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Konzertbericht: Area 4
 

Flugplatz Borkenberge bei Lüdinghausen
Freitag, 24.08.2007

Bands: Donots, Soulfly, The (International) Noise Conspiracy, Eagles Of Death Metal, NoFX

Das Area4-Festival fand dieses Jahr auf dem Flugplatz Borkenberge bei Lüdinghausen im Münsterland statt. Nahe also am heimischen Hamm, was den Vorteil des eigenen Bettes hatte. Nichtsdestotrotz campten ca. 8.000 Leute vor Ort auf sattem Grün. Am ersten Festivaltag reisten wir pünktlich zu den Donots an, da zuvor noch gearbeitet werden musste. Dementsprechend verpasst wurden leider Leo Can Dive und The Datsuns.

Donots

Donots
Los ging es dann für uns um 16:20 mit gut gelaunten und in schwarz gekleideten Donots, die mit ihrem Punk Rock die einzige Bühne des Festivals beackerten. Mit "We've got the Noise" ging es los. Die Ibbenbürener Band, die nach eigener Aussage den kürzesten Anreiseweg hatten, bekamen das Publikum sofort in Bewegung, vor der Bühne wurde auf dem Rasen des Flugplatzes ordentlich gepogt und gemosht. Noch war es jedoch bei strahlendem Sonnenschein relativ leer, da viele Besucher noch mit der Anreise und dem Zeltaufbau beschäftigt waren. Dafür wurden die anwesenden Zuschauer von Frontmann Ingo Knollmann als "die Elite dieses Landes" bezeichnet.

Donots
Spätestens hiermit hatte die Band alle Symphatien der Besucher auf ihrer Seite. Beim nachfolgenden "Today" kam es daraufhin zu noch mehr Bewegung in den vorderen Reihen. Der druckvolle Sound wusste zu begeistern, auch die Show der fünf Musiker gefiel. Mit "Whatever happened to the 80s", in welches Kim Wildes "Kids in America" integriert wurde, sowie dem abschließenden Twisted Sister-Cover "We're not gonna take it" beendete die Band nach kurzweiligen vierzig Minuten ihren Auftritt. Wir hatten definitiv unseren Spaß.




Soulfly

Soulfly
In eine ganz andere Richtung ging es musikalisch nach einer halbstündigen Umbaupause: Die Neo Thrasher von Soulfly um Ex-Sepultura-Frontmann Max Cavalera enterten die mit Armeedevotionalien ausgestattete Bühne. So hing zum Beispiel am Mikroständer von Max eine mit Grasbüscheln verzierte Gasmaske. Die Band startete nach einem Intro mit "Babylon" vom letzten Studioalbum DARK AGES und lud zum kollektiven Hüpfen ein. Dank des Rasens wurde eine Staubwolke, wie man sie bei Soulfly normalerweise erlebt, vermieden. Anfangs war der Bass von Bobby Burns etwas laut eingestellt, doch dieses Manko war schon nach wenigen Stücken Ad Acta gelegt. In der Setlist der US-Amerikaner fand sich eine gute Mischung aus allen Soulfly-Alben, so wurden u.a. "Prophecy", "Jumpdafuckup" oder "Tree of Pain" (mit Max' Stiefsohn Richie Cavalera zusätzlich an den Vocals) gespielt.

Soulfly
Aber auch alte Sepultura-Klassiker wie "Arise" oder natürlich "Roots bloody Roots" durften nicht fehlen. Vor dem abschließenden "Eye for an Eye" kam es noch zum obligatorischen, vierfachen Drumming. Hier hatten Max und Drummer Joe Nunez wohl Abstimmungsprobleme. Von Max kam mehrfach das "Kehle durchschneiden"-Zeichen in Richtung Nunez. Guter, nur mit fünfundvierzig Minuten ein relativ kurzer Auftritt der wohl neben Tool und From Autum To Ashes härtesten Band des Billings. Und Max wirkt ohne Gitarre etwas hilflos. Den posenden Frontmann nahm ihm bei "Seek 'n' Strike" niemand so wirklich ab. Dafür hatte das tobende Publikum Spaß an der Sache, trotz Verbot wurden einige Crowdsurfer gesichtet, die sich dann mit den (in diesem Falle) strengen Securitys auseinandersetzen durften.

