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Review: Burning Point
 
BURNED DOWN THE ENEMY

Album:
 BURNED DOWN THE ENEMY, 2007, Metal Heaven

Stil:
 Power Metal, Melodic Metal

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 J.G., 02.02.2007

Review:
 Manchmal ist es wie verhext. Da hat man Ideen und gutes Material ohne Ende und auch die technischen Fertigkeiten würden manch andere neidvoll erblassen lassen. Trotzdem gelingt es dem Mastermind seit Jahren nicht, eine richtige Band mit einem stabilen Line-Up auf die Beine zu stellen. Das wäre noch verständlich, wenn ein Ekelpaket mit Starallüren dahinter stecken würde, aber das ist auch nicht der Fall - zumindest wird keine schmutzige Wäsche in dieser Richtung gewaschen. Und so muss wohl der selbsternannte leidenschaftliche Anhänger Yngwie Malmsteens, Gitarrist Pete Ahonen weiter seine Kreise ziehen mit dem Damoklesschwert der Ungewissheit über seinem Haupt.

Davon scheinbar unberührt, zieht er mit dem Neuling BURNED DOWN THE ENEMY ins Rennen, um den Metalopymp zu besteigen. Mit diesem Album ist er auf dem besten Wege, vielleicht auch endlich den Durchbruch zu schaffen. Prügelte man beim Vorgänger FEEDING THE FLAMES sogar noch balladeske Songs wie "Night Games" mit Double Base Drumming durch die Boxen, so hat man sich bei dem Neuling endlich auf artgerechte Untermalung besonnen. Stellenweise mögen Spötter gar von Pop-Metal Elementen sprechen, jedoch ist dies sicherlich Ansichtssache.

Deshalb seid gewarnt! Wer gerne schon einmal das ein oder andere schwerer verdauliche Riff gegen einen richtigen Ohrwurm eintauscht, ist hier gut beraten.
Der Opener "Paradise" setzt genau dort an, wo sich der Vorgänger FEEDING THE FLAMES überwiegend bewegt hatte. Flotte mitreißende Rhythmen mit Double Base Drumming und melodischen Refrains. Das Ganze wird noch mit den ein oder anderen Solo gewürzt und durch angenehmen Gesang mit fetten Chören aufgekocht. Schmackhaft von Anfang bis Ende - kein unbedingt neues Rezept, aber sicherlich mit besonderen Gewürzen, wie z.B. Pete's Gitarren-Soli.
Mit "Heart of Gold" hat man dann sogar einen wahren radiotauglichen Hit gezimmert, der eine gewaltigte Ladung Kleber im Gepäck mitführt. Schon das erste Riff bleibt dauerhaft im Gehörgang kleben - vom Refrain ganz zu schweigen - und überlebt dort locker mehrere Spül- oder Reinigungsversuche. Der stellenweise balladesk arrangierte Song eignet sich mit seinem hymnischen Charakter prima zum Mitgröhlen und verbreitet sofort gute Laune. Sicherlich wird die Klebkraft dadurch verstärkt, dass am Ende eine Demo Version des Songs als Bonus erneut aus den Boxen dröhnt.
"Dawn of the ancient War" startet als groovender Mid-Tempo-Walzer mit etwas düsterem melancholischen Thema. Spätestens beim Refrain geht jedoch wieder die Sonne auf, vertreibt die dunklen Wolken und überrascht mit melodischer Eingängigkeit.
Wem jetzt schon die ersten Zweifel plagen, ob denn Pete und seine nordischen Mannen zu schlaffen Weicheiern verkommen sind, den reißt das recht flotte "Hell awaits" wieder aus seiner Schwarzmalerei. Hier wird gekämpft von der ersten bis zur letzten Riff-Rille und das obligatorische Highspeed-Ahonen-Gitarren-Solo kommt natürlich ebenfalls nicht zu kurz. Und dieses Mittel des Wechsels zwischen Ballade und schnellem Nachfolger wird im weiteren Verlauf des Albums noch öfter angewendet.
"From the Beginning of it all" entpuppt sich dann als erste echte Ballade und greift stellenweise auch mal ungeniert in die AOR-Schublade, um der Botschaft Ballade noch mehr Nachdruck zu verleihen. Abgesehen von den leicht schnulzigen Background-Chors im Refrain bleibt man jedoch auf der erträglichen Seite, was nicht zuletzt ein längeres Gitarren-Solo unterstreicht.
"Icebound" könnte der zweite radiotaugliche Hit werden, bedient er sich doch der gleichen erfolgsversprechenden Mittel wie schon "Heart of Gold" zuvor. Obwohl das Tempo über weite Strecken eher einer Ballade gleich kommt, so wir die Sache gegen Ende etwas flotter und druckvoller.
Wie schon zuvor, wird der Fan jedoch mit dem schnell galoppierenden "Deceiver" gleich wieder beschwichtigt, nach dem Motto: "Keine Angst, lieber Fan, du hast dich nicht im AOR-Regal vergriffen."
Das etwas gebremste "Eye for an Eye" nimmt besonders bei ruhigen Stellen bassmäßig und von der Art des Gesangs einige Anleihen bei Iron Maiden. Trotz varinatenreichem Tempospiel bleibt dabei jedoch die Eingängigkeit nicht gänzlich auf der Strecke.
"Burned down the Enemy", ist nicht nur Titel-Song, sondern auch gleichzeitig der Schlusspunkt der regulären Trackliste. Man war gut beraten, hier einen Kracher zu platzieren und so den Kreis nahtlos zum Opener zu schließen. So bleibt ein druckvoller Power Metal-Touch im Ohr, der fast zwangsläufig den Finger Richtung Repeat-Taste lenkt. Für alle Glücklichen mit Bonus-Tracks wird es noch nicht so brandeilig. Die dürfen sich noch drei Songs Zeit lassen incl. einer Cover-Version "The Road to Hell" von Chris Rea.

