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Review: Eleonore
 
angenehmVIELhass

Album:
 angenehmVIELhass, 2009, Eigenvertrieb

Stil:
 Progressive Heavy Metal

Tendenz:
 Rau, engagiert und ehrlich beschreibt die Musik von Eleonore kurz und knapp. Ohne Firlefanz und voll auf die Zwölf scheint das Motto der noch sehr jungen Band zu sein. Ob das ausreicht um sich auf einem hart umkämpften Markt durchzusetzen bleibt abzuwarten. Begeisterung für ihre Arbeit ist ganz sicher bei allen Musikern reichlich vorhanden und ich habe den Eindruck man wird sich auch in Zukunft bei dem eingeschlagenen Weg nicht reinreden lassen und diesen konsequent weitergehen.  U.B., 29.11.2009

Review:
 Kamil Albrecht Gitarre und Vocals, Timo Lebeck Gitarre, Guido Richter Gitarre, Jan Pflücker Bass und Max Lumer Drums lautet die Besetzung des Quintetts aus der Fußballstadt Mönchengladbach. Diese EP ist nach dem Album WHEN LIFE MEANS von 2006 und einer EP von 2008 nun die dritte Scheibe von Eleonore.

Mit einem Drumwirbel und heiseren Shouts legt man auf "Blood Brothers " sofort heftigst los. Mit drei Gitarristen an Bord ist es kein Wunder, dass die Mucke zum Großteil von der Gitarrenpower getragen wird. Neben den heiseren, krächzenden Vocals ala Rammstein schaltet Sänger Kamil Albrecht blitzschnell zu einem melodischen Zwischenspiel um und macht dabei einen guten Eindruck. Der Mann hat Stimme und Ausstrahlung. Der zweite Teil fällt dann nicht mehr ganz so hart aus mit galoppierenden Gitarren, schnellen Tempowechseln und kurzen Instrumentaleinlagen die aus der vollen Klangkulisse hervorstechen.
Auf "Displacement & Silence " preschen die Gitarren fulminant nach vorn. Das Stück ist progressiver als der Vorgänger, besitzt richtig ruhige, getragene Passagen mit harmonischen Klängen die in deutlichem Kontrast zu dem Vollgasgebolze stehen. Für mich klar das Highlight der EP, abwechslungsreich und dennoch aus einem Guss.
Mit flott marschierendem Rhythmus und den nun schon bekannt heiseren Shouts fegt auch "Plus Minus " Uptempo dahin. Blitzschnell wechseln Growls in bester Death Manier mit cleanem Gesang. Gekonnt variiert Max Lumer sein Spiel an den Drums. Heftig und gerade wegen der vielen überraschenden Wendungen interessant.

Fazit: Der Promo Flyer der mir neben der EP zu ANGENEHM VIEL HASS vorliegt, beschreibt den Stil als Modern Prog Metal. Melodic Death meets Prog trifft es besser, wobei die richtig melodischen Abschnitte eher in der Minderheit sind. Vielmehr wird hier rauer, harter Heavy Metal geboten der an vielen Stellen Anleihen beim Black Metal macht. Nachdem ich mich beim Titel schon moralisch auf finsterste Death Metal Gruftmucke mit bösen Growls am laufenden Band und wütendem Gesangsgeschrei eingestellt hatte, wurde ich in der Hinsicht eines Besseren belehrt. Gar so düster und depressiv ist die Musik zum Glück gar nicht ausgefallen. Klar, auf dem Teeny Geburtstag dürften die Songs von Eleonore wohl nicht die richtige Musikuntermalung darstellen aber für den gestandenen Metalhead sicherlich gut gemachte, deftige Hausmannskost mit einem interessanten Stilmix. Und das ist mir hundert Mal lieber als irgend so ein weicher Sülzbrei der nur produziert wurde um einem möglichst breiten Publikum zu gefallen. Da passt der Ausspruch der Band doch gut ins Bild: "Wir spielen so lange Konzerte bis uns jeder gewollt oder ungewollt gehört hat." Man will sich musikalisch nicht anbiedern sondern bringt das, wovon man überzeugt ist. Besonders wenn man bedenkt wie neu die Band noch ist überrascht mich die musikalische Reife positiv. Soundtechnisch ist die Sache ausgesprochen gut. Das ballert und fetzt aus den Boxen das der Untermieter denken muss die Taliban haben einen Tanklaster in meinem Wohnzimmer geparkt und die Luftwaffe startet gerade einen Angriff mit einem Rudel A 10. Frontmann Kamil Albrecht hat eine richtig gute Stimme wenn sie denn, abgesehen von den heiseren Sachen, mal zu hören ist, eben die heiseren Einlagen sind mir aber schon zu viel des Guten. Wie leicht oder auch schwer verdaulich sich ein Album von Eleonore in voller Länge darstellt kann ich schwer beurteilen. Als drei Songs EP kommt der Silberling hingegen gut rüber wobei ich mir wünschen würde, dass das Pendel öfter in die melodischere Ecke ausschlagen würde denn hier überzeugt mich die Band am meisten.

Anspieltippa:
 "Displacement & Silence"

Titel-Liste:
 
  1. Blood Brothers
  2. Displacement & Silence
  3. Plus Minus

Laufzeit:
 14:03 Min.

Band-Infos:
 
  • myspace.com/eleonoreband 


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