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CD Preise und Preisabsprachen |
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G e g e n d e n S t r o m : Übersicht
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CD Preise und Preisabsprachen
Nicht zuletzt durch die saftige Erhöhung der Mehrwertsteuer im vergangenen Jahr dreht sich die Preisspirale schneller. Was die Preise von Musik CDs betrifft kann in den letzten beiden Jahren sogar von einem Preissprung gesprochen werden.
Mit der Einführung der CD in den 80er Jahren verteuerte sich der Kauf eines Albums erheblich. Die Musikindustrie warb mit deutlich verbessertem Klang und größerem Dynamikumfang der CD gegenüber der guten alten Vinylscheibe und versuchte so die hohen Preise zu rechtfertigen. Was man jedoch den Kunden vorenthielt war die Tatsache der niedrigeren Produktionskosten, die in den nächsten Jahren mit gestiegenen Stückzahlen und effektiveren Anlagen in den Presswerken, noch weiter deutlich reduziert wurden. Am Anfang ging die Rechnung auf und der Markt boomte. Hinzu kamen illegale Preisabsprachen der großen Musikkonzerne. In den U.S.A. gelang es der Handelsaufsicht Federal Trade Commission im Jahre 2000 nach zweijährigen Ermittlungen, Sony, Time Warner, Vivendi Universal, EMI und der Bertelsmann Music Group/BMG illegale Preisabsprachen nachzuweisen. Diese fünf hatten in den USA eine marktbeherrschende Rolle und fuhren dreiviertel des gesamten Umsatzes in der Musikbranche ein. Die Sache ging sogar so weit, dass Händler die CDs unter einem bestimmten Preis verkauften von den Konzernen nur noch mit Verzögerung beliefert wurden und andere Händler, die sich strikt an die empfohlenen Preise hielten, mit gesponserter Werbung unterstützt wurden. Man versuchte so die Preise künstlich hoch zu halten.
Und genau die oben genannten Fünf waren im Jahre 2001 auch Gegenstand einer Untersuchung der EU Kommission. Die Untersuchungen erwiesen sich als sehr schwierig. Zwar konnten Verstöße in einigen Fällen nachgewiesen werden, aber da nur einzelne Länder betroffen waren wurden die Kartellbehörden dieser Länder mit der weiteren Verfolgung beauftragt. Da überrascht es dann auch nicht mehr, dass die fünf Konzerne einige Zeit später wegen illegaler Preisabsprachen bei Musikdownloads abermals in das Visier der Fahnder in den USA gerieten.
Durch die weite Verbreitung von CD Brennern war es vielen Musikfreunden auf einmal ohne viel Mühe möglich, von CDs Kopien in digitaler Qualität herzustellen. Auch Musiktauschbörsen wie Napster trugen dazu bei, dass die Absätze bei Musik CDs einbrachen. Die Preise für CD Rohlinge fielen kontinuierlich in den Keller und machten deutlich wie billig die Herstellung des Mediums CD inzwischen geworden war. Warum sollte man überhöhte Preise für CDs ausgeben, wenn es einfach war an Kopien in gleicher Güte wie das Original zu kommen, dachten sich viele. Die Musikindustrie sprach von Raubkopierern. Wohl wissend, dass es sich "nur" um den Diebstahl geistigen Eigentums handelt. Unter Raub versteht man das Aneignen von Eigentum anderer Personen unter Androhung oder sogar Ausübung von Gewalt. Der Begriff Raub ist daher in diesem Zusammenhang völlig überzogen und kann als Versuch der Industrie verstanden werden die Kopierer zu kriminalisieren. Ich möchte hier bestimmt nicht den Kopierern das Wort reden die durch ihr Handeln den Musikern einen Teil ihrer Einnahmen vorenthalten, aber das Recht auf eine Privatkopie und die Weitergabe im Freundeskreis ist inzwischen von mehreren Gerichten bestätigt worden. Ein Kopierschutz erwies sich nicht als Allheilmittel da sich manche Scheiben nicht mehr auf allen CD Playern abspielen ließen. Diejenigen die die CD ordnungsgemäß gekauft hatten waren die Dummen, wenn die Musik-CDs gegen den Red Book-Standard (genormtes Audio-Format einer CD) verstießen und der CD-Player im Auto nur "Error" anzeigte.
Auf die gesunkenen Verkaufszahlen reagierte die Musikindustrie aber nicht mit sinkenden Preisen um das Kopieren unattraktiver zu machen. In den letzten beiden Jahren sind die Preise für neu erschienene CDs sogar von etwa 13 bis 14 Euro auf 17 bis 18 Euro oder sogar mehr in die Höhe geschnellt. Ob man sich da in den Führungsetagen der Musikkonzerne mal wieder getroffen hat und ein Einvernehmen bei der Preisgestaltung erzielen konnte? Es ist schon seltsam, dass ein Reimport aus den U.S.A. von CDs eines großen deutschen Labels inzwischen billiger ist, als der Kauf hier. Das erklärt sich nicht nur mit einem für uns günstigen Wechselkurs. Die Plattenindustrie rechtfertigt ihre hohen Preise mit dem Hinweis auf hohe Kosten. Mehr als die Hälfte der Neuerscheinungen spielen angeblich nicht die Produktionskosten ein. Besonders erfolgreiche Alben müssen diese dann mitfinanzieren. Nur seltsam, dass Alben mit bereits 10 oder 20 Jahren auf dem Buckel inzwischen auch erheblich teurer wurden. Auf das weitere Vorgehen der Industrie darf man gespannt sein, ein weiterer Preisanstieg ist aber zu befürchten.
Glücklicherweise gibt es auch erfreuliche Ausnahmen, z.B. Bands wie Motörhead, bei der die Plattenfirma schon seit Jahren nur für die aktuellesten Alben etwas mehr Euronen verlangt. Die älteren gibt's schon seit Jahren für rund 10.- Euro. Auch wenn Lemmy scherzhalber fordert, die neuen Scheiben doch zu klauen, wenn man sie noch nicht besitzt, so können sich gerade hier die Fans die Silberlinge noch leisten. |
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