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Helloween und Axxis ...machen Station in der Schweiz im Stadthofsaal in Uster
Donnerstag, 09.02.2006
Bands: Helloween & Axxis
Eigentlich war der Besuch dieses Konzertes gar nicht geplant gewesen, doch durch einen Kollegen (Danke Roger!) erhielt ich die Möglichkeit, kostenlos hinzugehen. Diesem Angebot konnte ich natürlich nicht widerstehen. Obwohl mir fast sämtliche an diesem Abend vorgetragenen Songs unbekannt waren, durfte ich doch ein tolles Konzert mit zwei echt guten Bands erleben.
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| © by Axxis |
Axxis
Kurz nach 20:00 Uhr erloschen im Stadthofsaal Uster die Lichter und Axxis enterten die Bühne. Eröffnet wurde das Set mit "Angel of Death", meiner Meinung nach eines der besten gespielten Axxis-Stücke dieses Abends.
Hier konnte Gastsängerin Lakonia gleich einmal ihr Können unter Beweis stellen und wusste mit ihren tadellos rein gesungenen Einsätzen sowie auch der nahtlosen Einfügung in die Band rasch zu überzeugen. Auch Sänger Bernhard Weiss zeigte sich in bester Spiellaune und probierte immer mal wieder, das Publikum mitzureißen und zum Klatschen und Mitsingen zu animieren, doch leider nur mit eher durchschnittlichem Erfolg, da die Zuschauer in Uster an diesem Donnerstagabend im Allgemeinen ziemlich ruhig zu sein schienen.
Bevor die Deutschen dann "Kingdom of the Night" in der Akustikversion anspielten, holte sich Herr Weiss ein junges Mädel auf die Bühne. Nachdem die betreffende Dame nach etlichem Zögern doch noch die Bretter erklommen hatte, streckte der Fronter ihr einen Cinellenkranz entgegen, mit welchem sie anschließend den Song begleiten durfte. Und da Axxis offenbar mit der Leistung des Mädels zufrieden waren, durfte sie auch gleich noch dem nächsten Song, "Touch the Rainbow", beiwohnen.
Danach war aber fertig mit Fans auf der Bühne, denn zum abschließenden "Kingdom of the Night", diesmal in der Stromfassung, hätte der Cinellenkranz wohl auch nicht ganz gepasst.
Fazit: Axxis boten während ihrer Stunde Spielzeit eine gute Show mit mindestens ebenso gutem Sound und mit Gastsängerin Lakonia war sogar für das männliche Auge gesorgt. Somit war alles im grünen Bereich, folglich beide Däumchen nach oben!
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| © by Helloween |
Helloween
Nach einer halbstündigen Umbaupause waren dann Helloween am Zug. Losgerockt wurde mit "The King for a thousand Years", dem fast 14-minütigen Opener des neusten Streichs aus dem Hause Helloween, KEEPER OF THE SEVEN KEYS - THE LEGACY.
Während des Songs ließ Sänger Andi Deris ab und zu die Zuschauermenge des recht gut gefüllten Stadtsaals arbeiten, indem er einen Schreiwettbewerb veranstaltete. Eigentlich ein ganz einfaches Prinzip: Du lässt mal eben die linke und die rechte Seite des Publikums abwechslungsweise nacheinander aus voller Kehle brüllen, um danach situativ zu entscheiden, welche Seite lauter war. Zur Belohnung für die Siegerseite und als Ansporn für die Verliererseite zur nächsten Runde "Schreien mit Andi" gibt's dann eine Occasion-Flasche Mineralwasser inklusive Gratisdusche. Definitiv eine starke Idee, vor allem witzig und sehr unterhaltsam.
Nach diesem Wahnsinnssong mit eingebauter Publikumsunterhaltung gleich zu Beginn des Sets gingen die Kürbisköpfe zeitlich mal eben fast zwei Dekaden zurück, um mit "Eagle fly free" und dem zweiten Monumentalsong dieses Abends, "Keeper of the seven Keys", zwei Perlen des 1988 erschienen Silberlings KEEPER OF THE SEVEN KEYS - PART II zum Besten zu geben. Danach wurden mit dem wunderschön romantischen "A Tale that wasn't right" zum ersten (und auch einzigen) Mal balladeske Töne angeschlagen, bevor es mit einer zweiten Spaßaktion weiterging.
Diesmal übernahm den Job des Unterhalters jedoch nicht Mr. Deris, sondern Urmitglied Michael Grosskopf, seines Zeichens Basser der Truppe, zusammen mit Neuling Dani Löble an den Drums. Die beiden Spaßvögel maßen sich an den Becken; Löble an seinem Arbeitswerkzeug und Grosskopf hinter einer viel zu klein geratenen Spielzeugversion für Kinder. Das Schießbuden-Duell war in der Tat echt zum Schießen! Selbstverständlich hatte die Miniausgabe keine Chance gegen ihren größeren Bruder und somit wurde Grosskopf von Löble regelrecht zu Boden gehauen. Im Anschluss an diese Ulknummer stellte Dani in einem fast 10-minütigen Drumsolo dann sein Können unter Beweis.
Da ja bekanntlich aller guten Dinge drei sind, folgte auf Löbles "Schwerstarbeit" der dritte Song mit Überlänge, nämlich "Occasion Avenue". Danach begaben sich die Deutschen mit "Mr. Torture" und "If I could fly" kurz in die IN THE DARK-Ära, um mit dem Live-Kracher "Future World", bei welchem Andi etliche Minuten lang die Singfähigkeiten der Zuschauer testete, endgültig zu den Keeper-Alben zurück zu kehren. Die drei Zugaben "Mrs. God", "I want out" und "Dr. Stein" rundeten schlussendlich das Konzert nach 2 Stunden und 10 Minuten Spielzeit sauber ab.
Fazit: Aufgrund dieses (zugegeben ersten) Konzerts der Kürbisköpfe stelle ich fest: Helloween live bedeuten musikalisch eine Top-Band mit super Songs. Mit Andi Deris verfügt der Fünfer über einen durchaus charismatischen Sänger, welcher mit seiner Ausstrahlung und Gestik das Publikum zu begeistern weiß. Und zudem scheinen die Jungs offenbar auch sehr ideenreich und humorvoll zu sein was die Showeinlagen anbelangt, haben sie doch mehr als nur einmal fast ein kleines Kabarett aufgeführt.
Und mutig ist die Truppe auf jeden Fall, denn es wäre wohl nicht ganz jedermanns Sache, gleich drei Songs mit Spielzeiten von jeweils über 11 Minuten zu bringen. Die Setliste fiel mit 11 Keeper-Tracks der insgesamt 15 vorgetragenen Stücke zugegeben ziemlich Keeper-lastig aus, doch wer berücksichtigt, dass die Band mit ihrer Tournee gerade den dritten Keeper-Teil promotet, kann ihr deswegen wohl kaum böse sein.
Um die Sache kurz zu machen: Tolle Band, tolle Performance, toller Gig - sehr gerne wieder!
N.B., 18.03.2006 |
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