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StatovariusDer Stern der nordischen Power-Metaller-Klassiker ist wieder am steigen. Konnte die Band zwischen 1995 und 2003 mit Alben wie INFINITY und VISIONS große Erfolge feiern, so sank das Ansehen spätestens während den Querelen mit Gitarrist und Hauptsongwriter Timo Tolkki. Das logische Resultat waren mit ELEMENTS PART 1 (ansatzweise), PART 2 und dem Selbstbetitelten Album eher schwache Scheiben. Die Nordlichter befanden sich in der Auflösungsphase. Seit 2009 geht es aber wieder Aufwärts. Mit dem neuen Gitarristen und gleichzeitig Hauptsongwriter Matias Kupiainen und mit neuem Bassisten veröffentlichte die Band vor zwei Jahren POLARIS und tourte ausgiebig. Das nun bereits zweite Werk ELYSIUM präsentiert Stratovarius tatsächlich wieder in alter Stärke. Zusammen mit der Helloween-Tour wird es die Nordmannen wohl dahin zurückbringen, wo sie hingehören: Ganz weit oben. Keyboarder Jens Johansson und Gitarrist Matias Kupiainen sprachen mit mir über das neue Album, harte Zeiten und wieso es lange unsicher war, ob die Gruppe unter dem Banner „Stratovarius“ weitermusizieren würde.

Datum:
 R.W., 31.01.2011

Wir fragten...
 Ihr seid im Moment auf der Helloween-Tour. Wie wars bisher?

Matias: Sehr nett. Bis jetzt läuft die Tour ziemlich gut für uns. Fast jedes Konzert ist ausverkauft. Es kommen sehr viele Leute. Für uns ist das absolut großartig dabei zu sein. Natürlich hatten wir einige Probleme. Auf dem ersten Teil ist unser Schlagzeuger Jörg Michael ausgefallen, weil er Krebs hatte. Den hat er aber nicht mehr. Und nach dem ersten Teil hat unser Sänger Timo diese komischen Bakterien aufgeschnappt, die ihm seine Stimme komplett geraubt hatten. Und darum mussten wir die ersten paar Konzerte absagen. Aber wir kämpfen die ganze Zeit. Wir spielen unsere Konzerte und versuchen, diese Tournee zu genießen.


Sind eure Fans denn in etwa die gleichen wie diejenigen von Helloween? Oder gibt es Leute, die extra wegen euch und nicht wegen Helloween kommen?

Jens: Ich glaube es gibt ein paar wenige von der letzten Sorte. Helloween sind in den meisten Märkten die größere Band als wir. Aber ich glaube da gibt es auch eine Synergie - also im Stile von eins und eins macht hier drei und nicht zwei. Einige Personen die vielleicht zu Hause bleiben würden, kommen jetzt, weil sie beide Bands zusammen an einem Abend für denselben Preis sehen können. Ich denke, das ist auch der Grund, wieso die Hallen fast überall ausverkauft sind. Es könnte aber auch reinspielen, dass Stratovarius zwischen 2003 und 2008 oder sogar 2009 nicht so viel gemacht haben. Die erste Scheibe, die nach 2003 rauskam war 2009. Ich zähle dieses „Schwarze-Album“ nicht dazu, weil das irgendwie komisch war. Viele Fans haben wahrscheinlich vergessen, dass wir immer noch existieren. Und das ist jetzt eine gute Art um ihnen zu zeigen, dass wir noch da sind. Weil wie Matias bereits gesagt hat, ist es fast immer ausverkauft. Heute Abend ist es zum Beispiel ebenfalls ausverkauft. An anderen Orten haben die Veranstalter auch die Konzerte in größere Hallen verlegt. Aber es ist immer gut, ausverkaufte Konzerte zu spielen. Das fühlt sich immer gut an. Klar, es ist schade für die Leute, die keine Tickets erhalten. Aber es ist so, wie es ist. Wenn du eine große Halle buchst, und dann nur 300 Leute kommen, dann hast du als Veranstalter auch große Probleme.


Und es ist gut für euch, wenn es ausverkauft ist.

Jens: Ja, ich denke auch. Ich mag dieses „Vorband-Sein“ sehr. Da spielst du eine Stunde. Dann hast du frei und kannst tun, was immer du willst. Und…

Matias: „Get wastet“.

Jens: Ja, wenn du willst (lacht)

Matias: Party like animal. Yeah!

