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Sonic, Soest Freitag, 31.08.2007
Bands: Corrosive, Lost Youth, Superhero Lost His Plan, Nekromantic, Degree Of Freedom |
Nachdem wir bereits am 26.07.2007 im Soester Sonic Club den Finaleinzug von Degree Of Freedom beiwohnten konnten, bewegten wir uns auch am 31.08.2007 in die selbe Location, um das große Finale des Sonic Bandcontests zu sehen. Zu gewinnen gab es für jede Band etwas, Hauptpreis war ein professioneller Studioaufenthalt. Im Vorfeld wurde die Spielreihenfolge ausgelost. Hierfür wurden 5 Zettel mit dem jeweiligen Bandnamen ausgelegt und ein Hund schnupperte nach der Reihe an den Zetteln. Dies war dann die Reihenfolge. Professionell geht anders.
Degree Of Freedom
Degree Of Freedom starteten um 20:30 Uhr in ihren Auftritt. Zu Beginn war der Gesang von Bassist Frank Poschner etwas zu leise, dieses Manko wurde jedoch vom Soundmann wieder ausgemerzt. Das zahlreich erschienene Publikum sorgte schon beim Opener "Xena" für den ersten Pogotanz vor der kleinen Bühne und auch das Werler Gangstarock-Quartett hatte Spaß. Auch die mitgereisten Fans der anderen Teilnehmer am Finale hatten Freude, man sah einige mitwippen.
Frank streute zwischen den Songs immer wieder recht sinnfreie Ansagen ein, die zur Belustigung der Anwesenden beitrugen. Neben dem neuen Song "Gangstas of Rock'n'Roll", in dem viele Kinderspielzeuge und Tröten verwendet wurden, gab es mit dem modischen Kurzhaarschnitt von Drummer Ruben Engel eine weitere Neuerung zu bestaunen. Nach dreißig Minuten Spielzeit, die jede Band des Abends zur Verfügung bekam, wurde der solide Auftritt mit "Chuck Norris" beendet.
Setlist Degree Of Freedom:
- Xena
- Devil's Hour
- Take a Ride now
- Shelter Helper
- Structured
- Gangstas of Rock'n'Roll
- STAMFORD
- Chuck Norris
Nekromantic
Weiter ging es nun mit deutschsprachigem Black Metal aus Warstein. Ein klarer Kontrast zum vorherigen Hard Rock, der dem Publikum hier präsentiert wurde. Die Mannen um den stämmigen Frontmann Sascha hatten, wie alle Bands des Abends, einen guten Sound und spielten mit viel Elan ihr Set. Vor der Bühne wurden die langen Mähnen geschüttelt, während auf der Stage vor allem Gitarrist Kuddel mit schnellen Soli überzeugen konnte. Aber auch Drummer Matthias prügelte die ein oder andere Double Bass ins Sonic.
Das abwechslungsreiche Songwriting der Truppe konnte mich überzeugen, auch rein technisch gesehen dürften sie die beste Band des Abends gewesen sein. Sascha zeigte sich hinter dem Mikrofon ebenfalls variabel und präsentierte neben tiefen Growls auch gekeifte Vocals. Mich konnte die Band auch einige Monate zuvor im Wickeder Erbkewald schon überzeugen, Songs wie das eingängige "Sag mir, dass..." blieben die ganzen Monate im Kopf. Guter Auftritt, der mit "Schönheit" und einem kurzen Anspielen vom Metallica-Klassiker "Master of Puppets" beendet wurde.
Setlist Nekromantic:
- Spiegel des Elends
- Sag mir, dass...
- Kindergrab
- Midsommernachtsmassaker
- Dunkle Gabe
- Heilige Kriege
- Schönheit
Superhero Lost His Plan
Die zweite Werler Band des Abends erklomm mit Superhero Lost His Plan nun die Bühne des Sonics. Musikalisch spielt die Band nach eigener Aussage Indie-Pop-Core. Die Band, die mit dem neuen Gitarristen Hendrik Brüggemann zum Quintett angewachsen ist, präsentierte ihr ausgereiftes Material einem Publikum, dass sich bewegungstechnisch zurückhielt. Der Funke zum Publikum wollte trotz des gelungenen Auftritts irgendwie nicht überspringen.
Beim zweiten Song, "Sidewinder", ging zu allem Überfluss noch der Bass von Thomas Kuchta kaputt. Eine große Pause entstand zum Glück nicht, denn Frank von Degree Of Freedom entlieh seinen Bass spontan. Der Auftritt ging wie geplant weiter, bis nach "Sudden Stop" und "Reflections" auch hier die halbe Stunde schon herum war. Ein weiterer, guter Auftritt.
Setlist Superhero Lost His Plan:
- Lane
- Sidewinder
- Burning Picture
- Whatever burns
- Late Clarity
- Open up
- Inspiration by Movement
- No Money to get you
- Sudden Stop
- Reflections
Lost Youth
Weiter ging es mit der vorletzten Band, Lost Youth aus dem schönen Beckum. Das Quintett spielt eine Mischung aus Stoner, Punk, Psychobilly und Rock, das ganze wird live mit einer schweißtreibenden Show garniert. Sänger Michael Hogrebe verfügt über eine wandelbare, raue Stimme, die sehr gut zum wuchtigen Sound der Band passt.
