlendorff, freischaffender Künstler aus Winsen/Luhe (Landkreis Harburg) legte im Jahr 1996 mit einem Portrait von John Lennon den Grundstein für eine malerische Hommage an die "Großen" der Rockmusik, seine "DEAD ROCK HEADS-Portrait-Reihe", die mittlerweile auf über 100 Werke angewachsen ist. Der sympathische Künstler gewährte Marc S. einen kleinen Einblick in seine bewegte Vergangenheit und seine Kunst.

Datum:
 M.A., 07.07.2013

Wir fragten...
 Hallo Andreas bzw. Moin, wie man im norddeutschen Raum ja zu sagen pflegt! Vielen Dank, dass Du das Interview ermöglicht hast. Gehen wir sogleich in medias res. Ich habe mich ein wenig in Deine Vita eingelesen und festgestellt, dass Du eine sehr bewegte Vergangenheit vorweisen kannst. Du warst beispielsweise von Mitte der 70er bis Anfang der 80er Jahre als Polizeibeamter bei der berühmt-berüchtigten Davidwache in Hamburg aktiv. Im Anschluss daran folgten Jobs als Werftarbeiter, Roadie, Koch etc.. Während dieser Jahre hast Du sicherlich mehr über das Leben sowie die menschlichen Abgründe und Tragödien erfahren, als die meisten anderen Menschen in ihrem ganzen Leben?

Sicherlich hat meine Biografie mir einige Einblicke in das Leben der Mitmenschen ermöglicht, speziell die Jahre als Polizeibeamter in Hamburg Mitte der 70er Jahre waren dabei sehr spannungsgeladen, u.a. mit RAF-Terror, Anti-AKW Groß-Demos, Zuhälterkrieg auf St.Pauli etc.... Gleichzeitig war ich aber auch in dieser Zeit mit meinen eigenen Sehnsüchten und Träumen konfrontiert, und habe deshalb den Job des Polizisten an den Nagel gehängt. Mir fehlte damals gelinde gesagt einfach "die Luft zum Atmen". Diesen Umstand wollte ich zunächst mit einer Weltreise kompensieren, doch schon in Marokko war das Geld alle und Heimweh nach meiner "norddeutschen Tiefebene" hatte ich auch. So kehrte ich 1982 nach Deutschland zurück, um zunächst auf einer Schiffs-Werft "Rost zu klopfen". Danach arbeitete ich als Roadie bei diversen Bands und machte außerdem auch noch eine Ausbildung zum Koch. Die Suche nach mir selber hatte zwar schon begonnen, aber wo diese mich schließlich hinführen sollte, war damals noch nicht so klar...


Was hat Dich schließlich Anfang der Neunziger Jahre bewogen, den Weg eines freischaffenden Künstlers zu beschreiten?

Das Jahr 1990 wird schließlich zum entscheidenden Wendepunkt meines Lebens. Wie so oft entscheiden Lebenskrisen ja über unseren weiteren Lebensweg, so auch bei mir.
Ein permanents Leben auf "der Überholspur" forderte nun den logischen Tribut - der "große Oberförster" rüttelte also kräftig und bestimmend an meiner Seele.
Ich war in der Klinik, weil ich tagelang Vollgas gegeben hatte mit allem, was das Buffet so hergegeben hat... einfach „too much of everything“. Daraufhin habe ich mit mir selber einen Deal gemacht: „Trockendock“ (bis heute)...und das Kappen der Marionettenfäden. Seitdem lebe und arbeite ich als freischaffender Künstler.


Wie kamst Du überhaupt zur Malerei?

Treffender Weise erinnere ich mich da zunächst gerne an meine Schulzeit zurück. Eine Phase übrigens, in der Kinder wie selbstverständlich ihre Kreativität ausleben. Später aber, wenn man mehr darauf hört, wie andere das eigene Werk beurteilen oder gar mit einer Zensur benoten, erstirbt bei vielen der natürliche Drang, sich auch malerisch mitzuteilen. Dieses hätte auch mir so passieren können, aber es kam "Gott sei dank" ganz anders. Die 68er Studentenrevolte hatte damals auch an meiner Schule ihre Spuren hinterlassen. Die alten Lehrer gingen quasi über Nacht - jüngere kamen und mit ihnen meistens auch ein "frischer Wind". Ich bin meinem "ausgetauschten" Kunstlehrer noch heute dankbar für die kreative Freiheit, die er uns damals einräumte...

Was Kunst genau sei, wisse auch er nicht, und so könne er das schwerlich zensieren. Viel wichtiger erachtete er aber das Ausprobieren und Experimentieren. Hier liegen sozusagen meine künstlerischen Wurzeln begründet.
Das malerische Potenzial schlummerte aber dann noch bis in die Mitte der 80er Jahre.
Die Vergangenheitsbewältigung, insbesondere meine Polizeizeit in Hamburg und nachfolgende Ereignisse erweckten dann doch nachdrücklich das kreative Interesse.
Die Aufarbeitung meiner Biografie mittels Leinwand und Farbe war nun angesagt.
Bulle, Rocker, Maler. Die bunte, volle Palette also...


