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Rising Storm
 
Wir werden alle nicht jünger und so manche Band geht langsam in den wohlverdienten Ruhestand. Die Scorpions sind auf ihrer Abschiedstournee und von Iron Maiden kommt in Kürze wohl auch das letzte Album. Umso erfreulicher wenn junge Bands nachrücken und die Fahne des Rock und Metal hochhalten.
Rising Storm
Noch erfreulicher wenn die Newcomer aus Deutschland kommen und ihre Sache richtig gut machen. Rising Storm, eine Band aus Neubrandenburg, hat gerade ihre erste EP abgeliefert und lässt es mächtig krachen. Mehr als Grund genug Karl Bormann Vocals und Bass, Tony Schumacher Gitarre, Eric Grothkop Gitarre und Erik Haus Drums zum Interview zu bitten.

Datum:
 U.B., 07.08.2010

Wir fragten...
 Erstmals meinen Glückwunsch zu einem sehr starken Debüt. Die sechs Songs auf eurer EP INITIUM klingen sehr routiniert, das Zusammenspiel klappt vorzüglich. Da liegt die Vermutung nahe, dass ihr nicht nur ein eingespieltes Team seid sondern auch außerhalb von den Rising Storm Aktivitäten euch gut versteht. Wie lange seid ihr nun zusammen und wie habt ihr euch gefunden?

Erik H.: Eric Grothkop und ich hatten ewig die richtigen Leute gesucht und auch unzählige Wechsel hin und her vollzogen. Zu allererst kam Karl als reiner Basser in die Band. Als der eigentliche Sänger zur Probe nicht erscheinen konnte, schnappte sich Karl das Mikro und sang den ersten Song aus Spaß, danach hat kein anderer mehr gesungen.
Tony war damals in einer anderen Band, die in unseren Proberaumkomplex probte. Da seine Band stagnierte, war es genau der richtige Zeitpunkt ihn zu überzeugen mal zu einer Probe zu erscheinen. Dies tat er auch im Mai 2008 und das war auch zugleich der erste Tag als Rising Storm in seiner Besetzung probte.

Eric G.: Erst einmal Dank für die Mühe, die du dir mit diesem sehr detailliertem Interview machst. Wir sind jetzt ca. zwei Jahre als Band zusammen. Eine tolle Zeit ... denn am Anfang standen da nur Erik und ich, wir machen schon zusammen Musik seitdem wir 14-15 Jahre alt sind. Wir wollten immer Musik spielen wie Metallica oder Iron Maiden, damals aber hauptsächlich Metallica. Wir coverten zu zweit alle möglichen Metallica Songs, angefangen von "Enter Sandman" bis hin zu "Master of Puppets". Wir wollten immer eine eigene Band haben, Musik machen und haben immer alles dafür gegeben. In dem einen Jahr als Erik nach Amerika ging, um ein Auslandsjahr zu absolvieren übte ich etliche Stunden, Tage, Wochenenden in unserem Proberaum ob nun alleine oder auch mal mit der Unterstützung eines alten guten Freundes. Als Erik wieder kam brachte er durch den starken Einfluss seiner kleinen amerikanischen Freunde so tolle Musik wie "Iced Earth" und "Symphony X" mit. Als er wieder "back was..." konnten wir wie zuvor weiter machen, hatten aber durch den Einfluss der eben erwähnten Bands ein für uns überwältigendes neues Potenzial entwickeln können mit dem wir noch motivierter waren als zuvor. Schon in der Vergangenhit hatten wir versucht weitere Musiker zu finden die unseren Ansprüchen gerecht sind aber leider niemanden gefunden der auch von der Persönlichkeit zu 100% dazu passte. Mit der neu entfachten Flamme in unseren Herzen wollten wir es noch einmal wissen. Da aufgrund des unerbittlich nahenden Endes meiner Ausbildung und das erreichen des Abiturs bei Erik wir beide nicht mehr wussten, ob und für wie lange wir noch in Neubrandenburg bleiben würden, entschieden wir uns, zumindest eine geile Coverband zu gründen mit der wir wenigstens die Pubs in und um Neubrandenburg mit Metall erfüllen können. Denn eine eigenständige Band zu haben, erschien uns als unmöglich. Wir hatten alle namhaften jungen Musiker in NB in unserem Proberaum gehabt von dehnen sich nach und nach aus den unterschiedlichsten Gründen jeder einzelne wieder verabschiedete. Das schwerste Problem war die Suche nach einem talentiertem und formbaren Sänger. Erik und ich hatten im Laufe der Jahre gelernt das nicht zwingend die technischen Fähigkeiten eines jeden Bandmembers das entscheidende sind, sondern vielmehr und zwar zwingend die Tatsache, dass die Leute es wollen, mitziehen und sich gegenseitig aufbauen, motivieren und sich ständig weiterentwickeln können. Niemals stehen bleiben, das sollten wir auf keinen Fall...

In der Baracke, Reitbahnviertel / Neubrandenburg, so kann man sie auch wirklich nennen, gab es noch 2-3 weitere Bands die auch in die Musikrichtung Metall lebten. Darunter unser heutiger Frontman Karl Bormann, er spielte in einer Blackmetal Band namens Issmahd (hoffe dass das richtig geschrieben ist). Wir kannten Karl schon länger, dass ist eine ganz witzige Geschichte... denn als Erik und ich unseren ersten Proberaum in der Stadtbäckerei hatten im Alter von 14-15 Jahren waren dort auch Leute wie Karl jedes Wochenende unterwegs und trafen sich ob nun zum Jammen im Proberaum oder Saufen und Quatschen, vermutlich manchmal auch beides. Beweise gibt es aber keine mehr. Ich habe Karl als einen stets netten und gefassten Menschen in Erinnerung, welcher abgesehen von seiner schwarzen Blackmetal Rüstung ständig Eriks Schlagzeug spielen wollte und er übte immer den selben Rhythmus ;-)

