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Konzertbericht: Area 4 |
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Flugplatz Borkenberge bei Lüdinghausen Sonntag, 26.08.2007
Bands: The Draft, The Films, Jingo De Lunch, Madsen, Sparta, …And You Will Know Us By The Trail Of Dead, Mando Diao, Tool |
Der dritte und letzte Tag des Area4 sollte eigentlich mit Boozed beginnen, doch die Band sagte aus Krankheitsgründen ab. Deswegen wurde das Programm erst um 12:55 mit dem Auftritt von The Draft begonnen.
The Draft
Der dritte Tag begann nun, wie bereits erwähnt, mit den Ami-Punks von The Draft. Drei Viertel von den aufgelösten Hot Water Music taten sich hier mit Sänger und Gitarrist Todd Rockhill zusammen, um weiterhin dem Punk zu fröhnen. Das Quartett aus Gainesville, Florida präsentierte melodischen Mid-Tempo-Punk, kombiniert mit der rauen Stimme von Todd. Erste Bewegungen im müden Publikum waren erkennbar, doch auch die Band wirkte nicht wirklich fit. Dies könnte am Wetter legen, so war es um diese Uhrzeit stark bewölkt und nicht wirklich warm. The Draft spielten ein unspektakuläres, aber durchaus solides Set. Ansagen wurden sehr kurz gehalten, die vier Amerikaner konzentrierten sich lieber auf ihre Musik. Nach einer halben Stunde Spielzeit war es um 13:25 Uhr wieder an der Zeit für eine Umbaupause.
The Films
Die nächste amerikanische Band stand nun mit den Indierockern von The Films auf der Bühne. Diese enttäuschten mich beim Big Day Out drei Wochen zuvor noch, auf dem Area4 wirkten sie jedoch besser. Wahrscheinlich, weil der Mix basslastiger war und der Band einen tieferen Sound verpasste. Ansonsten gab es fast die selbe Show wie drei Wochen zuvor zu sehen, weiterhin mit lustigen Kopfbedeckungen und dem britisch beeinflussten Indie-Rock. Jedoch waren The Films nicht so agil wie zuvor, große Sprungaktionen auf der Bühne blieben aus. Dafür gab es etwas mehr Bewegung im Publikum. Viele Fans lagen jedoch auf auf dem satten Rasen und schauten sich die Truppe im liegen an. Bei "Tabletop" machte sich der Gitarrengurt von Frontmann Michael Trent selbstständig und musste vom weiblichen Roadie repariert werden. Dafür wurde der Song jedoch nicht unterbrochen, Michael spielte einfach weiter. The Films, die auf dem Area4 ihren letzten Auftritt diesen Sommer in Europa spielten, konnten das Publikum zum Mitmachen und Klatschen animieren. Den Auftritt konnte man sich angucken, man musste jedoch nicht gleich weinen, wenn man ihn verpasst hat.
Jingo De Lunch
Weiter ging es nun mit Jingo De Lunch aus der Hauptstadt. Frontfrau Yvonne Ducksworth stammt jedoch aus Arizona. Komischerweise versteht die gute Frau deutsch, spricht aber selbst nur englisch auf der Bühne. Die Band, die ihre größten Erfolge Ende der 80er/Anfang der 90er feierten konnte, musste mit den wenigsten Zuschauern des ganzen Tages auskommen. Zu Beginn ihres fünfundvierzig Minuten langen Auftritt fanden sich grad mal ca. 300 Nasen vor der Bühne ein. Im Verlaufe des Sets konnte die Mischung aus Punk, Hardcore und Rock jedoch mehr Menschen anlocken. Auf der Bühne gab es von den Saitenhexern einiges an Bewegung, Ducksworth verharrte jedoch fast ausschließlich am Mikrfon und sang mit geschlossenen Augen. Eine nicht wirklich atemberaubende Performance. Dies zog dann auch nur Höflichkeitsapplaus nach sich.