Wie kam es zu der Idee einer Portraitserie mit toten Rocklegenden als Protagonisten?

Die Portraitmalerei gilt ja in der Kunst seit jeher als die „Königsdisziplin“ und Gesichter als Spiegel der Seele haben mich schon immer fasziniert. Und da die Protagonisten meiner Serie „Dead Rock Heads“ allesamt schon verstorben sind, halten sie ja auch schön still, ein unschätzbarer Vorteil beim Porträtieren. Spaß beiseite, in diesem Projekt konnte ich also meine Leidenschaft für die Rock & Popmusik bestens auf die Leinwand bannen. Portrait Posthum. Eine malerische Hommage. Und es war auch an der Zeit, sich mit der Vergänglichkeit auseinanderzusetzen. Das Projekt ist also eine Galerie der Gegenwart, welche aus der Vergangenheit kommt und sich an die Zukunft richtet...


Wann entstand das erste Portrait und um wem handelte es sich hierbei?

Geprägt durch die intensiven Eindrücke einer Reise nach London, sozusagen in das "Mekka europäischer Rockmusik", habe ich im Jahr 1996 mit dem Porträt von John Lennon den Grundstock zu meinem malerischen Hauptwerk gelegt (John Lennon wurde ja bekanntlich 1980 in New York erschossen). Als ich eines Abend mal wieder in die Musik der Beatles versunken war, überkam mich ein unbändiges Verlangen, die gehörten Klänge und Töne auf die Leinwand zu bannen. Endlich hatte ich das Thema gefunden, in welchem mein Lebensgefühl und die künstlerische Berufung eine treffende Symbiose eingehen konnten.


Welche Attribute muss ein Musiker aufweisen, um in Deinen erlauchten Kreis der „Dead Rock Heads“ aufgenommen zu werden? Außer der Tatsache, dass er nicht mehr unter den Lebenden weilen sollte.

Meine Aufgabe sah ich nie darin, ein malerisches Lexikon der Rocktoten umzusetzen. Es folgten also nach John Lennon in kurzen Abständen schnell weitere Ikonen wie Jim Morrison (The Doors), Jerry Garcia (Grateful Dead), Marc Bolan (T-Rex) und Frank Zappa. Neben diesen Rockgrößen gesellten sich aber auch weniger bekannte Musiker dazu, wie z.B. Bruno Frenzel (Birth Control), Michael "Mietze" Mietzner (Dirty Dogs) oder der Lüneburger Chris Thornton (Subway). Die letztgenannten sind allesamt Freunde von mir gewesen.
Entscheidend für die „Aufnahme“ in meine Serie ist also nicht allein die Berühmtheit eines Musikers. Viel wichtiger sind hingegen meine Erinnerungen und Emotionen, die ich mit der jeweiligen Musik verbinde. Gerade die "Legenden der Rockmusik" erzeugen in Ausstellungen diese Melange aus dem "Hier und Heute" mit Erinnerungskultur garniert, und sorgen dann auch oft genug für eine generationen-übergreifende Kommunikation…und erst dann wird Geschichte ja sowieso erst richtig lebendig.

Es geht also nicht um Stars und die Anbetung ihrer Asche... Es geht um Identität, um Leben, um Musik, um Tanz, um Vergänglichkeit, um Gefühle. Es geht um dich, um mich, um uns.....und um das Weiterreichen des Feuers.

Mittlerweile sind 114 Portraits (Stand Juli 2013) entstanden, die in bundesweiten Ausstellungen u.a. beim Burg Herzberg Hippie-Festival 1997, der Popkomm in Berlin 2008 oder auch im Deutschen Rock & Popmuseum in Gronau (NRW) 2009 „on Tour“ waren.


Inwieweit spielt Dein persönlicher Musikgeschmack eine Rolle bei der Auswahl der Künstler, die Du portraitierst?

Obwohl sich mein Musikgeschmack im Laufe der Jahre schon verändert hat, ist meine Präferenz zur Rockmusik ungebrochen. Die subjektive Auswahl ist also schon Bedingung und bewahrt mein Projekt vor der Beliebigkeit. Deshalb haben Robin Gibb und Michael Jackson ja auch keine Chance...


Wie lange arbeitest Du durchschnittlich an einem Bild?

