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Primal Fear
 
Primal Fear - Mat SinnerZehn Jahre Primal Fear und sieben Alben sind definitiv ein Grund zum Feiern und für ein ausführliches Interview mit dem Bassisten Mat Sinner. Nicht nur, dass die Heavy Metaller auch mit den neusten Werk NEW RELIGION ihr hohes musikalisches Niveau konstant halten, auch an der Live-Front geschieht so einiges. So sind dieses Jahr sehr viele Auftritte geplant, die das Quintett mit dem neuen Gitarren-Duo Henny Wolters und Magnus Karlsson bestreiten weil der langjährige Klampfer Leibing aus familiären Gründen eine Pause einlegt. Aber erfahrt selbst, wie streng so ein Engagement mit Primal Fear ist.

Datum:
 R.W., 01.05.2008

Wir fragten...
 Herzliche Gratulation zu den 10 Jahren Primal Fear. Wie fühlt ihr euch nach diesen zehn Jahren?

Mat: Es ist eigentlich toll, das es die Band bereits so lange gibt. Wir sind mit den kompletten zehn Jahren sehr zufrieden. Alles was wir gesehen haben in den zehn Jahren und in welchen Ländern wir spielen durften und die Erfolge unserer CDs. Es ist ein schöner Spiegel, das wir zehn erfolgreiche Jahre hinter uns haben.


Sind euch solche Jubiläen wichtig?

Hm? Sagen wir es mal so. In der heutigen Zeit, wo es immer kurzlebiger wird, ist es natürlich schön, dass eine Band wie Primal Fear so eine Konstanz hat und seit zehn Jahren existiert, produziert, kreativ ist, auf Tour ist und ich glaube das ist schon wichtig.


Deine Band Sinner gibts ja bereits seit 1982. Da erscheinen die zehn Jahre Primal Fear dann nicht mehr als soviel.

Ja gut, aber man muss einmal sehen, dass Primal Fear in diesen zehn Jahren viel intensiver gearbeitet haben als Sinner. Also Sinner hat, seitdem Primal Fear existiert, prinzipiell immer weniger gemacht, weil die Zeit gar nicht mehr da war und man irgendwo die Prioritäten setzten musste. Auch ich musste irgendwo meine Prioritäten setzten. Und da sind die letzten zehn Sinner Jahre wie im Flug vergangen, ohne dass da auch nur annähernd soviel Kreativität da war wie bei Primal Fear.


Aus Zeitgründen oder weil dort andere Leute sind?

Nein, nein, das liegt nicht an den Leuten, sondern ganz klar an der fehlenden Zeit. Ich kann mich nicht zerreißen. Ich kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein. Und ich muss auch meine Kraft einteilen. Und es ist ganz klar, dass deswegen Sinner in den letzten zehn Jahren viel weniger machen konnte.


Du singst bei Sinner ja auch. Bei Primal Fear lässt du Ralf (Scheepers) singen. Wie gut geht das, dass du dich damit ein wenig zurückstellst?

Das geht gut, natürlich. Ich meine, wenn ich damit nicht zu recht kommen würde, würde ich nicht in der Band spielen. Ich bin ein Typ, der auch als Produzent und Songwriter usw. tätig ist, und da kann ich nicht unbedingt darauf schauen, dass jetzt irgendwie mein Ego permanent im Vordergrund steht. Also das geht einfach nicht. Ich bin ein Teamplayer und freue mich wenn ich in einer guten Band mit guten Musikern spiele. Und bei Primal Fear singe ich so viel auf der Bühne (Backing Vocals), dass das mir schon reicht.


Bei der Primal Fear-Gründung wart ihr ja eigentlich bereits alles bekannte Musiker. Wie waren die Reaktionen auf die Ankündigung von Primal Fear?

