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W:O:A 2007
 

Wacken Open Air Festival
Donnerstag, 02.08.2007
A Night To Remember

Bands: Sodom, Hatesphere
Großes Aufgebot

Nach einem Jahr Warten war es mal wieder soweit: Das 18. Wacken Open Air rief vom 02.-04. August die gesamte Langhaarfraktion ins sonst so ruhige Dörfchen Wacken, um eine große friedliche Metal-Party zu feiern. Und auch dieses Jahr hatte das W:O:A mal wieder einige hochkarätige Bands zu bieten wie u.a. Blind Guardian, Saxon, Die Apokalyptischen Reiter, Sodom, Destruction, Rage, Dimmu Borgir, Communic, In Flames, Grave Digger, Iced Earth, Turbonegro, Type O Negative und und und...

Doch einer der größten Magneten überhaupt dürfte wohl die Reunion von den mächtigen Immortal gewesen sein, die eine unüberschaubare Schar von Black Metallern angezogen hat und wohl mitunter ein Grund für das erstmalige Sold Out des Festivals gewesen ist.

Neu in diesem Jahr war auch, das sich die Black Stage nun links und die True Metal Stage rechts befand, zudem wurde für die Party Stage extra ein komplett neues Areal eingerichtet mit eigenem Zutrittstor und einige Fressbuden mehr. Somit sorgten die Wacken Organisatoren dafür, das sich der Sound von der Black- und der Party Stage nicht mehr (komplett) überschnitten, was jahrelang ein großer Kritikpunkt seitens der Fans war.
Zudem war somit für mehr Platz für die noch mehr angereisten Besucher gesorgt.


Strapazen zu Beginn

Das diesjährige Wacken Open Air stand unter keinem guten Stern: der viel zu nasse Juli hat den Acker in Schleswig Holstein nahezu unbetret- & fahrbar gemacht. Riesige Schlammpfützen übersäten das gesamte Gelände und so sollte es auch bis hin zur Anreise bleiben, das Festival stand deshalb sogar kurz vor der Absage, wie man später erfahren durfte. Hier sollte man den Organisatoren auf jeden Fall Respekt zollen, dass sie es mit dem massenhaften Einsatz von Stroh, Rindenmulch und einem Hubschrauber schaffen konnten, das Festival doch noch auf die Beine zu stellen.
Aber einfacher wurde die Anreise dadurch auch nicht. Ab dem letzten Stück der Autobahn 23 bei Schenefeld ging überhaupt nichts mehr. Nach ca. gefühlten 30 Minuten entschlossen sich einige Metalheads und auch unsere Gruppe, einfach die Autobahnauffahrt als Ausfahrt zu nutzen.
Das nutzte dennoch nicht sehr viel, da die Autos ca. 8 km vor dem Ortseingang auch wieder still standen, wobei hier noch niemand ahnte dass hier noch große Geduld aufgebracht werden muss. Aufgrund der bereits erwähnten katastrophalen Lage auf dem Camping & Festivalgelände hatten die Platzeinweiser erhebliche Probleme die Besucher auf das Gelände zu bringen, da noch viele Campingabschnitte mit den Autos unbefahrbar waren und auch noch einige LKW's mit dem Bühnenequipment aus dem Matsch gezogen werden mussten.
Am Ende hat der lokale Radiosender noch bekanntgegeben, dass das Parken&Campen wegen diesen Bedingungen zum 1.Mal in der Geschichte getrennt wird. Also hieß es für alle: das Wichtigste vom Gepäck auf den Rücken nehmen und schon mal einen Campingplatz suchen. Die Autofahrer durften dagegen noch etliche weitere Stunden warten. Nach 6 Stunden haben wir es schließlich mit den Autos auf den Parkplatz geschafft, der sich leider am Ende der Welt befunden hat und gute 2km von unserem eigentlichen Platz entfernt war. Wie wir, dürften wohl die meisten erst Donnerstag Früh zur Ruhe gekommen sein.
Donnerstag früh gab es jedoch schon den ersten richtigen Schock: Irgendwelche Scherzkekse haben ausgerechnet meiner Freundin und mir die Campingstühle geklaut. Super Start für das W:O:A und somit durften wir später noch ins Dorf laufen und uns neue Stühle kaufen. Gott sei Dank hatten alle von unserer Gruppe ein großes Herz und haben noch mal Geld von sich dazu gelegt, da es jedem hätte passieren können. Aber nach dem Ausflug ins Dorf hieß es ab auf das Festivalgelände.