Letztendlich hatten wir damals nicht wirklich Kontakt zueinander, zumindest von meiner Seite aus, bei Erik etwas mehr. Als wir nun auf der Suche nach einem Sänger waren und ich bis dahin gar nicht wusste, dass Karl auch singt, so war ich interessiert daran ihn einmal zu hören. Unter der Gefahr dass eine andere Band namens Accident ihn evtl. auch zum Vorsingen fragen würde, beschleunigten Erik und ich die Sache und luden ihn sofort ein. Als Karl den Raum betrat war ich gespannt wie er den klingen würde, da Karl ja hauptsächlich aus dem Black Metal Bereich stammt. Wie damals war er immer noch der nette sympathische Bormann den ich einmal kennen gelernt hatte. Nun, er fing an zu singen, überzeugte und war das Beste was ich bis dahin überhaupt in unserer Region gehört hatte. Das war von großer Bedeutung für uns. Jetzt waren wir schon 3 uns fehlte noch ein Basser und ein zweiter Gitarrist. Jetzt hatten wir also den Sänger der erst einmal mitmachen würde, ein großer Fortschritt, denn wir waren für Karl nur die Zweitband, er war immer noch Sänger und Gitarrist der Blackmetal Band Issmahd. Karl erklärte sich sogar dazu bereit auch noch den Bass in die Hand zu nehmen. Das ersparte uns die Arbeit, auch noch einen Bassisten zu suchen.

Nun war es das wichtigste noch einen guten zweiten Gitarristen zu finden. Die Suche sollte sich als schwierig erweisen, in meinen Augen gab es nur noch einen der hätte mitspielen können, welcher aber persönlich und von der Motivation her die Band eher hätte auseinander getrieben. Also doch keine Option war. Dann hörte ich gelegentlich, wenn ich in unserer Baracke den Flur entlang ging, jemanden Iron Maiden und Rage nachspielen. Ich fand ihn wirklich gut und war interessiert. Mein Ohr wurde größer und ich wollte wissen wer den dieser Typ war, glücklicherweise durfte ich feststellen, dass es im Unterholz der Baracke doch noch eine Option gab und zwar Tony Schumacher.

Erik hatte sich schon einmal in Kontakt mit Tony gesetzt um ihn für ein Vorspielen zu begeistern. Dieser hatte leider aber kein Wort verstanden ;-) Als es in meinen Augen mit dem finden des letzten Puzzelteils nicht voran ging oder nur schleppend, ging ich zu ihm hin und fragte ihn persönlich ob er Lust habe bei uns mitzuspielen. Tony antwortete mit "joah klar" (oder so ähnlich). Und kurz darauf spielte auch er bei uns fest mit.

Dies war die Geburtsstunde von Rising Storm auch wenn es noch keiner wusste...
Die Formation wurde bis heute nicht verändert!


Abschweif:
Tony und Karl gingen auf die gleiche Schule und kannten sich auch durch frühere Kindesstreiche wie sie ganz stolz immer nostalgisch erzählen.
Witzigerweise hatte ich auch weit vor Rising Storm den Tony schon einmal kennen gelernt. Als ich noch in der Musikschule Gitarrenunterricht hatte belegte ich zusätzlich das Fach Theorieunterricht. Eine Zeitlang hatte ich auch Tony in meiner Klasse, es waren wenn mal alle da waren vielleicht sechs Leute, aber davon abgesehen saß Tony eine Bank vor mir da man sich nicht kannte und wir beide übrigens Stiere sind war es auch nicht all zu wunderlich, das wir glaube ich nicht ein Wort miteinander geredet haben.


Wer hatte die Idee zu eurem Bandnamen der übrigens zu eurem sehr kraftvollen Stil gut passt?

Eric G.: Erst nannten wir uns Avenger, merkten aber nach kurzer Zeit, dass diesen Namen schon irgendeine britische Band angenommen hatte. Wir hatten unter diesem Namen noch keine Konzerte bestritten und hatten auch noch keinen Bekanntheitsstatus erlangt. Übrigens hatte Smolski zu seiner Zeit die gleiche Idee gehabt und musste seinen Bandnamen von Avenger zu Rage ändern. Egal.

Ich wollte einen kraftvollen Namen mit Bedeutung für vieles.
Ein mächtiger Begriff unter dem man sich sofort etwas vorstellen kann. Iced Earth ist ein gutes Beispiel dafür. Ich hörte damals auch Yngwie Malmsteen's Rising Force. Und so kam mir der Gedanke wie die "aufsteigende oder entstehende Kraft" etwas ähnlich für den Bandnamen zu verwenden. Eine Symbiose...

Ich entschied mich für Rising Storm also den aufsteigenden, entstehenden Sturm. Dieser Name vereinigt wie die Natur, einen echten Sturm, welcher düster am Horizont erscheinen und sich unberechenbar nähern kann, als auch die Kraft die eine solche Naturgewalt mit sich zieht.
Rising Storm als Bandname, steht dafür jeder Zeit mit voller Kraft alles zu geben und zu erreichen. Unsere Musik soll die Leute hochheben wenn sie am Boden liegen, auch wenn sie jeden Tag unmittelbar gleichgültig entgegentreten und auf den Boden der Tatsachen zurückholen wenn es Zeit wird Bilanz zu ziehen.


Karl, als Sänger und Bassist stehst du ja besonders im Vordergrund daher zuerst einige Fragen an dich. Wie ich aus den Infos weiß die ich von euch erhalten habe, hast du schon mit 13 Jahren in einer Rock Band gespielt allerdings als Schlagzeuger. Okay, Eddy van Halen hat auch mit dem Schlagzeug angefangen und ist dann zur Gitarre gewechselt. Wie kam dann der Wechsel zum Bass bei dir?