Madsen
Weiter ging es nun mit den beliebten deutschsprachigen Indierockern von Madsen. Die Band war auch schon bei der ersten Auflage des Area4 im Jahr 2005 in Oberhausen dabei, wie auch der Schreiber dieser Zeilen. Damals spielten Madsen sehr früh und konnten nur wenige Leute vor die Bühne locken. Nur zwei Jahre später kann die Gruppe auf zwei erfolgreiche Alben und Auftritte in ganz Deutschland zurück blicken, ausverkaufte Konzerte und bessere Slots auf Festivals sind die logische Folge. Dieses Jahr wurde die Band vom Publikum begeistert empfangen. Direkt wurde mit "Ein Sturm" gestartet. Frontmann und Sechssaiter Sebastian Madsen konnte auch direkt den Mikrofonständer demontieren. Nachdem dies behoben war, ging es mit "Diese Kinder" weiter. Dort fiel auf, dass das Mikrofon von Schlagzeuger Sascha Madsen anfangs viel zu leise war. Die Fans reagierten zwar gut, der Funke zum Publikum sprang jedoch erst in der Endphase des Auftritts komplett über. Beim Jay-Z-Cover "99 Problems" feierte die allseits bekannte Hip Hop-Handbewegung ihr Debüt auf dem Area4, das Publikum hatte durchaus Spaß am untypischen Verhalten. Danach wurde jedoch wieder gerockt, denn mit "Panik", "Die Perfektion" und einer sehr langen Version von "Du schreibst Geschichte" gab es Grund genug zum pogen und springen. Danach war die Zeit von Madsen jedoch abgelaufen, die Zugaberufe verhallten zwar nicht ungehört, konnten jedoch leider nicht erfüllt werden. Abschließend bleibt zu sagen, dass sich Sebastian immer mehr zum Entertainer entwickelt und seine Band bei jedem Publikum beliebt machen kann. Guter Auftritt, wenn auch mit 11 Songs etwas zu kurz ausgefallen.
Pressekonferenz
Im Pressezelt kam es nun zu einer Pressekonferenz mit Vertretern des Veranstalters, der Feuerwehr, Polizei und dem Deutschen Roten Kreuz. Auch ein Mitglied der Flughafenbetreibergesellschaft, auf dem das Area4 stattfindet, war vor Ort. Zusammengefasst bleibt zu sagen, dass alle Parteien mit dem Debüt des Festivals in Lüdinghausen zufrieden sind. Zwar gab der Veranstalter zu, dass deutlich zu wenig Besucher vor Ort waren und ein Minus unter dem Strich steht, dennoch möchte man im kommenden Jahr auf dem selben Gelände weiter machen. Dafür wurde auch dei perfekte Infrastruktur sowie der Flughafen und seine Beschaffenheit gelobt. Die zeitgleich stattfindende Love Parade wurde nicht als allzu große Konkurrenz gesehen. Musikalisch möchte man die härtere Indie-Schiene weiter bedienen, aber auch 1-3 Metal-Bands pro Jahr unterbringen. Außerdem waren anstatt Mando Diao Nine Inch Nails als Co-Headliner vor Tool geplant. Weitere Informationen und Fakten stehen im Resümeé des Festivals.
Sparta
Sparta zogen etwas weniger Fans vor die Bühne als die zuvor aktiven Madsen. Die Texaner, die sich aus einem Großteil der aufgelösten At The Drive-In zusammensetzen, waren durchaus gut gelaunt und hatten Spaß am fünfundvierzig Minuten langen Auftritt. Ihre ausgereifte Mischung aus Rock, Emo und Postcore kam beim Publikum gut an, die Band wurde abgefeiert. Dies freute Sparta wohl so sehr, dass sich Teile der Band auf der Bühne umarmten. Der Sound war ein weiteres mal glasklar und dennoch druckvoll, Sparta konnten mich komplett überzeugen und lieferten einen guten Auftritt ab. Dürfen gerne wieder kommen.
Hodenball
In der Zwischenzeit kam es auf dem Campingplatz zum größten Hodenball-Spiel. Es gibt hierbei zwei Teams mit jeweils fünf männlichen Mitgliedern, die sich breitbeinig gegenüber auf den Asphalt setzen. Dann wird ein Gummigeschoß geworfen. Das Ziel des Spiel ist es, den im Titel des Spiels genannten Körperteil zu treffen. Treffer erzeugten teilweise lauteren Jubel als die Bands auf der Bühne. Das Ganze wurde witzig moderiert, und alle anwesenden hatten Spaß. Selbst die Security und die Polizei nahmen an diesem Spiel teil. Ein großer Spaß für alle, die zufällig in der Nähe waren oder selbst aktiv mitspielten. Auf die Neuauflage in einem Jahr kann man sich heute schon freuen.
...And You Will Know Us By The Trail Of Dead
Auf der Bühne wurden nun allerhand Instrumente, zum Beispiel zwei Keyboards sowie zwei Schlagzeuge aufgestellt. Es war an der Zeit für die Alternative Rocker von ...Trail Of Dead, die zu großem Jubel die Bühne betraten. Das Besondere an der Band ist, dass viele der sechs Mitglieder untereinander die Instrumente wechseln. Das Songwriting präsentiert eine Mischung aus ruhigen, keyboardgetragenen Parts und aggressive, laute Passagen, garniert mit teils sinnlosen Lyrics. Frontmann Conrad Keely, der in seinem engen T-Shirt mit seinem Körperumfang wie das Michelinmännchen aussah, fand noch Zeit , die vor der Bühne positionierte Security mit frischem Becks-Bier aus der Flasche zu begießen. Diese fanden das zwar nicht so lustig, das wieder zahlreichere Publikum hatte jedoch Spaß an der Sache. Mir gefiel die Musik zu Beginn zwar auch, zum Ende des einstündigen Gigs driftete das Ganze ins Geschrammel ab. Die letzten zehn Minuten waren meiner Meinung nach nicht mehr als Musik zu bezeichnen, doch im Indiebereich reicht wohl Geschrammel, um abgefeiert zu werden.
