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Review: Alice Cooper
 
DIRTY DIAMONDS

Album:
 DIRTY DIAMONDS, 2005, Spitfire Records

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 11.07.2005

Review:
 Zurück zu den Wurzeln oder wie der Brite sagen würde 'Back to the Roots'. Und die liegen bei Alice Cooper nun mal in den frühen 70ern. Zeitgeist ist schön und mordern sein ist 'in', aber will ich das als Fan auch haben? Brauche ich unbedingt den "Queen-Fan-Kick", wo man nie wusste, was den Burschen jetzt wieder eingefallen war? Wenn mir die Musik gefällt, so wie sie gerade ist (oder war), dann kann ich auf Kicks verzichten.
"Mit Sicherheit werden die Leute noch in hundert Jahren Steet Rock 'n' Roll hören und ihren Spaß dabei haben", so denkt zumindest der Meister selbst darüber.
Den Schritt zurück hat er nun getan.

Bei den Titeln wie "Woman of Mass Distraction" oder "You make me wanna" fühlt man sich tatsächlich wieder ins Zeitalter der Billion Dollar Babies-Area anno 1973 versetzt.
Aber nicht nur die Melodien sind hörenswert, sondern auch die Texte verdienen unsere Aufmerksamkeit. Hierzu gehören die Titel "Perfect" und "Steal that Car".
Und der Titel-Track "Dirty Diamonds"? Ich erkenne einen interessanten Mix aus "Paranoid" von Black Sabbath, "James Bond Flair" der Spät-60er und einem Touch Frank Zappa für den Schluss. Wer erkennt noch mehr?
Langweile kommt nicht auf. Manche Lieder sind eher Country- oder Blues-angehaucht wie z.B. "The Saga of Jesse Jane" und "Six Hours".
Leider ist es gerade der Bonus-Track, den man durchaus zwiespältig beurteilen kann. Wo ist "The sharpest Pain"? Ich finde dafür "Stand" Ne, ne, Rap und Rock haben für mich nur den ersten Buchstaben gemeinsam und sonst sollten die beiden strickt getrennt werden. Was soll das also? Wieso hat der Alt-Schock-Rocker gerade einen Rap-Rock-Bonus-Track beigepackt?
Schade, schade, damit findet das durchaus lobenswerte Album einen schal schmeckenden Ausklang, den man lieber durch Weglassen vermieden hätte. Und futsch ist ein halber Punkt.
Alternativ wäre auch das versprochene "The sharpest Pain" allemal besser gewesen.

Fazit: Alice Cooper hat hier eindeutig den Weg zurück zu seinen Wurzeln gefunden, was durchaus erstaunlich ist, bedenkt man wie viele Strömungen schon verfolgt wurden. Trotzdem hat man es nicht versäumt, den Rock der guten alten 70er mit einer zeitgemäßen musikalischen Verpackung auszustatten. Lediglich die etwas zu raue Produktion ist für die hohen selbst auferlegten Qualitätsansprüche von Alice Cooper gewöhnungsbedürftig. Wenn man bedenkt, dass früher für eine Single-Produktion fünfstellige Beträge in die Hand genommen wurden.

Tipp:
 Alice Cooper Fans der ganz alten Schule können bedenkenlos zugreifen. Aber auch Neueinsteiger finden abwechslungsreiche traditionelle Kost in zeitgemäßer Verpackung.

Titel-Liste:
 
  1. Woman of Mass Distraction
  2. Perfect
  3. You make me wanna
  4. Dirty Diamonds
  5. The Saga of Jesse Jane
  6. Sunset Babies (All got Rabies)
  7. Pretty Ballerina
  8. Run down the Devil
  9. Steal that Car
  10. Six Hours
  11. Your own worst Enemy
  12. Zombie Dance
  13. Stand

Laufzeit:
 46:46 Min.


 
 
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