Das läßt sich zeitlich nicht so einfach eingrenzen. Jedes Bild verlangt zunächst nach einer sorgsamen Recherche. Das Zusammentragen von Fotos des jeweiligen Musikers, die Geschichten rund um seine Biografie, das Durchforsten diverser Musikarchive und die Zeitreise in die eigene Erinnerung bilden erst einmal das notwendige Gerüst für das Portrait. Eine weitere Komponente ist das konsequente Hören der Musik des jeweiligen Musikers oder der Band. Dabei kristallisiert sich des öfteren ein bestimmter Titel heraus, der das Gemälde in einem besonderen Maße mitformt oder auch farblich untermalt. Alle Bilder haben ja das gleiche Maß von 80 cm x 130 cm. Somit kommt es dann auf die jeweilige Technik an, wie lange der eigentliche Malprozess dauert. Wie heißt es doch so treffend: „das Bessere“ ist der Feind „des Guten“... und letztendlich bestimmt nur das Bild den finalen und letzten Pinselstrich...


Welche Legenden der Rockmusik haben Dein Leben maßgeblich beeinflusst?

Also - Jimi Hendrix at first!!! Daneben natürlich die Stones, die Beatles, Deep Purple, Led Zeppelin, Pink Floyd aber auch deutscher Krautrock wie z.B. Birth Control, Guru Guru und Amon Düül...


Kannst Du auch zeitgenössischen Musikern etwas abgewinnen, oder richtet sich Dein Fokus eher auf die großen Namen der 60er und 70er?

Ich bin im Laufe der Jahre immer neugierig geblieben, was sich in der aktuellen Musikszene so tut. In den kleinen Clubs von Hamburg tut sich ja auch heute noch so einiges in Sachen "handgemachter Rockmusik". Heute bin ich zwar nicht mehr so häufig unterwegs, aber ab und zu lasse ich mich doch gerne mal von jungen Talenten überraschen und ggf. begeistern. Insoweit freut es mich natürlich, wenn auch junge Bands sich wieder der Tradition von Beat, Rythm & Blues, Rock, Pop, Jazz und Punk bewusst sind und sich trotzdem weiterentwickeln.


Welche fünf Rockalben dürfen Deiner Meinung nach in keiner ernstzunehmenden Sammlung fehlen?

Eine Empfehlung möchte ich hier eigentlich nicht abgeben. Meine ganz persönlichen Favoriten sind aber Dark Side of the Moon/Pink Floyd, Electric Ladyland/Jimi Hendrix, Made in Japan/Deep Purple, White Album/The Beatles und Led Zeppelin I/Led Zeppelin.


Du stellst Deine Portraits auf dem diesjährigen Wacken-Festival (01.-03.08.2013) aus. Wie kam es dazu und glaubst Du, dass das überwiegend junge Publikum mit den von Dir portraitierten Musikern überhaupt etwas anzufangen weiß?

Durch mein gut vernetztes Umfeld werden immer wieder Galeristen oder auch Veranstalter auf mich und mein Projekt aufmerksam. Umso mehr freut es mich natürlich, beim diesjährigen W:O:A in Wacken meine Bilder zeigen zu dürfen. Ein repräsentativer Querschnitt der "Dead Rock Heads" wird dort hoffentlich das gemeinsame Lebensgefühl der Festivalbesucher wachrufen. Ob jung oder alt, eine Kommunikation wird in jedem Fall einsetzen, und dann kann man ja bei einem möglichen "Wissensdefizit" auch gerne aushelfen.
Man findet mich und meine Bilder im W:O:ART Kunstzelt (Wacken-Foundation Camp)...


Was mir persönlich sehr gut gefällt: Im Prinzip kann jeder sich ein Werk von Andreas Ole Ohlendorff in die heimischen vier Wände holen, zu einem absolut fairen Preis. Erzähl doch unseren Lesern was zu tun ist, falls Sie Interesse an einem Deiner Bilder haben sollten.

Neben den Originalgemälden biete ich inzwischen auch hochwertige handsignierte Kunstdrucke (Fine Art Prints) auf Leinwand oder auch auf Büttenpapier an, direkt vom Künstler sozusagen.
Wer also Interesse haben sollte, der schaue doch auf meine HP www.ohlendorff-art.de und kontaktiere mich anschließend gerne via e-mail. Alles weitere zu den Preisen, der Bestellabwicklung u.ä. erfährt man dann "aus erster Hand".


Womit wir auch schon wieder am Ende dieses Interviews angekommen wären. Möchtest Du unseren Lesern und den Freunden Deiner Kunst abschließend noch etwas mit auf den Weg geben?

Lass es mich mit den folgenden Worten zusammenfassen: ...und wenn ein leichter Hauch von Rebellenromatik meine Bildwelten durchzieht, dann auch deshalb, weil es mich und vielleicht auch andere daran erinnert, dass eine bessere Welt möglich ist. Love & Peace und Rock & Roll forever...!!!


Andreas, ich danke Dir herzlich für das wirklich sehr interessante Interview und den kleinen Einblick in das Wirken eines freischaffenden Künstlers. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg mit Deiner Arbeit. Ich bin zudem sehr gespannt, wie Deine Bilder beim Wacken-Publikum ankommen werden. Und bleib uns gewogen ;-)

www.ohlendorff-art.de 

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