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Review: Adorned Brood
 
HELDENTAT

Album:
 HELDENTAT, 2006, Black Bards Entertainment

Stil:
 Pagan Metal

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 S.J., 21.01.2007

Review:
 Auch wenn es vielleicht überrascht: Heldentat ist nun schon das fünfte Album des deutschen Quintetts das gern in alten Zeiten schwelgt. Nachdem 2002 zuletzt "Erdenkraft" erschien musste sich die Band sich einer Zwangspause unterziehen. Es folgte der Wechsel zum jungen Label Black Bards Entertainment. Musikalisch sicher mehr von Bedeutung ist die personelle Umgestaltung. So wurde ein neuer Gitarrist und gleichzeitig Songwriter engagiert, was sich auch im Ergebnis überraschend stark bemerkbar macht.

Zu Beginn der Scheibe grüßt zunächst ein kleines Intro welches sich mit der ersten Textzeile am besten beschreiben lässt: "Ruhe vor dem Sturm...". Störend ist nur der Sprecher der mich gleich in den ersten Sekunden darauf aufmerksam macht, dass ich eine Promo-Disc höre, welche nicht zum Verkauf bestimmt ist - Danke für den Hinweis. Ignoriert man diesen englischsprachigen Einschub, gibt "Es ist Zeit" jedoch eine gelungene, wegbereitende Einleitung ab.
Was folgt ist ein überraschend zeitgemäß klingendes Riff welches auch Rammstein nicht schlecht zu Gesicht stehen würde. Dennoch ist "Tanze mit dem Tod" natürlich anders, und das nicht nur durch die zeitweise begleitenden Flötenklänge. Positiv auffallend sind die mehrstimmigen Gesänge sowie die Vielseitigkeit mit der Sänger Markus Frost seine Stimme zu nutzen weiß. Dieser Mann trägt seinen Nachnamen nicht unbegründet, bringt er doch auch kreischende Black-Metal Vocals mit ein, welche einen herrlichen Kontrast zu Ingeborg Anna Seides Stimme abgeben. an diesen Stellen übernimmt sie die vordergründige Melodie.
"In Vitro" ist deutlich Folklastiger als sein Vorgänger. Das Ergebnis ist sehr emotional und steigert sich im Verlauf immer weiter, bis man sich zuletzt wieder im Akustikpart vom Anfang wieder findet und der runde Abschluss perfekt ist.
So weit so gut. Gut ist auch das folgende "Farewell". Leider nur musikalisch, denn was hier textlich dargeboten wird ist sehr grenzwertig. Ab und zu englischsprachige Texte einstreuen zu wollen ist die eine Sache, die englische Aussprache zu beherrschen die andere. Diese ist in unserem Fall jedoch so weit von Englisch entfernt wie jemand in Paris davon, sich mit mir in seiner Landessprache unterhalten zu können. Französisch wählte ich in der 11. Klasse ab, und abwählen muss ich leider auch "Farewell". Schade, denn eine an sich gelungene Folknummer ist es eigentlich.
Als nächstes besucht uns der "Sandmann". Der Text ist diesmal wieder deutsch gehalten. Ohne gleich wieder meckern zu wollen sei gesagt dass der zugehörige Kinderzimmertext zumindest eine Frage des Geschmacks ist.
Das ist in "Der Alptraum" glücklicherweise aber auch wieder besser und so findet man sich qualitativ wieder dort ein, wo man zu Beginn des Albums angefangen hat. Interessant ist das recht wilde Solo das so auf einer Pagan Metal Scheibe sicher nicht zu erwarten war. Dennoch stört den Rezensenten leider auch hier ein emotionslos vorgetragener, nervender Promo-Disc Hinweis.
"7 Tage lang" ist eine neue Version des alten Trinkliedes. Wenn man das fast schon deprimierende Ende außer Acht lässt ist es aber der perfekte Soundtrack zum sommerlichen Metsaufen und Trinkhornschwingen im heimischen (heidnischen?) Garten.
Es folgt ein besinnliches Instrumentalstück mit dem Namen "Tierra del Fuego" bis "Gezeichnet" einen nachdenklichen Text gekonnt in Szene setzt. Da ist ein bombastischer Refrain und tragende MidTempo Strophen bis alles in Black-Metal Gekeife gipfelt.
"Felidae" klingt so wie Subway to Sally heute klingen könnten wenn sie die Reise zu Klängen der Neuzeit nie angetreten hätten. Wer sich auch heute lieber "Foppt den Dämon" anhört als "Engelskrieger" sollte mal ein Ohr riskieren.
"Heldentat" ist das bombastisch fröhliche Feuerwerk des Titelsongs. Vielleicht keine wahre "Heldentat", aber eine solide Leistung allemal.
Mit dem Instrumental "Sie ist erwacht.." klingt die Heldentat aus, was der anschließende Hidden Track soll, steht in den Sternen. Zumindest sollte man von der angegebenen Spielzeit fünf Minuten abziehen da diese für entspannte Stille ihre Verwendung finden.

Fazit: Kleine textliche Eskapaden sollte man nicht überbewerten. Was Adorned Brood hier abliefern ist ein gelungenes Pagan-Metal Machwerk.

Titel-Liste:
 
  1. Es ist Zeit...
  2. Tanze mit dem Tod
  3. In Vitro
  4. Farewell
  5. Sandmann
  6. Der Alptraum
  7. 7 Tage lang
  8. Tierra del fuego
  9. Gezeichnet
  10. Felidae
  11. Heldentat
  12. ...Sie ist erwacht

Laufzeit:
 49:31 Min.

Band-Infos:
 
  • www.adornedbrood.de 


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