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Review: Chimaira |
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Album:
| | RESURRECTION, 2007, Nuclear Blast |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | M.K., 15.03.2007 |
Review:
| | Chimaira haben im letzten Jahr recht verbittert Roadrunner Records verlassen und mit Nuclear Blast ein ähnlich einflussreiches Label gefunden. Dies scheint auch einen Stilwechsel nach sich zu ziehen, denn ähnlich wie Trivium tasten sich Chimaira an den Thrash Metal ran, wenn auch nicht ganz so technisch. Hier regiert weiterhin der Dampfhammer, und aufgrund des 20-jährigen Jubiläums der Plattenfirma bekommt man noch eine DVD dazu.
Los gehts mit dem Titelsong, "Resurrection". Hier geht es anfangs noch recht gemächlich zur Sache, doch schon nach 15 Sekunden setzt die Double Bass ein, und ein Slayer-mäßiger, schneller Part folgt. Mark Hunter lässt seine schreiende Stimme (ein Relikt aus Metalcore-Tagen) erklingen, und im Refrain gibt es sogar harmonische Melodien im Hintergrund. In jedem Fall bieten Chimaira hier brutalen Thrash Metal. Tempowechsel und kurze Gitarrensoli inklusive. Die Bridge kann ebenso überzeugen, allein schon durch die einprägsamen Lyrics ("We have become so goddamn powerful"). Hochinteressanter Song, kennt man so nicht von den Amis. Textlich findet sich hier eine Abrechnung mit der ehemaligen Heimat, jedoch ist dies natürlich Auslegungssache.
Weiter gehts mit "Pleasure in Pain", wo zu Beginn ein leicht industrieller Einschlag zu verspüren ist. Auch die nachfolgende Gitarren & Double Bass-Kombination erinnert stark an Fear Factory. Im Endeffekt ziehen sich diese Industrial-Spielereien durch den ganzen Song, welcher, wie auch schon der Opener, eine Vielzahl an Variabilität bietet, jedoch eine Linie verfolgt. Und diese zeigt einen, meist im Mid Tempo agierenden, Nackenbrecher auf.
"Worthless" beginnt sehr vertrackt und erinnert, auch vom Gitarrensound her, an Meshuggah. In den Strophen nähert sich die Band dem Hardcore, der Gesang z.B. erinnert an so manche Genre-Größen. Dafür wird der Refrain Death Metal-artig gegrölt. Sprich, eine Melange aus anspruchsvollem Metal und Hardcore, jedoch einzigartiger bzw. anspruchsvoller als der Metalcore-Brei. Kurz vor Schluss wird noch eben ein Slayer-artiges Solo in die Umlaufbahn geschickt, und man prügelt sich durch den Rest des Songs. Schön, schnell und hart.
Nun folgt das fast zehn Minuten lange "Six", beginnend mit einer simplen Bassline und einigen Sampling sowie weiblichen, sirenenartigen Gesang im Hintergrund. Die in der ersten Strophe auftauchende Gitarrenmelodie erinnert etwas an System of a Down. Wer jedoch denkt, es bleibt beim balladesken Song, sieht sich getäuscht, den Chimaira lassen eine ordentlich krachende Passage folgen, bevor das Tempo mit einem schweren Riff a la Pantera wieder etwas gedrosselt wird. Diese dauert jedoch auch nicht wirklich lange, und es geht wieder rasant zur Sache. Dieses Spielchen wiederholt sich nun etwas, bis ein typischer Metalcore-Breakdown folgt. Futter für die Möchtegern-Kampfsportler im Publikum, kann ich mir schon gut live vorstellen. Überraschenderweise geht es dann mit klarem Gesang und Harmonie weiter, was mich doch SEHR an Slipknot's "Vermillion" erinnert. Naja, das ganze wird von einem Gitarrensolo gefolgt, welches teilweise von der Double Bass vom zurückkehrenden Drummer Andols Herrick unterstützt wird. Mittlerweile hat man die Fünf-Minuten-Grenze überschritten, und ein Klavier findet sich in dieses abstrakte Soundgebilde ein, nur, um von einem weiteren Solo unterbrochen zu werden. In jedem Fall ein bzw. mehrere astreine Gitarrensoli, was auf die Metalcore-Fans der Band äußerst langweilig wirken kann. Trotzdem würde ich diesen Song schon gerne mal live sehen. Kurz nach überschreiten der acht Minuten wird das Tempo noch mal angezogen, und es gibt noch etwas Gesang. Dann wird noch etwas im Fear Factory-Stil die Double Bass mit den Gitarren gepaart, und Schluss ist. Langer Song, jedoch überraschend kurzweilig.
