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Konzertbericht: Rock Harz Festival |
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Rock Harz Festival Freitag, 07.07.2006
Bands: Leaves' Eyes, More the Head, Atrocity, Paul Di'Anno, Subway to Sally... |
  
Nachdem ich während der Anreise schon Sturm und Hagelschauer überstanden hatte, erreichte ich im strömenden Regen am Freitagnachmittag das Rockharz Festival. Wirklich optimal vorbereitet war auf diese Wassermassen gleich zu Beginn des Festivals offenbar niemand dort, daher wurde - als in dieser Situation einzig sinnvolle Maßnahme - der Campingplatz für unbefahrbar erklärt.
Übrigens: Wenn ihr die Bilder vergrößern wollt, einfach anklicken
Alle Autos wurden zurückgeschickt um bis zu einen Kilometer entfernt vom Campinggelände entlang der Landstraße zu parken. Sicherlich ärgerlich, zumal jetzt alle Zelte, Taschen und Biervorräte zu Fuß geschleppt werden mussten. Der Regen hatte bis dahin zwar ein klein wenig nachgelassen, jedoch bemerkte dies kaum noch jemand, es waren eh alle völlig durchnässt. Sehr überrascht war ich von der trotzdem überaus positiven Stimmung auf dem gesamten Platz. Ein Witzchen hier, ein Scherz dort. Man machte sich mit den Zeltnachbarn bekannt und unterstützte sich gegenseitig.
Als wir unsere Aufbauten abgeschlossen hatten, hörte auch der Regen gänzlich auf und in so ziemlich jedem Pavillon um uns herum (uns eingeschlossen) wurden die Grills angeheizt. Gegen 21 Uhr wurde die Zufahrt zum Campingplatz dann mit Stroh ausgelegt und er war zumindest wieder begehbar. Für eine allgemeine Autofreigabe sollte es noch bis zum nächsten Morgen dauern.
Durch die witterungsbedingten Verzögerungen bei Anreise und Aufbau war Leaves' Eyes die erste Band die ich auf dem Festival zu sehen bekam. Sie boten mit ihrem Gothic-Metal eine gute Show, wenngleich auch das Publikum nicht so zahlreich erschienen war wie es hätte sein können. Die Mehrheit wollte wohl nach dem Unwetter noch ihr Zelt neu befestigen bevor es dunkel wurde.
Im Anschluss spielten More the Head auf der (kleineren) Kreiswohnbaubühne, eine Motörhead Coverband aus Norddeutschland. Die Jungs wussten eindeutig was sie zu tun hatten, ihre Show kam durchaus realistisch rüber. Der Sänger hat zwar natürlich nicht die originale versoffene Whiskey-Stimme wie Lemmy persönlich, kommt diesem aber doch überraschend nahe. So ging es im Publikum vor der Bühne auch gleich ordentlich rund, sämtliche Motörhead Klassiker wurden ordnungsgemäß abgefeiert: "Born to raise hell", "Metropolis", "Orgasmotron", "Killed by Death" und zuletzt natürlich auch "Ace of spades", "Bomber" und "Overkill", um nur ein paar zu nennen.
Über den anschließenden Atrocity Gig kann ich nichts wirklich ausführliches sagen, da ich in dieser Zeit versucht habe an ein Interview mit Ex-Iron Maiden Sänger Paul Di'Anno zu gelangen, doch dazu später mehr.
Eben dieser Herr enterte dann um 23 Uhr die Kreiswohnbaubühne. Zusammen mit den "Phantoms of the opera" wurde nach einem kurzen Intro von CD gleich ordentlich losgelegt: "Wrathchild" und im Anschluss "Prowler". Es wurde deutlich dass der Herr auf seine jungen Tage scheinbar (zu Recht) mächtig stolz ist, denn nach "Marshall lokjaw" ging es auch gleich weiter mit "Murders in the Rue Morgue".