Es ging eigentlich erstmal darum, ein paar Songs für den Ralf zu schreiben. Weil der Ralf bei Gamma Ray draußen war und mit Judas Priest nichts geworden ist. Der war ja damals wirklich unter den letzten drei Bewerbern als Halford-Ersatz. Der Halford ist jetzt auch schon wieder seit einer Weile bei Priest zurück. Also ist die Absage für Ralf irgendwie Schicksal gewesen. Und ich glaube es gefällt ihm auch sehr gut, was wir hier in den zehn Jahren erarbeitet haben. Wir wollten eigentlich erst ein paar Songs für ihn schreiben, um mal zu checken, wie das wird. Dann haben wir ein Songs zusammen geschrieben, sind ins Studio, haben Demos aufgenommen und das ganze hat dann seinen Lauf genommen. Das war der Anfang.


Wie haben die Leute darauf reagiert, als das bekannt wurde. Waren sie der Superband eher skeptisch eingestellt oder herrschte da mehr eine freudige Erwartung?

Ich glaube zu dieser Zeit, als Primal Fear die erste Platte raus gebracht haben, das war so Mitte 1998, war es so, dass jeder sehr gespannt war, was in diesem Verbund passiert. Dann wurde der erste Song als Teaser auf verschiedenen Compilations vorab veröffentlicht. Und die Resonanz war unglaublich gut. Es war ja auch so, dass wir anfänglich selber mit Judas Priest verglichen wurden, die damals irgendwie einen etwas moderneren Stil mit ihrem neuen Sänger erarbeiten wollten. Und da sind wir natürlich genau in die Kerbe gestoßen, welche sie hinterlassen hatten. Und sehr viele Fans waren dann froh, dass es Primal Fear gab. Und so hatten wir auch einen ganz tollen Start, was ich auch sagen muss. Also der Start war für uns phänomenal.


Wart ihr Judas Priest ähnlich, weil dieser Stil halt einfach zu Ralfs Stimme passte, oder war das auch bewußt wegen der Lücke, die ihr bemerkt habt?

Nein, also wir haben die Songs wirklich ohne Strategie oder Hintergedanken geschrieben. Wir haben die Songs einfach aus dem Bauch raus gemacht, so dass es für den Ralf passt. Und was dabei raus gekommen ist, war überhaupt nicht kalkuliert oder geplant.


Ihr seit ja in den letzten Jahren immer weiter weg von Judas Priest gekommen. War das auch eine natürliche Entwicklung oder als Reaktion darauf zu verstehen, dass euch die Vergleiche langsam störten?

Also die Vergleiche, die irgendwann einmal kamen, nerven erst dann, wenn sie oberflächlich und unbegründet sind, also Songs verglichen werden, die jetzt mit einer anderen Kapelle überhaupt nichts zu tun haben. Und wenn wieder alles in den selben Topf geworfen und umgerührt wird. Das fängt dann an zu nerven. Aber wenn der Vergleich berechtigt ist, dann ist er nun mal berechtigt. Und auf der anderen Seite hin, entwickelt sich ja auch der Musiker über die Zeit, und man muss auch mal neue Dinge ausprobieren dürfen. Ich glaube es wäre das Langweiligste für mich als Songwriter und Produzent wenn ich in zehn Jahren Primal Fear wirklich immer wieder das gleiche Album machen würde. Wird sind einmal an einem Punkt angekommen, wo ich nicht ganz so zufrieden mit der Entwicklung der Band war. Und da haben wir insgesamt beschlossen, dass wir eine kleine Modifizierung in unserer Musik vornehmen wollen. Und es war gewagt, es war mutig, aber es war genau der richtige Zeitpunkt dazu.


Wann war das?

Das war zum Songwriting der SEVEN SEALS-Platte. Ich habe schon auf der Platte davor, also auf DEVIL'S GROUND, mit Keyboards und Orchester-Arrangement angefangen zu arbeiten. Und das wollte ich auf SEVEN SEALS dann auch entsprechend ausbauen. Es hat auch gut in das ganz Konzept gepasst. Und so wurde die Platte dann doch ein Bisschen anders als die Vorgänger-Platten.


Und das Prädikat als die Beste Judas Priest-Coverband ist ja auch fast schon wieder ein Kompliment?