Ruhig und melancholisch beginnt auch der fünfte Song des Albums, "No Reason to live", jedoch geht es auch hier schon nach Sekunden in die entgegen gesetzte Richtung: Metal ist angesagt, teilweise verirrt sich ein Keyboard im Hintergrund, sowie insgesamt synthetisch klingende Untermalung. "No Reason to live" ist in hartem Mid Tempo gespielt, das Gitarrensolo in der Mitte verringert das Tempo kurzzeitig, bevor es etwas schnell und hektisch wird. Der Schluss ist einfach nur Gesample, was die perfekte Überleitung zum folgenden Song namens "Killing the Beast" darstellt. Mark Hunter singt hier klar und rau sowie etwas beschwörend. Insgesamt ist das sechste Stück auf RESURRECTION das bisher langsamste. Manche Gesangslinien erinnern an die ruhigeren Stücke von den neuen Korn. Die letzte Minute beginnt, durch das ewige wiederholen von 6 Zeilen etwas langweilig, jedoch ist das immer weitere Aufbäumen des Songs und das abrupte Ende dadurch besonders gut aufgebaut.
Glas splittert, eine Frau schreit...so beginnt "The Flame". Ein weiterer, Meshuggah-mäßiger Riff erklingt dann, bevor es mit dem Einsatz von Mark in eine andere Richtung geht. "The Flame" hält sich vorerst auch im Mid Tempo auf, mit passenden Keyboard-Soundteppichen im Hintergrund. Der Text an sich ist sehr interessant und regt zum Nachdenken an. Kindesmisshandlung und ähnliches lässt sicher hier interpretieren. Die etwas abgedrehte Gitarrenarbeit in der Bridge weiß vollkommen zu überzeugen, und als Mark in den klaren Gesang wechselt, hört er sich kurzzeitig wie Mr. Lordi an. Dieses wird durch ein weiteres Gitarrensolo unterstützt, bevor es noch einige gute Riffs sowie krank gesampelte Schreie auf die Ohren gibt. Das verstörende Ende wird langsam ruhiger, nur eine weitere, gut passende Gitarrenmelodie kann sich heraus schälen.
Und diese zeigt den Übergang zu "End it all" auf. Chimaira wechseln hier gekonnt zwischen ruhigen Passagen und aggressiv heraus geworfenen Parts. Der Refrain kommt mit einer, für Chimaira, überraschender Gesangslinie um die Ecke, und es geht wieder kurzzeitig etwas ruhiger zur Sache. Wenn Mark Hunter schon fast spricht, erinnert er sehr an Corey Taylor von Slipknot bzw. Stone Sour. In jedem Fall folgt ein sehr gefühlvolles Gitarrensolo, gefolgt von einem äußerst aggressiven und schnellen Part. Auf jeden Fall bietet "End it all" sehr interessantes Songwriting und kann durchaus als Paradesong der "neuen" Chimaira durchgehen.
