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Review: Bon Jovi
 
HAVE A NICE DAY

Album:
 HAVE A NICE DAY, 2005, Island

Stil:
 Pop Rock, Hard Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.R. / J.G., 24.09.2005

Teamwertung:
JG JR DK NB MH MW Ø
5,5 5,0 5,0 4,5 5,5 5,0 5,1

Review:
 Es drängt sich mir bei diesem Album folgende Szene auf. Zwei Freunde treffen sich und der eine sagt zum anderen: "Ich habī dir heute von der Kopie (Bon Jovi spielt Bon Jovi) eine Kopie gezogen".
Eines vorweg für alle Fans, nix Neues - hat man bei BOUNCE und CRUSH echt schon alles einmal gehört. Das neunte Album ist ein Album für DIE FANS, ohne jegliche echte Überaschung (Bon Jovi spielt Bon Jovi: s. "This Left Feels Right"). Aber vielleicht ist gerade das das Erfolgsgeheimnis. Bon Jovi Fans erhalten genau das, was sie erwarten und wünschen.

Qualitativ ist am Opener "Have a nice Day" nichts auszusetzen, es klingt aber wie "Itīs my Life", und für alle anderen Nummern auf diesem Silberling findet man auch ein Double auf älteren CDs. Es überwindet jedoch mit Leichtigkeit das eher belanglose Album BOUNCE und liefert wieder echten Bon Jovi Sound.
Die Ballade "Last Man standing" wurde gekonnt aufgepeppt, vor allem jedoch dadurch, dass Richie Sambora hier, und leider nur hier, einen kurzen Einblick in seine wahre Gitarrenkunst zum Besten gibt.
Nett ist das Liedchen "Bells of Freedom" - am Anfang mit einer 'Bell' ganz nach AC/DC-Art, nur gehtīs dann nicht so teuflisch weiter, wie bei den australischen Vorbildern. John's Stimme klingt hier schon fast hymnisch und auch die Gitarre von Richie ist voll auf "Schnulze" pardon "Stimmung" eingestellt.
"Wildflower" ist eine fast grenzwertig kitschige, aber eben typische Bon Jovi Ballade. Wem's gefällt...
"Complicated" ist ebenso wie schon der Opener eine durchaus mitreisende rockige Nummer, die zu gefallen weiß.
Dass es sich bei "Novocaine" eigentlich um einen astreinen Rocksong handelt und dieser sicherlich zu den Highlights der CD zu zählen wäre, fällt schwer. An allen Ecken und Kanten wurde so lange geschliffen und gefeilt, dass auch die schwächste Lautsprecher-Box keinen Schaden mehr nimmt.
Ähnlich verhält es sich beim abschließenden "Dirty little Secret". Auch hier wurde kräftig poliert. Lobend zu erwähnen ist, dass man aus den eher mäßigen Schlussnummern auf BOUNCE und CRUSH gelernt hat und hier ein richtiges Brett abliefert.

Fazit: Starker Anfang und starkes Ende - dazwischen jede Menge blitzsaubere Nummern ohne richtige Durchhänger. Der Kapitän und seine Manschaft sind an Bord, jedoch Neuland haben sie (noch) nicht entdeckt.
Wäre ich vollkommen unbelastet und würde ich dieses Album zum ersten Mal hören, ohne Bon Jovi zu kennen, könnte es mehr Punkte geben, aber so...

Außer Konkurenz:
 Auf einigen CDs wurde u.a. als Bonus-Titel der Song "Unbreakable" mit draufgepackt. Bedauerlich, dass es Songs wie dieser nicht in die Standard-Setliste geschafft hat. Schade, denn hier wird deutlich, wie Bon Jovi vor der Weichspül-Phase geklungen hat und eigentlich immer noch klingen könnte...

Tipp:
 Wer nichts Kompliziertes alá Power oder Death Metal hören möchte sondern dafür lieber mainstreamkompatiblen Pop-Rock, der sollte hier zugreifen. Mehr Qualität in diesem Bereich ist zur Zeit nicht zu finden.

Titel-Liste:
 
  1. Have A Nice Day
  2. I want to be loved
  3. Welcome to wherever you are
  4. Who says you can't go home
  5. Last Man standing
  6. Bells of Freedom
  7. Wildflower
  8. Last Cigarette
  9. I am
  10. Complicated
  11. Novocaine
  12. Story of my Life
  13. Dirty little Secret

Laufzeit:
 53:32 Min.


 
 
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