Ja? Hm? Also das ist mir egal. Ich glaube, dass sich Primal Fear ein sehr eigenes Profil erarbeitet haben. Wir haben auf der ganzen Welt gespielt und sind auf der ganzen Welt anerkannt. Und das es hie und da mal wie Judas Priest tut weil Ralfs Stimme halt sehr ähnlich wie die jenige von Halford ist? Also die Vergleiche gibt es immer wieder, auch mit Sängern anderer Bands. Ich könnte dir zig andere Bands und Sänger sagen, welche wie der und der klingen. Aber das ist doch Wurst. Entweder eine Band macht Spaß und die Leute haben ein tolles Konzert oder es ist eine schlechte Band. Und bei Primal Fear bin ich mir sicher, dass wir mit unseren Live-Konzerten genügend Leute begeistern können, und uns auch immer wieder Eigenständigkeit präsentieren.


Auf der HISTORY OF FEAR-DVD spielt ihr beim Clubkonzert zum Schluss noch ein Medley aus je einem Sinner, Gamma Ray und Thunderhead-Song. Das macht ihr heute nicht mehr?

Ja gut, dass sind immer wieder Dinge, die das Leben interessanter machen, wenn wir wieder mal was neues ausprobieren. Wir haben ja auch eine Historie in der Band mit anderen bekannten Bands. Und das sind ja keine Songs, welche wir jetzt covern, sondern solche, welche wir selber mitgestaltet haben. Und deswegen war das halt zu dem Zeitpunkt was Interessantes. Heute wissen wir gar nicht, was wir bei einem Konzert noch alles weglassen sollen, weil wir so viele eigene Songs haben, die wir sehr gerne spielen.


Also kommt ein solches Medley heute nicht mehr so in Frage?

Im Moment zumindest nicht. Vielleicht wenn wir nächstes Jahr, oder wann auch immer, was ganz anderes in diese Richtung machen.


Auf der DVD ist auch Henny Wolter zu sehen, der jetzt wieder neu eingestiegen ist. Stimmt das so?

Ja, aber der ist seit weit über einem Jahr wieder dabei. Der Henny hat uns Ende 2002 aus familiären Gründen verlassen. Es war ein sehr, wie soll ich sagen, sehr friedlicher Abschied. Wir haben alle gewusst, dass sich der Henny mehr um seine Familie kümmern muss. Er ist ja in der Zeit auch weiterhin bei Sinner geblieben. Es war also nicht so, dass wir uns verkracht haben. Und wir wussten schon länger, dass der Henny wieder Signale gegeben hat, dass er wieder gerne zur Band zurück kommen möchte. Und als der Zeitpunkt dann reif war, wussten wir auch ganz klar, dass Henny wieder dabei sein wird. Und es ist toll, dass wir ihn wieder dabei haben. Henny ist einer der besten Gitarristen, den ich kenne. Und er ist als Mensch für eine solche Band unheimlich dienlich, weil er einen Charakter hat.


Wir kommen später noch zum anderen neuen Gitarrist. Zuerst noch etwas anderes: Ich durfte dieses Jahr die neue Scheibe der Band Saint Deamon bewerten. Dort hat es beim Schlagzeuger geheißen, dass er bei den letzten Primal Fear-Alben mitgearbeitet hat. Das war der Ronny Milianovicz. Was für eine Rolle spielte er bei eurem Songwriting?

Also ich schreibe mit dem Ronny zusammen Songs. Wir haben auch schon für andere Sachen geschrieben. Auch für seine Vorgängerband Dionysus haben wir Songs geschrieben. Und wir haben einen sehr guten Draht miteinander. Und haben jetzt insgesamt um die 20 Songs zusammen geschrieben. Und von denen habe ich auch drei Stücke für Primal Fear verwendet.


Hast du mit ihm auch welche für Saint Deamon geschrieben?

Da weiß ich jetzt nicht, ob da einer unserer Songs drauf ist. Ich habe mich mit dieser Platte bisher noch nicht richtig befasst.


Er ist also eine Art Cowriter von dir?

Ja, wie es so viele gibt ist er einer davon. Und er ist ein sehr kreativer Mensch und unsere Antennen funken gut. Wir sind auch privat gute Freunde. Und es ist auch ab und zu erfrischend, auch mal mit anderen Leuten zu schreiben. Und von anderen Leuten Inputs zu kriegen und mit denen irgendwas zu kreieren. Für welche Band auch immer der Song schlussendlich entsteht, ist eigentlich egal. Lieder zu schreiben ist immer etwas Positives.


