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Review: B-Stinged Butterfly
 
MONSTER IN MIR

Album:
 MONSTER IN MIR, 2007, HOFA Records

Stil:
 Nu Metal, Alternative Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 M.K., 09.03.2007

Review:
 B-Stinged Butterfly sind eine im Saarland beheimatete, halb deutsch, halb französisch besetzte Nu Metal-Band. Wurde das letztjährige, selbstbetitelte Debüt noch auf Englisch aufgenommen, kommt MONSTER IN MIR komplett mit deutschen Lyrics auf den Tisch. Den bisher größten Auftritt hatte die Band im Februar 2007, als man bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest antrat und den zwölften Platz erreichen konnte.

Das Album beginnt mit "Willkommen" und einigen verzerrten Sounds, die sich als aufbauendes Gebilde entpuppen. Weiter geht es mit einem mittelschnellen Riff, und ein Mid Tempo-Song schließt sich an. Von der Aussage erinnert das ganze etwas an "Mehr" von Farin Urlaub. Zwar nicht vom Text, aber vom Album-Opener-Zweck her. Ist ja auch egal, musikalisch gibt es zwar spannenderes, jedoch kann man hiermit leben. Sänger Daniel Huth überzeugt vor allem im Refrain. Insgesamt also ein mittelprächtiger Song.
Interessanter geht es da schon bei "Zu spät" los. Interessante Lyrics über Trennungen und ähnlich unschöne Sachen, verbunden mit klarem, sehr guten Gesang, Punktabzug gibt es jedoch für die Shouts, die sind nicht aggressiv genug für meinen Geschmack. Musikalisch erinnert das ganze mit abgehackten Riffs an Genre-Größen wie Korn, während der Refrain um einiges melodischer ausfällt. In der zweiten Hälfte wird der Song durch das Drumming von Mike Görgens etwas schneller.
Nun folgt mit "Liebe" der Song, mit welchem die Band beim diesjährigen Bundesvision Song Contest antrat. Und "Liebe" ist und bleibt ein einfach guter Rocksong. Der Refrain bleibt tagelang im Kopf hängen, textlich gibt es ebenfalls nix zu meckern. Musikalisch orientiert man sich etwas an den neueren Oomph!, sowie an den letzten, melodramatischen Ausläufen des Millenium-Nu Metal-Hypes. Es wird mit einigen Effekten gearbeitet und gezielt auf den Refrain hingearbeitet. Kluges Songwriting, ein wahrer Hit.
Weiter geht es mit dem Titeltrack, also "Monster in mir". Während die Strophen halb-balladesk daher kommt, geht es im Refrain etwas härter und ruppiger zur Sache. Nachdenkliche Lyrics, verbunden mit gut produzierten Riffs, prägen nicht nur diesen Song, sondern einen Großteil des Albums. Diesen Song kann man ohne Umstände auf so manche Situationen im Leben anwenden, gerade beziehungstechnisch gesehen. Sehr interessanter und lobenswerter Song.
"Mensch sein" beginnt in den ersten Sekunden recht Industrial-lastig, und lyrisch scheint es hier wohl um Drogenmissbrauch, Liebe und ähnliches zu gehen. Man merkt, einmal mehr tiefgründig und sinnvolle Texte. In jedem Fall kann man hier ordentlich mit dem Kopf zu nicken, auch wenn der Song mitnichten heftig ist. Er groovt einfach wie Sau. Der Refrain ist ein weiterer Ohrwurm (Zitat aus dem Text: "Spielst du Gott wenn du vergibst?"). Macht Spaß zu hören und man wird doch etwas nachdenklich, was sicherlich ein Kompliment an die lyrische Abteilung der Band ist. Ganz starker Song!
Ein weiterer, halb-balladesker Song kommt mit "Allein" aus den Boxen gekrochen, trotzdem regiert ein prägnanter Groove von Mike Görgens. Wieder einmal erweisst sich der Refrain als Highlight des Songs, wie so oft ein kurzer, knackiger Vierzeiler. Ansonsten gefällt der Gitarrensound von Marco Sanna, sowie die ruhigere Bridge.
"Unser Land" beginnt zweistimmig und entpuppt sich als sozialkritischer Song, in dem die Politik ihr Fett wegbekommt. Aggressive, ja schon fast angepisst klingende Vocals wechseln sich mit melodischen Gesang. Die Frage ist jetzt nur, von welchem Land die Band singt, Deutschland oder Frankreich, hehe. Nein, Spaß beiseite, der Text ist da schon aufschlussreich genug. Und intelligent dazu. Ansonsten ist "Unser Land" im mittleren Tempobereich beheimatet und arbeitet ebenfalls mit einem Haufen Effekten und kleinem Industrial-Einschlag. Abwechslungsreich und gut.
Der Beginn bzw. die Gitarre am Anfang von "Leben" erinnert kurz an "By the Way" von den Red Hot Chili Peppers, und auch die verzerrte Gitarre im Hintergrund könnte von John Fruiscante gespielt sein. Ist sie aber nicht, denn im Refrain wird dann mal auf "Metal" umgeschaltet, wobei die Lyrics leider im klebrigen Kitsch hängen bleiben. Ansonsten ist "Leben" sicherlich kein schlechter Song, aber auch nix besonderes. Ein kleiner Füller, leider nicht mehr.
"Hörst du hin?" beginnt mit der Stimme von Daniel und einer gut gespielten Gitarre im Hintergrund. Der Einsatz des Keyboards im Hintergrund wirkt im ersten Moment erschreckend überladen, passt jedoch. Aber Lyrics wie "Komm rette mich, du bist mein Kerzenschein" müssen nicht unbedingt sein. Da kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Musikalisch bleibt man hier im Balladen-Sektor, ausgelegt mit Keyboard-Teppichen. Hinhören fällt hier musikalisch nicht schwer, jedoch greift der Text einige Male derbst in die Klischee-Schatulle, was das Lied dann doch etwas schwer verdaulich macht.
Bei "Abschied" wird endlich wieder der heilige Riff eingesetzt. Textlich gehts hier auch wieder bergauf. Es geht einmal mehr um Trennungen, selbst die Trennung von Album und Hörer wird hier erwähnt. Musikalisch gesehen pendelt man zwischen heftigen Riffs und melodischen Parts, nur das abrupte Ende ist einfach nur dämlich.
Nun gibt es noch mal den Radio Edit von "Liebe", der sich nur durch die Länge und damit durch einige herausgelassene Passagen vom dritten Song auf MONSTER IN MIR unterscheidet.