Karl: Erik hatte mich vor einiger Zeit einfach mal nebenbei gefragt, ob ich nicht Lust hätte in seiner Band Bass zu spielen. Ich sagte nur: "Ich spiel' doch aber gar kein Bass und ich besitze auch keinen... Aber Lust, es auszuprobieren hätte ich schon." Dann habe ich mir das Equipment von dem Basser meiner anderen Band geliehen und wir haben es einfach ausprobiert. Mittlerweile brauche ich mir kein Equipment mehr ausleihen und ich besitze alles um einen geilen Sound spielen zu können.
Das Interesse am Bass spielen ist bei mir auch immer mehr gestiegen. Früher dachte ich immer, es wäre ein Instrument um nur ein gewisses Grundfundament für die Gitarre zu legen und somit einfach zu bedienen ist. Heute bin ich der Ansicht, dass es ein Instrument ist, welches total unterschätzt wird. Denn es gibt so viele abgefahrenen Techniken und Spielweisen um die unterschiedlichsten Sounds und Melodien spielen zu können, dass es für mich immer mehr Spaß macht diese für mich zu entdecken, mir sie selbst anzueignen und für unsere Lieder zu verwenden.


Mit 14 hast du dann noch zusätzlich in einer Black Metal Band gespielt, als Gitarrist und Sänger. Schlagzeug, Gitarre, Bass und Vocals also mangelndes Musikinteresse kann man dir wahrhaftig nicht vorwerfen. Kann man dich als (im positiven Sinn) musikverrückt bezeichnen? Brauchst du Musik wie andere Leute den Sauerstoff?

Karl: Ich brauche jeden Tag Musik. Aber so sind wir alle Vier.
Morgens, mittags, abends und noch ein bisschen zwischendurch...
Außer Musik aus dem Radio, denn diese ist pädagogisch nicht sehr wertvoll... Mal abgesehen von anspruchsvoll...!


Entspricht der Stil den Rising Storm hat mehr deinem persönlichen Geschmack als deine Aktivitäten damals? Würdest du sagen die Musikrichtungen früher dienten der Orientierung was für ein Stil dir am meisten liegt?

Karl: Jede Musikrichtung, die ich bis jetzt gespielt habe, habe ich mit sehr viel Herzblut gespielt. Das bin alles ICH. Es gehört alles zu meinen persönlichen Vorlieben...mit Rising Storm und dem Progressive-Power-Metal ist glücklicherweise noch eine geniale Richtung dazugekommen, die mir sehr viel Spaß macht.
Also meine früheren Zeiten dienten ganz und gar nicht der Orientierung. Ich höre Black Metal nach wie vor sehr gerne und auch sehr oft. Ich habe seit einigen Jahren nur angefangen meine Blick auch über den Tellerrand des Black Metal zu setzen. Seitdem bin ich für sehr vieles offen...Ich höre Post-Rock, Alternative, Instrumental oder auch Power Metal...
Ich habe keinen bestimmten Stil mehr den ich verfolge oder immer wieder gerne höre. Das ist immer Situationsabhängig. Ich schöpfe aus allem ein bisschen und wandele das für mich um.
Ich bin auch so ziemlich der Einzige aus unserer Truppe, der selten Power-Metal hört. Die meisten Gruppen entsprechen nicht so meinen Vorlieben. Ich höre mehr Underground-Bands aus den Musikrichtungen Post-Rock, Shoe-Gaze, Neo-Folk und Instrumental...
Aber Power-Metal zu spielen macht einfach sehr, sehr viel Spaß und ich möchte es nicht missen.


Deine Stimme ist sehr wandlungsfähig und du machst auch rege Gebrauch davon. Mal erinnert mich dein Gesang in den tiefen Passagen an Matthew Barlow von Iced Earth, dann klingst du in den Höhen etwas wie R.D. Liapakis von Mystic Prophecy, sehr klar. Aggressive Shouts hast du auch drauf. Ist das darauf zurückzuführen, dass du auch mit der Stimme deinem weit gefächerten Musikinteresse Ausdruck verleihen willst? Vielleicht auch nur unbewusst?

Karl: Ich denke mal das geschieht eher unbewusst. Es ist aber auch richtig, dass ich schon darauf achte, vielseitig zu klingen. Aber auch nur deswegen, um mich von dem vorhandenen Bands die es schon gibt, abzuheben und etwas Neues zu schaffen. Ich denke auch diese Wandlungsfähigkeit, wie du sie beschreibst, zeugt wirklich gerade daher, dass ich sehr viel verschiedene Musik höre.


Tony, du bist einer der beiden Gitarristen von Rising Storm und nennst als besonderes Interesse das Songwriting. Bist du mehr als die anderen Bandmitglieder in dem Bereich tätig oder steuert ihr alle Ideen für neue Songs bei?

Tony: Das ist auf INITIUM sehr unterschiedlich gewesen. Es gibt Songs wie "Fear the Sky", bei denen ich komplett das Instrumental durchkomponiert hatte, bevor ich es der Band vorstellte und welche die in Zusammenarbeit mit Erik entstanden (50/50 "Initium"). Avenger beispielsweise kam fast ausschließlich von Eric G.
Im Regelfall läuft es aber so, dass viele Riffs, Arrangements und Songideen bei mir Zuhause entstehen. Dort habe ich dann meistens schon eine Songstruktur aufgebaut und schon Refrain, Strophe, Bridge etc. definiert. Die ganzen Sachen werden dann von mir über eine Notationssoftware aufgeschrieben und wenn ich der Band meine Ideen vorstelle, kann ich ihnen meist schon die Noten in die Hand drücken. Oftmals geschieht das aber vorher, damit jeder bei der kommenden Probe schon einen Eindruck vom Song hat und schneller eigene Ideen entwickeln kann. Im Proberaum jammen wir dann mit den Riffs und jeder steuert seinen eigenen Teil zum Song bei. Zuhause werden dann die Notationen wieder geändert, bis der Song endlich passt und jeder zufrieden ist. Viele Details entwickeln sich aber dann erst im Laufe der Zeit und auch bei den Leadgitarren bin ich nie zufrieden und verändere im Laufe diverser Proben noch eine Menge. Auch wenn mir ein Song super gefällt, kann ich von mir aus selten sagen " Jetzt ist er fertig". Mir macht es halt besonders Spaß eigene Ideen zu entwickeln, wobei ich immer versuche mich von Song zu Song zu steigern. Allerdings ertappe ich mich oft, wie ich auch das technische Spiel immer mehr steigern will, was aber meiner Meinung nach nicht richtig ist. Technik( Sweeping, Tappings, Tempo etc.) sollte, meiner Meinung nach, immer nur ein Werkzeug für die Musik sein und nicht umgekehrt.