Hier ist in diesem Falle einfach speziell, dass er nicht selber bei Primal Fear dabei ist. Oder gibt es das auch sonst noch oft?

Ich würde mal sagen, dass das eigentlich scheiß egal ist. Es gibt gute Songs, und es gibt schlechte Songs. Und ich bin ein Typ, der gerne auch mit anderen Leuten arbeitet, gerne andere Bands produziert, usw.. Und da gehört Songwriting, natürlich auch dazu. Und wenn ich mit jemandem einen tollen Song zusammen schreibe, dann kann man sich überlegen, ob man den jetzt für die Band oder für was oder wen auch immer verwendet. Ohne die Zustimmung der Kollegen hier wird kein Song für und von Primal Fear aufgenommen. Und wenn die den Song einfach toll finden und er unser Spektrum einfach erweitert oder in irgendeiner Form ergänzt, dann ist es geil. Und dann kann auch ruhig einmal ein anderer an einem Song mitschreiben. Nach meiner Meinung ist das immer noch besser, als eine Coverversion von einem ganz unbekannten zu machen.


Kommen wir zu einem anderen Gitarristen. Stefan Leibing. Der ist ja auch aus familiären Gründen ausgestiegen. Wie muss man sich ein Engagement bei Primal Fear vorstellen? Wie intensiv ist das?

Sicher so intensiv, dass der Stefan nicht mehr die Zeit aufbringen kann, unsere Festivals und Tourneen zu spielen. Wir sind an dem Punkt angekommen, wo Stefan natürlich auch in einem Alter ist, wo man heiraten und Kinder haben kann. Und das erfordert natürlich gewisse Sicherheiten. Der Stefan ist ein sehr begabter Elektronik-Ingenieur mit einem sehr guten Job. Und da kommt man zu dem Punkt wo man sagen muss. "Okay, wie kann ich beides noch unter einen Hut bringen? Verlasse ich jetzt meine liebe Familie, mit der ich mich gut verstehe und meine zwei Kinder. Warum soll ich diese verlassen?" Anderseits brauchen die auch eine ganz klare finanzielle Sicherheit. Heutzutage einen guten Job aufzugeben, und sich für eine Band zu entscheiden ist in seiner Lage wahrscheinlich gar nicht möglich. Und deswegen ist auch keiner böse. Das war ein sehr friedlicher Abschied und wir sind auch weiterhin sehr gute Kumpels. Stefan und die Band. Und der Punkt war einfach der, dass wir letztes Jahr von Anfang Oktober bis zu Weihnachten getourt hatten. Und da mussten wir für diese Tour schon teilweise mit einem Ersatzgitarristen spielen. Weil es von vornherein klar war, dass Stefan diese Tournee über zehn Wochen nicht spielen könnte.


Er kriegt also die Ferien oder der unbezahlte Urlaub dazu nicht?

Genau. Und dazu kommt eben, dass er zwei wirklich kleine Kinder im Alter von einem und drei Jahren hat. So dass er auch zu Hause mithelfen muss und dann nicht zehn Wochen lang weg sein kann. Das geht nicht. Das muss aber jeder für sich moralisch entscheiden. Wir als Band sind erwachsene Menschen, die ganz klar Stefans Einstellung unterstützen. Wir sind ja Freunde und keine Gegner von so was. Wenn jemand in seinem Privatleben glücklich ist, dann ist das eine tolle Sache. Und wir haben dann einfach für den Stefan die Türen offen gelassen, weil wir immerhin zehn Jahre miteinander Musik gemacht haben. Wir haben gesagt: "Okay, wir probieren die Konzerte, die du nicht spielen kannst, mit einem Ersatzgitarristen. Der hat einen sehr guten Job gemacht. Und Stefan war dann wieder da, als wir nach Japan gegangen sind und die Deutschland-Gigs gespielt haben. Danach haben wir das neue Jahr 2008 geplant und es wurde ganz schnell klar, dass er einfach nicht weiter diese ganzen Termine, welche wir wahrnehmen wollen, mitspielen könnte. Weil du musst dir vorstellen, dass wir bis Ende September jedes Wochenende spielen. Wir sind ab nächsten Samstag (3. Mai 2008) jedes Wochenende auf einem anderen Festival. Und die Band mag das, die Band will spielen. Wir haben jetzt vier Profis in der Band, welche nur Musik machen. Und dieses Konzertespielen ist darum auch wichtig für das Einkommen der Leute. Primal Fear ist eine professionelle Band. Professionelle Band heißt, dass wir möglichst oft spielen müssen. Und das war dann halt mit Stefan nicht mehr möglich. Stefan ist dann aber auch in einer sehr friedlichen Art und Weise von uns gegangen. Wir haben am letzten Samstag in Stuttgart ein Konzert gespielt, wo der Stefan nochmals mit uns auf der Bühne war und drei Songs gespielt hat und danach offiziell verabschiedet wurde. Und das ist auch mal eine tolle Sache. Dass man auch als Band auseinander gehen kann, ohne sich zu verkrachen. Also dass man weiterhin miteinander spricht und also nicht so auseinander geht dass man sagt, dass man mit denen jetzt nichts mehr zu tun haben will.


