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Review: Noisome Paste
 
DAY IN JUNE

Album:
 DAY IN JUNE, 2008, Eigenvertrieb

Stil:
 Indie Rock

Tendenz:
 Ist die erste Hälfte noch mit ein paar Schwächen behaftet, so verbessert sich der Eindruck von Song zu Song. M.W. 19.04.2008

Review:
 Mit ihrem zweiten Album DAY IN JUNE wollen die norddeutschen Indie-Rocker dem Charakteristikum ihrer Musikrichtung alle Ehre machen - ihren unabhängigen Stil wollen sie uns präsentieren. Dazu gehört auch, dass die von Sänger und Gitarrist Julius und Drummer Malte produzierte Platte nicht im Handel erscheint, sondern ausschließlich bei Live-Gigs oder über die Bandhomepage zu erwerben ist.

Der Titeltrack des Albums ist auch direkt der Opener des Silberlings. Mit eingängigen Gitarrenriffs, die leicht galoppierend klingen geht "Day in June" los. Man wird sofort von dem Groove ergriffen. Wenn die Vocals hinzukommen, nimmt sich die Gitarre etwas zurück. Die Drums klingen relativ hohl und dumpf und sind nicht unbedingt mein Ding. Dafür ist die Gitarre druckvoller denn je. Die Stimme von Frontmann Julius hat recht geringen Wiedererkennungswert, aber das kann ja noch kommen. Okay für einen Opener.
"Come clear" startet wesentlich ruhiger. Das hält allerdings auch nur wenige Sekunden an bis Julius und Ayke wieder voll in die Saiten jammen. Zum Strophe hin wird's aber wieder sehr ruhig und die volle Konzentration liegt auf den Vocals, die hier viel mehr Gewicht haben als beim ersten Song. Gute Mischung aus harmonischen Parts und kraftvollen aufrüttelnden Refrains.
"Lazy" macht seinem Namen alle Ehre und verzichtet auf das bisher recht stramme Tempo. Alles geht gemächlich zu und man wird quasi eingeladen, sich aufs Sofa zu setzen, zu chillen und den Song auf sich einprasseln zu lassen. Gute Songstruktur und super Zusammenwirken der Instrumente. Nach und nach steigern sich diese, man springt vom Sofa auf und geht mit...
Mit nur 40 Sekunden ist ein Gastauftritt auf DAY IN JUNE. Trompeten und Sprechgesang kombiniert mit DJ-Elementen werden geboten. Ganz nette Abwechslung.
Der Übergang zu "Get up" bleibt zu nächst unbemerkt, da der Song funkig aufgebaut ist. Von der Melodie ähnlich der RHCP's - allerdings nur die erste Minute. In Refrain wird's wieder rockig bevor die nächste Strophe wieder zum Funk tendiert. Auf den ersten Blick unstrukturiert, nach mehrmaligem Hören, aber in Ordnung. Cooler Break mittig des Tracks.
"Break out" ist dann wieder gitarrenlastiger und schwungvoller. Ab und an vermisst man die Tiefe im Gesang, vor allem bei ruhigen Parts. Auch der Aufbau mit ruhiger Strophe und druckvollem Refrain ähnelt den vorangegangenen Stücken. Das Instrumentensolo nach 1:30 Minuten kann hingegen sehr überzeugen.
"Life gives an Answer" ist nicht nur der längste Titel, sondern auch fast der längste Song, wäre da nicht der letzte Track. Der Groove ist eingängig und rockig. Teilgesänge erinnern an Billy Joe Armstrong, nur ohne Geschrei. Den Song kann man genießen, daher soll er hier auch nicht auseinander analysiert werden. AM besten ist es, den einfach ohne Vorurteil anzuhören. Und unbedingt bis zum Ende durchlaufen lassen!
Last but not least folgt "So untrue". Balladige Klänge eröffnen das wohl poppigste Lied auf DAY IN JUNE. Der zweifache Gesang erzeugt in Kombination mit der Akustikgitarre und dem sanften Drumming die eine oder andere Gänsehaut. Hier zeigen die norddeutschen Jungs eine bisher unbekannte, besinnliche Seite, was ihnen noch einmal richtig Pluspunkte verschafft. Gute Idee, den Hörer so zu überraschen, auch wenn's mit etwas Kitsch geschieht.

Fazit: DAY IN JUNE merkt man an, dass es wirklich simpel und geradeheraus produziert wurde. Obwohl die erste Hälfte des Albums einige Schwächen aufweist, bessert es sich je weiter man es durchhört. Besonders die letzten beiden Songs können richtig überzeugen. Zum großen Teil ist das Album rockig, enthält aber auch kurze elektronische Einflüsse, Funk oder Pop. Den Metallern unter uns ist davon eher abzuraten, die etwas gefühlvolleren Freunde des Rocks sind aber durchaus willkommen.

Titel-Liste:
 
  1. Day in June
  2. Come clear
  3. Lazy
  4. Get up
  5. Break out
  6. Life gives an Answer
  7. So untrue

Laufzeit:
 25:54 Min.

Band-Infos:
 
  • www.noisomepaste.de 


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