Eric G.: Bisher hat das meiste Material Tony geschrieben, angefangen von einzelnen Riffs, Solopassagen bis hin zu Arrangements der Streicher und Backingtracks. Auch das Intro ist von ihm im Löwenanteil bestritten.
Ich denke die Rising Storm Songs leben aber nicht durch ihn, sondern durch das Hinzufügen eines jeden individuellen Beitrages. Schließlich sind Melodien ohne Texte auch nichts wert. Die Songtexte hat z.B. zum größten Teil Erk Haus geschrieben. Das liegt an seinen guten englisch Kenntnissen die er durch sein Aufenthaltsjahr in San Francisco erwerben konnte als auch seinem Interesse an mythologischen Bereichen der Geschichte.
Karl ist aber auch immer mehr am mittexten und schreibt auch echt tolle Passagen. Sie bringen so beide ihre Ideen zusammen und kreieren so eine neuen Stil von Rising Storm. Ich selber schreite immer weiter fort im Songwriting und beschäftige mich immer mehr damit. Denn irgendwelche Riffs oder Licks nachspielen zu können ist nicht das was eine Band oder einen Künstler ausmacht, vielmehr die Art und Weise wie er die Töne spielt und die einzelnen Segmente zu einem einzelnen Werk zusammenfügt.
In so gut wie jedem einzelnen Song steckt etwas von jedem von uns drinne.
Die Zukunft von Rising Storm im Songwriting scheint so abzulaufen das die Texte von den Themen her sich eher weg von der Mythologie bewegen werden.


Als zweites Instrument spielst du noch Klavier. Ist da vielleicht in der Zukunft von deiner Seite geplant auch mal ein Keyboard oder eben auch ein Klavier bei Rising Storm einzusetzen?

Tony: Das Klavier ist echt ein richtig geiles Instrument jedoch bin ich da noch relativ frisch und die Gitarre bleibt bei mir immer das Instrument Nummer 1, allerdings habe ich schon einige Ideen, welche unsere Songs in Zukunft bereichern könnten. Dabei allerdings nur als Zwischenparts, bzw. an bestimmten Stellen. Ein Keyboarder/ Pianist als 5. Musiker wäre da nicht in meinem Sinne. Das Klavier habe ich als 2. Instrument gewählt um mich im Allgemeinen musikalisch weiter zu entwickeln und das Songwriting zu verbessern. Ich brauche es auch um die Orchestersachen und Backingtracks für unsere Liveshows und Studioarbeiten einzuspielen. Außerdem möchte ich mir die Option mit dem Musikstudium offen halten, wobei man aufs Klavier nicht verzichten kann.


Du stehst auf Orchester Arrangements. Nun beginnt direkt der erste Song auf INITIUM, das Titelstück, sehr bombastisch. Kam die Idee dazu von dir und wie habt ihr das technisch gelöst?

Tony: Das stimmt... Da steh ich total drauf. Mit einem Orchester kann man so viele Sachen machen….von leisen sanften Klängen bis hin zu brachialen Werken wie z.b. Carmina Burnana von Carl Orff. Was ich erst gestern wieder bei einem Openairkonzert beschallen durfte. Die Idee so was in die CD einzubauen hatte ich schon eine ganze Weile. Das Stück entstand dann in Zusammenarbeit mit Erik H. Er hatte damals ein paar Gitarrenriffs geschrieben, die ich fürs Orchester arrangiert habe. Dazu habe ich dann noch einen Mittelteil komponiert und Erik hat wieder das Ende geschrieben, was ich dann wieder fürs Orchester umarrangiert habe. Das ganze entstand sehr spontan, ich bin aber froh, dass es so geworden ist und habe auch live viel Spaß daran, das Stück als Opener zu spielen.
Während der Studioarbeit haben wir uns dann auf nach Wien gemacht und haben dann zusammen mit der Philharmonie das Stück eingespielt.... nein, nein Spaß beiseite.
Die Orchesterparts habe ich mit einem Midi-Klavier eingespielt und dann verschiedene Orchestersamples benutzt. Live kommt das ganze dann als Backing über die PA.


INITIUM ist in Eigenproduktion entstanden. Du hast eine Ausbildung als Veranstaltungstechniker und bist interessiert an der Studiotechnik. Hast du dich bei der Produktion eurer EP besonders einbringen können mit deinem Wissen?

Tony: Die Ausbildung läuft bei mir noch ein Jahr... und ja sie hat mir bei der Produktion eine Menge gebracht...nicht nur technisch, sondern weil ich auch sehr viele philharmonische Konzerte miterlebe, wobei man musikalisch viel lernen kann. Das Interesse an Studiotechnik ist auch der Grund für die Eigenproduktion. Ich habe die gesamte Produktion, also Aufnahme, Mixing und Mastering gemacht. Alle Aufnahmen bis auf die Akustikgitarren wurden im Proberaum gemacht. Diese habe wir bei in meinem akustisch optimierten Kontrolraum aufgenommen, wo natürlich auch das Mixing und Mastering stattfand. Zurzeit habe ich auch viel Spaß beim Produzieren anderer Bands (nicht nur Metal).


Du nennst als Vorbilder unter anderem John Petrucci, Steve Vai, Paul Gilbert und Uli Jon Roth. Das ist für einen technikorientierten Gitarristen nicht ungewöhnlich aber du führst auch noch Kosho (Michael Koschorrec) von den Söhnen Mannheims auf. Das ist für mich schon überraschend. Kannst du mir das erklären?

