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Jugendzentrum Südstraße Hamm (D) Freitag, 25.05.2007
Bands: 5bugs, Neuser, Sternkin, Most Wanted, Disruptive Minds, fe-NX |
Die Initiative Rock gegen Kinderporno spendet die gesamten Einnahmen ihrer Konzerte an Vereine, die Opfer von Kinderpornografie betreuen und Aufklärungsarbeit leisten. Das erste Konzert dieser geplanten Eventreihe fand am 25. Mai in Hamm's JuZe Südstraße statt. Sechs Bands, davon drei aus Hamm, betraten im Laufe des Abends die Bühne im gut gefüllten Jugendzentrum.
fe-NX
Den Anfang machten die Skatepunks von fe-NX, welche sich die Spielzeit mit Disruptive Minds teilen. Wieso? Disruptive Minds haben eine im Vorfeld stattgefundene Online-Abstimmung gewonnen und durften somit auf dem Event spielen. Großzügigerweise teilten sie ihre Spieldauer mit dem Zweitplazierten, fe-NX.
Fünf Songs wurden dargeboten, und schon zu Beginn wurde klar, dass es im Jugendzentrum schlicht und einfach zu warm war. Der Schweiß ronn auf der Bühne, und auch die zu diesem Zeitpunkt nicht allzu vielen Zuschauer verzichteten auf ausgiebige Bewegung.
Dies lag jedoch weniger am Auftritt und der Musik von fe-NX. Das Trio bot eine solide Leistung, wie auch schon auf dem Cityfest drei Wochen zuvor. Nach zwanzig Minuten war der Auftritt vorbei, eine kurze Umbaupause brachte Zeit für die erste Erfrischung an der Bar. Bei Preisen von 50 Cent für eine Cola oder 1,45 für eine Flasche Bier konnte man dort absolut nicht meckern.
Setlist fe-NX:
- The Bitch
- About a Guy
- What I'm doing
- Crapping your Pants at College
- Anything
Disruptive Minds
Die eingangs erwähnten Disruptive Minds betraten nun die relativ kleine Bühne, um eine zwanzigminütige Setlist zu präsentieren. Musikalisch ist die Band zwischen Punk, Grunge und Alternative Rock einzuordnen. Zur Feier des Tages verzichtete das Quintett auf Songs ihrer Debüt-EP WHATEVER, es wurde nur brandneues Material gespielt.
Schon nach dem ersten Song namens "Virus" hatte die Band kurzzeitig technische Probleme, Drummer Phil zerstörte seine Hi-Hat. Jedoch konnte improvisiert werden, und mit "Can't breath" ging es weiter. Auch hier blieb die Band vom Pech verschont, Gitarrist Rosi musste mitten im Song seine Gitarre wechseln. Die restlichen Stücke wurden dann ohne Probleme durchgezogen und von den Zuschauern wohlwollend aufgenommen.
Setlist Disruptive Minds:
- Virus
- Can't breath
- Rollercoaster
- Alienation
- Silence
Most Wanted
Die dritte und letzte Band aus Hamm, Most Wanted, brachte Fanclub und Roadies direkt mit. So ging auch die Umbaupause schnell von statten, und Most Wanted zogen zu diesem Zeitpunkt die meisten Leute vor die Bühne. Präsentiert wurden hier eingängige Rock-Songs, die von der markanten Stimme des Frontmann/Gitarristen Dominik Lüdtke geprägt wurden. Jeder Song wurde mit Applaus dankend angenommen, und vor der Bühne bildete sich ein kleiner Moshpit. Mir am besten gefallen hat der Titelsong ihrer EP, "Rockfool".
Nachdem die eigentliche Zeit abgelaufen war, forderte das begeisterte Publikum eine Zugabe, die sie auch bekamen. Toller Auftritt einer jungen Band, deren Mitglieder bereits Erfahrungen in mehreren lokalen Bands sammeln konnten. Den Namen Most Wanted sollte man sich merken, die Band hat definitiv eine Menge Potential.
Sternkin
Musikalisch in eine komplett andere Richtung ging die Reise mit der ersten überregionalen Band, Sternkin aus Köln. In der halben Stunde Spielzeit wurden fünf Songs gespielt, die sich im Indie-Rock beheimatet fühlen sollten. Die Musik von Sternkin erinnert an britische Bands wie Coldplay, gerade das Keyboard von Sänger Davor ist hieran nicht ganz unschuldig.
Man bekam also fünf harmonische Rocksongs, getragen von Keyboards und kraftvollen Gitarrenriffs. Auch der offizielle Song von Rock gegen Kinderporno, "Why", wurde zum Besten gegeben. Die Zuschaueranzahl verringerte sich jedoch im Verlauf des Sets etwas, höchstwahrscheinlich bedingt durch die gefühlten 35 Grad im abgedunkelten und leicht stickigen JuZe. Die Musik von Sternkin sollte mit dem Zuschauerschwund nichts zu tun haben, der Auftritt wusste zu gefallen.
