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Pencilcase
 
PencilcaseAnlässlich der Veröffentlichung ihres neuen Albums KANSAS CITY SHUFFLE über ihr eigenes Label Xochipilli packte Marc S. die Gelegenheit beim Schopf, den beiden Musikern Michael "Matusa" Matuschek (Drums) und Marius Stärk (Bass) von Pencilcase auf den Zahn zu fühlen. Wenn sie auch nicht verraten haben, wie es zum Bandnamen kam, so gaben sie jedoch reichlich klärende Antworten auf die gestellten Fragen.

Datum:
 M.A., 08.02.2012

Wir fragten...
 Hallo Pencilcase! Erst einmal großes Kompliment für euer neues Album. Die Scheibe läuft in meinem Player seit Tagen auf "Hot Rotation". Nun zu unseren Fragen: Steckt hinter dem Namen Pencilcase eine Geschichte?

Können wir die Frage bitte weglassen ;-)


Seit wann existiert die Band und wie habt Ihr euch kennengelernt?

Matusa: Die Band besteht bereits seit Ende der 90er und hat so manchen Besetzungswechsel durchgemacht. Tim und ich sind seit 2003 dabei. Nachdem 2005 unser alter Sänger und Gründungsmitglied Daniel Gnädig ausgestiegen ist und zur Debatte stand, Pencilcase aufzulösen, haben wir einen Neustart mit Joscha am Gesang und Norbert Pelzer am Bass gewagt und die SWINGCORE aufgenommen. Dabei hat sich auch musikalisch einiges geändert. Den nächsten Wechsel gab es dann 2008 und Marius hat den Norbert am Bass ersetzt.


Tim und Michael, Ihr seid Brüder. Also wenn ich so an Geschwister denke, fällt mir vor allem eine Sache ein: Stress! Wie kommt Ihr miteinander aus und verlief Euer musikalischer Werdegang parallel zueinander? Oder hat der eine dem anderen nachgeeifert?

Matusa: Wirklich Stress bedeutet das bei uns nicht. Eigentlich ist das kein Unterschied zu den anderen Bandmitgliedern. Wir kennen uns alle sehr lange und sind sehr eng befreundet. Wenn man so will, sind wir eh alle wie "Brüder". Ob man mit seinem Bruder oder anderem Bandmitglied eine Meinungsverschiedenheit hat, das ist egal. Die Band ist auch unsere Familie und da zählt nicht, wer mit wem verwandt ist.
Zwischen uns liegen sechs Jahre Altersunterschied. Mit Sicherheit hat Tim auch durch mich angefangen, sich für das Musikmachen zu interessieren. Wir haben schon ziemlich früh, vor Pencilcase, begonnen auch gemeinsam Musik zu machen.


Euer Video zu "Memory Milestones" kann seit geraumer Zeit auf Youtube bewundert werden. Das Teil ist ziemlich witzig und kurzweilig! Wie lange hat die Produktion in Anspruch genommen?

Matusa: Die Produktion hat eigentlich nur einen Abend gedauert. Wir haben das Video in ca. vier Stunden komplett mit einem iPhone gefilmt und anschließend geschnitten. Thatīs it.


Die Reaktionen der schreibenden Zunft auf das neue Album sind - zumindest was ich bislang gelesen habe - durchgängig positiv ausgefallen. Hat Euch das überrascht oder war Euch nach Abschluss der Aufnahmen bereits bewusst, dass Ihr hier ein richtig starkes Album eingespielt habt?

Matusa: Sagen wir mal gehofft. Natürlich gibst du auf einem Album alles und wir haben uns dafür auch richtig Zeit gelassen. Zumindest war uns ziemlich schnell klar, dass es deutlich stärker ist als das Vorgängeralbum SWINGCORE und sicherlich auch mit Alben bekannterer Rockbands mithalten kann. Dass die Presse das zum größten Teil genauso sieht, hat uns natürlich sehr gefreut.
Marius: In das Album ist sehr viel Zeit und Mühe investiert worden, weshalb wir uns sehr über die vielen positiven Rezensionen gefreut haben. Für mich war es insbesondere das erste Album und die erste Veröffentlichung im regulären Handel überhaupt, an der ich als Musiker und Komponist mitgewirkt habe.


Wenn man sich KANSAS CITY SHUFFLE so anhört, fühlt man sich hier und da an Bands wie die Foo Fighters, Puddle of Mudd oder auch die Beatsteaks erinnert. Hab Ihr diese Einflüsse bewusst in Eure Musik einfließen lassen oder war dies eher ein unbewusster Prozess? Wer sind Eure musikalischen Vorbilder?

Matusa: Wir sind sicherlich u.a. von diesen Bands beeinflusst, da wir Sie sehr mögen. Dass man diesen Einfluss hört, finden wir auch nicht schlimm, war aber sicher nicht so geplant. Also ich meine, du spielst ja keine Platte ein und besprichst vorher, dass der Song bitte nach der Band X und wiederum ein anderer nach Band Y klingen soll. Du komponierst Songs und wenn sie passen, kommen sie auf die Platte. Wonach es sich anhört, darf dann der Zuhörer oder die Fachpresse entscheiden. Ich denke aber, dass wir neben den Einflüssen auch eine gute Portion Eigenständigkeit haben.
Marius: Anders betrachtet ist es beim Songwriting auch hinderlich, sich darüber Gedanken zu machen, ob die aktuelle Songidee vollkommen innovativ ist. Damit erstickt man von vornherein die Möglichkeit, dass sich aus der Songidee etwas Eigenständiges entwickelt. Es ist uns schon oft passiert, dass einer von uns eine Idee vorspielt und ein anderer feststellt, dass diese Idee sehr ähnlich zu einem Song von einer anderen Band ist. Am Ende hat sich bei uns bisher noch aus jeder dieser Ideen ein Song mit eigenem Charakter entwickelt.


