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W:O:A 2007
 

Wacken Open Air Festival
Danach ist schon Davor...

Musik ist eine feine Sache. Um sie jedoch auf einem Festival so richtig genießen zu können (was das auch immer für die Einzelnen bedeuten mag), gehören Punkte wie Organisation, Sound, Atmosphäre, Verpflegung, Rahmenangebote, Campingplatz und die passende Bandauswahl dazu.

Fazit für das gesamte Festival

Organisation:
Hier kann man noch einiges verbessern. Auch wenn die katastrophalen Wetterverhältnisse für das ganze Chaos verantwortlich waren, hätte man das trotzdem konsequenter und geordneter über die Bühne bringen können. Zum Beispiel sollte die Trennung von Parken und Campen für ALLE gelten wenn man so was schon ausruft, und nicht nur für den Anreisetag.
Am Donnerstag wurden wieder etliche Campingareale freigegeben und die immer noch Anreisenden durften jetzt wieder ganz normal neben ihrem Auto campen. Da kommt man sich schon leicht verarscht vor. Genauso ist es mal wieder ein Hohn, das man die Besucher bittet doch erst ab Mittwoch an zu reisen aber dann doch wieder einige Frühbesucher schon am Montag und Dienstag auf das Gelände lässt, da müsste man noch konsequenter sein.
Ein weiterer Kritikpunkt sind hier die völlig ahnungslosen Angestellten. Teilweise hatten die Crew-Mitglieder und die Herrschaften am Info!-Stand überhaupt keine Ahnung was eigentlich auf dem Festival los ist und wann überhaupt was stattfindet, wie z.B. die Geschichte mit der Autogrammstunde von Destruction.
Aber der größte Kritikpunkt ist hier eindeutig das Besucherlimit: 2006 war das Wacken Open Air schon hoffnungslos überfüllt und man dachte es könne nicht schlimmer werden. Kurzzeitig kam sogar die Hoffnung auf, dass die Verantwortlichen gelernt hätten, da die Tagestickets aus dem Verkauf verschwanden und ein Limit gesetzt und sogar mit einem "Sold Out" besiegelt wurde. Die Ernüchterung kam jedoch schnell als sich herausstellte, dass sich merkwürdigerweise trotzdem viel mehr Leute auf dem Festival befanden als letztes Jahr. Vor der Bändchenausgabe bildeten sich zwei riesige Schlangen und eine davon war sogar hunderte Meter lang und schlängelte sich um zwei Essensstände rum, bevor sie Richtung Bändchenausgabe ging. Das ist eindeutig zu viel des Guten.
Bemerkbar machte sich das auch an den Ein- und Ausgängen des eigentlichen Festivalgeländes. Wenn ein größerer Publikumsmagnet spielte, musste man vor dem Eingang teilweise bis zu 20 Minuten warten, weil durch die Masse gar nichts mehr nach vorne ging. Drinnen musste man sich dann minutenlang bis nach vorne kämpfen um zu den Bühnen oder gar nur zum Party Stage Gelände zu kommen.
Klar ist es gut dass die Party Stage nun ihr eigenes Areal besitzt, denn sonst wäre es wirklich gefährlich voll geworden. Doch bis man eben dort war, dauerte es wie erwähnt eine ganze Weile. Nein es muss eindeutig was geschehen, denn es kann nicht sein dass erst was passiert wenn es die ersten Opfer durch Erdrücken oder sonst welchen Unfällen gibt. Die gefährlichen Gegebenheiten durch den Matsch und dem teilweise Schienbeinhohen Stroh waren gegeben und vor meinen Augen sind auch schon einige bei Blind Guardian umgefallen. Durch Gespräche hab ich auch erfahren dass leider meistens auch nur eine Person bereit war dem Gefallenen auf die Beine zu helfen.
Wenn man die Tickets nicht reduzieren und es bei dieser Zahl belassen möchte, müsste man wenigstens für noch mehr Platz auf dem Gelände sorgen. Dazu täten ein Wellenbrecher und noch ein 2.Ausgang mehr auch für mehr Sicherheit sorgen. Denn 80 - 100 000 Menschen durch einen einzigen Ausgang zu quetschen geht in meinen Augen auch nicht auf Dauer gut.

Sound:
Hier hat die Verlegung der Party Stage auf ein anderes Gelände und das vertauschen der Black und True Metal Stage ihren Zweck erfüllt (was ich bereits bei Tag 1 erwähnte). Es gab keine üblen Soundüberschneidungen der Bühnen mehr und die Besucher an der Party Stage konnten den Auftritt ihrer Lieblingsbands genießen. Ansonsten gab es leider doch immer wieder Probleme mit zu leisem Sound der vor nichts Halt machte. Mal waren es die Gitarren die zu leise waren, mal das Drumkit aber auch der Gesang war öfter kaum zu hören. Manchmal war es auch nur ein einziger Matsch, wo es mal leise und dann plötzlich wieder ganz laut bei einer einzigen Band wurde.
Dennoch hat es einige Bands noch relativ gut erwischt, wie etwa Immortal, Communic, Blind Guardian und Destruction.