Sind alle vier Profimusiker noch in anderen Projekten involviert um von der Musik leben zu können oder reicht Primal Fear dazu?

Hm? Jain (Ja/Nein). Ich würde eher sagen, dass die hie und da noch andere Sachen machen, weil sie einfach noch in andere Richtungen kreativ aktiv sein wollen.


Das bedeutet also, dass das Primal Fear-Einkommen für vier Personen reicht?

(nickt)


Cool, herzliche Gratulation. Weil das schaffen ja lange nicht alle Bands.

Hmm? Ja? keine Ahnung? (lacht) Ich möchte da nicht über andere Bands sprechen.


Kommen wir zu eurem neusten Mitglied: Dem Gitaristen Magnus Karlsson. Wie habt ihr ihn gefunden? War das nicht derjenige der im Herbst ausgeholfen hat?

Nein. Aber er war unser erster Ansprechpartner als wir jemanden zum Aushelfen gesucht haben. Nur hatte er damals noch andere Termine und konnte deshalb mit uns nicht spielen. Er sagte dann aber, dass er in Zukunft, wenn irgendwas wäre, es sein Traum wäre, bei Primal Fear zu spielen. Er hat ja auch auf der letzten Platte diverse Soli gespielt. Er war sozusagen unser Wunschkandidat. Wir hatten fünf Gitarristen aus ganz Europa, welche wir alle sehr gut finden, gefragt, ob sie bei Primal Fear einsteigen wollen. Und alle fünf haben gesagt, dass sie es gerne würden. Da war es natürlich schwierig einen auszuwählen. Auf jeden Fall war das schon eine sehr gute Situation für uns. Unser Wunschkandidat war der Magnus weil wir ihn wahnsinnig talentiert und einen guten Gitarristen finden. Er ist ein sehr guter Produzent, ein sehr guter Songwriter, er kennt sich im Studio unglaublich gut aus. Und wir erhoffen uns von ihm auch für die Zukunft sehr viel Kreatives für die nächste Platte.


Da sind wir gespannt. Eine der aktuellsten Meldungen auf eurer Homepage ist das mit dem Bullet for my Valentine-Gitarren-Riff. Was hat das für Reaktionen gegeben? (Auf der neuen Bullet for my Valentine-Scheibe soll ein Primal Fear-Gitarren-Riff sein)