Gibt es bei Euch einen Haupt-Songwriter oder werden die Songs z.B. durch gemeinsames Jammen entwickelt? Wie sieht eure Arbeitsweise aus?

Matusa: Das ist mal so und so. Manchmal kommt einer von uns mit einem fast fertigen Song an. Viele Sachen entstehen aber auch beim Jammen im Proberaum. Wir sind alle sehr kreativ und spielen mehrere Instrumente (zumindest so, dass es zum Komponieren reicht). So finden sich in jeder Nummer Ideen von jedem wieder. So hört man bei jedem Song auch 100% Pencilcase.
Marius: 100% Pencilcase, so ist es. Jeder von uns trägt zum Songwriting bei, das bei uns ein sehr schneller Prozess ist.


Ihr habt bereits einige Bühnen beackert. Wo in Deutschland gehen die Fans denn am besten ab?

Matusa: Das kann ich so nicht sagen. Uns macht jeder Gig Spaß und egal wo und vor wie vielen Leuten wir spielen, versuchen wir das Publikum mitzureißen. Und wenn das mal nicht so geklappt hat, wie wir uns vorgestellt haben, würde ich das nicht an den regionalen Unterschieden fest machen.
Marius: Weniger diplomatisch kann man sagen, dass die Aachener sich besonders leicht mitreißen lassen!


Ihr habt u.a. Supportshows für Bela B. gespielt. Wie kam dieser Kontakt zustande? Habt Ihr Bela denn auch gediegen an die Wand spielen können?

Matusa: Das kam direkt über den Veranstalter zustande. Manchmal hat man eben Glück.
Wir haben eine gute Show mit toller Rückmeldung des Publikums gespielt.
Bela B ist natürlich ein Vollprofi und hat eine super Show gespielt. Da möchte ich uns auch gar nicht mit ihm oder seiner Band messen. Wichtig für uns ist, die Leute hatten Spaß.


Euer Album ist auf dem eigenen Label Xochipilli Records erschienen. Was waren Eure Beweggründe, ein eigenes Label auf die Beine zu stellen?

Matusa: Das Label hatte ich mit meinem Freund und Studiopartner Tom Bräutigam, der auch unser Album produziert hat, gegründet. Als erstes haben wir dort vor zwei Jahren das Debüt-Album der belgischen Grunge-Band Pandora veröffentlicht. Für uns war es dann ein logischer Schritt, auch das Pencilcase-Album auf dem Label zu veröffentlichen. Gegründet wurde es aber nicht speziell für Pencilcase.


Habt Ihr bereits andere Bands/Musiker für Euer Label signen können bzw. gibt es diesbezüglich Pläne?

Matusa: Neben Pandora und Pencilcase wollen wir auch in Zukunft andere Bands und Künstler veröffentlichen. Es gibt schon ein paar Pläne, aber noch nicht so konkret, dass ich jetzt schon darüber sprechen würde. Ein Label benötigt Zeit und Geld, um gut zu arbeiten. Im Moment hat für uns als frisches Release die KANSAS CITY SHUFFLE Priorität.


Wie sehen eure Tournee-Pläne für das laufende Jahr aus?

Matusa: Wir booken schon fleißig und die ersten Termine sind bereits bestätigt. In diesem Jahr werden wir uns so oft es geht auf der Bühne blicken lassen. Aktuelle Termine finden sich auf: www.pencilcase.de


Der Alptraum eines jeden Musikers ist wohl, auf der Bühne seinen Einsatz zu verpassen bzw. plötzlich ohne Strom dazustehen oder vor einem Publikum zu spielen, welches keinerlei Reaktion zeigt. Sind Euch solche oder ähnliche Pannen bereits widerfahren?

Matusa: Klar. Es gab die größeren Dramen, als wir noch was jünger und unerfahrener waren, und heute gibts immer noch die kleineren. Das nimmst du dann aber nicht mehr so wichtig. Wenn du dich verspielst, musst du auch einfach mal über dich selber lachen können. Wir schauen uns dann auf der Bühne lachend an. Das Publikum findet das in der Regel dann auch witzig. Das ist ehrlich, denn jeder verspielt sich mal. Ich kann mich nicht erinnern, dass es bei uns jemals nach einem Konzert Stress gab, weil jemand Mist gebaut hat. Natürlich sprechen wir aber auch darüber, was schlecht war und besser sein muss.


Habt Ihr zum Abschluss noch eine Message für Eure Fans?

Move your feet to the beat of the Kansas City Shuffle!
Ich danke Euch herzlich für das launige Interview und hoffe, dass man sich in naher Zukunft auch mal "livehaftig" gegenübersteht.





 
 
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