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Review: Cryonic Temple
 
IN THY POWER

Album:
 IN THY POWER, 2005, Limp

Stil:
 True Metal, Melodic Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 10.03.2006

Review:
 Manchmal hat man den Eindruck, alles schon mal gehört zu haben. Dann fragt man sich: "Warum tue ich mir das an?" Und die Antwort ist doch so einfach: "Weil ich nicht genug davon bekommen kann." Denn genau das ist es, was den Liebhaber für eine bestimmte Musikrichtung auszeichnet. Sammeln, was das Zeug hält und sich beim späteren Durchhören einfach wohlfühlen.
Die Schweden von Cryonic Temple liefern Fans des True Metal und Melodic Metal genau das richtige Futter. Von Anfang bis Ende bedienen sie sich dabei bei allen nur erdenklichen Klischees ohne jedoch zu übertreiben. Die Texte handeln von den üblichen heldenhaften Soldaten und ihren Schreckensgestalten, wie Wölfe und andere Bestien, die es aus dem Weg zu räumen gilt. Musikalisch betreten sie dabei kaum Neuland, schaffen aber mit solidem handwerklichen Geschick und einem Frontmann mit dem richtigen Stimmvolumen, ihre Themen milimetergenau auf den Punkt zu bringen.

Nach einem kurzen Intro "The Sleep of the Innocent" darf man mit Erstaunen feststellen, dass die Jungs mit ihrer Hymne "When Hell freezes over" schon gleich zu Anfang ein richtiges Brett ausgepackt haben. Hier ist Festhalten angesagt, damit man bei vollem Galopp auch auf dem Sattel bleibt. Schon nach einer Minute hat sich der Song im Gehörgang festgekrallt und man ist fast geneigt, den stimmlichen Höhenflügen des Sängers beim Refrain zu folgen.
Der Titel-Song "In Thy Power" ist die passende Speed-Granate um die Gehörgänge wieder freizuschütteln. Aber Achtung, kaum ist der Vorgänger vertrieben, macht ihm dieser Song seinen Platz schon wieder streitig. Wenn das so weiter geht, kann man den Jungs schon jetzt bescheinigen, dass sie das richtige Feeling für True Metal Hymnen besitzen.
Deutlich aggressiver ist da schon der Song "Beast Slayer". Aber keine Angst, spätestens beim Refrain wird der ersehnte/erwartete Schmeichel-Sound wieder ausgepackt.
Ein Bass-Intro, das ein bisschen an Iron Maiden erinnert, eröffnet eine weitere Highlight-Runde. Neben dem Song "When Hell freezes over" ist "Wolfcry" eindeutig ein weiteres Sahnestückchen. Hier stimmt einfach alles. Die Gitarren reiten ihre Riff-Attacken, der melodiöse Refrain bekommt Background-Chor-Unterstützung, und die Soli machen einfach Lust und Laune auf mehr.
Als ob mit einer Langrohr-Haubitze abgeschossen, feuert die Rhythmusabteilung "Shark Attack" auf die Lauscher der Zuhörer. Dafür werden dann auch mal schwerere Gitarren-Geschütze ausgepackt um den Synthie-Klängen das richtige Kontra zu bieten.
Als drittes Highlight kann "Rapid Fire" voll überzeugen. Keine Chance sich dem Takt zu entziehen, darf man erleben, wie ein wahres Solo-Feuerwerk abgebrannt wird.
So flott wie das Scheibchen begonnen hat, zieht es mit "Eternal Flames of Metal" einen soliden Schlussstrich unter ein rundum gelungenes Album.
Wer jetzt eine Ballade vermisst, der findet sie allerhöchstens noch im Bonus-Teil. "As I slowly die" bietet zumindest zwischen den Spurts etwas langsamere - jedoch nicht sanftere - Klänge.

Fazit: Wer sich nun fragt, warum gleich 6 Punkte vergeben wurden, der sollte sich die Spieldauer von 76:20 Minuten auf der Zunge zergehen lassen. Es ist mittlerweile eine Seltenheit geworden, das Bands Material für mehr als eine Stunde auf ein Album packen. Bedenkt man dann noch die rundum solide Leistung, die sicherlich die Herzen vieler Liebhaber traditioneller True Metal-Kost höher schlagen lassen, sollte das Erklärung genug sein. Wem es immer noch nicht reicht, der darf sich an einer durchwegs fetten Produktion erfreuen, die (abgesehen von den drei Bonus-Demo-Songs) nicht nur dumpf aus den Boxen wummert, sondern auch für genügend Transparenz und Volumen sorgt.
Es lebe der True Metal!

Tipp:
 Wer von True Metal und Melodic Metal nicht die Finger lassen kann und auch an Soldaten, Bestien, Wölfen, u.ä. Zeugs nichts auszusetzen hat, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Die Schweden bieten hervorragende Kost mit einigen richtigen Ohrwürmern - weiter so Jungs!

Titel-Liste:
 
  1. The Sleep of the Innocent
  2. When Hell freezes over
  3. In Thy Power
  4. Travellers in Time
  5. Beast Slayer
  6. Wolfcry
  7. Mr. Gold
  8. A Soldiers Tale
  9. Shark Attack
  10. Rapid Fire
  11. Eternal Flames of Metal
    - - Bonus Tracks - -
  12. Empire
  13. Redeemer
  14. As I slowly die

Laufzeit:
 55:39 Min. / 76:20 Min. (incl. Bonus)

Band-Infos:
 
  • www.cryonictemple.com 


  •  
     
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