Sodom (Black Stage)

Die Band um Frontmann Tom Angelripper war für mich der Festivalauftakt und schon hier zeigte sich, dass es dieses Jahr deutlich mehr Besucher gab als noch 2006, wobei es da auch schon recht voll gewesen ist. Zu dem Gig selber gab es im Vorfeld anlässlich des 25 jährigen Jubiläums ein extra Setlistvoting auf der Wackenhomepage und sowieso war es ein ganz besonderer Auftritt, denn der Band wurde über satte 120 Minuten Spielzeit eingeräumt. Als Sahnehäubchen traten dazu auch noch sämtliche alte Bandmitglieder mit Sodom auf und es gab eine Setlist die es in sich hatte. Den Auftakt machte die Band mit "Blood on your Lips", gefolgt von "Wanted Dead", "City Of God" und "Bibles and Guns".
Danach kam schon der historische Teil an der Reihe, bei dem die alten Weggefährten wie Grave Violator, Chris Witchhunter, Frank Blackfire oder Atomic Steif auf die Bühne traten. Zwischenzeitlich gab es dann jedoch Probleme mit dem Sound, was unseren Onkel Tom dazu veranlasste mit den ansässigen Fans "Der Wachturm" A Capella zu singen. Das Angelripper Stimmung macht, kann man ihm jedenfalls nicht abstreiten. Nachdem die Probleme beseitigt wurden ging es munter mit Krachern wie "Burst command ītil War", "The Crippler" oder "Genocide" weiter.
Zu guter letzt folgte noch der Klassikerblock wo natürlich "Sodomy and Lust", "Ausgebombt" und "Bombenhagel" nicht fehlen durften. Insgesamt ein vollgepackter Auftritt der den Auftakt für die Night To Remember bildete.
Setlist Sodom:
  1. Blood on your Lips
  2. Wanted Dead
  3. City of God
  4. Bibles and Guns
  5. Burst command `til war
  6. Obsessed by cruelty
  7. Christ Passion
  8. Magic Dragon
  9. Tarred and feathered
  10. The Crippler
  11. Get what you deserve
  12. Abuse
  13. Scum
  14. Frozen Screams
  15. Warlike conspiracy
  16. Genocide
  17. Lords of depravity
  18. Sodomy and lust
  19. Ausgebombt
  20. The saw is the law
  21. Outbreak of evil
  22. Bombenhagel
Ehemalige Sodom-Musiker:
  • Chris Witchhunter (Drums)
  • Grave Violator (Gitarre)
  • Athätor (Gitarre)
  • Frank Blackfire (Gitarre)
  • Michael Hoffman (Gitarre)
  • Andy Brings (Gitarre)
  • Atomic Steif (Drums)

Hatesphere (Party-/Hellfest Stage)