Atmosphäre:
Hier kann ich eigentlich kaum was Negatives aufzählen. Wie jedes Jahr war es meist sehr friedlich und auch die Stewards + Polizei haben sich zum größten Teil gut mit den Headbangern verstanden. Meist war die Stimmung einfach nur sehr locker und lustig. "SPIDERSCHWEIN" hat "Helga" dieses Jahr abgelöst und die Dorfbewohner haben wie immer jeden einzelnen vorbeilaufenden Metaller begrüßt.
Der einzige Negativpunkt war eben die Diebstahlaktion von unseren Campingstühlen, dass dem Start ins Festival einen echt faden Beigeschmack gab. Hier hat man doch gemerkt, dass sich mit der Zunahme an Besuchern und dem wachsenden Bekanntheitsgrad von Wacken auch einige Chaoten ins Festivalvolk mischen.

Verpflegung & Rahmenangebote:
Die Preise für die Verpflegung liegen im Festival-Durchschnitt. Es gibt durchaus Festivals wo man Pommes, Crêpe, Bratwürste, Bier und nicht alkoholische Getränke billiger bekommt, aber genauso ist es auf anderen Festivals zum Teil noch teurer (z.B. auf dem Earthshaker Fest).
So kosten sämtliche 0,4l Getränke 2,50€ + 1€ Pfand, während man z.B. für ein Bier im Maßkrug stolze 6,50€ hinlegen durfte, zuzüglich 3€ Pfand für den Krug. Für Crêpe zahlte man 2,50€, für ein Pizzastück 3,50€ Pommes gab es ab 2€, Knoblauchbaguette ab 1,50€ und eine (lange) Bratwurst ebenfalls 2,50€.
Abgerundet wird das Festival durch zahlreiche Rahmenangebote wie den obligatorischen Metal-Markt, auf dem alles, was das Metaller- und Gothicherz begehrt, zu finden ist. Von Kleidung über Trinkhörner bis zu einer riesigen Auswahl an zum Teil rare CDs und DVDs. Zusätzlich wurden Pokerrunden, Stripshows und Hörbuchvorstellungen abgehalten. Eine weitere, sehr beliebte Einrichtung ist der Prince Bodywash, eine kostenlose Waschanlage für Menschen.

Campingplatz:
Dieses Jahr gab es auch hier eine Neuerung, welche den Besuchern die Orientierung leichter machen soll. Vorab baten die Organisatoren auf ihrer Homepage, dass sich die Wacken Fans Straßennamen für das Gelände ausdenken. Und so gab es dann am Ende tatsächlich für jeden Weg einen eigenen Namen, was die Orientierung zum eigenen Campingplatz um einiges einfacher machte. Ansonsten kann ich nicht viel zu der Dixie Klo Beschaffenheit sagen, da sich wie gesagt das Dusch & WC Camp direkt neben uns befand und wir somit immer saubere spülbare Toiletten neben unserem Zelt hatten.

Bandauswahl:
Im Vergleich zum Jahr 2006 war die Auswahl an Bands wieder um einiges stärker. Dimmu Borgir, Overkill, Communic, Destruction, Sodom, Sacred Reich und Blind Guardian waren für mich die Hauptgründe warum ich mich wieder mal für das Wacken entschieden hatte. Man kann über die Organisation sagen was man will, was das Billing angeht ist das Festival nach wie vor in der 1. Liga und macht es selbst langsam enttäuschten Festivalbesuchern wie mir, ziemlich schwer das W:O:A abzuhaken.

Nach dem Ende des Festivals gab es für die bisher treuen Fans des Open Airs 2 große Überraschungen: Tobias Sammet's "AVANTASIA" wird auf dem W:O:A 2008 zum allerersten Mal und nur dort live auf die Bühne gebracht. Die negative Überraschung ist jedoch, dass die Tickets für nächstes Jahr wieder um 10€ teurer geworden sind und nun stolze 109€ kosten. Auch wenn es durch die VVK-Gebühr kommt, ändert es nichts an der Tatsache dass der Preisanstieg recht deutlich ausfällt. Denn die diesjährigen Karten haben zusammen mit den VVK-Gebühren noch 99€ auf die Rechnung gebracht. Somit dürften es sich noch einige Leute mehr überlegen, ob sie nächstes Jahr noch mal nach Wacken pilgern wollen.
Nichts desto trotz war es insgesamt gesehen wieder sehr amüsant die Tage über und die Stimmung wurde bis auf die paar Einzelheiten auch nicht wirklich getrübt.

    S.O., 04.08.2007

Wacken Open Air Festival 2007:
 
  • 02.08.2007
  • 03.08.2007
  • 04.08.2007

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