Also irgendwann habe ich mich morgens vor den Computer gesetzt und habe irgendwie was weis ich wie viele Mails gehabt und überhaupt nichts mehr begriffen. Da waren 60 Nachrichten von Myspace, dann an das Management und blablabla. Irgendwo muss da, ich glaube hauptsächlich in Amerika, so was gelaufen sein, dass da traditionellere Metalfans mit moderneren Metalfans irgendwie gefetzt haben. Ich bin ein Typ, der diese Schärfe von Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Metalgruppen überhaupt nicht mag. Ich finde, Metal ist eine Form von Musik und mag diese ganze Splitterei nicht. Ob jetzt moderner, traditioneller, black oder grün und blau. Das ist mir alles schweiß egal. Ich finde Metal ist eine Gemeinschaft und ich toleriere alles. Und Bullet for my Valentine finde ich persönlich eine sehr spannende Band. Ich finde die Jungs cool, wir haben zusammen in einem Studio gearbeitet und uns kennen gelernt. Ich mag die Band. Und wenn sich da jetzt tatsächlich mal ein Riff ziemlich ähnlich wie eins von uns anhört, dann ist mir das scheiß egal. Dann ist es für mich okay. Ich meine, was soll's. Ich kann auch nicht immer 100%ig sagen, dass jetzt jedes Primal Fear-Riff die Neuerfindung des Riffs ist. Und wenn sich jetzt ein Riff von uns mal nach der oder jener Band anhört, ja Gott, dann ist es halt mal so. Ich glaube im dem ganzen Metal-Genre kann doch keiner das Rad neu erfinden. Und deswegen bin ich denen nicht böse. Das ist für uns alles okay.


Wenn man böse sein will, kann man ja auch sagen, dass im Metal seit Black Sabbath nichts mehr Neues gekommen ist?

Also ich glaube schon, dass es noch sehr kreative Musiker gibt, welche sehr innovativ arbeiten und die das auch gut machen. Aber wenn wir jetzt mal ehrlich sind kommt man darauf, dass man entweder einen guten oder einen schlechte Songs machen kann. Und wenn man einen guten Song macht ist es immer noch nicht zu 100% sicher, dass jetzt das tolle Riff komplett neu erfunden wurde. Man kann auch da noch sagen, dass sich das Riff nach denen oder jenen anhört. Und gerade bei einer Band wie Primal Fear, die durch eine Maschinerie mit dem nachgehängten Ruf als Judas Priest-Coverband gelaufen ist, wäre es jetzt wirklich nicht unser Stil, da irgendwas an die Glocke zu hängen und damit Eigenwerbung zu betreiben. Oder eine Klage oder sonst einen Bullshit. Also ich finde es absolut okay. Also habe kein Problem damit.


Ihr eröffnet heute für Jon Oliva's Pain, seid aber ansonsten momentan mit Mystic Prophecy unterwegs. Du hast vor dem Interview bereits erwähnt, dass heute eigentlich ein Day-Off wäre. Was reizt euch, heute trotzdem zu spielen?

Wir spielen lieber, als einen Day-Off zu haben. Und wenn von hier ein vernünftiges Angebot kommt, und wir schon lange nicht mehr im Z7 in Pratteln waren, dann ist es für uns natürlich eine geile Sache wieder hier zu spielen und den Leuten zu zeigen, wie Primal Fear gerade in Form sind. Wer da heute Abend noch mit uns spielt, ist uns eigentlich Wurst. Uns ist wichtig, dass wir gute Bedingungen haben und dass wir eine tolle Show spielen. Und wir freuen uns tierisch heute hier zu sein.


Habt ihr schon mal mit Jon Oliva gespielt oder kennt ihr ihn?

Also ich haben mit Sinner eine ganze Tournee mit Savatage gemacht. Wir waren zusammen auf einer ganzen Europa-Tournee. Ich habe ihn aber bisher noch nicht gesehen.


Dann kommen wir zu den letzten Fragen: Auf der Sinner-Homepage steht, dass das neue Album fertig ist. Wann kommt es raus?

Im September. Wir sind alle ultra stolz auf das Album. Wir hatten eine ganz tolle Zeit im Studio und erwarten sehr, sehr viel von dem neuen Album. Das ist das erste Sinner-Album seit langer, langer Zeit, wo die Band über eine längere Zeit miteinander Musik gemacht hat und man sich super versteht.


Gibt es da bereits Tourpläne?

Wir werden im Oktober Konzerte spielen. Diese Platte macht soviel Spaß und gute Laune, dass wir mit der Platte auch unbedingt auf Tour müssen.


Du hast letztes Jahr angekündigt, dass es Pläne für ein Solo-Album von Ralf gibt. Wie weit seid ihr damit?

