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Review: Demonic Symphony
 
FROZEN TEARS

Album:
 FROZEN TEARS, 2006, Nevermore Rec.

Stil:
 Dark Metal, Heavy Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 26.11.2006

Review:
 Auf den ersten Blick wird man das Trio mit seinen schwaren langen Leder-Kutten sofort in die Schublade Black- oder Dark Metal einsortieren. Das wäre aber zu einfach, denn Christine Schulte, Tommy Gad und Julius Wagner haben häufig keine Lust, dem Genre mit Leib und Seele zu frönen. Zu deutlich blitzt an allen Ecken und Enden die Liebe zum traditionellen Heavy- oder Power Metal durch, der nicht nur bei den Gitarren-Soli offensichtlich zu Tage tritt.
Erfrischend ist, dass hier nichts künstlich auf "Dark" oder "Gothic" getrimmt wird. Alles wirkt natürlich, als ob es aus dem Innersten käme und nicht absichtlich aufgeblasen wird, nur um in eine bestimmte Schublade zu passen, wie z.B. Dark-/Gothic Metal.
Christine aka "Darlana" schmettert ihre Textbotschaften in einer erfreulich moderaten Tonlage in die Menge. Obwohl man manchmal man den Eindruck hat, sie erledigt ihren Gesangsjob mit etwas zu wenig Emotion und ist nicht voll und ganz bei der Sache. Kann aber auch Absicht sein.
Das ist vielleicht auch der Preis eines Trios, wo die Sängerin nicht nur den Mikro-Job erledigen, sondern auch noch nebenbei den Bass und das Keyboard bedient.
Tommy versteht es durchaus, den düsteren Klängen mit seiner Gitarre die nötige Melancholie mit auf den Weg zu geben, aber wehe man lässt ihn von der Leine. Dann startet er voll durch und beweißt nicht selten, dass ein reinrassiges Heavy-Metal-Herz in seiner Brust schlägt.
Auch Julius, der Mann hinter der Schießbude erledigt seinen Job prima. Wenn es passend ist, unterstützt er die beiden mit schleppenden Rhythmen, gibt aber auch Gas, wenn es heißt: Vorwärts!

Der Opener und gleichzeitig Titel-Song "Frozen Tears" beginnt zunächst klassisch mit sanften Gitarren- und Keyboard-Klängen, schlägt aber bald um in Richtung druckvollem düsteren Metal. Der Groove lädt sofort zum wohlwollenden Mitnicken ein und der eingängige Refrain frisst sich schnell im Ohr fest. Christine zeigt, was man bei den nächsten Songs von ihr erwarten kann, gezogene fast teilnahmslos klingende Passagen wechselt fließend mit ausdrucksstarken Schrei-Attacken. Aber auch die Gitarren-Soli sind mitreißend und wandeln so manches Dark in "Heavy" und "Power". Erwähnte ich, dass der Song immer mehr an Tempo aufnimmt?
Aber es gibt noch mehr zu entdecken.
Das herrlich düster groovende "About Dreams", das stellenweise richtig böse klingt.
Das flotte und melodische "Streets of Evil" mit depressiven Untertönen, welches ansonsten seinem Namen aber keine Ehre macht.
Der Mid-Tempo-Stampfer "I owe you Pain" mit morgenländischem Flair und abwechslungsreichen Riffs.
"The Awakening", verpackt im Power Metal mit düsteren, böse anmutenden Growls und gezogenen, teilweise galoppierenden Keyboards.
Oder das eingängige, melodische "Lights" mit Ohrwurm-Refrain, ausgiebigem Gitarren-Solo und einem Hauch Gothic-Düsternis.
Das mit einem zwingenden Groove versehene "Birth of a Vampire". Neben dem Opener, ein weiterer, meiner persönliche Favoriten: "Down on the Road" mit abwechslungsreichem Tempo bis hin zu Double-Bass-Attacken und ausgiebigem Gitarren-Solo.
Das flott marschierende Melodic Metal-Stück "Payback" mit einprägsamen Riffs und dem bereits obligatorischen Gitarren-Solo.
Orgelklänge aus der Gruft leiten das abwechslungsreiche "Demonic Spell" ein, welches genau dort aufhört, wo es mit "Frozen Tears" begonnen hatte. Prease press Repeat-Button.

Fazit: Unterm Strich hat das Trio seine Sache gut gemeistert und ein Album gebastelt, dass auch mehrere Durchläufe verträgt, ohne langweilig zu werden. Obwohl viele verschiedene Stilrichtungen in die Songs eingeflossen sind, klingen sie nicht wie Stückwerk, sondern als organische eigenständige Einheit. Ein paar Schwächen bei der Produktion unter der gerade der Opener zu leiden hatte und das Fehlen eines wirklichen Krachers könnte sich schon beim nächsten Album beheben lassen.

Tipp:
 Für alle Freunde von abwechslungsreichem, düster angehauchten Heavy Metal, die sich für hörenswerte Frauenstimmen begeistern, sei dieses Album wärmstens empfohlen.

Titel-Liste:
 
  1. Frozen Tears
  2. About Dreams
  3. Streets of Evil
  4. I owe you Pain
  5. The Awakening
  6. Lights
  7. Birth of a Vampire
  8. Nightmares
  9. Down on the Road
  10. Payback
  11. Demonic Spell

Laufzeit:
 56:15 Min.

Band-Infos:
 
  • www.demonic-symphony.de 


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