Fazit: Die ohne Zweifel größte Stärke des Albums ist seine Eingängigkeit. Anders wie bei vielen Mitbewerbern bleibt jede Menge hängen und es passiert, dass man Tags darauf unter der Dusche plötzlich die eine oder andere Hookline pfeifend zum besten gibt. Ebenfalls hervorragend gelungen ist die Integration der Keyboards, die an den richtigen Stellen hilfreich für Nachdruck sorgen ohne jemals zu sehr in den Vordergrund zu stürmen. Pete Ahonen hat es auch mit diesem Line-Up geschafft, über 70 Minuten lang eine reife Leistung anzuliefern, die darüber hinaus, bedingt durch seine Leidenschaft, mit einem gewissen Yngwie Malmsteen-Flair voll überzeugen kann.
Na klar, kann man auch den Standpunkt vertreten, dass hier etwas anspruchslose Kost geboten wird, die sich am Besten zur Hausarbeit, wie dem Bügeln oder Putzen eignet, denn "vorhersehbar" ist sie über weite Strecken.
Wenn jedoch so viel hängen bleibt wie bei diesem Album, muss es wohl doch der richtige Weg gewesen sein - urteilt selbst.

Tipp:
 Für Burning Point Fans ein klares "Must have" - da muss man nicht lange überlegen. Alle Neulinge, die nicht nur Progressive Metal-Alben im Regal stehen haben oder schon bei AOR-Bands Herzrhythmus-Störungen bekommen, erhalten ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Album mit einer Vielzahl an Ohrwürmern die zwischen Melodic und Power Metal angesiedelt sind.

Titel-Liste:
 
  1. Paradise
  2. Heart of Gold
  3. Dawn of the ancient War
  4. Hell awaits
  5. From the Beginning of it all
  6. Icebound
  7. Deceiver
  8. Eye for an Eye
  9. To Hell and back
  10. Against the Madness of Time
  11. Burned down the Enemy
    - - - Bonus Tracks - - -
  12. My reign, my Fire
  13. Heart of Gold - Demo Version
  14. The Road to Hell

Laufzeit:
 71:13 Min.

Band-Infos:
 
  • Burning Point


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