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Review: Benedictum |
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Album:
| | UNCREATION, 2006, Locomotive |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 14.02.2006 |
Review:
| | Oioioi, schon wieder ist so ein finsteres CD-Cover einer US-Nu-Düster-Metal-Combo auf meinem Schreibtisch gelandet. Was habe ich wohl zu erwarten? Nu Metal alá U.S.A. oder Death Metal Gekreische oder gar Rap und Hip-Hop? Ja, wer ist schon vorurteilsfrei?
Zum Glück gibt es aber immer wieder mehr oder weniger breite Silberstreifen am Horizont, die den musikalischen Einheitsbrei vergessen lassen. Benedictum mit ihrem Debüt-Album UNCREATION gehören eindeutig dazu. Schon nach den ersten Takten entpuppt sich das Scheibchen als megafettes Brett, dass voll zuschlägt. Wenn jemand Zweifel hat, ob ein Frauenstimmchen zu Heavy Metal passt, den belehrt Veronica Freeman schon nach wenigen Takten eines besseren.
Der Opener und gleichzeitige Titelsong "Uncreation" produziert schon mächtig Dampf unter der Mütze, sodass man die Ohrenklappen festhalten sollte, bevor sie einen Senkrechtstart hinlegt.
Und weiter gehts im Takt. Etwas langsamer rollt "Benedictum" aus den Boxen. Dafür ist der Takt deutlich bestimmender und der Refrain eine Spur eingängiger. Spätestens jetzt ist klar, nicht nur die Instrumentalisten verstehen ihr Handwerk, sondern auch Frontfrau Freeman. Wie bekommt man nur so eine Stimme? Ok, ich will's dann doch nicht so genau wissen...
Der Intelligenztest für headbangende Metaller, Song Nummer drei hat den Titel "#4". Hier geht die Post dann so richtig ab, dass einen hören und sehen vergeht. Double-Bass und Gitarren-Attacken pressen unbedarften Warmduschern so richtig die Luft aus den Lungen - hechel.
Bei "Misogyny" darf dann auch der Synthie zum ersten Mal richtig mitspielen und verleiht der tonnenschweren Mid-Tempo-Walze deutlich mehr Volumen.
Wer denkt, dass der schnellste D-Zug doch endlich mal 'ne Pause einlegen könnte, den enttäuscht "Ashes to Ashes". Hier geht voll die Post ab und nach zwei Minuten gibts dann noch ein Gitarrensolo, dass sich gewaschen hat.
Ein kleines Zugeständnis an die Liebhaber von melodiösem Heavy Metal hat "Wicca" im Gepäck. Obwohl hier deutlich mehr "Dur" geboten wird, hat man nicht an der bereits bekannten Härte gespart.
Ja was fällt denn den Amis ein? Dürfen die so einfach einen Klassiker wie "Heaven and Hell" aus Black Sabbaths Hoch-Zeiten covern? Was würde Dio darüber sagen? Ich denke er wäre stolz auf die Jungs und besonders das Mädel. Es passiert selten, dass Bands den wahren Kern eines "fremden Songs" so klar erkennen und ins eigene musikalische Arrangement integrieren, wie es hier geschehen ist. Man kann sich fast bildlich Dio hinter der Bühne vorstellen, wie er den Refrain mitsingt.
Bei "Them" und "Two steps to the Sun" wird dann wieder gehörig aufs Gaspedal getreten. Man kann nur hoffen, dass es das Bodenblech aushält. Sirenen-Röhre Veronica schafft es auch hier wieder mühelos den Gitarren-Riffs Paroli zu bieten.
Zum offiziellen krönenden Abschluss gibt es dann mit "Valkyrie rising" sogar ein episch angehauchtes 8-Minuten-Brett. Aber es war mir schon vorher klar, dass dies nicht der letzte Durchlauf dieses Scheibchens in meinem CD-Player war.
Als Bonus wurde mit "The Mob Rules" ein weiterer Black Sabbath-Klassiker gekonnt gecovert.
Fazit: Ja, wir haben nichts Neues gehört. Nein, innovativ war es auch nicht. Wegweiser für eine stilistische neue Richtung? Auch Fehlanzeige.
Aber was soll's!
Dieses Debüt macht Hoffnung, dass nicht alles "Nu" und "Hip-Hop" ist, was aus Amiland herüberschwappt. Und wer seine Sache so gelungen wie Benedictum in Szene setzt, darf trotzdem mit Recht stolz sein. |
Tipp:
| | Heavy Metaller aufgepasst! Hier gibt es neues Futter mit einer Frauenstimme, die wahrlich nicht die Blubberbläschen aus dem Bier vertreibt, sondern jedem volle Kanne den Schaum ins Gesicht bläst! Astral Doors, Tad Morose und Black Sabbath lassen grüßen. |
Titel-Liste:
| | - Uncreation
- Benedictum
- #4
- Misogyny
- Ashes to Ashes
- Wicca
- Heaven and Hell
- Them
- Two steps to the Sun
- Valkyrie rising
- The Mob Rules
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Laufzeit:
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Bandinfos |
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