Mando Diao
Nun kam man zum Co-Headliner. Die Schweden von Mando Diao hatten diese Rolle inne. Sicherlich nicht die optimale Besetzung vor Tool, die ursprünglich geplanten Nine Inch Nails hätten klar besser gepasst. Dennoch zogen Mando Diao einige Leute vor die Bühne. Viele Besucher hatten sich auch extra wegen dieser Band ein Ticket gekauft. Nachdem die Band erstmal fünf Minuten zu spät auf die Bühne kam, spielten die Herrschaften dann doch noch ihren Indie-Rock, welcher mit einer guten Lightshow und ordentlichem Sound unterlegt wurde. Das Publikum ging ebenfalls gut mit, vereinzelt wurden Crowdsurfer gesichtet. Wie auch Good Charlotte arbeiten Mando Diao mit einem weißen Laken-Backdrop. Hinter diesem waren die Aufbauarbeiten für die nachfolgenden Tool schon im vollen Gange. Mando Diao spielten alle ihre Hits, wie "Down in the Past", "God knows" oder "Long before Rock'n'Roll", wirkten jedoch arrogant und abgehoben. Kommunikation mit dem Publikum fand nicht statt, die Band stritt sich lieber vor der versammelten Menge auf der Bühne. Und um noch unprofessioneller zu wirken, wurde das Konzert zehn Minuten vor dem eigentlich geplanten Ende von der Gruppe, die ohne ein Wort die Bühne verließ, beendet. Viele Fans waren hiernach unzufrieden, Mando Diao haben sich mit diesem Auftritt sicherlich nicht viele Freunde gemacht.
Tool
Nun folgten als Headliner die mächtigen Tool. Der Platz füllte sich unaufhörlich, die Camping-Areale waren fast leer. Und Tool fuhren Großes auf: Vier Leinwände, eine Lasershow, eigene Nebelmaschinen, eigene Sound- und Lichttechnik, eigene Securities...Man kam schon in der Umbaupause kaum aus dem Staunen heraus. Und als die Band dann die Bühne betrat, wurden sie mit lautem Jubel empfangen. Wie immer bei Tool galt auch hier ein Fotoverbot, deswegen gibt es leider keine Bilder der Performance von Tool.
Sänger Maynard James Keenan und Schlagzeuger Danny Carey nahmen auf dem Podest vor den Leinwänden ihren Platz ein, während Gitarrist Adam Jones und Bassist Justin Chancellor am Bühnenrand standen. Mit "Jambi" vom aktuellen 10,000 DAYS-Album startete dann die fünfundsiebzigminütige Reise in die Welt von Tool: Eine exakt auf die Musik abgestimmte Lightshow startete, auf den vier Leinwänden gab es bei jedem der typisch langen Songs Computeranimationen zu sehen. Eine bis ins kleinste Detail ausgeklügelte Performance, bei der die Band klar im Hintergrund stand. Keenan sprach nur selten zum Publikum, zu dem er die ganze Performance über seitlich stand. Tool konzentrierten sich lieber auf die Darbietung ihrer Musik. Und dies gelang der Band ohne einen hörbaren Verspieler. Als in der Mitte des Sets die grüne Lasershow begann, wurde die Visualisierung perfektioniert. DAS Highlight des Festivals, welches mit "Vicarious" beendet wurde.
Setlist Tool:
- Jambi
- Stinkfist (Extended Version)
- Forty-Six & 2
- Schism (Extended Version)
- Rosetta Stoned
- Flood
- Lateralus (Extended Version)
- Vicarious
Fazit:
Der letzte Tag des Festivals wurde meiner Meinung nach vom exzellenten Tool-Auftritt überschattet. Ansonsten gefielen mir noch Madsen sowie Sparta gut. Ein Minus gibt es von mir für Mando Diao sowie ...Trail Of Dead. Das gesamte Fazit findet ihr im Resümeé
M.K., 04.09.2007
Fotos von: Melanie Wiechers |
Area 4 Festival:
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Bandinfos |
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Hetfield, James |
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Liimatainen, J.A. |
310 |
Young, Angus |
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Dickinson, Bruce |
290 |
Wylde, Zakk |
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Rhoads, Randy |
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Danzig, Glenn |
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Simmons, Gene |
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Rudd, Phil |
265 |
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DeMaio, Joey |
240 |
Idol, Billy |
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