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Review: Bloodbound
 
NOSFERATU

Album:
 NOSFERATU, 2006, Metal Heaven

Stil:
 Heavy Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G. 20.03.2006

Review:
 Ganz gespannt auf die musikalischen Überraschungen, die da folgen werden, drücke ich auf die Start-Taste des CD-Players. Schon nach den ersten Tönen ist klar, dass eine Erwartung wohl nicht zutreffen wird. Lässt doch die Bemalung der schwedischen Akteure Death und Black vermuten, so schlagen mir eindeutig waschechte Heavy Metal Riffs entgegen. Hat also der ex-Tad Morose Frontmann nach der letzten Scheibe MODUS VIVENDI doch nicht gänzlich die Seiten gewechselt - gut zu wissen.
Im Vergleich zu seiner Vorgänger-Band Tad Morose, bewegt sich Urban hier jedoch in etwas tieferen Stimmlagen, was dem ganzen Album etwas die Härte nimmt und ihm einen Touch AOR verpasst.

Beim Opener "Behind the Moon" offenbart sich für manche "notorische Kritiksucher" eine Schwäche (sofern man es als Solche bezeichnen möchte), die sich wie ein roter Faden durchs Album zieht - die fehlende Originalität. Hier erinnern schon die ersten Riffs stark an den typischen Iron Maiden Galopp und die schnellen Passagen könnten auch von anderen Schweden wie Nocturnal Rites oder Nostradameus stammen.
"Into the Dark" beginnt ziemlich heavy. Besonders die Gitarren-Riffs feuern MG-artige Salven auf die Lauscher der Zuhörer. Der Refrain ist dann allerdings deutlicher weichgespült und kann mit richtigem Ohrwurm-Feeling überzeugen. Zur Belohnung lauern auch noch ein paar Gitarren-Soli.
Auch wenn die ersten Klänge mit Donnergrollen und Glocken vielleicht eher an AC/DC erinnern, könnte das folgende Gitarren-Intro und auch der Hauptteil ebenso gut von Iron Maiden stammen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich den Titel-Song "Nosferatu" fast als Cover-Version bzw. Klon bezeichnen. Wem dies nicht stört, der bekommt hier alles geboten, was das Heavy Metal-Herz begehrt. Eingängige flotte Riffs (fast schon an der Power Metal-Grenze), mitreißende Refrains und das eine ums andere geniale Solo.
Etwas schneller zur Sache geht es dann beim Nachfolger "Metal Monster" zur Sache. Die Rhythmus-Fraktion mit dominanten Drums- und Bass-Arbeit hämmert die Riffs regelrecht in die Großhirnrinde und animieren Kopf und Füße unweigerlich zum Mitwippen. Mit ein bisschen mehr Druck auf's Gaspedal, aber genauso erfolgreich haut später der Nackenbrecher "Screams in the Night" in die gleiche Kerbe.
Ja, es geht noch mehr. Mit "Crucified" ist speedmäßig erstmal der Höhepunkt erreicht. Ein musikalisch dichtes Power Monster verlangt hier einiges an Durchhaltevermögen, bevor nach ca. 3 Minuten einige schnelle Gitarren-Soli ein erstes Durchschnaufen möglich machen.
Trotz DoubleBase-Attacken während des Tracks "Desdemonamelia" bewegt sich der ganze Song überwiegend im Mid-Tempo-Bereich. Er erinnert sehr stark an Songs des letzten Tad Morose-Albums, vielleicht auch deswegen, weil Urban in der gleichen Stimmlage wie bei seiner ex-Band singt.
Nein "Fallen from Grace" ist keine Helloween-Cover-Version, wenn auch alles, bis auf's letzte i-Tüpfelchen (Takt, Riffs, Gesang, Gitarren-Soli) darauf hindeutet. Genauso wie Songs der Keeper-Ära wird hier ein Power-Riff nach dem anderen abgefeuert und ich muss wirklich zweimal hinhören, ob es nicht doch Helloween sein könnte...
Weiter im Konzept?!? "For the King" und "Midnight Sun" überzeugen mit hymnischen Refrains und mitreißenden Hooklines. Sie schaffen den Spagat True Metal und Power Metal unter einen Hut zu bringen.
Einen haben wir noch und man höre und staune, handelt es sich erneut um eine Speed-Granate. Die Jungs haben also auch mit "On the Battlefield" keine Ballade abgeliefert. Mir persönlich fehlt sie allerdings nicht.

Fazit: Ja, wir haben das alles schon mal gehört. Ja, es fehlt die Eigenständigkeit. Aber was soll's? Ich hatte meinen Spaß bei der Sache und werde dem Scheibchen sicherlich nicht zum letzten Mal einen vollen Durchlauf gestatten. Wer seine musikalischen Vorbilder so gekonnt in Szene setzt durchaus etwas Lob verdient.
Und wer weiß, vielleicht wollten die Jungs nur Mal mit dem Zaunpfahl winken und anmerken: "Hey Oldies, so klangt ihr früher - und was ist geblieben?"

Tipp:
 Wer einfach gerne Musik im Stil von Iron Maiden oder Helloween hört, der kann hier zugreifen. Auf Eigenständigkeit darf man eben nicht pochen, trotzdem unterscheidet sich das Material schon rein qualitativ vom üblichen Einheitsgenudel.

Titel-Liste:
 
  1. Behind the Moon
  2. Into the Dark
  3. Nosferatu
  4. Metal Monster
  5. Crucified
  6. Desdemonamelia
  7. Fallen from Grace
  8. Screams in the Night
  9. For the King
  10. Midnight Sun
  11. On the Battlefield

Laufzeit:
 53:28 Min.



 
 
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