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Konzertbericht: Area 4
 

Flugplatz Borkenberge bei Lüdinghausen
24.-26.08.2007

Bands: Donots, Soulfly, The (International) Noise Conspiracy, Eagles Of Death Metal, NoFX, Turbostaat, Itchy Poopzkid, Muff Potter, From Autumn To Ashes, Blackmail, Art Brut, The 69 Eyes, Juliette & The Licks, The Hives, Billy Talent, The Draft, The Films, Jingo De Lunch, Madsen, Sparta, …And You Will Know Us By The Trail Of Dead, Mando Diao, Tool

Das Area4 feierte ein gelungenes Debüt auf dem Flughafen Borkenberge. Nachfolgend ein paar Fakten und Eindrücke des Festivals, garniert mit einigen Impressionen.

Fazit für das gesamte Festival

Zahlen und Fakten:
  • Besucher: ca. 10.000
  • Wetter: Heiter bis wolkig und trocken
  • Bands: 27, davon mussten 2 wegen Krankheit ausfallen
  • Größe Gelände: ca. 200.000 m²
  • Fläche Zelt- & Parkplatz ca. 72.000 + 71.000m²
  • Lautsprecherleistung: ca. 2 x 300.000 Watt
  • Lichtleistung: ca. 300.000 Watt
  • Bühnenstrom: ca. 2 x 350 KW
  • Länge verwenderter Bauzäune: ca. 5.000m
  • Personal hinter der Bühne: ca. 60 Personen
  • Security: 150 Personen
  • Größe Main Stage: BxTxH: 30 x 20 x 13 Meter
  • Länge der verlegten Kabel: 3.000 m
  • Anzahl Mobiltoiletten: 120 plus 50 Wasser WCs


  • Quelle ist das offizielle Factsheet zum Area4-Festival, welches im Pressezelt am Sonntag Nachmittag auslag.


    Pressekonferenz

    Der Veranstalter zeigte sich zufreiden mit dem Verlauf des Festivals. Es war durchgehend ruhig auf dem Gelände, das Publikum wurde an dieser Stelle gelobt. Dennoch waren aus Sicht des Veranstalters zu wenig Zuschauer vor Ort. Ende August 2008 ist jedoch wieder ein Area4-Festival am selben Ort geplant.
    Die Polizei war ebenfalls voll des Lobes. Die Beamten erlebten ein ruhiges Rockfestival, es kam nur zu einer einzigen, geringen Körperverletzung.
    Das Deutsche Rote Kreuz hatte zum Zeitpunkt der Pressekonferenz (Sonntag, 17 Uhr, zwischen Madsen und Sparta) 134 Versorgungen verletzter Personen. Hiervon mussten 18 ins Krankenhaus.
    Die Haupt-Verletzungsgründe waren Alkohol, Verstauchungen und Prellungen. Schwere Verletzungen gab es nur 2-3.
    Luftbild
    Die Feuerwehr zeigte sich ebenfalls zufrieden und hatte nicht viel zu tun. Der einzige Löscheinsatz wurde für ein brennendes Toilettenhäuschen gefahren, ansonsten musste nur ein Grill heruntergestuft werden.
    Der Vertreter der Flugplatzbetreibergesellschaft gab an, dass die guten Referenzen andere Flugplätze, auf denen FKP Scorpio Festivals veranstaltet, ausschlaggebend für den Zuschlag waren. Man würde das Area4-Festival gerne im nächsten Jahr wieder beheimaten.
    Hiernach kam es zu einer Frage- und Antwortrunde:
    Die Frage nach dem Namen des Festivals wurde mit der ersten Ziffer der Postleitzahl des Ortes beantwortet. Sowohl Oberhausen, als auch Lüdinghausen können eine 4 vorweisen.
    Die geringe Zuschauerzahl wurde mit dem Ausfall des Area4 im Vorjahr begründet. Außerdem wurde das Programm für die diesjährige Ausgabe erst spät bekannt, was bei der nächsten Auflage verbessert werden soll. Die Loveparade wird nicht als große Konkurrenz gesehen, da ein komplett anderes Publikum angesprochen wird. Außerdem gäbe es in Deutschland eine Übersättigung an Festivals. Eigene Großveranstaltungen wie das Hurricane werden aufgrund der Veranstaltungszeiträume beider Festivals (Juni - August) nicht als Konkurrenz angesehen.
    Das Area4 soll im Westen als das große Rockfestival etabeliert werden. Im Norden gibt es das Hurricane, im Süden das Southside und im Osten das Highfield-Festival vom selben Veranstalter.
    Musikalisch wird sich weiterhin im Indiebereich mit vereinzelten Ausflügen in den Metal aufgehalten. Bands wie Seeed wird man auf dem Area4 nicht sehen.

    Quelle: Aussagen bei der Pressekonferenz im Pressezelt.