Fazit: Nun denn, als mir dieses Review-Paket auf den Tisch flatterte, hab ich erstmal gestaunt. So eine professionelle Mappe mit Informationen bekommt man äußerst selten beziehungsweise nie. Doch ein kleines DIN A4-Mäppchen hat keinen Einfluss auf die Musik, die auf dem beiligenden Silberling verewigt ist.
Da können B-Stinged Butterfly ebenfalls überzeugen, auch, wenn es ab und zu lyrisch deutliche Fehlgriffe in die Kitschkiste gibt. Das fällt auf Deutsch halt mehr auf als auf Englisch, liebe Saarländer. Insgesamt überwiegen jedoch die guten bis sehr guten Songs, und lyrisch dreht sich vieles um die Themen Liebe und Trennung. Eine gute Produktion und eine relativ hohe Hitdichte runden das Album ab. Daumen hoch.

Tipp:
 Neben "Liebe" konnten vor allem "Unser Land", "Monster in mir" sowie das famose "Mensch sein" überzeugen.

Titel-Liste:
 
  1. Willkommen
  2. Zu spät
  3. Liebe
  4. Monster in mir
  5. Mensch sein
  6. Allein
  7. Unser Land
  8. Leben
  9. Hörst du hin?
  10. Abschied
  11. Liebe (Radio Edit)

Laufzeit:
 40:44 Min.

Band-Infos:
 
  • www.b-stinged-butterfly.com 

  •  
     
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