Jens: Wenn du das tun willst, kannst du das. Du kannst dir aber auch Filme ansehen, oder was auch immer. Ich mag dieses Gefühl, dass… okay, heute ist es ausverkauft und es ist meistens ausverkauft. …Aber wenn es nicht ausverkauft ist und wir ins Z7 kommen würden, und es wären nur 40 Tickets im Vorfeld verkauft worden, dann könnten wir immer noch die Schuld Helloween zuschreiben. „Ah, das ist das Problem von Helloween, nicht unseres! Die haben es nicht ausverkauft“ Wir sind nur die Vorband. Ich weiß nicht, aber ich mag diese Unbekümmertheit, die man als Vorband genießen kann.


Ihr werdet Helloween wahrscheinlich schon sehr lange kennen?

Jens: Eigentlich haben wir die nie so gut kennen gelernt. Sie sind Deutsche und wir sind fast eine finnische Band. Also die aller meisten Bandmitglieder kommen definitiv aus Skandinavien. Es gab also nie so viel Kontakt zwischen uns. Dazu kommt, dass während unseren dunklen Jahren Helloween gerade wieder aufgestiegen sind. Und während unseren Glanzjahren vor den dunklen Jahren, also zwischen 1995 und 2003 hatten Helloween Probleme mit ihren Labels und so. Die haben damals kämpfen müssen. Wir waren also nie zur gleichen Zeit groß in dieser Szene. Und wie du bereits sagst, ähnelt sich unsere Musik. Aber ich denke, sie ist immer noch unterschiedlich genug.


Dies könnte sich jetzt aber mit dem neuen Album ändern. Ihr könntet also beide künftig großartige Zeiten erleben.

Jens: Ja, definitiv. Ich denke, dass es seit POLARIS wieder gute Zeiten für uns sind. Aber natürlich kämpfen wir trotz guten Zeiten mit den ganzen Problemen der aktuellen Musikindustrie. Also damit, dass die Leute anstelle der CDs zu kaufen, sie einfach illegal runterladen. Wir werden sehen, wohin uns diese gute Zeit bringen wird. Aber solange du Musik machst, kannst du nichts falsch machen. Das ist das Beste was du machen kannst. Sogar als die Titanic im Film am Sinken ist, spielt die Band weiter. Wir sind wie diese Folk-Band auf der Titanic, während die ganze Musikindustrie in diesen Eisberg fährt. Das sind Stratovarius für euch! Und wir werden spielen, bis wir ins Wasser fallen!


Wie schwer war es das neue Album zu schreiben im Vergleich zum letzten?

Matias: Ich denke, dass wir dieses Mal mehr Zeit für das Album hatten- Insbesondere um das Ganze zu komponieren. Ich habe ziemlich genau dann mit den neuen Songs angefangen, als der Vorgänger POLARIS rausgekommen ist. Das Komponieren hat dann etwa ein Jahr gedauert. Und es war 2010 als wir in dieser Hütte zusammen waren. Wir haben da in einer Hütte in Mitten von Nichts in Finnland die Demos zusammengestellt. Dieses Mal hatten wir auch mehr Zeit, um uns um die ganze Produktion zu kümmern. Aber auch für die Aufnahmen selber. Wegen den Liedern weiß ich nicht. Wir hatten fast 18 oder 20 Lieder, von denen wir die besten Aussuchen konnten. Es war von daher ziemlich einfach. Anderseits ist es natürlich so, dass wenn deine eigenen Lieder zur Diskussion stehen, man am liebsten seine eigenen auf dem Album haben möchte. Also haben eine Art Wahl durchgeführt. Also genau im Stile von den Eurovision Contests. Wir haben diese blöde Sache gemacht. Aber egal. Es hat sehr gut geklappt.


Schließlich waren also vor allem deine Lieder, Matias, welche die 10 Punkte erhalten haben.

Jens: Ja, er hat viele 10-Punkte erhalten.
Matias: Ich weiß nicht. Es gab ebenfalls viele Lieder von Lauri (Porra, Bassist), der auch acht oder neun Lieder geschrieben hat. Man kann solche Lieder auch auf dem Bonusmaterial hören. Und wir haben noch weiteres Material, das bereit wäre. Wenn wir also noch weitere Extra-Lieder rausbringen müssten, dann könnten wir nur noch für ein paar Tage ins Studio gehen, und wir hätten wieder ein paar Bonus-Lieder zusammen. Das ist sehr angenehm.