Nach Sodom ging es dann mit Hatesphere auf der Party- /Hellfest Stage weiter (Der neue Name für die Bühne galt aber nur am Donnerstag). Diese Thrash Metal Combo wurde mir von meiner Freundin empfohlen und da ich für Bands aus dem Genre immer offen bin, hab ich sie mir mal angeschaut ohne vorher jemals einen Song, geschweige denn ein Album gehört zu haben.
Die Spielzeit von 45 Minuten war zwar nicht ganz so großzügig wie bei manch anderen Bands, aber bei gut 70 Bands und mehr hat das Festival eben einen sehr straffen Zeitplan zu befolgen. Der Sound war soweit ordentlich, nur ab und an kam mir das ganze etwas matschig vor, d.h. der Gesang und auch die Gitarre waren irgendwie mal lauter und dann wieder leiser. Da es aber eben nicht immer so gewesen ist, konnte man darüber hinwegsehen.
Nun meine Meinung über die Band selbst ist etwas geteilt: einerseits gab es durchaus einige Stellen an denen ich super die Haare schütteln konnte aber andererseits find ich persönlich die Bezeichnung "Thrash Metal" für ihre Stilrichtung nicht ganz zutreffend. Für mich hörten sie sich zumindest live eher wie eine Combo an, die mehr in Richtung Metalcore geht, aber das ist jetzt nur meine rein subjektive Meinung. Ich werde mir auf jeden Fall noch mal ein Album von ihnen anhören um mir eine endgültige Meinung darüber bilden zu können, in welche Richtung sie eher einschlagen.
Mitgröhlen war hier leider auch nicht für mich angesagt, da ich wie oben beschrieben überhaupt keinen Song von Hatesphere kenne. Außerdem war mein Fokus von der Band kurzzeitig abgelenkt, da ich ganze 15 Minuten am Becksstand nur für eine Cola angestanden habe. Da jedoch überhaupt nichts passierte, bin ich etwas angesäuert wieder weg vom Stand und hin zur Bühne gegangen. Was die Stimmung angeht muss ich sagen, das auch diese Band ihren Job getan hat, denn leise war es in den Zuschauerreihen nicht und das Gröhlen der Songs haben mir alle anderen Metalheads abgenommen. Von daher war es eine gelungene Vorstellung für eine Band, die mich am Ende nicht komplett überzeugen konnte. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.



Fazit Tag 1: Rein Bandtechnisch war am Donnerstag für mich noch nicht viel los, aber Sodom war schon mal ein guter Start & Hatesphere haben ebenfalls gute Stimmung gemacht. Übrigens wissen wir alle immer noch nicht, warum wir eigentlich Overkill verpasst bzw. überhaupt nicht angeschaut haben obwohl wir uns dies im Vorfeld fest vorgenommen hatten. Wie ich jedoch später erfahren habe, wurde Overkill kurzzeitig der Strom abgedreht und das hätte für mich den Auftritt schon ein wenig versaut.
Die Stimmung auf dem Camping und Festivalgelände war auch schon recht amüsant, schon hier wurde klar dass der Schlachtruf "Helga" nun endgültig durch einen anderen Neuling ersetzt wurde, der mit dem Simpsons Film geboren wurde: "Spiderschwein"! Nahezu jeder Dritte auf dem gesamten Gelände hat es ausgerufen und fünf weitere haben das wiederholt. Das ging dann auch noch den ganzen Donnerstagabend und überhaupt das gesamte Festival weiter.
Persönliches Highlight war definitiv unser bester Campingplatz in unserer gesamten dreijährigen Wackengeschichte, denn dieser war nur ganze fünf Minuten Fußweg vom Festivalgelände entfernt und befand sich zudem direkt neben dem Dusch und WC Camp. Besser konnte es einem Otto Normal Festivalbesucher nicht ergehen. Übrigens gelang es dem anderen Teil meiner Gruppe unsere zwei Autos von dem 2 km entfernten "ehemaligen" Maisfeld auf einen Platz um zu parken, der dann nur noch ca. 600 m von uns entfernt war. Dennoch war unser Held des Tages, welcher die Flaschen aus einem ganzen Kasten Bier in seinem riesigen Rucksack auf dem Rücken schleppte, völlig am Ende mit den Kräften und blühte erst einen Tag später bei In Flames wieder so richtig auf.
Mit einer weiteren Grillsession am Abend neigte sich der erste offizielle Festivaltag dem Ende zu.

    S.O., 02.08.2007

Wacken Open Air Festival 2007:
 
  • 03.08.2007
  • 04.08.2007
  • W:O:A Resümeé

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