    Organisation

    Für ein Debüt auf einem neuen Areal war die Organisation geradezu perfekt: Die Wege sind kurz und asphaltiert, der Boden des kompletten Festivals besteht aus sattem Rasen. Große Banner zeigen wichtige Punkte wie Kasse, Information oder die Nummer des eigenen Campingareals an. Am Informationscontainer bekam man immer kompetente Hilfe, teilweise sogar von Produktionsmitarbeitern des Festivals. Kurzfristige Änderungen im Line-Up wurden dort für jeden ersichtlich ausgehangen, selbst der Krankenschein von Silverchair-Frontmann Daniel Johns hing aus.
    Die Security war zu jedem Besucher freundlich und stets gut gelaunt. Der Einlass zum Festival ging schnell von statten, man musste an den Sicherheitskontrollen nicht lange anstehen.
    Die Bearbeitung unserer Akkreditierung war ebenfalls sehr schnell, auch im Pressezelt bekamen wir ohne Probleme unseren Presseausweis. Das Pressezelt war erstklassig ausgestattet: W-Lan für jeden, ein Laptop mit Internetanschluss, kompetente Ansprechpartner (auch hier wieder teilweise von "ganz oben"), Schließfächer und eine eigene Bar gehörten zum Inventar. An diesem Pressezelt kann sich jedes andere Festival noch eine Scheibe abschneiden.
    Von der Infrastruktur her ist das Festival gut zu erreichen, jedoch hätten meiner Meinung nach schon in Lüdinghausen Hinweisschilder zum Festival hängen können. Auch die Schriftgröße auf den Schildern könnte für das nächste Jahr größer ausfallen.
    Staus gab es keine, die Parkplatzangebote waren ebenfalls mehr als ausreichend. Man hatte, bis auf die direkten Parkplätze, immer Asphalt unter den Reifen. Camping und Parken wurde zwar getrennt, jedoch gab es dort Dank der wirklich sehr kurzen Wege keinerlei Beschwerden.


    Sound

    Fans
    Der Sound war in meinen Ohren bei allen Bands klar und druckvoll. Nur vereinzelt traten Störungen wie Rückkopplungen auf. Die Donots waren für meine Ohren jedoch etwas zu laut, auch Turbostaat hätten etwas leiser sein können. Da es keine zweite Bühne gab, kam es nicht zu unangenehmen Soundüberschneidungen.


    Atmosphäre

    Die Stimmung war bei allen Beteiligten, egal ob Bands, Security oder Besucher, durchweg gut. Das sonnige Wetter tat sicherlich seinen Teil hierzu bei. Auf dem Gelände gab es keine Auseinandersetzungen, es blieb friedlich. Eine fast schon familäre Stimmung kam aufgrund der "wenigen" Besucher auf. Beim Auftritt von Tool kam dies der Band zu Gute: Die Musik wirkt vor einigen Tausend Leuten einfach besser als vor 70.000 Menschen, da es etwas intimer ist.
    Fans
    Die lockere Stimmung übertrug sich auch auf die Security oder die Polizei. Gerade die Gesetzeshüter hatten Spaß auf dem Festival und beteiligten sich neben dem Hodenball-Spiel auch am Skateboard fahren. Dies lockert die Stimmung auf und führt nicht zu einem verkrampften Verhalten zwischen Besuchern und Security/Polizei.


    Verpflegung, Rahmenangebote und Hygiene

    Die Kosten für Nahrung und Getränke lagen auf normalne Festivalniveau. So kostete ein Döner 4€, während für eine Pommes mit Mayo 3,50€ hingelegt werden mussten. Die Getränke kosteten 2,40€ zuzüglich Pfand. Belegte Brötchen gab es schon für 1,50€. Der rollenden Supermarkt auf dem Gelände soll recht teuer gewesen sein. Leider kann ich hier keine Angaben machen, da ich nicht auf dem Gelände zeltete.
    Ansonsten bot der Veranstalter noch von Donnerstag bis Sonntag eine Aftershow-Party in einem Hangar des Festivals an, die vom bekannten Magazin Visions geschaukelt wurde. Auf dem Festivalgelände befand sich außerdem ein Sky-Shooter, bei dem man sich in die Höhe katapultieren lassen konnte, sowie ein reichhaltiges Angebot an Merchandise. Greenpeace waren ebenfalls mit einem Stand auf dem Festival vertreten.
    Auf dem Campingplatz standen für das zeltende Volk mehrere Container mit Duschen und WCs mit Spülungen bereit. Diese sollen laut Aussagen der Besucher sowie Foreneinträge auf der Seite des Festivals immer sauber gewesen sein. Auf dem eigentlichen Festivalgelände standen ausreichend viele Dixie-Toiletten. Jedoch fehlt hier leider die Möglichkeit, sich nach dem "Geschäft" die Hände zu waschen.


    Bandauswahl

    Das Hauptaugenmerk lag auf Indie- und Alternative-Bands. Aber auch die ein oder andere Punkband sowie täglich eine Metalband (Soulfly, From Autum To Ashes, Tool) fanden sich auf dem Line-Up des Festivals. Gut durchgemischt. Insgesamt gesehen überzeugte das Area4 auf ganzer Linie. Große Kritikpunkte fallen mir beim besten Willen nicht ein. Für die Ausfälle von Silverchair und Boozed kann das Team nichts, für Ersatz war es einfach zu knapp. Im nächsten Jahr rechne ich mit 15.000 Besuchern, die sich der Mischung aus Indie, Punk und Metal hingeben. Bandauswahl

        M.K., 04.09.2007
        Fotos: Melanie Wiechers, Mario Kloschinski,
        Polizei (Luftbild)

    Area 4 Festival:
     
  • 24.08.2007
  • 25.08.2007
  • 26.08.2007
  • Gesamt-Fazit

  •  
     
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