Jens: Einige der Lieder sind bereits halb fertig. Es war ein sehr komischer Prozess. Weil natürlich haben wir ein Jahr lang daran geschrieben. Okay, ich bin da ein wenig flüchtiger. Ich habe erst im letzten März angefangen, darüber nach zu denken. Und wir kamen im April zusammen. Bis da hatte ich nur drei Lieder geschrieben. Und einer davon schied dann aus. Als wir uns aber im April getroffen haben, wussten wir noch nichts über diese Helloween-Tour. Ich dachte mir, dass wir zehn bis elf Monate Zeit hätten, um das ganze fertig zu machen. Also von den Demos bis zum Mix. Oder vielleicht sogar ein Jahr, oder so. Es war so viel einfacher als bei POLARIS. Denn jetzt hatten und haben wir einen Plattenvertrag. Wir hatten vorher schon zusammen als Band um 110 Shows gespielt und die neuen Leute waren gut in die Band integriert. Matias hatte mehr Zeit zum Komponieren. Okay, bei mir dauerte das nur einen Monat. Aber…

Matias: Schäme dich (lacht)!

Jens: Ja, meine Schande. Aber ich habe Ideen gesammelt und dann diese zusammen geführt. Natürlich gibt es da einige Ideen von mir, die bereits alt sind. Aber egal, denn als wir im April zusammen kamen, dachten wir, dass das Album erst in 13 oder 14 Monaten rauskommen würde. Und im Sommer, als wir gerade anfingen, das Schlagzeug aufzunehmen, kamen Helloween auf uns zu und haben gefragt, ob wir mit ihnen gerne auf Tour gehen würden. „Wir starten dann Ende November“, hieß es da. Und ab diesem Punkt mussten wir uns plötzlich beeilen, um das Album fertig zu stellen. Es wurde dann zum Superstress. Spezielle für Matias, der auch unsere Produktion macht und eigentlich immer und für alles im Studio gesessen ist. Am Ende mussten wir ein paar Sachen zurückstellen, welche wir eigentlich gerne auf dem neuen Album gehabt hätten. ELYSIUM wurde jetzt also nur 54 Minuten lang. Und wir mussten ebenfalls die Lieder mixen. Dabei half uns aber eine weitere Person. Während also Matias Lieder gemixt hat, tat das auch noch eine andere Person. Das war etwa genauso, wie ich auch das Keyboard an verschiedenen Orten aufgenommen habe. Die Deadline für das neue Album war am 1. November. Und die Tour startete am 8. November.

Matias: Ja, und die ganze Orchestration musste ebenfalls noch fertig gestellt werden. Die haben wir sogar in vier verschiedenen Studios aufgenommen.

Jens: Ja genau. Aber diesen Plattenvertrag zu haben, hatte auch den Vorteil, dass wir fähig waren zu sagen: „Okay, wir können fünf anderen Songs noch zurücklegen, weil wir genug Geld dafür haben. Wir hatten ja mit Edel einen Vertrag. Wir hatten damals POLARIS rausgebracht, um zu sehen, ob irgendwelche Labels noch an uns Interesse haben, und auch ob die Leute sich noch für uns interessieren. Als wir damals angefangen haben, Lieder zu schreiben, wussten wir noch nicht einmal, ob wir den Namen Stratovarius für uns benutzen dürfen. Und einige in der Band, waren auch gegen die Weiterverwendung des Namens Stratovarius. Beim zweiten Album waren wir also in einer komplett anderen Situation.


Der Titelsong macht ja fast die Hälfte des Albums aus?

Jens: Ist das wirklich so?


Ja, wenn du sagst, dass das ganze Album 45 Minuten lang ist?

Jens: Nein, 54 Minuten.


Nein, dann ist es das nicht.

Matias: Es macht etwa einen Drittel aus. Und das ist sogar noch eine gekürzte Version.

Jens: Ja, das ist die Kurzversion davon. Ich denke das Original war viel länger. Etwa 25 Minuten.

Matias: Es war fast 28 Minuten lang.

Jens: Das Lied "Infernal Maze" gehörte ursprünglich auch zum ELYSIUM-Lied. Und wie lange war das damals?

Matias: Sechs Minuten und 28 Sekunden.


