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Review: Axxis
 
PARADISE IN FLAMES

Album:
 PARADISE IN FLAMES, 2005, AFM

Stil:
 Power Metal, Melodic Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 23.01.2006

Review:
 Seit ihrem Debüt 1989 ist Axxis für einige nicht mehr aus der Szene wegzudenken. Wie für viele andere Bands ist auch an dieser Metal-Combo der Zahn der Zeit nicht spurlos vorüber gegangen. Trotzdem haben sie es geschafft, sich ihre Eigenständigkeit zu bewahren und ungeachtet aller Hindernisse immer wieder Qualität abzuliefern. Ähnlich wie mach alter Wein, schafft es Axxis mit den Jahren ein angenehmes Bouquet zu entwickeln.
Diesmal gehen sie gleich mit 14 Songs an den Start und so viel kann ich verraten, es sind keine Lückenfüller dabei. Ok, ok, zieht man das Intro und die Long Version von "Tales of glory Island" ab, bleiben 12 Titel übrig, aber das ist immer noch genug.

Das episch angehauchte Intro "Paradise in Flames" mit orchestraler Unterstützung eröffnet stilgerecht den Reigen.
Auch wenn dann der Einstieg bei "Dance wit the Dead" zuerst sehr sanft verläuft, ist spätestens nach einer halben Minute klar, dies ist ein echter Axxis-Hammer. Und wer genau hin hört, wird feststellen, das die Jungs selten metallischer geklungen haben. Wenn dann kurz darauf auch noch Lakonia beim Gesangspart in Erscheinung tritt, sollte jedem Fan aufgefallen sein, Axxis bleib Axxis - aber nicht stehen.
Ebenfalls recht forsch geht es beim nächsten Track "Tales of glory Island" zur Sache. Eingängige Riffs und ein fetter Refrain stanzen den melodischen Power Metal ohne Umwege in den Gehörgang.
Mit "Take my Hand" sind wir dann endlich in der Axxis-Neuzeit angekommen. Schon die Eröffnung mit Lakonia lässt erahnen, dass hier ein besonderer Mid-Tempo-Leckerbissen lauert. Trotz aller Ecken und Kanten ist der Song durchaus radiotauglich, da die dezent eingesetzten Streicher und Orchester-Parts doch einiges an Gitarrenschärfe herausnehmen.
"Will God remember me" ist ein weiterer Vertreter der Bombast-Fraktion. Diesmal wandelt Bernhard in stimmlich etwas tieferen Etagen, was ihm ganz gut zu Gesicht steht. Gitarren- und Keyboard-Arbeit harmonieren erstaunlich gut und klingen alles andere als kitschig.
Es bleibt kaum Zeit zum Luft holen, denn mit "Talisman" wummert der nächste Power-Kracher auf die Lauscher - ein waschechter Axxis-Song.
Keine Angst, eine Ballade ist auch dabei und wenn man schon eine weibliche Stimme zur Hand hat, ist dies der richtige Zeitpunkt. Bei "Don't leave me" eifern Lakonia und Bernhard um die Wette, wer wohl mehr Gänsehaut erzeugen kann. Ob Solo oder im Duett, harmonieren die beiden Stimmen prächtig miteinander.
Genug ausgeruht, den der Mid-Tempo-Stampfer "Lady Moon" reißt ziemlich nachdrücklich die verbliebenen Möchtegern-Balladen-Träumer aus ihrem Schlaf.
Vollgas geben die Jungs dann bei "Ice Wind", dass die Bude nur so wackelt. Kurz bevor sich die Abrissbirne erübrigt, finden die Schwaben dann doch noch die Bremse. Fast schon eine Spur zu schmalzig sorgt "Stay by me" mit eingängigen melodiösen Hooklines und Refrain für Kopf-nick-Schenkel-klopf-Laune.
Gut dass ich nicht die riesengroßen Kessel schleppen muss, die für "Gods of Rain" ausgepackt werden. Hier spielt eindeutig Andres Equipment die Hauptrolle, auch wenn Keyboard und Gitarre mit Soli zeigen dürfen, was sie so drauf haben.
Hier ist der Name das Motto. "Passion for Rock" läuft von Anfang an eindeutig auf Rock-Schiene und zeigt einmal mehr, dass Axxis musikalisch "breit" sein möchte.
Ähnlich wie bereits bei "Ice Wind" wird auch für "Break your Souls" gehörig Treibstoff durch den Motor gejagt, wobei die Eingängigkeit, trotz genialem Break, etwas auf der Strecke bleibt.

Fazit: Das Geld ist gut investiert, denn das Album kann gleich mehrmals deutlich punkten. Die blitzsaubere Produktion (Dennis Ward lässt grüßen), der frische Lakonia-Wind in der Gesangsfrakion (ein Schubser in Richtung Gothic?) und fast einer Stunde Spielzeit sprechen für sich. Wieder einmal ist es Axxis gelungen Bombast und Heavy Metal zu einer gelungenen Einheit zu verschmelzen.

Tipp:
 Axxis-Fans können bedenkenlos zugreifen. Und wen Bernhards außergewöhnliche Gesangsstimme nicht stört, der sollte sich die Scheibe unbedingt näher anhören - es lohnt sich!

Titel-Liste:
 
  1. Paradise in Flames
  2. Dance wit the Dead
  3. Tales of glory Island
  4. Take my Hand
  5. Will God remember me
  6. Talisman
  7. Don't leave me
  8. Lady Moon
  9. Ice Wind
  10. Stay by me
  11. Gods of Rain
  12. Passion for Rock
  13. Break your Souls
  14. Tales of glory Island (Long Version)

Laufzeit:
 58:58 Min.


 
 
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