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Review: Assailant
 
NEMESIS WITHIN

Album:
 NEMESIS WITHIN, 2006, Dockyard 1

Stil:
 Power Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 30.03.2006

Review:
 Ja, die Welt ist ungerecht. Manche mühen sich ein Leben lang ab, an ihrem Talent zu arbeiten und schaffen es mit zweifelhaften Qualitäten sogar an die Chart-Spitze - geschicktes Management macht's möglich. Und dann gibt es "Familien", die überschwemmen den Musikmarkt mit einer wahren Flut von Talenten. Bekanntestes Beispiel sind sicherlich die Young-Geschwister, wo fast jeder musikalisches Potenzial besitzt und gerechterweise Erfolge aufweisen kann - man denke nur an AC/DC.
Seit kurzem müssen wir nicht mehr einen Globus bemühen, um mit dem Finger auf das Heimatland dieser Familie, Australien, zu zeigen. Nein, es genügt eine Europa-Karte, genauer gesagt eine Landkarte von Schweden mit seiner Metal-Band-Schmiede Umeå. Von dort stammt der Lead-Gitarrist der Band Assailant, Oskar Norberg.
Norberg? Nicht bekannt? Schämt euch!
Bruder Nils Norberg schrubbt die Gitarre bei Nocturnal Rites, Bruder Emil Norberg hat die 6-Saitige bei Persuader, Savage Circus, fest in Händen und jüngstes Familienmitglied Oskar will da seinen Brüdern in Nichts nachstehen.
Man darf wirklich nur den Hut ziehen, wenn man sich das Debüt des Sextetts mit Peder Sundquist (Vocals), Oskar Norberg und Marcus Sundbom (beide Gitarre), Joakim Jonsson (Bass), Peder Sandström (Keyboards) und Patrik Larsson (Drums) einverleibt. Hier wimmelt es nur so von richtigen Power- und Thrash-Riffs, Drum-Attacken und einer variablen Gesandsarbeit - trotzdem wird nichts übertrieben, sondern ist angesichts der musikalischen Dichte über weite Strecken gefällig, melodiös und eingängig.

Bevor man zum ersten Mal die Play-Taste drückt, sollte man sich schon Mal nach einem festen Halt umsehen und tief Luft holen. Nach einigen Synthie-Klängen prescht "Lies" mit brutaler Gewalt nach vorne, dass es sicherlich sogar beschleunigungsverwöhnte Formel 1-Piloten noch ungewöhnlich stark in die Sitze pressen sollte. Der Reiz liegt darin, dass es die Band nicht versäumt hat, später auch langsame, melodischen Themen einzubauen.
Deutlich gemäßigter startet "Buried Alive". Trotz Double-Base eigentlich ein Mid-Tempo-Stampfer, dessen Riffs schon beim ersten Hörkontakt jedem Power Metaller schmeicheln sollten. Ähnlich, nur etwas flotter und ebenfalls mit gelegentlichen Double-Base-Attacken kann später "Until the End" hier anknüpfen.
Im Gegensatz zu manch anderen Gruppen gelingt es den Jungs bei "Edge of forever" relativ moderne Synthie-Klänge im Kontrast zu harten Gitarren einzusetzen, ohne dass die Sache gleich kitschig klingt - Metal bleibt Metal. Der Gesang von Peder Sundquist kann erneut, (diesmal mit einem Flair von Evergrey) über die gesamte Strecke überzeugen.
Eine Steigerung darf man dann beim nächsten Track "Downward Spiral" genießen. Hier legt sich Peder so ins Zeug, dass man vermutlich nach den Aufnahmen ein neues Mikro im Studio installieren musste, weil er das alte einfach abgebissen und verschluckt hat. Hab ich die Gitarren-Soli erwähnt?
Tief gestimmte Gitarren, leicht melancholische Hooklines und dichte Instrumentalisierung erinnern bei "Mental State" stellenweise an Songs von Evergrey, wobei die gelegentlichen Grunts für zusätzliche Härte sorgen. Der vielfältige Gesang bewegt sich irgendwo zwischen Evergrey, Symphorce und Children of Bodom.
So stark wie es begonnen hat, bietet "My Awakening", mit Spuren von Morgana Lefay, einen würdigen Ausklang dieses Debüts. Da man nach den ersten Durchlauf kaum alle Feinheiten und Goodies mitbekommen hat, ist angesichts der vermittelten Spielfreude der Jungs, das Drücken der Repeat-Taste kaum zu verhindern.

Fazit: Auch wenn immer wieder die eine oder andere Stelle Erinnerungen an andere Bands erwecken mag, sei es nur der Gesangsstil, der Einflüsse von Children of Bodom, Persuader, Morgana Levay oder auch Evergrey aufweist oder seien es Riffs, die in ähnlicher Art bei Nocturnal Rites oder Nostradameus vorkommen, so zeigt es einerseits nur die musikalische Bandbreite der Band, aber auch andererseits das Gefühl für Integration bei einem hohen Maß an Eigenständigkeit. Natürlich kann Peders Gesang sich noch nicht mit erfahrenen Hasen wie Tom Englund oder Alexi Laiho messen. Jedoch überzeut er mit einer großen Varianz, die manch andere nicht wagen würden oder können - und das ist durchaus überraschend.
Alles in allem ein beeindruckender Erstling der ohne überflüssigen Ballast auskommt und hoffentlich eine ebenso starke Fortsetzung erfährt.

Tipp:
 Metal der mächtig druckvoll aus den Boxen quillt und sicherlich die richtige Kost ist, für alle, die auf melodische skandinavische Power-Mucke stehen. Es sollte jedem Fan von Bands wie Persuader, Children of Bodom oder Nostradameus leicht fallen, sich mit dem Stoff anzufreunden - sogar ein paar Spuren von Evergrey habe ich vernommen.

Titel-Liste:
 
  1. Lies
  2. Buried Alive
  3. Edge of forever
  4. Downward Spiral
  5. Until the End
  6. Eternal
  7. Mental State
  8. Shattered
  9. Tomorrow
  10. Vanily Unfolds
  11. My Awakening

Laufzeit:
 48:26 Min.

Band-Infos:
 
  • www.assailant.se 


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