War ELYSIUM denn immer als ein Song gedacht, oder waren dass verschiedene Lieder, die ihr zu einem ganzen zusammen gefügt habt

Matias: ELYSIUM dreht sich vor allem um diese Melodie. Also immer diese gleiche Melodie, die sich bis zum Ende immer weiter entwickelt. Eigentlich ist es ein Lied, aber es gibt drei verschiedene Teile und es präsentiert eigentlich die immer gleiche Melodie in verschiedenen Stimmungen. Und so wie die Geschichte immer weiter geht, passt sich auch die Melodie an. Da gibt es auch sehr aggressive Teile darin, und dann wieder fast schon Pop-Musik-artige Sachen. Es gibt einige sanfte Momente, und einige wirklich hektische Momente. Es ist wie eine Balance zwischen allem.
Jens: Ja, es gibt einige melodische Momente. Aber ich mag auch die vielen Wechsel.


Werdet ihr das Lied auch heute spielen?

Jens: Nein, denn das würde von unserem heutigen Set fast die Hälfte ausmachen.

Matias: Ja, es wäre wieder ein Drittel des ganzen Auftritts.

Jens: Wir spielen 60 Minuten. Aber wenn wir das Lied schneller spielen würden, hätten wir es vielleicht bereits nach elf Minuten durch. Oder auch nicht. Aber wir spielen es heute nicht.



Für mich war es überraschend, dass ihr so sehr nach Stratovarius klingt, obwohl Matias die meisten Lieder geschrieben hat. Ist es schlicht Stratovarius, weil Timo Kotipelto die Lieder singt oder liegt das auch an der Art des Songwritings?

Jens: Für mich liegt das vor allem an der Stimme, wenn du eine Band wieder erkennen möchtest. Das ist auch das, was mir bei POLARIS aufgefallen ist. Ich wunderte mich damals im Vorfeld, was aus den Songs am Ende werden würde. Als wir mit dem Schreiben von POLARIS begannen und Demos gemacht haben. Ich dachte mir damals: „Okay, es klingt nach Stratovarius. Es klingt natürlich anders, aber es klingt doch irgendwie nach Stratovarius, weil da Timo’s Stimme klingt.“ Aber auch Jörg’s Schlagzeugspiel ist irgendwie typisch für uns. Die Art wie er Breaks und all die Sachen spielt. Das ist es, was mich bei POLARIS dazu gebracht hat zusagen, dass wir unter dem Namen Stratovarius weiter musizieren können und dürfen. Jörg war dann der, der am längsten dagegen war: „Nein. Nur über meine Leiche werden wir unter Stratovarius weiter machen. Ich hasse diesen Namen.“ Aber schließlich, nach dem wir mit ihm gesprochen hatten, hat er dann nachgegeben. Er hat das auch in Interviews wie bei demjenigen mit dem Deutschen Roch Hard erzählt: „Nur über meine Leiche werde ich das Stratovarius nennen.“ Im Stile von „Fuck Stratovarius“ (lacht). Aber natürlich war das ein sehr schwieriger Entscheidungsprozess. Weil du willst ja nicht teil von etwas sein, dass eigentlich ein totale Verarsche oder Lüge ist. Für mich ist es so, dass eigentlich jeder in der Band austauschbar ist – Mit Ausnahme von Timo Kotipelto. Aber wenn du mich diese Frage vor fünf, sechs Jahren gefragt hättest, wäre die Antwort wohl anders ausgefallen. Das ist schräg.


Gab es auch Ideen die ihr nicht genommen habt, weil die auch mit Timo’s Stimme nicht nach Stratovarius geklungen haben?

Jens: Die, die wir nicht genommen haben, klangen ebenfalls nach Stratovarius. Wir hatten aber keine Zeit sie zu fertig zu stellen. Nach Plan wäre die CD in etwas jetzt rausgekommen. Aber die Tour ist für uns eine wirklich gute Gelegenheit uns zu präsentieren. Wir nützen da das Interesse aus, das entsteht, wenn ein neues Album rauskommt. Aber auch eine Tour generiert Interesse. Und wenn du beides gleichzeitig haben kannst, wird die Wirkung viel größer. Also alles, was wir nicht fertig gemacht haben, war weil wir keine Zeit mehr dafür hatten. Ich weiß auch nicht, was mit diesen Sachen passieren wird – Ob wir sie fertig stellen werden oder ob diejenigen, die es geschrieben haben für etwas anderes brauchen. Ich weiß es nicht.


Jörg hat in einem Interview erzählt, dass es Diskussionen gab, wie viel Bombast auf dem neuen Album sein sollte. Wie glücklich seid ihr jetzt mit dem Resultat?