Setlist Sternkin:
- Breathe in
- Stardust
- Monopole
- Why
- On my own
Interview
Nun bot sich uns die Möglichkeit, mit der ersten Vorsitzenden der Initiative, Jenny Kalfic, ein kurzes Interview zu führen, welches wir euch nicht vorenthalten wollen. Geführt wurde dies von Melanie W.
Melanie fragte...
| | Wie ist die Initiative zustande gekommen?
Jenny "Wenni" hatte die Idee schon einmal, da ging das Ganze allerdings fürchterlich in die Hose. Dann haben wir bei einem Bier mal Abends zusammen gegessen und uns fürchterlich über einen Bericht über Kinderpornografie aufgeregt. Wir wollen nicht weiter zugucken und zuhören, sondern möchten endlich was machen. Die Idee von "Wenni" wurde wieder augegriffen und richig angegangen.
Nach welchen Kriterien wurden die Bands ausgewählt?
Wir sind eigentlich nach gar keinem Kriterium gegangen, es haben sich Bands bei uns gemeldet. Zuerst haben wir natürlich nach Bands aus Hamm gesucht. Neuser haben sich dann bei uns gemeldet, sie würden wohl gerne spielen wollen. Sternkin kamen ebenfalls auf uns zu, die 5bugs haben wir angesprochen. Nun hatten wir noch einen Platz frei und haben alle Bands aus Hamm in einem Online-Voting gegeneinander antreten lassen. Dieses gewannen Disruptive Minds, die ihren Slot mit den Zweitplazierten fe-Nx geteilt haben.
Was versprecht ihr euch vom Konzert heute?
Wir hoffen, dass wir äußerst viele Leute erreichen und das wir ordentlich Geld zum spenden einnehmen. Dieses geht an die Vereine Anti Kinderporno e.V. und Gegen Missbrauch e.V., die wir unterstützen.
Wieso habt ihr das Jugendzentrum als Location gewählt?
Als wir auf der Suche nach Bands waren, hat Sascha Walendy von Curklin sich bei uns gemeldet. Er hatte leider nicht die Zeit, hier mit seiner Band aufzutreten, meinte aber, er könnte vielleicht nach einer Location schauen. Und so kamen wir dann sehr schnell in Kontakt mit Uli, Heinz und Janine vom JuZe. Das war eine super Zusammenarbeit.
Wie seit ihr in Kontakt mit eurem Schirmherrn, MTV-Moderator Joko, gekommen?
Joko hat ein Profil auf myspace und da wir nichts unversucht lassen wollten haben wir ihm eine E-Mail geschrieben. Er fand die Aktion super und es kam sofort eine Mail zurück. Wir haben dann telefoniert und ich habe ihn gefragt ob er sich irgendwie für uns einsetzen möchte. Somit ist er nun nicht nur unser Schirmherr, sondern versucht auch große Bands für uns für das große Konzert im Winter zu organisieren.
Was habt ihr sonst noch für die Zukunft mit Rock gegen Kinderporno geplant?
Es wird definitiv eine Konzertreihe. Wir möchten erstmal in Hamm noch ein größeres Konzert geben, wir möchte aber auch überregional ein Konzert veranstalten, um möglichst viele Leute anzusprechen. Unser eigentliches Ziel ist es, ein sogenanntes Rock gegen Kinderporno-Haus zu eröffnen. Dort sollen Betroffene dann vernünftig umsorgt werden und nicht in einer Klinik mit Magersüchtigen, Depressiven etc. sitzen, sondern dass nur auf sie eingegangen wird.
Bleibt dir noch etwas wichtiges, was du noch erwähnen möchtest?
Wir sind immer noch auf der Suche nach Sponsoren. Wir machen das Projekt ehrenamtlich, nichts von den Einnahmen geht in unsere eigene Taschen. Deswegen wäre es super, wenn mehr Leute auf uns aufmerksam werden, die uns dann auch sponsoren oder unterstützen, damit wir expandieren können.
Nach dem Interview folgte nun der Auftritt von... |
Neuser
Die vorletzte Band des Abends ist dem ein oder anderen vielleicht durch ihren Radiohit "Von vorn anfangen" bekannt. Neuser spielen deutschsprachigen Indie-Pop-Rock, live jedoch bringt diese Band eine unfassbare Energie auf die Bühne. Die Riffs knallen ohne Ende, die sonst zahme Musik von Neuser entfaltete vor der Bühne einen wahren Orkan im Publikum. Im Laufe des Konzerts entwickelte sich ein großer Moshpit, und wirklich jeder im Raum war in Bewegung. Sehr energetisch und enthusiastisch gespielte Show einer Band, die sichtlich Spaß am spielen hatte.
