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Review: Annihilator
 
METAL

Album:
 METAL, 2007, Steamhammer

Stil:
 Melodic Thrash

Wertung:
 7 von 7
7 von 7 Punkten
 J.G., 15.04.2007

Review:
 Es wurde in letzter Zeit ziemlich ruhig um die Kanadier und außer einer BEST OF... und der etwas zahnlosen SCHIZO DELUXE-Scheibe ist nicht viel passiert. Manche begannen schon zu unken, dass einfach nach dieser langen Zeit die Luft raus sein wird.
Seit 1984 überhaupt im Geschäft zu bestehen, ist immerhin schon eine Leistung. Ab in die Kiste, Deckel drauf und tschüss...
Aber hallo, wer denkt, dass der damals als absolutes Ausnahmetalent gehandelte Gitarrist Jeff Waters lieber mit der Angel ruhig an einem See in den kanadischen Wäldern sitzen würde um mit den Fischen um die Wette zu philosophieren, der hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
Schlicht und einfach ist nicht nur der Titel des neuen Silberlings. Er schimpft sich METAL und bietet genau das, was man erwarten würde, Metal der Extra-Klasse.
Wie hoch Jeff noch im Kurs steht, beweißt nicht nur sein spielerisches Können und das treffsichere Songwriting, sondern auch die erlesene Liste seiner Helfer und Mitstreiter, die sich an dieser Scheibe beteiligt hatten.
Da findet man als instrumentelle Helfer "Bodom-Kind" Alexi Laiho (Children of Bodom), Corey Beaulieu (Trivium), Michael Amott und Angela Gossow (Arch Enemy) ebenso wie Jesper Stömblad (In Flames) oder Jeff Loomis (Nevermore) und Danko Jones, um nur einige zu nennen! Aber auch als Background Vocals tummelt sich eine ganze Heerschar bekannter Namen, darunter mit Dan Beehler, Jacques Belanger und Allan Johnson gleich drei ex-Exciter Shouter.

Klar, es genügt nicht, einfach große Namen in ein Boot zu setzen und zu meinen, mit der Crew den Americans Cup gewinnen zu können. Da gehört schon mehr dazu. Wichtig ist dabei auch der Kapitän und das Material. Und genau hier liegt das Erfolgsrezept. Um es auf einen Nenner zu bringen: "Jeff did it!" Und ich muss bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr zur Höchstnote greifen.

Es fällt schwer hier einzelne Titel besonders hervor zu heben. Allen ist eins gemeinsam. Frontmann Dave Padden glänzt hinter seinem Mikro ebenso wir der Chef Jeff Waters an Gitarre und Bass. Und auch Mike Mangini scheint bei den zahlreichen Double Bass-Attacken ein dritter Fuß gewachsen zu sein. Das Ergebnis ist ein melodischer Metal-Brocken, der seine Thrash-Wurzeln kaum verleugnen kann.

Hier nun ein paar prägnate Ausschnitte:
Schon der Opener "Clown Parade" macht deutlich, es hat sich etwas getan im Annihilator-Lager. Der astrein vorgetragene Highspeed-Metal hat nicht nur eine zeitgemäße Runderneuerung sondern auch gleich eine Hochglanz-Spezial-Lackierung mitbekommen. Hier sitzen traditionelle Killer-Riffs ebenso, wie alle Nu Metal-Ausflüge. Double Bass, geniale Soli und fette eingängige Chöre, Metal-Fan, was willst du mehr.
Überraschung gefällig? Nun, "Couple Suicide" mit seinen Brit-Pop-Anleihen ist wohl nicht das Intro, was man von einem Heavy Metal-Song erwarten würde, aber genialerweise passt es ebenso, wie die Santana-artigen eingetreuten Gitarren-Licks.
Für "Army of One" nimmt man sich über sechs Minuten Zeit, von der jedoch keine Sekunde verschenkt wurde. Schon der Start ist ein Genuss für sich, bekommt man doch schon das erste Gitarren-Solo geboten, bevor das Hauptthema beginnt. Mit einer gesunden Mischung aus 80er-Jahre und Nu Metal begibt man sich auf eine regelrechte Achterbahnfahrt, bei der sich sogar Anvil-Gitarrist Steve Kudlow austoben darf.
Etwas mehr Beats gefällig? Nun, ich denke bei dem über acht Minuten dauernden "Haunted" sollten die Fans auf ihre Kosten kommen. Beinharte Highspeed-Kost mit jeder Menge genialer Breaks und Tempowechsel. Mit hauchdünnen Vorsprung, einer meiner persönlichen Favoriten.
Aber auch die Groove-Gemeinde bleibt nicht im Regen stehen. Brachial, brutal, beinhart und bedingungslos walzt "Detonation" gnadenlos alles nieder, was sich ihm in dem Weg stellt. Der Titel ist eben auch Motto.
Zum Abschluss gibt es mit "Chasing the High" den ultimativen Rausschmeißer, der es was etwas übertreibt. Wer hier voll mitgeht, wird sicherlich Schwierigkeiten bekommen, gleich wieder die Repeat-Taste zu treffen. Naja, ich denke ein kühles Bierchen (gibts auch in trinkbarer alkoholfreier Form) vor der zweiten Runde kann nichts schaden.

Fazit: Seit Alben wie KING OF THE KILL finde ich kaum vergleichbares, und das Album ist immerhin aus dem Jahr 1994! Tja, Jeff, wenn Du deine nächsten Alben nur mit annähernd der gleichen Qualität abliefern kannst, dann zähle ich dich noch lange nicht zum alten Eisen. Ich bin sogar überzeugt, dass du es mit deutlich weniger "Who is who"-Beteiligten hinbekommst.

Tipp:
 Annihilator-Fans zugreifen! Das ist genau der Stoff auf den man jahrelang warten musste. Als Zugabe gibts im großen Package noch eine kleine Bonus-CD mit weiteren elf Best of-Titeln. Bezeichnenderweise ist auch "King of the Kill" dabei. Na, wenn das kein Zufall ist?

Titel-Liste:
 
  1. Clown Parade
  2. Couple Suicide
  3. Army of One
  4. Downright Dominate
  5. Smothered
  6. Operation Annihilation
  7. Haunted
  8. Kicked
  9. Detonation
  10. Chasing the High
    - - - Bonus-CD - - -
  1. Carnival Diablos
  2. Time Bomb
  3. Blackest Day
  4. My precious Lunatic Asylum
  5. Shallow Grave
  6. Murder
  7. Tricks and Traps
  8. Refresh the Demon
  9. Ultra Paranoia
  10. King of the Kill
  11. Second to None
    - - - DVD-Trailer - - -
  12. Ten Years in Hell

Laufzeit:
 CD: 55:01 Min. / Bonus: 49:13 Min.

Band-Infos:
 
  • Annihilator


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