Setlist Soulfly:
  1. Intro
  2. Babylon
  3. Prophecy
  4. Seek 'n' Strike
  5. Roots bloody Roots
  6. Jumpdafuckup
  7. Bring it
  8. Mars
  9. Bleed
  10. Tree of Pain
  11. Refuse/Resist
  12. Arise
  13. L.O.T.M.
  14. Porrada
  15. Drumsolo
  16. Eye for an Eye



The (International) Noise Conspiracy

The (International) Noise Conspiracy
Nachfolgend kam es zum einstündigen Auftritt der fünf einheitlich in rot/schwarz gekleideten Schweden von The (International) Noise Conspiracy. Die Indie-Rocker, die mit ihrem neuen Album FIXING CITIES im Gepäck ins Münsterland reiste, hatte mit leichtem Zuschauerschwund nach dem Auftritt Soulflys zu kämpfen. Die verbliebenden Besucher des Festivals bekamen jedoch einen guten und motiviert vorgetratenen Auftritt des Quintetts vorgesetzt. Gerade Sänger Dennis Lyxzén hatte seinen Spaß am Performen und baute einige, teils recht eindeutige Posen in seine Show ein. Außerdem gab es viel Bauch bei ihm zu sehen, was die weiblichen Anhänger der Gruppe sicherlich freute.

The (International) Noise Conspiracy
Technisch hatte die Band mit einigen Rückkopplungen zu kämpfen. Außerdem war das Mikrofon von Gitarrist Lars Strömberg viel zu leise eingestellt, seine Backing Vocals kamen teilweise kaum beim Publikum an. Diese Probleme störten die Band jedoch nicht im Spielfluss. Ein unterhaltsamer Auftritt einer guten Indie-Rockband mit teils sehr kritischen Lyrics.




Eagles Of Death Metal

Eagles Of Death Metal
Nun kamen wir schon zum Co-Headliner. Denn die eigentlich nach den Eagles Of Death Metal geplanten Silverchair hatten ihren Auftritt kurz vor der Show der Eagles wegen Krankheit abgesagt. Diese Info macht erst im Pressezelt die Runde, da es dort extra Fotoverträge für Silverchair geben sollte. Kurz darauf wurde auch das Publikum von einem Festivalmitarbeiter auf der Bühne von der Situation informiert. Einen Tag später hing für jeden sichtbar der Krankenschein von Frontmann Daniel Johns im Fenster des Info-Container aus.

Eagles Of Death Metal
Die Eagles Of Death Metal störte die ganze Hektik um Silverchair herzlich wenig. Hier wurde lieber gerockt. Eine amtliche Mischung aus Stoner Rock und gut nach vorne gehenden Garagenrock stand nun an. Im Mittelpunkt des Ganzen ist der charismatische Gitarrist und Sänger Jesse "The Devil" Hughes beheimatet gewesen. Und dieser animierte das Publikum immer wieder zum mitmachen, hatte jedoch auch die großen Rockposen drauf. Ein Entertainer, wie er im Buche steht. Die Band, die besonders auf dem letzten Album DEATH BY SEXY recht dünn klingt, fuhr dafür live eine druckvolle Rockshow, die mit dicker Hose vorgetragen wurde. Da machte das pure Zuschauen schon eine Menge Spaß, auch wenn das Songwriting wohl recht simpel geraten ist. Das gesamte Publikum inkl. Band hatte Spaß am Auftritt, der gerne im Folgejahr wiederholt werden darf!




