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Review: Bif Naked
 
SUPERBEAUTIFULMONSTER

Album:
 SUPERBEAUTIFULMONSTER, 2006, Bodog Music

Stil:
 Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 M.W., 29.01.2007

Review:
 2006 wirft die von oben bis unten tätowierte Beth Torbert alias Bif Naked ihr sechstes Werk auf den Markt.

Eingeleitet wird es von "Abandonment" mit zupfenden Gitarren und einer fantastischen Gesangsmelodie. Es folgt ein perfekter Einstieg in eine rockigere Passage, die sich wiederum mit der ruhigen Strophe abwechselt. Bif's Stimme überzeugt durch einen Wechsel zwischen druckvollen und einfühlsamen Gesangslinien.
"Let Down" beginnt mit leicht hektischem Keyboard, das sofort deutlich werden lässt, dass dieser Song keineswegs ruhig daher kommt. Dies ist auf jeden Fall mitgröhlfähig und erinnert vom Aufbau her stark an einige Pink-Stücke. Die elektronischen Spielereien fügen sich ebenfalls sehr gut ins Schema des Werkes ein. Geniales Ende!

Nummer drei von SUPERBEAUTIFULMONSTER, "Everyday", stellt eines der ruhigeren Parts dar. Bif Naked bringt uns die alltäglichen Dinge des Lebens harmonisch und im Gegensatz zu den ersten Stücken beschaulich näher. Softe Gitarren und ein zurückhaltendes Schlagzeug unterstützen diese Atmosphäre. Mal was anderes, aber nach einiger Zeit wirkt's ein bisschen öde.
"Yeah, You" begeistert mich schon durch das ungewöhnliche Intro. Auch Bif Naked's Stimme ist wie die Gitarren ein wenig verzerrt, was dem Song aber den richtigen Sound verpasst. Der Titel macht dem Inhalt alle Ehre, denn Bif singt mindestens 110 mal Yeah, You, was jedoch nicht langweilig wird.
Es folgt: "That's Life" mit recht poppigem Arrangement. Der Textinhalt ist nicht wirklich neu oder revolutionär und auch die Instrumente vermitteln nicht gerade Überraschungsmomente. Dies ist eher ein CD-Füller mit typischem Refrain, der jedoch einprägsam ist und zum Mitsingen animiert.
"Nothing Else Matters" von Metallica steht nun als Coverversion an. Es wirkt zunächst ein wenig hektisch, beruhigt sich dann aber wieder. Ungewohnt ist, dass es hierbei von einer Frau gesungen wird. Trotzdem schlägt sich die tätowierte Göre recht gut, kann dem Original mit der Stimme von James Hetfield jedoch nicht das Wasser reichen. Nichts desto trotz hat sie sich ein Lob dafür verdient, denn sie hat das Original keinesfalls verunstaltet.
"I Want" ist mit 2:23 das kürzeste Lied auf SUPERBEAUTIFULMONSTER, aber startet dafür umso druckvoller, Bif singt recht aggressiv und bestimmend. Dies ist einer der wenigen Songs härterer Gangart. Das Drumming gefällt mir dabei am besten, weil es hierbei endlich einmal richtig ausgekostet werden kann.
Nummer acht, "Funeral Of A Good Girl", präsentiert fetzigen Rock, mit sehr gut betontem Gesang. Dieses Werk gefällt mir am besten, da es eine gute Mischung zwischen ruhig, gefühlvoll, druckvoll und rockig vereinigt. In den letzten 30 Sekunden kommt Bif besonders gut aus sich heraus.
Der Beginn von "Henry" erinnert an frühere Songs von Avril Lavigne. Es ist wieder poplastig und kann als Rockballade eingeordnet werden. Bif Naked stellt dabei sehr gut ihren Gesang unter Beweis. Auf jeden Fall sehr empfehlenswert, was auch an dem Break ungefähr in der Mitte des Songs und den unterstützenden Backgroundvocals liegt.
"The World Is Over" präsentiert klassischen Rock mit mal softeren, mal härteren Gitarren und einem ausgeglichen Drumming. Die Gesangslinien fallen besonders auf, zum einen durch ihre schnellen, gleichmäßig gesungenen Strophen, zum anderen durch den druckvollen Refrain. Dieser Song ist auf alle Fälle hörenswert!
"The Question Song" ist mit über 4 Minuten Spielzeit der längste Beitrag zum Album und startet direkt mit recht tiefem Drumming und Riffing. Auch der Gesang erinnert ein wenig an Gothic, aber nur etwas. Bif Naked offenbart hier ihr düsterer Seite hin zum härteren Rock. Lied elf biete eine gute Abwechslung zu den poppigeren Parts auf SUPERBEAUTIFULMONSTER, da Bif hier sogar zu schreien beginnt. Man beachte auch den gesprochenen Part, der ein passender Break ist. Daumen hoch!
Es folgt "Ladybug Waltz", welcher sich mit soften Gitarren und langsamen Rhythmus vorstellt. Der Takt und die Instrumente erinnern ab und an ein wenig an einen Walzer. Insgesamt ist das ganze Stück aber recht gemäßigt und haut den Hörer noch nicht vom Hocker, auch wenn's nach zwei Minuten etwas druckvoller wird und Bif Naked aus sich herauskommt.
"After A While" spricht die gefühlvollen Seiten an bis der Refrain in Erscheinung tritt. Bif Naked's Stimme geht bei der Produktion ein wenig zwischen den Gitarren unter, deren Arragements jedoch in diesem Song nahezu perfekt eingespielt sind.

Fazit: In jedem Fall ein ordentlich produziertes Album mit gutem Songwriting. Bif Naked weiß durch ihre variable Stimme auf jeden Fall zu gefallen. Leider sind einige Songs etwas langweiliger geraten, jedoch ist die Anzahl der Ausfälle angenehm niedrig. "Nothing Else Matters" ist zwar gut, kommt aber nicht an das Original ran. Eine gute Mischung aus erdigen Rock-Songs und leicht poppigen Balladen, so kann man SUPERBEAUTIFULMONSTER wohl am besten beschreiben.

Tipp:
 "Henry", "The World Is Over" und "The Question Song" überzeugten mich am meisten. Fans von moderner Rock-Musik mit weiblichen Vocals sollten definitiv mal ein Ohr riskieren.

Titel-Liste:
 
  1. Abandonment
  2. Let Down
  3. Everyday
  4. Yeah, You
  5. That's Life
  6. Nothing Else Matters
  7. I Want
  8. Funeral For A Good Girl
  9. Henry
  10. The World Is Over
  11. The Question Song
  12. Ladybug Waltz
  13. After A While

Laufzeit:
 45:26 Min.

Band-Infos:
 
  • www.herroyalmajestysrecords.com/bif/ 


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