Tony: Ja... die erst genannten Vorbilder hat ja irgendwie jeder und das liegt meiner Meinung nach eher daran, dass diese sehr guten Musiker halt nicht nur extrem gut sondern auch sehr bekannt sind. Es gibt aber genauso talentierte und extrem gute Musiker die total unbekannt sind, sich in diesen Reihen aber locker gleichstellen können....das sieht man schon wenn man mal etwas auf Youtube stöbert.
Uli John Roth und Kosho habe ich beim Robert Johson Guitar Award kennen gelernt und war total begeistert. Das war ein Gitarrenaward bei dem man sich per Video (siehe meine Myspaceseite - besteht aus Rising Storm Solo-Medley) bewerben konnte. Die besten 20 wurden dann 2 Tage nach Hamburg eingeladen und wir hatten dann mit Leuten wie: Uli John Roth, Victor Smolski, Markus Deml, Kosho, Mattias Eklundh( Freak Kitchen) etc. Unterricht... die genannten haben mich zwischen den Dozenten besonders beeindruckt. Kosho deswegen weil er sich zu Beginn des Unterrichts einfach spontan die Akustikgitarre schnappte und total leidenschaftlich und gefühlvoll einen kleinen Song performt hat... das hat mich einfach umgehauen.


Eric, du bist ebenfalls Gitarrist und mit 22 Jahren schon der Methusalem (hüstel) in der Gruppe. Wie fühlt man sich so als alter Mann? Nein, kleiner Scherz. Auch du hast genau wie Tony neben der Gitarre noch das Klavier als dein Instrument auserkoren. Ist das Zufall, dass beide Gitarristen auch noch mit dem Klavier angefangen haben oder gibt es da unter euch so einen kleinen freundschaftlichen Wettstreit?

Eric G.: Ich habe das Klavier bzw. das Midikeyboard herangezogen, weil es ein sehr nützliches Instrument ist. Hiermit ist es möglich Backingtracks zu erstellen über die Solos, oder zweistimmige Passagen geschrieben werden können. Wie auf unserer E.P. INITIUM zu hören ist, haben wir beinahe in jedem Lied einen Backingtrack mit Streichern, dies ermöglicht uns ein weites Spektrum an Klangfarben zu erzeugen und harmonischer zu klingen.
Nebenbei, findet eigentlich kein Wettstreit zwischen mir und Tony statt, aber was wäre das Leben schon ohne einen kleinen Wettkampf ;-)
Außerdem ist das Klavier ein sehr tolles Instrument im Umgang mit der Harmonielehre welches mit Sicherheit, dem einen oder anderen Gitarristen wohl noch die Augen öffnen kann.


Eric, du und Tony ihr beide nennt als Einfluss Symphony X. Die Rising Storm Songs sind progressiv ausgerichtet wenn auch nicht so stark wie bei Symphony X. Ist das auf eure Vorliebe zurück zu führen?

Tony: Ja schon... ich steh total auf Symphony X, da passt einfach alles. Die Ausrichtung aufs progressive kommt sicher dadurch... jedenfalls mich beeinflusst das schon sehr. Allerdings würde ich in Zukunft noch stärker in die Prog.-Ecke rücken wollen.

Eric G.: Ja das ist eindeutig auf die Musik zurück zu führen die wir auch privat hören, ich meine wer z.B. Liquid Tension Experiment hört, kann dies in seiner Musik wohl nicht ganz unberührt ruhen lassen.
Aber, prinzipiell muss ich eingestehen das wir nun auch nicht sooo progressive sind für meinen Geschmack, was aber auch gut so ist.
Mir ist es egal ob die Leute uns nun für eine Progressive- Power- Heavy- oder Prog Power Metal Band halten. Ich denke das wir uns treu bleiben und immer die Musik machen di uns gefällt, dass dies auch mit Interferenzen überseht sein kann ist denke ich normal.


Mir persönlich gefallen die älteren Symphony X Alben wie TWILIGHT IN OLYMPUS, DIVINE WINGS OF TRAGEDY oder THE DAMNATION GAME besser als die neuen. Aus meinem Empfinden hat der Härtegrad bei Symphony X zugelegt was ja nicht schlecht ist, aber die melodische Qualität und Eingängigkeit ist aus meiner Sicht eben nicht mehr so gut wie früher. Würdet ihr mir da zustimmen oder seht ihr das ganz anders?

Tony: Also ich sehe das ähnlich....die älteren Alben waren eingängiger, die neuen härter... jedoch mag ich sowohl alt als auch neu! Ich stehe auch total auf die Produktion von Jens Bogren bei Paradise Lost... einer meiner Lieblingsproduzenten... aber nicht nur deswegen läuft das Album bei mir rauf und runter... Paradise Lost und The Odyssee gehören zu meinen absoluten Lieblingsalben( allgemein. Nicht nur Symphony X), die älteren sind anders... aber mindestens genauso toll.

Eric G.: Ich kann dir zustimmen im Bezug auf die Aussage über SYMPHOMNY X und deren Alben. Ich denke aber auch, dass dies ein schon sehr bewusster Schritt von denen ist denn Geld müssen auch Russell und Romeo verdienen um ihre Familie ernähren zu können. Ich finde es auch unglaublich beeindruckend, dass alle Leute von SYMPHONY X solange dabei geblieben sind und immer Musik gemacht haben egal ob vor 10 oder 1000 Leuten gespielt oder wie im allgemeinen ihre Musik angenommen wurde. Sie haben ihre PASSION gelebt und tun dies zum Glück immer noch. Zusammen mit ihrer Familie und den Fans die über die Jahre stetig mehr wurden.


Neben Symphony X hat es euch beiden auch Victor Smolski, dem Gitarristen von Rage, angetan. Smolski geht auf seinen Solo Alben stellenweise eine Symbiose aus Metal und Klassik ein. Spricht euch das besonders an? Wäre das auch etwas für Rising Storm mit Synthies und Keyboards lässt sich da doch einiges machen?