Mit "The Beast arises" und "Children of Madness" gab es an diesem Abend noch zwei weitere Songs seiner Solo-Alben zu hören welche deutlich härter und rockiger ausfielen als die Iron Maiden Interpretationen. Diese trugen die Phantoms übrigens zwar nicht wie Steve Harris, aber doch ebenfalls technisch versiert und vor allem voller Spielfreude vor. Selbstverständlich klingt auch Paul nicht mehr wie vor 20 Jahren, doch irgendwie spürte man zumindest als Maiden Fan doch, dass nicht nur irgend eine Coverband spielte.
Über die Setlist konnte sich auch niemand der alten Iron Maiden-Fans beklagen, im Anschluss kamen "Remember tomorrow", "Killers", "Phantom of the Opera" (Besser als mit Bruce auf so manchem Konzert in den letzten Jahren..), "Running free" und als Zugaben noch "Transylvania" (stellte das Können der Band auch ohne Di'Anno unter Beweis) und zu guter letzt "Sanctuary". - Eine gute Wahl, die Fans waren zufrieden. Zufriedener denke ich, als wenn Paul noch mehr eigene Stücke gespielt hätte. Diese hätten zumindest auf einem Festival wohl eh nicht allzu viele Zuschauer gekannt. So war es auf jeden Fall eine gelungene Show, oder wie Paul es als erste Reaktion hinter der Bühne gegenüber seinen Bandkollegen ausdrückte: "Yeah man, we rock!".
Backstage-Stories: Eigentlich sollte im Anschluss an den Gig noch mein Interview mit dem Sänger stattfinden. Sichtlich erschöpft kam er von der Bühne in den Backstage Bereich. "In zehn Minuten" wäre er so weit, meinte er. Vorerst brauche er ein wenig Zeit um sich auszuruhen. (Man sah ihm die Erschöpfung auch deutlich an!). Dann geschah das unerwartete...
Die Flasche Jack Daniels, die vor dem Gig noch auf dem Tisch stand, war spurlos verschwunden! Ein Schreckens-Szenario auf das Di'Anno wohl nicht vorbereitet gewesen war. (Fast) spaßhaft drohte er, den Whiskey-Dieb umzubringen, wenn dieser Unbekannte die Flasche nicht sofort zurückbrächte. Ihm und seiner Band wurden sofort einige Biere gereicht, was aber wohl immer noch nicht ganz den Wünschen des Meisters entsprach. Als dann jedoch ein wenig Whiskey nachgereicht wurde, entspannte sich die Lage urplötzlich wieder, und der Sänger wurde zugänglich, gab auf Anfragen Autogramme, und plauderte über ein paar Kleinigkeiten: Ende diesen/Anfang nächsten Jahres solle eine große Tour stattfinden, und er freue sich schon besonders auf die Russen, weil diese "verrückten" wohl immer völlig ausflippten auf Konzerten. Unerwartet musste er dann jedoch urplötzlich aufbrechen, entschuldigte sich höflichst bei mir dass er keine Zeit mehr habe - und verschwand in's Hotel. So ist zwar leider kein Interview zustande gekommen, aber vielleicht immerhin eine amüsante Festival-Anekdote.
Als Headliner des Tages standen Subway to Sally auf dem Plan. Sie boten eine imposante Show, die nicht zuletzt auch mithilfe von optischen Mitteln enorm aufgewertet wurde. So wurden die Bühne und die ersten zehn Reihen beispielsweise während "Schneekönigin" tatsächlich in eine winterlich schneiende Landschaft verwandelt, während im anschließenden "Feuerland" zwei große Säulen an entsprechenden Stellen des Songs auch den Eindruck vermittelten, sich in selbigem zu befinden. Das Hauptaugenmerk hinsichtlich der Setlist lag aber wie ich mich erinnere eher auf neueren Songs. Allerdings kenne ich nicht allzu viele Songs von Subway to Sally, als das ich mich da jetzt wirklich festlegen möchte.
Alles in Allem also eine solide Show und auch ein würdiger Abschluss für den ersten Festivaltag, welcher sicher nicht nur Fans der Band in Erinnerung bleiben wird.
S.J., 07.07.2006
Fotos von: Stefan Junge |
Der zweite Tag:
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