Die Fans der Band, die mit Merchandise ihrer Lieblinge ausgestattet waren, tanzten zu Stücken wie "Ezquizofrénico" oder "In the Saloon, soon" (hier bekam Hogrebe eine Zigarette aus dem Publikum gestiftet) nicht lange alleine. Viele andere Besucher ließen sich mitreißen und hatten ordentlich Spaß in den Backen. Sogar ein Stagediver wurde gesichtet. Die Band legte sich ordentlich ins Zeug, man hatte auch keine Berührungsängste vor dem Bühnenboden, auf dem sich mit, teilweise nacktem Oberkörper, ganz der Musik hingegeben wurde. So viel Spaß am Spielen sieht man auch im lokalen Bereich nicht jeden Tag.
Setlist Lost Youth:
- Astro Van
- Ezquizofrénico
- Mr. Melonious Felonious
- In the Saloon, soon
- Coach Whip
- Silence
Corrosive
Als fünfte und damit letzte Band bestiegen Corrosive aus Warstein-Rüthen die Bühne. Das Trio präsentierte ihren Deutschpunk mit einem Ausmaß an Bewegung, das sich im Minusbereich bewegen dürfte. So eine statische Punkband habe ich bisher noch nie erleben müssen. Wenigstens gab es vor der Bühne ab und zu etwas Bewegung in den Reihen der jungen Befürworter der Band. Beim Song "Angst" riss Gitarrist und Sänger Lukas eine Saite seiner Gitarre. Ganz Punk Rock-untypisch unterbrach der junge Mann sofort das Lied und bat um eine Ersatzgitarre. Diese wurde ihm von Superhero Lost His Plan gestellt und musste erstmal auf die Bedürfnisse des Gitarristen gestimmt werden. Dies kostete viel Zeit, die von Drummer Björn mit Ansagen und Schlagzeugspiel überbrückt wurde, während Bassist Ebbe die ganze Zeit über sinnlos in der Gegend herumstand. Wenn das der Spirit des Punks ist, dann Gute Nacht.
"Angst" wurde dann fortgesetzt, während die Siegchancen der Band durch die lange Unterbrechung weiter sanken. Zum Ende des Sets spielte auch der Sound nicht mehr mit. Während sich das Sonic leerte, war auch ich froh, dass die halbe Stunde dann vorbei war. Eine Setlist habe ich mir nicht besorgt, da die geschätzte Hälfte der Songs Dank des Gitarrendesasters nicht gespielt wurde.
Die Entscheidung:
Es war wieder an der Zeit zum abstimmen. Auf dem Zettel, der jedem Besucher ausgehändigt wurde, durfte man nun Noten von 1-5 verteilen, pro Band natürlich nur eine. Diese wurden dann am Eingang abgegeben. Die Jury zog sich ebenfalls zur Beratung zurück. Die ganze Aktion sollte eigentlich nur dreißig Minuten dauern, zog sich aber über anderthalb Stunden hin, obwohl die Stimmzettel schon lange ausgezählt waren.
Die Herrschaften der Jury hatten sich dann doch noch vor Sonnenaufgang entschieden. Das Endergebnis fand Corrosive auf dem letzten Platz wieder. Hierfür gab es ein professionelles Bandcoaching, was dieser Band nur gut tun kann. Nekromantic, Degree Of Freedom sowie Superhero Lost His Plan erreichten die Plätze 4-2, hierfür gab es Gutscheine eines örtlichen Musikladens mit dem Platz angemessenen Wert.
Sieger des diesjährigen Sonic Bandcontests waren Lost Youth aus Beckum, die sowohl Jury als auch Publikum am meisten überzeugen konnten. Die Band freute sich sehr über den Gewinn eines professionellen Studioaufhaltes, die After Show-Party dürfte noch zu erhöhtem Alkoholgenuss geführt haben.
Ob es wirklich nötig ist, ein Konzert mit fünf Bands von 19:00 (Einlass) bis 02:30 (Bekanntgabe des Ergebnisses) laufen zu lassen, ist mehr als fraglich. Die jeweils anderhalb Stunden zwischen Einlass/Auftritt der ersten Band sowie Ende der letzten Band/Bekanntgabe des Ergebnisses sind einfach zu lang. Noch dazu dauerten die Umbaupausen teils recht lange. Diese Umstände hinterlassen dem Bandcontest leider einen etwas faden Beigeschmack.
M.K., 31.08.2007
Fotos von: Melanie Wiechers und Mario Kloschinski |
Band-Infos:
| | Degree Of Freedom: www.gangstarock.de
Nekromantic: www.nekromantic.de
Superhero Lost His Plan: www.shlhp.com
Lost Youth: www.lost-youth.de
Corrosive: www.corrosive-music.de
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