Wir haben damit angefangen, sind mit dem Songwriting auch schon ziemlich weit, aber wir haben uns jetzt entschlossen, erstmals eine neue Primal Fear-Platte zu machen. Dieses Jahr im Winter noch. Gerade jetzt mit der aktuellen Konstellation, Henny Wolter, Magnus Karlsson, also dieser ultra spannenden Gitarristen-Kombination. Ich glaube auch, dass die Tourneen und die nächsten Festivals so viel Kreativität frei setzen werden, dass wir unbedingt jetzt den Moment ausnützen und Songs schreiben müssen. Also da müssen die Pläne für die Ralf Solo-Platte erstmal ganz hinten angestellt werden. Ganz wichtig wird da eine neue Primal Fear-Platte.


Heißt das, dass du von den Primal Fear-Gigs nach Hause kommst, dann mit Sinner auf Tour gehst und anschließend das neue Primal Fear-Album geschrieben wird? Oder läuft das parallel?

Das ist falsch. Ich komme jetzt von dieser Tournee nach Hause und werde jetzt die Sinner-Platte mischen. Dann werden wir im Mai noch eine Listening-Session mit ca. 26 europäischen Journalisten in Hamburg haben. Danach spielen wir die Primal Fear-Festivals und zwischen diesen Festivals wird die Primal Fear-Platte geschrieben. Also wir lassen uns jetzt schon Zeit zwischen Juni und Oktober für das Primal Fear-Plattenschreiben.


Dann kann man ungefähr im nächsten Frühling damit rechnen?

Auf jeden Fall.


Letzte Frage: Welche Rolle spielt die Schweiz in der Karriere von Primal Fear? Ist das bemerkbar oder ist die Schweiz zu klein dafür?

Nein, kann man nicht sagen. Wir hatten eigentlich in der Schweiz immer eine sehr gute Resonanz und sehr gute Konzerte. Also ich kann mich auch an ein Konzert hier z.B. im Z7 erinnern im Jahre 2001, was für mich eines der legendärsten Konzerte war, zusammen mit Children Of Bodom. Wo wir hier gespielt haben. Das war für mich einfach unvergesslich. Davon ist auch auf der DVD ein kleiner, kleiner Bootleg Schnippsel drauf. Und solche Dinge bleiben unvergessen. Zum Z7 haben wir immer einen guten Draht gehabt und jetzt halt länger nicht mehr hier gespielt und deswegen macht es umso mehr Spaß heute Abend hier zu sein, anstatt irgendwo in Bochum einen Day-Off zu haben.


Und dann gab es ja noch die Geschichte mit Sempach. Aber so was vergisst man wieder?

Also wenn du mich jetzt nicht so daran erinnert hättest hätte ich das bereits wieder vergessen. Ich meine solche Dinge, ob die jetzt in der Schweiz passieren oder in Nicaragua oder in Kambodscha ist mir eigentlich Wurst. Das hinterlässt bei uns keine Spuren. Da wird eher mit einem kleinen Abstand darüber geschmunzelt. Und so ist es nun mal. Und was soll man dagegen tun? Ich kann die Leute nicht verändern.


Für mich wart ihr dort die Sieger, weil ihr für die zwei Reihen schreiender Fans weitergespielt habt. Klar, man hat es gesehen, dass ihr nicht begeistert wart, und ihr habt trotzdem weitergespielt und den wenigen Fans das gegeben, was sie wollten. Also Respekt davor.

Ja, also okay. Ich gebe den Fans lieber eine richtige Show als irgendwie unter solchen Umständen, wo auf einmal auf der linken Bühnenseite irgendwelche Polizisten auftauchen und wild herumfuchteln. Die Schweiz ist zum Glück nicht China, wo man dann vielleicht bis an sein Lebensende in irgendeinem Knast verschwindet (lacht). Und man kann hier auch dementsprechend diskutieren und auftreten. Aber das soll jetzt bitte nicht irgendwo zu sehr diskutiert werden. Das ist nun mal passiert und Sempach ist nun halt mal keine Hauptstadt. Und da denken die Leute vielleicht noch ein Bisschen anders. Das ist aber schon wieder vergessen.


Dann freuen wir uns doch auf das Z7-Konzert. Vielen Dank für das Interview.


 
 
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