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Review: Charon
 
SONGS FOR THE SINNERS

Album:
 SONGS FOR THE SINNERS, 2005, Spinefarm

Stil:
 Melodic Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 12.11.2005

Review:
 Warum die Finnen bisher immer noch nicht den großen internationalen Durchbruch geschafft haben, ist mir schleierhaft. Über echte Eigenständigkeit der Truppe lässt sich vielleicht streiten. Unzweifelhaft vereinen sie jedoch den stimmlichen Touch von H.I.M., die Tiefe der 69 Eyes, instrumentelle Unterstützung alá Apocalyptica und ein untrügerisches Gespür für Harmonie, wie es The Rasmus nicht besser machen könnten.

Der Opener "Colder" erinnert beim Gesangspart sofort an den Kollegen Ville Valo. Stimmliche Tiefe und eingängige Refrains tun ihr Übriges. Hier packt mich fast die Wehmut. So mitreißend hätte die neue H.I.M. auch klingen können.
"Deep Water" ist ebenfalls ein Midtempo-Kracher mit Ohrwurm-Refrains. Die Gitarren sind im Vergleich zum Opener allerdings etwas zurückgenommen.
Ein Cello erinnert bei "Bullet" zunächst an Apocalyptica, bevor sich der Song noch deutlich entwickelt. Treibende Drums und kräftige Gitarrenunterstützung aber auch gefühlvolle Passagen machen richtig Laune.
Als recht flottes Liedchen kommt auch "Rain" daher. Manche ruhige Passagen sorgen für Abwechslung und Harmonie, bevor sich die Gitarren lautstark zu Wort melden dürfen. Das auch hier Riffs und Refrains Ohrwurm-Charakter haben, muss wohl kaum noch erwähnt werden.
"Air" ist dann die erste echte Ballade. Mit stimmlicher Unterstützung von Jenny Heinonen und dem Cello von Marko Manninen, bekommt man moderne Kost ohne Kitsch geboten.
Ziemlich gebremst im Tempo geht es dann mit "She hates" weiter. Die raumfüllende Instrumentierung und Gitarresoli heben das Stück jedoch von einer echten Ballade ab.
Ähnlich wie Track 1 und 2 bietet "Ride on Tears" deutlich mehr Tempo. Ein druckvoller Uptempo-Track, an dem man sich gerne erinnert, wenn man die Repeat-Taste des CD-Players drückt.
In den Schlusstrack "House of the Silent" legen die Jungs dann nochmal alles, was sie zu bieten haben. Gefühlvolle Gesangslinien, klassische Celloparts und mitreißende Gitarrensoli bis zum letzten Ton.

Fazit: Es gibt kaum noch etwas zu sagen. Wer so ein Werk abliefert, verdient etwas mehr Aufmerksamkeit.

Tipp:
 Alle, die einmal eine geniale Komposition bestehend aus H.I.M., 69 Eyes, The Rasmus, Apocalyptica und einer Portion Eigenständigkeit hören möchten, sollten hier zugreifen.

Titel-Liste:
 
  1. Colder
  2. Deep Water
  3. Bullet
  4. Rain
  5. Air
  6. She hates
  7. Ride on Tears
  8. Gray
  9. Rust
  10. House of the Silent

Laufzeit:
 44:00 Min.

Band-Infos:
 
  • www.charon.cjb.net 


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