NoFX

NoFX
Anderthalb Stunden vorher als geplant, aufgrund der Absage des Co-Headliners, stand nun mit den vier Ami-Punklegenden von NoFX bereits der Headliner des ersten Area4-Tages auf der Bühne. Und schon im Vorfeld wurde klar: Hier liegt der Fokus auf Spaß und Chaos. Wo andere Bands gigantische Backdrops haben, wird bei NoFX ein gelbes Din A2-Plakat mit dem Bandnamen per Gaffa-Tape am Gestänge im Hintergrund schief aufgeklebt und fertig ist die Bühnendeko.
Die Mannen um Fat Mike wurden vom zahlreich erschienen Publikum um 22 Uhr begeistert empfangen. Die Band, die am selben Tag aus Amerika anreiste, machte keinen müden Eindruck. Es wurde sofort mit "Dinosaurs will die" und "Franco Un-American" losgerockt. Insgesamt spielte die Band 34 Stücke, was für eine Festivalshow schon sehr viel ist. Dazu gab es zwischen den Songs lustige Ansagen der Truppe, bei denen unter anderem George W. Bush und Silverchair ihr Fett weg bekamen. Der Mix aus typisch amerikanische Punksongs und auch Reggae kam gut an. Außerdem griff die Band auch zu untypischen Instrumenten wie einer Trompete oder einem Akkordeon, welche völlig schief gespielt wurden. Dies war allen Anwesenden jedoch herzlich egal, der Spaß stand im Vordergrund.

NoFX
Und als wahrer Landeplatz für die Masse an Crowdsurfer stellte sich der Securitygraben vor der Bühne heraus. Es ist bei Punkbands dieser Größenordnung nicht möglich, ein Crowdsurfing-Verbot aufrecht zu erhalten. Dies realisierte auch die Security, die Verwarnungen wurden recht schnell eingestellt, da schon der nächste Festivaljünger auf den Weg über die Köpfe der Fans zur Bühne hin war.
Mit "Idiot Son of an Asshole" sowie "Theme from a NoFX Album" beendeten die vier Herren ihre Show. Gitarrist Eric Melvin schnappte sich jedoch das Akkordeon und spielte ein ca. zehnminütiges, total schief dargebotenes Outro, welches ordentlich mitgeklatscht wurde. Dann konnte auch er nach einigen Versuchen der Roadies von der Bühne gelockt werden.

Setlist NoFX:
  1. Intro
  2. Dinosaurs will die
  3. Franco Un-American
  4. Perfect Government
  5. Leaving Jesusland
  6. What's the Matter with Parents today?
  7. Eat the Meek
  8. Louise
  9. Stickin' in my Eye
  10. It's my Job to keep Punk Rock Elite
  11. What now Herb?
  12. Murder the Government
  13. I'm telling Tim
  14. Instant Crassic
  15. Can't get the Stink out
  16. See her pee
  17. I wanna be an Alcoholic
  18. Fuck the Kids
  19. Juice Head
  20. Radio
  21. Leave it alone
  22. Seeing double at the Triple Rock
  23. The Brews
  24. Straight Edge
  25. Bob
  26. Reeko
  27. She's nubs
  28. Linoleum
  29. Bottles to the Ground
  30. Whoops, I OD'd
  31. Kill all the white Man
  32. Idiot Son of an Asshole
  33. Theme from a NoFX Album
  34. Akkordeon-Outro


Fazit:

Neben der angenehmen Location, die über reichlich Park- und Campingfläche verfügte, konnten rein musikalisch NoFX, Soulfly sowie die Eagles Of Death Metal auf mich den besten Eindruck machen. Schade war natürlich die Absage von Silverchair. Ansonsten ein rundum positiver Festivaltag.

    M.K., 02.09.2007
    Fotos von: Melanie Wiechers

Area 4 Festival:
 
  • 24.08.2007
  • 25.08.2007
  • 26.08.2007
  • Gesamt-Fazit

  •  
     
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