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Review: Capilla Ardiente
 
SOLVE ET COAGULA

Album:
 SOLVE ET COAGULA, 2010, Soulfood

Stil:
 Doom Metal, Death Metal

Tendenz:
 Eine vollkommen andere Art der Musik. Das klingt nicht wirklich nach Doom und Death Metal und wenn überhaupt nach der "Melodic" Variante. Aber total beeindruckend! M.U., 11.08.2010

Review:
 Na da haben wir ja mal ganz Exotisches: Eine Doom/Death Metal Band aus Chile und zwar genauer gesagt aus Santiago de Chile. Die Gründungszeit fällt auf die Jahre 2004 oder 2005 als Claudio damals bei Poema Arcanvs war und Felipe der Roadie war. Nach dem sie durch viele Städte gezogen sind und sich auch exzessivem Genuss von Alkohol gewidmet haben kommt irgendwann die Frage auf, ob man nicht selber eine Band gründen will. Da man in verschiedenen Städten lebt, geht der Notenaustausch meist per eMail. Felipe gründet seine eigene Band Procession und Claudio verlässt Poema Arcanvs aus persönlichen Gründen und musikalischer Differenzen. Felipe zieht dann nach Santiago und die Zusammenarbeit beginnt. Man hält am dem Konzept Capilla Ardiente fest und rekrutiert Freunde anderer Combos und so entsteht endlich die Capilla Ardiente. Die Aufnahmen zur vorliegenden EP begannen im März/April 2009. Laut vorliegender Info soll diese im September 2010 erscheinen obwohl die Vinylausgabe bereits Ende 2009 erschienen ist. Das Debüt-Album soll Anfang 2011 auf den Markt kommen.

Beginnen wir mit dem ersten Monsterwerk "Solve (Part I: Materia Vvlgar & Part II: Disolvción)". Zu Beginn regen. Erinnert sofort an Black Sabbath von Black Sabbath. Allerdings klingt der Sound ziemlich abgehoben. Eher spacig und der Gesang eher schrill und in hoher Stimmlage. Doch dadurch sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn der düstere und getragene Sound zieht sich zwar ellenlang hin, wird dennoch irgendwann fetzig. Coole Gitarrensoli, die sich fast überschlagen sind feste Stilelemente. Dennoch bleibt der Song auf einer eher ruhig, getragenen Ebene. Aber gerade dies macht ihn so bemerkenswert. Schliesslich muss der Sänger dies knapp eine Viertelstunde durchhalten. Und immer wieder tauchen Elemente auf, die man eher den frühen Rockjahren zuordnen kann wie eben beispielsweise die Gitarrensoli. Das klingt so nach 70er Jahre und immer wieder Anleihen an Black Sabbath.

Auch der zweite Song "Coagula (Part III: Phoenicopervs & Part IV: Coagvlación)" beginnt alles andere als metallisch. Der Glockenschlag (ich weiß, ich wiederhole mich) erinnert an Black Sabbath. Dazu viel akustische Gitarren, die jedoch bald von einem brachialen Schlagzeug und einer Gitarre abgelöst werden. Und wieder geht mit dieser düsteren und depressiven Melodie weiter. Beide Songs gleichen sich zwar in sehr vielen Passagen haben aber auch Unterschiede. So wird man auf die überdrehte Gitarre verzichten müssen. Diese hat sich eher den tieferen Tonlagen verschrieben. Gegen Ende des Songs wird es dann wirklich deftig. Da geht man so richtig zur Sache und lässt die ersten Andeutungen an Doom Metal erkennen. Und doch fehlen psychedelische Elemente nicht. Eine Einordnung in irgendeine Schublade gelingt definitiv nicht.

Fazit: Beeindruckend, wie man mit NUR zwei Songs locker über 24 Minuten Spielzeit hinbekommt. Irgendwie haben sie sich ein Eigenheiten der Römer abgeschaut. Die Songtitel sind allesamt lateinischer Art. Und da die Römer bekanntlich kein "u" kannten und es durch "v" ersetzten (die Römer kannten kein "v" im Lateinischen) werden auch hier uns ein "v" für ein "u" vorgemacht. Musikalisch schwebt man auf einer komplett anderen Wolke, als andere Bands diese Stilrichtungen. Wenn Doom Metal Bands kurz vor dem kollektiven Wahnsinn stehen, so ist diese Band eher in ein Reich der Phantasie abgetaucht und auch die Spielweise ist eher getragen und ruhig, wobei auch bedrückende und depressive Noten nicht weg zu deuten sind. Alles im Allem einmal etwas vollkommen anderes. Das muss man sich einfach mal anhören und sein eigenes Urteil bilden zu können.

Titel-Liste:
 
  1. Solve (Part I: Materia Vvlgar & Part II: Disolvción)
  2. Coagula (Part III: Phoenicopervs & Part IV: Coagvlación)

Laufzeit:
 24:08 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/thesecretoffire 


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