Matias: Ich mag das neue Album viel mehr als POLARIS. Für mich ist es künstlerisch wertvoller und hat sehr viele schöne Lieder drauf. Zur selben Zeit mag ich auch die Atmosphäre darauf.

Jens: Es ist besser durchdacht. POLARIS haben wir in etwa einer Woche zusammen gestellt. Auf jeden Fall hatte jeder bereits vorher Ideen.

Matias: Ich denke, wir haben etwa zwei Wochen in dieser Hütte verbracht und gleichzeitig das Schlagzeug aufgenommen. Es war sehr hektisch. Es war schlicht experimentell um irgendetwas auszuprobieren. Wir haben einfach Mikrofone um das Schlagzeug aufgestellt und geschaut, was passiert. Und ich kann mich erinnern, dass wir nach diesen „Hüttenferien“ ins Studio gegangen sind und uns die Lieder angeschaut haben. Und ich dachte mir: „Oh, fuck. Was haben wir den hier! Vielleicht sollten wir das Schlagzeug nochmals aufnehmen.“ Aber es war dann so, dass Jörg so glücklich mit seinem Schlagzeugspiel in der Hütte war, dass du dieses jetzt auf POLARIS hören kannst. Es wurde also in einem kleinen Raum in der Mitte von Nichts eingetrommelt, mit nur ein paar Mikrofonen. Ganze ohne Preamps, Compressor und allem drum und dran. Es ist wirklich eine Art „Low-Quality“-Aufnahme. Aber schlussendlich wurde das Album so gemixt, dass es irgendwie okay klingt. Bei ELYSIUM hatten wir viel mehr Zeit. Und sogar hier wurde es zum Schluss ziemlich hektisch. Aber schlussendlich hatte jeder von uns für das neue Album genug Zeit, so zu spielen, wie er das auch wollte, und hatte auch gewisse Freiheiten. Ich bin sehr glücklich damit.


Letztes Jahr habt ihr euer INFINITY-Album nochmals rausgebracht. War das zum 10 jährigen Jubiläum des Albums?

Jens: Ja, das war so. Der Vertrag mit Nuclear Blast zu diesem Album ist damals ausgelaufen. Und die sagten in etwa, dass sie gerne nochmals weitere 1000 Stücke als Super-Gold-Edition pressen wollten. Das wollten sie dann als Super-Limited-Edition rausbringen. Wir fanden die Idee aber nicht so toll und haben was anderes daraus gemacht. Weil das mit der Gold-Edition war ihre einzige Idee. Wir wollten aber etwas machen, was für jeden erhältlich sein könnte. So haben wir uns entschieden, dass die Lizenz für INFINITY zurück zur Band geht und wir gaben sie an Edel weiter, bei welchen wir jetzt auch mit POLARIS und ELYSIUM sind. Und die haben es jetzt mit einigen extra Sachen rausgebracht.


Gibt es weitere Alben, die in diesem Stil wieder auf den Markt kommen werden?

Jens: Das ist eine gute Frage. Ich denke, das wäre eine super Sache. Aber ich denke, dass die anderen Alben erst 2015 frei werden. Ich kann aber nicht in die Zukunft sehen. Ich weiß auch nicht, ob es 2015 überhaupt noch CD geben wird. Vielleicht gibt es dann nur noch Downloads. Ich weiß nicht. Aber egal wie es kommen wird, werden wir darauf achten, dass die Alben weiterhin erhältlich sind. Weil im Moment sind die Rechte bei Universal, und die drucken die nicht einmal mehr. Das betrifft also VISIONS, EPISODE, alle diese alten Scheiben, und DESTINY. Man kann sie nicht einmal mehr kaufen, weil die keine Notwendigkeit sehen, sie nochmals drucken zu lassen.


Also muss man die Alben illegal Downloaden, wenn man sie haben möchte?

Jens: Ja, das ist so. Natürlich schreiben wir denen immer wieder: „Wenn ihr euch nicht einmal bemüht, die CD neu zu drucken, wieso können ihr uns den die Rechte für die Alben nicht bereits jetzt geben, anstatt erst 2015? Aber das ist eine so große Firma, Universal.


Und ihr scheint für die nicht genug wichtig zu sein.

Jens: Ich denke, wir sind nicht einmal wichtig genug, damit die überhaupt unsere E-Mails öffnen. Wir sind wohl eine von hunderttausend Bands, welche die mal unter Vertrag hatten. Ich meine, die haben unseren ganzen Katalog von Sanctuary Records erhalten. Und Sanctuary hatten den ganzen Katalog von Noise Records. Die Verträge sind also irgendwo gelagert, die Aufnahmen irgendwo anders. Es lohnt sich für die nicht, weitere 500 Kopien davon herzustellen.