"Black Heart" folgt nun und beginnt ebenfalls langsam mit einem langgezogenen Riff, nur um dann in einen weiteren Thrash Metal-Song abzudriften, welcher mit recht provokanten, suizidalen Lyrics auffällt. Das simple Snare-Drumming erinnert an Ministry, der Riff fällt einem nach ein paar Wiederholungen ganz schön auf den Zeiger. Nachdem der Refrain das zweite Mal geshoutet wurde, geht es mit einer vom Bass getragenen Bridge weiter, in der ein gutes Gitarrensolo vorkommt. Der Song wird nun sehr langsam, nur um dann mit einer weiteren Refrainattacke wieder auf gewohntes Tempo zu kommen. "Black Heart" konnte mich jedoch weniger überzeugen.
Mit "Needle" folgt einer der kürzeren Songs auf RESURRECTION. Chimaira setzen hier wieder auf die Kombination aus Riffs und Double Bass, während Mark Hunter seine heisere Stimme zum Äußersten bringt. Augenscheinlich scheint es hier um Drogen bzw. Heroin zu gehen, und es wird teilweise wieder gut an Meshuggah erinnert. Kurz vor Schluss kommt es hier wohl zu den schnellsten Passagen auf der CD. Kurzweiliger Song, macht Spaß.
Den letzten Song des Albums stellt "Empire" dar. Hier geht es mit kürzen Choreinschüben anfangs schon fast Gothic-mäßig zur Sache, jedoch passt die Double Bass nicht wirklich dazu, so wirkt das ganze schön surreal. Mit einem Gitarrensolo und ordentlich Geknüppel, fast schon im Grindcore-Bereich, wird die Strophe eröffnet. "Empire" stellt sich als der schnellste Song auf RESURRECTION heraus. Mark Hunter wechselt hier wieder zwischen Shouting und Sprechgesang, und nach dem Gitarrensolo folgt ein weiterer, von Keyboards getragener Teil, der mir aber zu überladen ist: Gitarrenmelodie, schnelles Drumming, Keyboards, klarer Gesang... da ist irgendwas zu viel dabei. Zum Glück dauert dieser Mittelteil nicht all zu lange. Der Rest orientiert sich an der Geschwindigkeit, die zuvor dominierte. Recht gutes Ende.
Fazit: Mit RESURRECTION ist der Band ein gelungener Einstand auf Nuclear Blast gelungen. Man hat sich, wie mittlerweile einige andere Bands, vom langsam sinkenden Metalcore-Schiff gerettet. Stand man früher an der Spitze dieser Bewegung, so geht man in 2007 neue Wege. Chimaira trauen sich an den modernen Thrash Metal ran. Für viele, eingefleischte Metalcore-Fans wird dies eine harte Probe, andererseits sollte die Band hiermit endgültig in der, ab und zu, engstirnigen Metal-Welt akzeptiert werden. Ein Sieg auf ganzer Linie, auch wenn manche Riffs oder Gesangsspuren nach einiger Zeit langweilig wirken. Aber welche Band kann sich hiervon schon frei sprechen, wenn man sich einem neuen Stil verschreibt?
Die Bonus-DVD bringt relativ interessantes Zeug mit, so sieht man die Band im Studio oder beim Ertränken von Kakerlaken, die ungefragt auf dem X Box-Controller rumlaufen. Sowas macht man ja auch nicht. Zum Titelsong gibt es ein gut gemachtes Musikvideo. Netter Bonus, für eingefleischte Fans sicherlich interessant. |
Tipp:
| | Ich denke, "Ressurection", "End it all" sowie das geniale "Six" repräsentieren RESURRECTION am besten. |
Titel-Liste:
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- - - - CD - - - -
- Resurrection
- Pleasure in Pain
- Worthless
- Six
- No Reason to live
- Killing the Beast
- The Flame
- End it all
- Black Heart
- Needle
- Empire
- - - - DVD - - - -
- Studio Report
- Making of "RESURRECTION" Album
- Video Clip "Resurrection
- Jim Reel
- Photogallery
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.chimaira.com  |
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