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Review: Adagio
 
DOMINATE

Album:
 DOMINATE, 2006, Locomotive

Stil:
 Progressive Metal, Power Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 S.J., 20.07.2006

Review:
 Ich bin überrascht, als ich die neue Adagio Scheibe DOMINATE in meinen CD-Player werfe. Der mir als "Progressive Rock/Metal" angekündigte Silberling startet nämlich unerwartet düster. Nach einem kurzen, bedrohlich klingenden Keyboard-Intro geht es in ein fulminantes Gitarrenspiel über, welches wohl auch auf manche Death-Metal Platte als Soloeinlage gut passen würde. Nach nur knapp 45 Sekunden aber befindet man sich dann aber doch in gewohnten Powermetal Gefilden und der neue Brasilianer am Mikro, Gus Monsanto, besticht mit guter Gesangsarbeit. Auf jeden Fall lässt sich festhalten: Ein fulminanter Anfang.

Hört man den ersten Titel "Dominate" weiter, stechen klar die hin und wieder einsetzenden Death-Metal Growls hervor, und man ist sich nicht sicher, in welcher Stilrichtung man sich nun überhaupt befindet. Trotzdem ist alles gut arrangiert, die Songfragmente gehen in einander über, ohne in einem verworrenen Wulst zu verschwimmen. Und zumal technisch wirklich alles sauber, aber nicht zwanghaft virtuos dargeboten wird, gibt es auch in dieser Hinsicht nichts zu meckern.
"Fire forever" ist dann eine gewohnt schnelle Powermetal-Nummer mit Mitsingrefrain die sicher jene Fans auf ihre Seite ziehen wird, die vom düsteren Part eher verschreckt wurden. Doch düster geht es auf jeden Fall weiter: "Terror Jungle" holzt sich wie es der Name vermuten lässt wirklich brachial durch den Urwald. Gerade Monsanto's Gesangsleistung ist es wieder mal, die besonders zu überzeugen weiß. So schafft er es, sowohl Death Metal Growls als auch seine präzise, klare Powermetal Stimme gekonnt in Szene zu setzen.
Es ist immer wieder schön zu hören, wie fließend die Übergänge zwischen düsteren Passagen und dem eigentlich zugrunde gelegten Powermetal geschaffen sind. Der Besuch der Musikschule hat sich für Stephan Forté ganz offensichtlich gelohnt. So könnte ich mir den Anfang von "Children of the Dead Lake" auch auf dem nächsten Cradle of Filth Album vorstellen. Und trotzdem wird wieder gekonnt der Bogen geschlagen: Melodischer Refrain mit Mitsingcharakter im Refrain münden in ein Klavierinterlude bis es in die nächste Berg- und Talfahrt der Gitarrenkunst geht - Klasse!
"R'lyeh the Dead" geht geradliniger nach vorn. Vielleicht nicht der kreative Höhepunkt des Albums, aber auf jeden Fall hörbar und auch nicht fehl am Platz.
Das Tempo wird anschließend weiter gedrosselt, und über den wieder mal sehr facettenreichen Song "The Darkitecht" ,der im Laufe seiner 6 Minuten ein große Steigerung hinlegt, folgt mit "Kissing the Crow" eine wirklich gefühlvolle Ballade. Sie ist kurz, kein bisschen kitschig, aber ergreifend - was will man mehr?
Ob "Fame" wohl zufällig oder bewusst den Abschluss dieses wirklich gelungenen Albums darstellt? "Ruhm" haben sich die Herren vielleicht (noch) nicht verdient, aber auf jeden Fall ein wenig Berühmtheit sollte ihnen nach dieser "dominierenden" Veröffentlichung zustehen.

Fazit: Adagio sind düsterer geworden. Das mag vielleicht nicht Jedermann's Sache sein, jedoch eröffnet ihnen das mehr Raum für Kreativität den sie gekonnt zu nutzen wissen. Ein Album dass nicht nur in jede gepflegte Prog-Metal Sammlung gehört, sondern von jedem der auf gut ausgeführte, anspruchsvolle Musik steht, zumindest mal angehört werden sollte.

Tipp:
 Stiloffenheit ist oberste Voraussetzung für den Genuss dieses Albums, und zwar in beide Richtungen - sowohl in Brachialität als auch in Sachen Gefühl und sanften Klängen.

Titel-Liste:
 
  1. Arcanas Tenebrae/Dominate
  2. Fire Forever
  3. Terror Jungle
  4. Children Of The Dead Lake
  5. R'Lyeh The Dead
  6. The Darkitecht
  7. Kissing The Crow
  8. Fame

Laufzeit:
 42:43 Min.

Band-Infos:
 
  • www.adagio-online.com 


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