Wie viele Lieder schlummern denn noch in euren Archiven, die ihr als Bonustrack beifügen könntet?

Jens: Ich denke, das sind gar nicht so viele. Ich weiß nicht. Das wird uns aber erst in der späten Zukunft kümmern. Das ist bis jetzt kein dringendes Thema, weshalb ich bis jetzt nicht einmal darüber nachgedacht habe. Ich denke, da gibt es irgendwo irgendwas in den Archiven. Aber wo die Archive sind…? Ich weiß, da gibt es irgendwelche Tapes in Kotipeltos Übungsraum. Da gäbe es ev. Tracks, die man noch sauber aufbereiten könnte. Aber in den letzten zwei Jahren waren wir derart damit beschäftigt, neue Musik zu kreieren und 2015 ist so weit weg, dass wir noch nicht einmal darüber nachgedacht haben.


Das letzte Album POLARIS habt ihr nochmals mit einer Live-CD rausgebracht. Es wird also so bald kein reguläres Live-Album von euch erscheinen?

Jens: Ich denke nicht. Zumindest haben wir nichts dergleichen geplant. Matias, möchtest du mal ein Live-Album aufnehmen?

Matias: Ich weiß nicht. Ich möchte zuerst mal sehen, wie diese Tour läuft. Und vielleicht werden wir noch auf Headliner-Tour gehen. Aber ich weiß nicht.

Jens: Und Live-Alben zu machen ist so einfach. Du spielst ein Bisschen auf deinem Computer herum und mixt die Spuren richtig zusammen, und die Live-CD kommt heraus. Das sendest du dann dem Label. Das ist so einfach und bedeute vielleicht gerade mal zwölf Stunden Arbeit, Vielleicht auch 14.

Matias: Lass uns zuerst sehen, was passieren wird. Ich denke, unsere Zukunft ist ziemlich offen.


Ihr seid ja bis Ende März mit Helloween auf Tour. Was kommt danach.

Jens: Wir werden auf Südamerika Tour gehen.

Matias: Wir werden da bis Mitte Mai unterwegs sein.

Jens: Aber bisher wurden noch keine Daten veröffentlicht, weil die Daten noch nicht ganz gefixt sind. Aber nach Europa werden wir in Südamerika touren.



Und im Sommer werdet ihr auf den ganzen Festivals spielen.

Jens: Ja, wahrscheinlich ein paar. Wir haben bis jetzt nicht so viele gebucht. Aber wir werden sehen, ob noch was kommen wird, was interessant für uns wäre. Und sonst werden wir auf den Festival 2012 auftreten. Und natürlich haben wir auch Ideen, Headliner-Konzerte zu spielen. Da würden wir dann länger als nur eine Stunde spielen, und das ohne Helloween. Aber bis jetzt gibt es noch keine konkreten Pläne. Seit Juni oder Juli ist jeder dermaßen beschäftigt oder sogar sehr zu sehr beschäftigt. Zuerst haben wir ELYSIUM fertig gestellt und sind danach direkt auf Tour. Um Weihnachten hatten wir dann mal eine 12-tägige Pause. Und dann hatte Timo diese Sache mit der Stimme und hat gleichzeitig 10 Kilo in nur einer Woche abgenommen. Er ist wie ausgetrocknet. Da mussten wir dann zwei Konzerte absagen. Es war sehr stressig und es hatte seither niemand Zeit um über Live-Alben, neue Lieder und andere Sachen nachzudenken. Und die Festival-Angebote kommen oder kommen nicht.


Also könntet ihr jetzt eigentlich Ferien brauchen?

Jens: Ja. Ich denke dass jeder von uns nach der Südamerika –Tour ein wenig Auszeit brauchen könnte.

Matias: Wir könnten dann aber auch ein weiteres Album machen (lacht).


Ihr könntet auch in Südamerika bleiben, und dort Ferien machen.

Jens: Ja, das stimmt. Hmm…

Matias: Hm…


Vielleicht ist es aber auch besser, einmal nach Hause zu kommen.

Jens: Ja, das stimmt. Ich könnte auch woanders in die Ferien gehen als nach Südamerika.


Ich wünsche euch also Ferien.


 
 
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