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Review: Blowsight
 
SHED EVIL

Album:
 SHED EVIL, 2011, Fastball

Stil:
 Modern Metal

Tendenz:
 Nu Metal, Teenie-Punk, Pop und einen Hauch Heavy Rock - diese Zutaten vermengen Blowsight auf SHED EVIL zu einem nur mäßig genießbaren Cocktail, den man wohl am ehesten als Modern Metal bezeichnen kann. Hier und da sind zwar gute Ansätze vorhanden, doch wirklich überzeugen kann die Band damit nicht. V.R., 24.01.2012

Review:
 Das beste aus den Bereichen Pop und harter Rockmusik sollen Blowsight angeblich bieten. Was derart hochtreibend angekündigt wird, das weckt natürlich große Hoffnungen. Schauen wir doch erst mal, wer sich überhaupt hinter dem Namen Blowsight verbirgt. Vier junge schwedische Herren taten sich vor einigen Jahren zusammen, um gemeinsam abseits der Genrestandards zu musizieren. 2009 erschien dann die Debütscheibe DESTINATION TERRORVILLE, welche in der schwedischen Heimat für sehr gute Kritiken sorgte. 2010 folgte dann das zweite Album DYSTOPIA LANE und 2011 schließlich SHED EVIL, das Werk, um das es hier gehen soll. Dabei handelt es sich allerdings nicht um das dritte Album, sondern um eine EP mit fünf Songs als kleiner Happen zwischendurch. Musikalisch bietet die Band ein relativ breites Angebot und pendelt munter zwischen Nu Metal, Teenie-Punk und klassischen Metal hin und her. Heutzutage nennt man so etwas wohl Modern Metal. Die Hintergründe wären damit geklärt, die qualitative Prüfung folgt dann in den nächsten Zeilen.

Das melancholische Keyboard-Intro des ersten Songs "Magic Eight Ball" macht erst mal ordentlich Lust auf mehr und anfangs scheint der Song das Versprechen auch zu halten. Geboten wird Nu Metal in anfangs ungewohnt hohem Tempo, doch nach und nach relativiert sich der positive Eindruck und der Refrain drückt das Level dann vollends in den mittelmäßigen Bereich. Auch die weiteren Zutaten wie Nu Metal-typischer Sprechgesang und gelegentliches Core-Geshoute machen den Braten dann nicht mehr fett.
"The Girl and the Rifle" ist musikalisch ganz ähnlich gelagert. Wieder trifft Nu Metal auf den einen oder anderen klassischen Metal-Einfluss, dazu gesellt sich dann auch noch Teenie-Punk in der Art von Blink 182 im Refrain und zu guter Letzt wird die Mischung mit einem poppigen Anstrich versehen. Das klingt in der Theorie zwar sehr interessant, doch die musikalischen Tatsachen sehen nicht ganz so rosig aus, da der Song einfach nicht so richtig zünden will. Die Ansätze sind vielversprechend, doch die Umsetzung ist aufgrund des belanglosen Teenie-Tralala-Refrains nur halbgar.
Hatten die ersten beiden Songs zumindest noch Potential, fällt "The Sun behind the Rain" dann vollends belanglos aus und bietet ausschließlich uninspirierten Nu Metal-Einheitsbrei.
Das stellenweise ziemlich lärmige "The Sun behind the Rain" zieht den Gesamteindruck dann noch weiter runter. Das hier ist einfach nur noch langweiliger Modern Metal zum Gähnen. Erst gegen Ende wird es etwas interessanter, da Blowsight eine kurze Power Metal-Passage in den Song eingebaut haben, die für ein wenig Abwechslung sorgt.
"Live die surrender" kann das Fazit dann auch nicht mehr aufpolieren, da der Song bestenfalls durchschnittlich klingt und zudem reichlich uninspiriert anmutet. Schade Jungs, aber das war eine vertane Chance.

Fazit: SHED EVIL ist leider das perfekte Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. In der Theorie klingt das ja erst mal äußerst vielversprechend. Wenn sich eine Band nicht auf einen Stil festlegen möchte und munter im Pop-, Punk-, Nu Metal- und Heavy Metal-Bereich wildert, dann weckt das erst mal grundsätzlich Interesse. Das ganze muss sich am Ende dann aber auch schlüssig anhören und es muss vor allem zünden - und rocken. SHED EVIL fängt leider stark an und lässt von Minute zu Minute nach. Der beste Song ist der Opener, der anfangs sehr vielversprechende Ansätze bereithält, welche aber durch den langweiligen Refrain zunichte gemacht werden. Auch der zweite Titel klingt teilweise sehr ordentlich, kann insgesamt aber ebenfalls nicht überzeugen, da der alberne Teenie-Punk-Refrain nicht zum Rest des Songs passt. Diese beiden Songs hätten letzten Endes großes Potential gehabt, wenn man sie richtig zu Ende gedacht hätte. In dieser Umsetzung bieten sie leider bestenfalls gehobenes Mittelmaß. Ab Song drei wird die EP dann richtig schwach und hält nur noch müden und uninspirierten Nu Metal bereit, welcher weitestgehend ohne Überraschungen und interessante Ansätze auskommt. Obwohl Blowsight vor SHED EVIL bereits zwei Alben veröffentlicht hatten, bleibt der schale Eindruck, dass diese Band noch viel lernen muss und auch noch kein eigenes Profil besitzt. Wenn die Gruppe die positiven Ansätze der ersten beiden Titel dieser EP aber ausbaut, dann sollten noch Chancen zur positiven Weiterentwicklung vorhanden sein. Für SHED EVIL kann insgesamt leider keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

Titel-Liste:
 
  1. Magic Eight Ball
  2. The Girl and the Rifle
  3. The Sun behind the Rain
  4. As wicked as they come
  5. Live die surrender

Laufzeit:
 20:45 Min.

Band-Infos:
 
  • www.blowsight.com 


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