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Review: Amplifire |
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Album:
| | BACK AT THE FRONT, 2007, Eigenvertrieb |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 16.06.2007 |
Review:
| | Aller Anfang ist schwer, das mussten auch die Jungs von Amplifire aus Karlsruhe schmerzlich erfahren. Nachdem sie bereits 2003 ihre erste Demo CANNON FODDER veröffentlicht hatten, wollte es in der Band nicht mehr so richtig klappen. Ein neues Line-Up und mit einem halben Jahr Studiozeit im Rücken will man nun einen Neuen Angriff starten. Nicht zuletzt deshalb vielleicht auch die Wahl des Album-Titels BACK AT THE FRONT.
Was dürfen wir erwarten? Nun, schon nach den ersten paar Minuten wird klar, dass wohl Slayer mit ihrem etwas sanfteren Album SOUTH OF HEAVEN von 1988 wesentliche Eindrücke hinterlassen haben. Thrash muss nicht immer mit ungestümen Highspeed-Tempo Marke "ICE-Riffs" aufwarten, um Spaß zu machen.
Als ich den Opener "The final Stand" zum ersten Mal hörte, fielen mir auch sofort die Slayer-Titel "Behind the Crooked Cross" oder "Mandatory Suicide" dazu ein. Die Ähnlichkeit ist so frappieren, aber auch überzeugend, dass man sich sofort im Fahrwasser der großen US-Boys wiederfindet. Es wird auch alles geboten, was man erwartet. Eingängige harte Riffs, thrash-typischer Gesang und rasendschnelle Gitarren-Soli.
Der zunächst balladeske Start von "Macbeth" soll nicht darüber hinweg täuschen, dass sich dahinter ein waschechtes Melodic Thrash-Brett verbirgt. Spätestens nach eineinhalb Minuten sollte dies auch jedem klar geworden sein. Nicht zuletzt durch die Spielzeit von über sieben Minuten und den zahlreichen überraschenden Breaks ein absoluter Leckerbissen und einer meiner Favoriten. Egal ob langsam, sanft und getragen oder mit forcierten harten Gitarren gespielt, zeigt es, dass auch Thrasher mehr als nur ein heruntergerissenes 0815-Programm auf dem Kasten haben können, wenn sie denn nur wollen.
Wer jetzt schon enttäuscht ist und das flotte genretypische Tempo vermisst, der darf sich an "Economic Warfare" erfreuen. Nicht unbedingt High-Speed, aber genügend Dampf im Kessel um mächtig abzufeiern und die Nackenwirbel knacken zu lassen. Mich hat besonders das Break und anschließende Gitarren-Solo mitgerissen.
Man steigert sich - und das Tempo. Noch etwas mehr wird bei "The Cross Creeper" aufs Gaspedal gedrückt. Hier sind es nicht nur die überzeugenden messerscharfen Prügel-Riffs sondern die variable Tempogestaltung, die bis zuletzt für Abwechslung sorgt. Ich hätte mir sogar mischtechnisch mehr Gitarrendominanz gewünscht, und die Mikro-Akrobaten in die zweite Reihe verbannt, denn das Gitarren-Solo zeigt eindrucksvoll, was der Axtmann aus den Saiten herauskitzeln kann.
Wieder zurück in gemäßigterem Fahrwasser bedeutet das für "In Flanders Fields" jedoch kaum einen Härteverlust. Mit jeder Menge kurzer MG-artiger Drum-Attacken, bereits bekanntem variablen Tempowechsel und treffsicheren Breaks, kann Amplifire auch im Mid-Tempo voll punkten.
So allmählich hat es Micha auch geschafft, Tom Araya kurzfristig aus meinem Hörgedächtnis zu verdrängen ohne dabei übermäßig aufdringlich zu erscheinen - erstaunlich.
Slap-Gitarren bzw. Bass-Klänge lassen bei "Struck down", den letzten offiziellen Sicherungssplit aus der Thrash-Granate ziehen. Gewohnte Gritarren-Riffs lösen den Bügel und jetzt heißt es weg damit und in Deckung werfen, bevor einem das Gitarren-Solo niedermäht. Anschließend pflügen die mit Axt, Langeisen, Drumstick und Mikro bewaffneten Infanteristen noch einmal gründlich das Feld, bevor der Bonus-Track "Into the Dark" für den würdigen Ausklang eines erlebnisreichen Thrash-Albums sorgt. Und das soll schon etwas heißen. Was bleibt ist eigentlich klar: Press Play-Button again!
Fazit: Selten hat uns in letzter Zeit eine solch durchaus gelungene selbstproduzierte Scheibe erreicht. Hervorzuheben ist vielleicht Micha Wilds Gesangsart, die nicht zuletzt die Nähe zu Slayers Tom Araya eindrucksvoll unterstreicht und an dieser Stelle sicherlich keinen Makel darstellt. Lediglich die Chor-Unterstützung hätte an manchen Stellen etwas voller/mehrstimmiger ausfallen dürfen.
Obwohl von mir immer wieder ein Vergleich zu den großen amerikanischen Vorbildern herangezogen wird, haben Amplifire deutlich mehr auf dem Kasten, als bestehende Songs zu kopieren oder nur zu covern. Auch wenn es vielleicht noch nicht ganz gelungen ist, den Bart einer Cover-Band völlig abzurasieren, so hat man es verstanden, jedem Song eine gewisse Eigenständigkeit mitzugeben. Einmal gehört, erkennt man erstaunlicherweise Amplifire sofort wieder.
Nicht genug, merkt man an vielen Stellen den hohen musikalischen Anspruch und getätigten Feinschliff des Quartetts. Hier wurde nicht geschludert oder aus Zeit- und Lustmangel ein einfacher Weg gewählt. Nein, man hat konsequent die Chance genutzt und das Beste aus jedem Beteiligten herausgeholt, seinen es die messerscharfen Gitarren-Soli des Axtmannes oder variabel Rhythmusarbeit von Basser und Drummer, die jede Break-Klippe mühelos meistern. Aber auch die Texte sollten für sich sprechen.
Jetzt fehlt nur noch ein vernünftiger Plattenvertrag, denn der Thrash ist noch lange nicht tot, wenn man Bands wie Amplifire Glauben schenken darf. |
Tipp:
| | Gemäßigte Thrash-Fans, lasst euch die Chance nicht entgehen und besorgt euch das Schnäppchen der Jungs über deren Homepage. Die 9.-€ inkl. Versand sind eine lohnende Investition für über 50 Minuten Thrash! |
Titel-Liste:
| | - The final Stand
- Macbeth
- Economic Warfare
- Glory, Guts, Divinity
- The Cross Creeper
- In Flanders Fields
- Janus
- Struck down
- - - Bonus-Track - - - - Into the Dark
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.amplifire-metal.de  |
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