Tony: Wie gesagt, ich habe Victor auf der Musikmesse und diversen Workshops gesehen und hatte ihn als Dozent in Hamburg. Seine Soloalben gefallen mir recht gut, allerdings wäre mir das für Rising Storm zu viel "Klassik". Es wird in Zukunft noch mehr davon geben, aber sicher nicht durch einen Keyboarder sondern als Backing, so wie es jetzt schon passiert...außer bei INITIUM finden sich Streicher auch im Refrain bei Iron Faith, Saints Of Perception und im Cleanpart von Avenger wieder...auch wenn sich das alles eher im Hintergrund abspielt.

Eric G.: Wie gesagt Streicher haben wir schon verwendet und werden in Zukunft ob nun Blues oder Klassik immer wieder in unser Spiel mit einfließen lassen.
Es ist sehr schwer etwas absolut neues zu kreieren, da sollte es zumindest ansprechend klingen.


Und noch mehr Gemeinsamkeiten, ihr beide (Eric und Tony) scheint fast Zwillingsbrüder zu sein, früher lag euer Schwerpunkt auf der Spieltechnik wie ich den Infos entnehmen kann, heute wollt ihr euer Augenmerk verstärkt auf Songwriting und abwechslungsreiche Arrangements lenken. Ist euch neben der Beherrschung der Instrumente besonders der kreative Teil wichtig?

Tony: Für mich ist das der wichtigste Teil, Technik ist nur der Weg zum Ziel... ohne jedoch hat man es in dem Genre sehr schwer.

Eric G.: Vielleicht!
Na ja, für mein Empfinden ist es zunehmend der natürliche Lauf der Dinge sich tiefer in das Songwriting zu begeben wenn man als Band voran schreiten will und mit eigenen Stücken auf jeder Bühne immer wieder das Gleiche spielen will. Damit steigt natürlich der Anspruch, etwas zu schreiben, dass von einem selber kommt als irgendwelche Licks standardmäßig rauf und runter zu dudeln.


Eric du nennst die anderen Bandmitglieder "Brothers". Da fällt mir spontan die Band Wizard ein. Die Jungs von Wizard sind auch eine verschworene Gemeinschaft und haben sich sogar alle das gleiche Tattoo machen lassen. Gibt es denn bei euch nie Meinungsverschiedenheiten, gewisse kleine Spannungen können ja auch kreative Kräfte freisetzen?

Eric G.: Wie gesagt die Freundschaft und Persönlichkeit eines jeden, dass ist es, was RISING STORM ausmacht...


Du hast eine Ausbildung zum IT System-Elektroniker Eric da dürfte es doch für dich ein Klacks sein eine Band Website zu erstellen. Eure Myspace Seite ist gut gemacht aber eine Homepage mit Fotos, Gästebuch, News, Bekanntmachung wann ihr wo auftretet etc. fände ich besser. Habt ihr daran noch nicht gedacht?

Eric G.: Ja, eine Internetseite lässt wohl noch ein paar Monate auf sich warten, aber über Myspace können wir schon eine Menge posten und veröffentlichen.
Myspace ist dafür ein super Portal.


Eric du strebst wie Karl ein Studium an, Erik studiert bereits Wirtschaftsinformatik. Bei der Begeisterung für Musik die ich bei euch allen spüre hat nie einer daran gedacht Musik zu studieren?

Karl: Ich sah und sehe Musik immer noch als meine ganz eigene persönliche Befriedigung an, die ich jeden Tag brauche. Egal ob es in Form von hören oder selbst spielen ist. Aber wenn man diese Fachrichtung Musik nun studiert, bekommt man gewisse Auflagen, die man erfüllen muss. Man muss bestimmte Stücke zu bestimmten Zeiten spielen können. Egal ob sie einem liegen oder ob sie einem gefallen. (Wie bei uns in der Band....haha...)
Aber ich denke wenn ich zwanghaft Musik machen müsste würde ich nicht mehr so kreativ sein. Klar ist ein wenig Druck nicht schlecht, aber ich möchte noch immer selber entscheiden was ich wann, wo und wie spiele. Das macht es doch gerade aus, oder nicht? Und ich denke, wenn ich den ganzen Tag schon Musik um den Ohren hab mit Theorie etc. hätte ich zu Hause gar keine Lust mehr darauf und müsste mich mit anderen Dingen ablenken.
Da dies zum Glück nicht der Fall ist und auch nie der Fall sein wird, kann ich mich nach wie vor, immer wieder, wann ich will mit Musik ablenken...

Eric G.: Na ja Musik ist mein Hobby und meine Lebenselixier, aber es ist ein knallhartes Geschäft und jetzt kommt der Opaspruch: "Muss man sich auch für die Zukunft absichern können". Aber nichts desto trotz steht es mir noch offen was ich studieren werde, dies ist auch ein weiterer Grund warum ich das Klavier in mein Repertoire an Instrumenten mit aufgenommen haben.


Neben der Musik nennst du den Sport als deine Leidenschaft. Eric dann bleibt ja nicht mehr viel Zeit für andere Beschäftigungen. Was sagt deine Familie, eventuell die Freundin dazu?

Eric G.: Ja das ist immer schwierig, aber muss auch mal Kompromisse eingehen können.
Aber das klappt bei mir ganz gut, meine Freundin nimmt sich diesem Hobby an.


Kommen wir zum Mann an der Schießbude, Erik. Du hast zehn Jahre lang Unterricht an den Drums genommen und vier verschiedene Lehrer gehabt. Wie darf ich das verstehen. Hast du die alle verschlissen oder wuchsen mit deinem Können die Ansprüche und du hast dir jeweils einen neuen Lehrer gesucht?