Selbst die Organisatoren bzw. das Team von Rock gegen Kinderporno feierte ausgelassen zum wohl, neben Most Wanted und den nachfolgenden 5bugs, besten Auftritt des Abends. So kamen Neuser auch nicht um eine Zugabe herum, die sie mit "Wie es ist" ablieferten.
Ich muss gestehen, ich bin immer noch begeistert. Sollte es der Band gelingen, ihre Live-Energie auf CD zu pressen, dann steht uns großes ins Haus.
Setlist Neuser:
- Jetzt leben wir
- Sie & Ich
- Beschleunigung
- Von vorn anfangen
- Super Sachen
- Autopilot
- Mach lauter
- Herzklopfen
- Ohne uns
- Weltraumtouristen
- Violetta
- Das perfekte Gefühl
- Die Welt steht still
- Wie es ist
Das Team
Vor dem Auftritt des Headliners betrat nun das komplette Team von Rock gegen Kinderporno die Bühne, um sich bei Bands und Zuschauern zu bedanken. Schöne Aktion, auch die Moderation von Leandra und Jenny gefiel.
5bugs
Headliner des ersten Rock gegen Kinderpornos-Konzertes waren 5bugs aus Berlin. Die fünf Jungs präsentieren eine Mischung aus Emocore, Punkrock und Rock, kombiniert mit einer kraftvollen und energetischen Live-Darbietung. Da werden Gitarren um Körper geschleudert, da wird sowohl auf als vor der Bühne gesprungen, die Band macht einfach nur Spaß. Sollten die 5bugs in eure Nähe kommen, schaut es euch an, es lohnt sich. Diesen Sommer spielt die Berliner Band auf vielen Festivals.
Aber erstmal spielten sie für einen guten Zweck in Hamm. Und boten eine Show, die allein beim Zuschauen elektrisierte. Musikalisch, stimmlich, songwritingtechnisch, hier passt wirklich alles. Das JuZe war natürlich rappelvoll, alles war in Bewegung, ein (für die kleine Räumlichkeit) großer Moshpit zog mehr und mehr Leute in seinen Bann.
Eine gute Viertelstunde vor Schluss war jedoch die Spaßparade vorzeitig am Ende angelangt, denn Menschen mit dem Schriftzug "Polizei" auf der Jacke betraten die Halle und ließen das Konzert vorzeitig beenden. Angeblich wäre es zu laut. Meine Uhr zeigte zu diesem Zeitpunkt gerade mal 22:30 Uhr an, nicht nur mir war unverständlich, wieso das Konzert beendet wurde. Wahrscheinlich musste sich einmal mehr ein Anwohner beschweren. An der guten Stimmung, die den kompletten Abend über herrschte, änderte dies jedoch nichts.
Fazit: Sechs unterschiedliche Bands zogen eine beachtliche Anzahl von meist jungen Leuten an, die gegen Kinderporno rocken wollten. Schon im Vorverkauf wurden viele Karten abgesetzt, und auch die Abendkasse war gut besucht. Selbst die Bands boten an, vom Verkauf des Merchandises einen Anteil zu spenden. Finanziell also ein voller Erfolg für die Initiative.
Musikalisch gab es hier auch nicht viel zu kritisieren, alle Bands zeigten sich spielfreudig, gut gelaunt und engangiert. Gewinner des Abends waren aus lokaler Sicht ganz klar Most Wanted, ansonsten überzeugten vor allem Neuser und 5bugs.
Es hat, trotz des ernsten Hintergrundes, ordentlich Spaß gemacht. Ich für meinen Teil freue mich auf das Konzert im Winter.
M.K./M.W. 25.05.2007
Fotos: Mario Kloschinski |
Veranstalter:
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www.rock-gegen-kinderporno.de  |
Band-Infos:
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fe-Nx:
www.fe-nx.de
Disruptive Minds:
www.disruptiveminds.com
Most Wanted:
www.mostwantedrock.com
Sternkin:
www.sternkin.de
5bugs:
www.5bugs.com  |
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Bandinfos |
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Top-10 Konzerte |
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21 Tage-Hits bis 19.12.2011 |
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Top-15 Bands |
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21 Tage-Hits bis 19.12.2011 |
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Top-16 Reviews |
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21 Tage-Hits bis 15.02.2012 |
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Top-15 Musiker |
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Bon Jovi, Jon |
430 |
Hetfield, James |
429 |
Liimatainen, J.A. |
310 |
Young, Angus |
295 |
Dickinson, Bruce |
290 |
Wylde, Zakk |
287 |
Rhoads, Randy |
284 |
Mikkonen, J.K. |
280 |
Danzig, Glenn |
276 |
Simmons, Gene |
265 |
Rudd, Phil |
265 |
Pesch, Doro |
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Lee, Steve |
242 |
DeMaio, Joey |
240 |
Idol, Billy |
237 |
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