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Review: Baltimoore
 
FANATICAL

Album:
 FANATICAL, 2005, Lion Music

Stil:
 Hard Rock, Melodic Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 10.10.2005

Review:
 Da veröffentlichen Baltimoore schon ihr siebtes Album und kaum einer nimmt es wahr. Eigentlich schade, denn neben Bandgründer Björn Lodin sind diesmal wieder eine ganze Reihe exzellenter Musiker mit von der Partie.
Was kann man von diesem Album erwarten?
Sicherlich keine trüben Gedanken oder schlechte Laune.

Schon der erste Titel "Fanatical" ist ein Indiz für bodenständiges Musikgut. Hier wird jedenfalls nicht versucht, das Rad total neu zu erfinden. Warum auch? Das Rezept ist einfach: Die Gitarren verzerren, wie die großen australischen Vorbilder Rose Tattoo und AC/DC und einfach mal ohne Synthie den Leuten knackigen Hardrock vor den Latz knallen. Ich sage nur es funktioniert. Als Opener hätte ich mir aber auch einen anderen, etwas bandtypischeren Track vorstellen können - naja...
Spätestens bei "My Number 1" wird man fünf Jahre zurück versetzt. Damals spielte eine ziemlich unbekannte Band namens AC/DC ihren Song "Stiff upper Lip" rauf und runter. Jetzt weiß ich warum mir dieses Riff so bekannt vorkommt. Auch sonst, weißt der Song viele Parallelen zur legendären Down-Under-Truppe auf, was der Laune sicherlich keinen Abbruch tut - ganz im Gegenteil.
Titel Nummer drei "Outer me" rollt als richtiges Groove-Monster langsam aber stetig kreuz und quer durch die Gehörgänge.
Etwas flotter, dafür aber wieder mit kräftigen Aussie-Anleihen, rocken die Jungs mit "Give me what you've got" über's Parkett. Besonders die Gitarren sind aller erste Sahne.
Und weiter geht's im Takt. "A set Sight of Dreams" startet eher etwas gemach, forciert dann aber das Tempo deutlich.
Mit a Touch of Boggie beginnt "Wishes and Reality" bevor es sich stellenweise fast zu einem Prog-Rock-Stückchen entwickelt.
Ne, ne, "Kiss me" ist kein Schmusetitel sondern ein ziemlich erdiger Rocksong, von dem sich vielleicht Bon Jovi mal ein Scheibchen abschneiden sollte, bevor er ganz verlernt hat, was "Rock" ist.
"You touch me and I'm healing" - wenn es nur so leicht wäre. Zumindest vertreibt der Song schlechte Laune und heilt damit schon so manchen Zeitgenossen.
Das Ende naht. Bei "Are you coming or not" liefern die Schweden eine weiteren groovenden Mit-Tempo-Rock-Stampfer ab, bevor mit "On the Inside" ein Rausschmeißer folgt, der hier geschickt platziert wurde und fast zwangsläufig zum Drücken der Repeat-Taste verleitet.

Fazit: Trotz bekannter Themen, ist die Scheibe keine Ware von der Stange - dafür sorgt schon die rauhe und prägnante Stimme von Björn. Geschickt werden Melodiebögen auch mal etwas ungewöhnlicher gesetzt und Trivialitäten durch kleine komplexere Teilchen ersetzt. Die Kunst lag darin, der Grenze zwischen eingängigen Rock-Stampfern und progressiven Neo-Rock-Songs so nahe wie möglich zu kommen, ohne sie wirklich zu überschreiten. Und dies ist rundum gelungen.

Tipp:
 Um die Scheibe wirklich genießen zu können, sollte man sich etwas Zeit nehmen. Denn so einfach sind die Rock-Songs auch nicht gestrickt. Es wäre schade, wenn sich die vielen Raffinessen einfach am Ohr des Zuhörers vorbei schmuggeln würden.

Titel-Liste:
 
  1. Fanatical
  2. My Number 1
  3. Outer me
  4. Give me what you've got
  5. A set Sight of Dreams
  6. Wishes and Reality
  7. Kiss me
  8. You touch me and I'm healing
  9. Are you coming or not
  10. On the Inside

Laufzeit:
 43:13 Min.

Band-Infos:
 
  • www.baltimoore.net 


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