Erik H.: Heheh… das wäre schön gewesen. Die ganzen Lehrerwechsel hatten aber eher logistische Gründe, zum Beispiel Umzüge und so weiter. Ich denke jeder von ihnen konnte mir aber seine Kerninfos mitgeben, an denen ich noch viele Jahre arbeiten kann.


Du sagst du bist über Fleetwood Mac und Metallica zur Musik gekommen. Das sind zwei Bands die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ist dein Musikgeschmack sehr weit gefasst?

Erik H.: Also ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich neben Metal auch gerne andere Musikrichtungen höre, speziell ältere Musik. Das Ding an der Musikgeschmacksache ist aber auch, dass ein guter Musiker sich nicht dadurch auszeichnet nur eine Musikrichtung zu kennen. Technisch gesehen sind alle Musikrichtungen total interessant obwohl eine wirkliche Varianz bei dem Musik hören und genießen gibt's bei mir im CD-Player nicht wirklich. Ich höre gerne andere Musik, aber aus anderen Gründen (Technik, Interesse).


Da wir gerade bei Fleetwood Mac sind, Mick Fleedwood ist ja auch Schlagzeuger und nach ersten Erfolgen zusammen mit Peter Green an der Gitarre ging es mit der Band nach dessen Weggang steil bergab. Fleedwood war pleite und musste sogar sein Schlagzeug ins Pfandhaus tragen. Erst später mit dem Album RUMOURS kam der Welterfolg. Denkst du auch darüber nach wie eng Erfolg und Misserfolg in der Musik beieinander liegen?

Erik H.: Wenn es um die finanziellen Aspekt geht, dann auf jeden Fall. Heutzutage hängt viel von den Labels, von Trends und vom Image ab. Ob eine Band nun reich ist oder nicht sagt meiner Meinung nach nicht viel über die Qualität der Musik aus, sondern nur häufig wie gut sie sich vermarktet. Damit will ich auf keinen Fall sagen, dass große Bands keine gute Musik machen, nur dass kleine Underground Bands sich von der Qualität teilweise gar nicht so sehr unterscheiden. Hierin liegt finde ich die andere Art des Erfolgs. Der Witz bei Mick Fleedwood ist, dass es aber auch kurz vor Rumors musikmäßig nicht mehr ganz gestimmt hat, deswegen war wohl Misserfolg und Erfolg irgendwie doch in allen Belangen nahe beieinander.


Als stärksten Einfluss gibst du Symphony X und Iced Earth an. Noch ein Symphony X Fan in der Band. Bei euch hören die Gemeinsamkeiten gar nicht mehr auf. Besonders Jon Schaffer dem Bandleader von Iced Earth ist eins deiner Idole. Ich zähle mich auch zu den Iced Earth Anhängern und habe fast alle Alben. Doch leider empfinde ich Schaffers Songwriting Qualitäten seit einiger Zeit schwächer als früher. Geht nur mir das so oder kannst du mir da zustimmen?

Erik H.: Am leichtesten von der Hand geht im Musikgeschäft die Musik, dass was wirklich zehrt ist das Drumherum (Die Organisation, der Aufwand, die Werbung, das Menschliche, die Geduld). Bei allen Bands die Großes geschaffen haben, ist ein wesentlicher Teil der Musik der Charaktere der Leute die sie machen. John Schaffer ist jemand, der noch nie der filigranste Musiker war, aber unter größten Schwierigkeiten immer weiter gemacht hat, unzählige Rückschläge eingesteckt hat und alles gegeben hat was er hat. Er führte seine Band Iced Earth von Anfang an und schmiss jeden raus der seinem Traum im Weg stand. (spricht nicht fürs Menschliche aber für die Überzeugung) Wenn ich Iced Earth höre, dann höre ich nicht nur die endlosen Galopprhythmen und high pitched screams, sondern ich höre die Hingabe und die Emotionen die er in die Musik steckt.

Das Songwriting hatte meiner Meinung in und nach dem Album Framing Armageddon einen kleinen Dämpfer bekommen. Die Alben Horror Show und Glorious Burden sind meine Lieblingsalben von Iced Earth, da die Geschichte die erzählt wird, die so unglaublich passend musikalisch unterlegt ist, dass es für mich das stärkste Gesamtbild ergibt. Nachteilig zugegebener Maßen ist die gewisse Eintönigkeit in den verwendeten stilistischen Mitteln, die zwar schon immer da war aber meines Erachtens in den neueren Alben noch mehr auffällt.


Viele der Iced Earth Scheiben sind Konzeptalben wie HORROR SHOW (Monster der Filmgeschichte) oder GLORIOUS BURDEN (historische Kriege der U.S.A.). Nun ist es doch sicher euer Wunsch möglichst bald ein Album aufzunehmen. Könnte das auch ein Konzeptalbum sein mit einem durchgängigen Thema?

Erik H.: Wie bereits gesagt sind diese beiden jeweils meine Lieblingsalben von der Band, gerade weil das Konzept so gut umgesetzt ist. Sobald man Songs und Alben starke Geschichten und Ideen lyrisch mitgeben kann, werden sie viel einflussstärker und packender, man kann sich damit mehr identifizieren. Von der Musik allein halten sich Songs nicht lange und man überhört sie schnell, aber Konzepte geben der Sache Charakter. Problematisch ist bei uns momentan, dass viel Songmaterial vorhanden ist, allerdings die Lyrics noch fehlen. Einige Songs für ein späteres Album stehen schon ziemlich und es wurde sich damals nicht auf ein Konzept geeinigt. Wir werden also versuchen beim nächsten Album ein Konzept zu verwirklichen und dieses noch Ausstehende mit vielen individuellen Inhalten zu füllen, die der Musik Bedeutung verleihen.

Eric G.: Unser erstes Album wird wohl kein Konzept Album mehr werden, aber ich denke in Zukunft wird da sicherlich wenigstens eins entstehen.


