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Review: Dark Lunacy |
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Album:
| | THE DIARIST, 2006, Frontiers |
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | S.J., 07.10.2006 |
Review:
| | Ganz langsam und allmählich spricht es sich in der Welt herum, dass die Italiener nicht nur kitschigen Drachentöter-Bombast Metal und politisch rechts anzusiedelnden Krach zu bieten haben. So zum Beispiel auch Dark Lunacy, welche mit einem hübsch geschwungenen Schriftzug, nicht ganz unähnlich dem des Nightwish-Logos ihre neue CD zieren.
"Aurora" beginnt mit sanften Chören, wird aber fortgesetzt mit einem klasse Up-Tempo Riff. Die Chöre schimmern samt Keyboarduntermalung im weiteren Songverlauf jedoch immer wieder durch, scheinen teils gegen die Gitarrenwand anzukämpfen, kurz darauf aber auch mit den Leadmelodien zu verschmelzen.
Bombastisch mit monotonen, atmosphärischen Keyboardklängen geht es weiter. "Play dead" ist ein Death-Metal Song der sich, hat er gerade an Fahrt gewonnen wieder selbst beruhigt. Es werden Zitate eingespielt, die allesamt das Thema des Krieges behandeln, und das nicht zum letzten Mal auf der CD. Zum Ende hin rundet ein melodisches, aber weitestgehend einfach gehaltenes Solo den Song perfekt ab.
Mit "Pulkovo Meridian" überrumpelt den Hörer ein sehr schneller Song, getragen von Thrash Rhythmen und einer Melodie, welche stilistisch durchaus auch auf einem Amon Amarth Album Verwendung finden könnte.
Der Titeltrack " The Diarist" ist ein kurzes Instrumental, wo zum wiederholten Male russische Zitate verwendet werden, deren Sinn sich mir allerdings nicht erschließt (vermutlich, da ich der russischen Sprache nicht mächtig bin).
In "Snowdrifts" versucht man sich nun an dem System, welches sich in den letzten Jahren bei dutzenden Bands als erfolgreich bewiesen hat: Man kombiniert ein zartes Frauenstimmchen mit kräftig düsterem Männergegrunze. Hier verfehlt dieses vermeintliche "Erfolgsrezept" aber klar seine Wirkung: Weder hat man sich die Mühe gemacht, schlüssige Übergänge zwischen beiden Gesängen zu komponieren, noch passt dieser Track überhaupt in das bisherige musikalische Konzept des Albums.
Das wird noch deutlicher, wenn mit "Now is forever" im Anschluss Neo-Thrash Riffs aufgefahren werden. Dieser Song kann mich aber auch nicht wirklich begeistern, da die Riffs einfach viel zu uneingängig und der Gesang darüber viel zu monoton gestaltet sind. Death Metal zeichnet sich eben nicht nur durch agressives, voluminöse Brüllen aus, auch wenn manche Kritiker diesen musikstil grundsätzlich so charakterisieren.
In "On Memory's white Sleigh" werden nun wenigstens wieder Melodien geboten. Stimmungsvolle Akustikgitarren leiten den Song ein. Leider wird das ganz schon kurz danach wieder vom hohen, monotonen Opernstimmchen unterbrochen. Dabei ist es nicht mal die Verwendung einer solchen Stimme an sichdie mich stört, sondern nur, dass es Dark Lunacy nicht ansatzweise geschafft haben Übergänge zu schaffen. Die einzelnen Songfragmente wirken wie von unterschiedlichsten Personen komponiert, und anschließend wahllos aneinandergefügt.
Mit "Heart of Leningrad" klappt das aber schon gleich viel besser. Alles in allem ein sehr moderner Song mit Zweistimmigen Leads, welcher seine Wirkung nicht verfehlt. Zwar werden hier auch wieder unterschiedlichste Stimmungen nacheinander verwendet, allerdings sind sie gestalterisch nicht so Grund auf verschieden wie in den vorangegangenen Songs.
Nach dem kurzen Instrumental "Prospekt" kommt mit "Motherland" ein sechs minütiger, bombastischer Song. Ein bisschen überladen wirkt das ganze erneut, jedoch werden zum Ende hin auch traditionelle Marsch-Elemente aufgenommen, welche ihm eine ungeahnte Wendung verpassen. Zum Ende gibt es mit "The farewell Song" wieder einen eingängigen Song, welcher auf jeden Fall einen gelungen Abschluss dieser Platte bietet.
Fazit: Guter, atmosphärischer Death Metal mit historischen Hintergrund. Leider ist das Songwriting noch nicht ganz ausgereift. Des öfteren wirken Songs durch Verwendung sehr vieler, völlig verschiedener Stilmittel stark überladen. Auch fehlen Übergänge und Bindeglieder zwischen den einzelnen Parts. Aber es gibt definitiv einige Höhepunkte auf diesem Album, welche atmosphärisch auch gut zur kommenden Jahreszeit passen. Beschränken sich Dark Lunacy beim nächsten mal ein wenig mehr auf das Wesentliche, können sie sicher noch einiges erreichen. |
Titel-Liste:
| | - Aurora
- Play dead
- Pulkovo Meridian
- The Diarist
- Snowdrifts
- Now is forever
- On Memory's white Sleigh
- Heart of Leningrad
- Prospekt
- Motherland
- The farewell Song
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Laufzeit:
Band-Infos:
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