Erik, neben dem Metal hat es dir auch Klassik und Blues angetan. Auch bei dir also ein großes Spektrum an Musikinteressen. Würdest du es begrüßen wenn die anderen Bandmitglieder mal einige Songs in die Richtung Neoclassical Metal wie Malmsteen ihn macht schreiben würden?

Erik H.: Auf jeden Fall ! Malmsteen selbst hat für meinen Geschmack den Fokus ein wenig zu sehr aufs Solieren gelegt, doch die Neoclassischen Elemente find ich immer enorm stark. Man sagt ja Metal ist die Klassik der Neuzeit. Und neu kann von alt immer was lernen.


Du sagst: "Musik ist Handwerk und Kunst". Stehst du mehr auf Stücke bei denen Effekte und technischer Aufwand eine untergeordnete Rolle spielen? Hat "handgemachte Musik" bei dir einen höheren Stellenwert als ein Stück das mit viel Aufwand im Studio gepushed wird und das sich live nur in eingeschränkter Form spielen lässt?

Erik H.: Also erst einmal ist es unglaublich wichtig das alles was auf der CD zu hören ist der Musiker auch spielen kann. Das bezieht sich allerdings nicht auf den Sound. Ich finde es legitim alles aus dem Sound rauszuholen. Live sollte eine Band dies aber schon so ziemlich bringen, weil sie sich auf Dauer sonst selbst keinen Gefallen tut. Das heutige Musikgeschäft lebt vom Live-Spiel und nicht von verkauften CDs. Deswegen find ich die Tendenz von den neuen Blind Guardian bei denen zum Beispiel Hans teilweise 6 verschieden Stimmen gegeneinander singt und Live die gleiche Stelle einfach nur enttäuschend klingt nicht gut. Diese Vorgehensweise ist der elektronischen Musik schon gar nicht mehr so unähnlich.


Die Lyrics stammen zum großen Teil von dir, manche hast du mit Karl zusammen verfasst. Ungewöhnlich für einen Drummer. Schlummert da in dir noch eine dichterische Ader?

Erik H.: Nun ja, erstmal finde ich gut, dass die Band und speziell Karl meine Vorschläge annimmt, da es er ist, der sie singt. Bei den Lyrics mitzuwirken gibt mir als Schlagzeuger auch die Möglichkeit mich an der Kreativarbeit zu beteiligen. Das Schlagzeug als solches, ist ein schönes und auch schwieriges Instrument, ist aber in seinen Tonarten und seine Redegewandtheit ziemlich eingefahren. Es ist eine Möglichkeit für mich, meine persönliche Note noch auf andere Weise mit einzubringen. Außerdem mochte ich schon immer gerne Geschichten und Ideen hören bzw. erzählen. Meine Deutschlehrerin wird es nicht glauben aber eine Ader ist auf jeden Fall da.


Eure EP INITIUM hat eine Spielzeit von 30 Minuten für eine EP schon recht viel. Bei Children Of Bodom wäre das bereits ein Album mit Überlänge. Okay, das war etwas übertrieben. Geht euch das Schreiben neuer Songs gut von der Hand? Wer ist bei euch der kreativste Kopf in der Band?

Eric G.: Das schreiben von Songs geht im Laufe der Zeit immer besser von der Hand und der kreativste Kopf ist Tony.


Ihr habt von mir schon viel Lob bekommen, da wird euch etwas Kritik, vor allem wenn sie konstruktiv gemeint ist, bestimmt nicht treffen. Wer hat euer Band Logo verbr… ähhh entworfen? Ich finde das höflich ausgedrückt suboptimal. Weder grafisch überzeugend noch ist der Schriftzug sonderlich gut lesbar. Das sieht so aus wie eine Schlange die einen Hammer verschluckt hat und nun etwas eckig durch die Gegend läuft. Die Zacken sollen wahrscheinlich Blitze sein, das passt zum Bandnamen, aber wie gesagt grafisch nicht so toll.

Karl: Ja... also... das Logo gefällt uns allen noch nicht so 100%ig. Das was auf dem Cover zu sehen ist, ist auch nur übergangsweise und wird auf jeden Fall nochmals verändert. Es ist gerade eins in Arbeit.
Bevor wir unsere EP veröffentlicht haben hatten wir noch ein anderes Logo, welches aber irgendwie nur mir gefiel...und dann musste auf einmal ganz schnell ein neues für die EP her...na ja und dabei ist das entstanden...
Aber wie gesagt... Es wird nicht mehr länger unsere CD's zieren...
Aber das mit der Schlange und dem Hammer hab ich auch noch nicht gehört...

Erik H.: Die Logo Diskussion begleitet uns schon lange. Wir hatten bereits mehrere Logos und einfach nichts sagt zu. Wir suchen noch einen fähigen Künstler der bereit ist, sich der Sache anzunehmen. Aber aus diesem Grund gibt es auch noch keine T-Shirts von uns; das richtige Logo fehlt.

Eric G.: Ja mit dem Bandlogo hatte wir bisher so unsere Probleme, wir hatten schon vorher so ein zwei andere Designs aber sind erstmal auf diesem hängen geblieben. In Zukunft wird es dort sicherlich noch eine Veränderung geben.
Trotzdem danke für deinen Hinweis, Vielleicht kennst du ja jemanden der für uns einen Entwurf erstellen würde unabhängig von unserem jetzigen Logodesign.


Auf Myspace ist von euch ein Video zu dem Song "Iron Faith" zu sehen. Da spielt ihr live. Die Tonqualität ist aber so gut, das kann nicht bei dem Auftritt aufgenommen worden sein mit den Hintergrundgeräuschen der Fans etc. Oder doch?

Tony: Das Video wurde bei 2 verschiedenen Konzerten aufgenommen. Die Tonspur stammt allerdings von einer älteren Aufnahme, der Vorproduktion von "Iron Faith".


Damit wäre ich mit meinen Fragen am Ende. Bleibt mir nur noch euch alles Gute zu wünschen und die Daumen zu drücken für eure Musikkarriere.

Alle: Danke für deine tolle Arbeit!


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